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Das bizarre Sexualleben der Tiere (Taschenbuch)

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Cover Das bizarre Sexualleben der Tiere

 

 

 

 

 

 

 

Sex bewegte die Welt schon lange, bevor es Menschen gab. Lust und Verlangen sind Geschenke der Natur.

 

Das bizarre Sexualleben der Tiere

Ein populäres Lexikon von Aal bis Zebra

Von Michael Miersch

Hardcover:
Eichborn Verlag,
Frankfurt am Main 1999
ISBN 3-8218-1519-1
316 Seiten 22,90 Euro

Taschenbuch:
Piper,
München 2001
ISBN 3-492-23009-1
343 Seiten 9,90 Euro

 

Vortwort

Es gab Zeiten, da wurde über Sex im Flüsterton geredet und Bilder nackter Körper mit schwarzen Balken zensiert. Damals musste die "Natur" herhalten, um den Menschen Angst einzujagen. Alles, was nicht der Fortpflanzung diene, sei wider die Natur, lautete ein Standardargument der Spaßverderber. Was kaum einer wusste: In Wahrheit machen es die Tiere in allen denkbaren Varianten und längst nicht immer im Dienste der Fortpflanzung.

Heute wird im öffentlichen Diskurs Verbalsex bis zum Abwinken geboten. Sexrekordler und Beichtwütige ver­stopfen die Fernsehkanäle. Doch alle reden im­mer nur über sich selbst und zwar im doppelten Sinne: Als Einzelwesen und als Vertreter der Art Homo sapiens.

Aber wie treiben es die Anderen? Was wissen wir von unseren vierbeinigen, sechsbeinigen, geflügelten und flossentragenden Nachbarn auf dem Planeten? Es wird Zeit die menschliche Nabelschau einmal zu unterbrechen und einen Blick über den Gartenzaun unserer Gattung zu werfen. Denn, so der Evolutionsbiologe Jared Diamond, "das Leben der Tiere erscheint uns seltsam, aber ... nach den Maßstäben der 4300 anderen Säugetierarten auf der Erde und selbst nach den Maßstäben unserer engsten Verwandten, der Menchenaffen, sind wir die Seltsamen."

Fremdheit kann wie ein Spiegel wirken. Wir erkennen darin, wie wunderlich unser eigenes Verhalten ist. Die Berichte der Verhaltensforscher über das Triebleben der Tiere zeigen: Erstens sind Tiere ganz anders. Und zweitens sind Tiere auch nur Menschen. Dieses Buch soll zum Verständnis der ganz Anderen beitragen.

Sex bewegte die Welt schon lange bevor es Menschen gab. Lust und Verlangen sind Geschenke der Natur. Bei aller kulturellen Überlagerung blieben sie tierisch. Und sie können tierisches Vergnügen bereiten: Ohne den Paarungstrieb wär das menschliche Leben ziemlich dumpf und öde. Wer aber das Spiel der Geschlechter nur unter kulturellen Prämissen betrachtet, blendet das evolutionäre Erbe aus. Alle Menschen tragen biologische Überlieferungen in sich, trotz Anti-Baby-Pille und Moral, Viagra und Religion. "Die Bewegung der ganzen Welt", schrieb Michel de Montaigne, "läuft auf die Paarung hinaus. Alles ist von der Begierde danach durch­drungen, sie ist der Mittelpunkt, nach dem sich alles richtet."

 

 

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