DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 1 - 18.09.2000


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"Die falschen Helden" heißt der neuste WELT-Kommentar von Dirk Maxeiner
(erschienen am 14.9.00). Sein Thema: Warum die LKW-Lobby ein schlechter
Verbündeter im Protest gegen die Öko-Steuer ist. Sie finden ihn unter
http://www.welt.de/daten/2000/09/14/0914fo190810.htx
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Gentechnik 1

DEINE TOMATE, DAS UNBEKANNTE WESEN

Bei einer multinationalen Umfrage kam heraus, dass 35 Prozent der
Europäer die Behauptung glauben:"Normale Tomaten enthalten keine Gene,
nur gentechnisch veränderte Tomaten tun das."
Quelle: New Scientist vom 29.7.2000
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Gentechnik 2

CHIEF SCIENTIST DER IUCN PLÄDIERT FÜR GENTECHNIK

Jeffrey A. McNeely, oberster Wissenschaftler der World Conservation
Union, IUCN, ist davon überzeugt, dass uns mit Hilfe der Gentechnik ein
"Goldenes Zeitalter" bevorstehen könnte. Sein enthusiastischer Aufsatz
wirkt wie ein frischer Luftzug im Provinzmief deutscher Genpaniker. Für
die, die es nicht wissen: Die IUCN ist DER große Dachverband aller
Naturschutzorganisationen der Welt.

Jeff McNeely: "A Golden Age" (erschienen in dem Magazin "Peole & the
Planet").
Link:http://www.oneworld.org/patp/pap_8_4/mcneely.htm
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US-Medien

EIN VOLK AUF DER INTENSIVSTATION

"In 1996 Bob Garfield, a magazine writer, reviewed articles about
serious deseases published over the course of a year in the Washington
Post, the New York Times, and USA Today. He learned that, in addition
to 59 million Americans with heart diseases, 53 million with migraines,
25 million with osteoporosis, 16 million with obesity, and 3 million
with cancer, many Americans suffer from more obscure ailments such as
temporomandibular joint disorders (10 million) and brain injuries (2
million). Adding up the estimates, Garfield determined that 543 million
Americans are seriously sick - a shocking number in a nation of 266
million inhabitants."

Auszug aus dem Buch "The Culture of Fear" von Barry Glassner (1999)
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Afrika

SCHLUSS MIT DEN DRITTE-WELT-MYTHEN

Ein kleines Juwel war im August (Nr. 33/2000) in der sonst eher bräsigen
SPIEGEL-Zukunftsserie versteckt: Ein Interview mit dem südafrikanischen
Ökonomen Themba Sono, der in erfrischender Weise Klartext spricht.
Zitat: "Die regierende Elite in Afrika hat uns in die Misere geführt.
Sie hat zum Beispiel noch mit dem Sozialismus experimentiert, als längst
klar war, dass der gescheitert ist. Gleichzeitig hat sie Freiheit,
Demokratie und Unternehmertum unterdrückt." Sehr lesenswert!

Sie finden das komplette Interview unter:
http://www.spiegel.de/spiegel/21jh/0,1518,88886,00.html
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Ausländer

BMW-ERZIEHUNGSHILFEN

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hauses BMW sandte uns eine
Liste von zwölf gesellschaftspolitischen Projekten "gegen
Fremdenfeindlichkeit und Gewalt". Die Initiativen, die von der rasanten
Autofirma unterstützt werden, umfassen beispielsweise das Musical "Komm
mit, lauf weg" für deutsche und ausländische Mädchen. Dürfen wir
dahinter die Warnung vor einem PS-starken Automobil vermuten, das sich
dem Zebrastreifen nähert?
Im Bereich "der Prävention von Gewalt und Fremdenfeindlichkeit"
(Originalton BMW) würden wir dem Hause BMW ferner vorschlagen, auf den
Einbau von Lichthupen zu verzichten. Diese mutige Entscheidung könnte
schlagartig die Toleranz auf deutschen Autobahnen erhöhen, wo beherzt
gefahrene BMW-Automobile unter anderem für 7,5 Millionen Ausländer eine
latente Bedrohung darstellen. Bis es soweit ist, empfehlen wir allen
Verfolgten die von BMW gesponserte CD mit dem Titel "Leave me alone"
(Fass mich nicht an). Kostenlos zu beziehen bei BMW.

Kontakt: Anneliese Schillinger, BMW Public Relations,Tel. 089 -
882-23014
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Grüne

TIEFE BETROFFENHEIT IM DIENSTMERCEDES

"Kurz schlucken mußte die junge Abgeordnete türkischer Herkunft auf dem
Frankfurter Flughafen. Der Zubringerbus war gerade angefahren, als er
abrupt angehalten wurde. Zwei Polizisten stiegen ein: 'Wir bitten Frau
Ekin Deligöz, sofort auszusteigen.' Ekin lief zum Ausgang, begleitet von
mitleidigen Blicken der anderen Fahrgäste, die sich offenbar Gedanken
über das Schicksal der armen Ausländerin machten. Diesmal ohne Grund,
denn auf sie wartete lediglich der Fahrdienst des Bundestages.'Die
Situation war dennoch furchteinflössend', meint Ekin. 'So konnte ich
wenigstens ansatzweise nachfühlen, wie es rechtlosen Menschen in diesem
Umfeld geht!".

Auszug aus dem Magazin "grün & bündig" der Bundestagsfraktion Bündniss
90/Die Grünen vom April 2000.

Übrigens: Neulich an der Bar im Hotel Adlon verweigerte der Kellner uns
zu fortgeschrittener Stunde die siebte Flasche Champagner. So konnten
wir wenigstens ansatzweise nachfühlen, wie es durstenden Kindern im
Sahel gehen muß.
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Greenpeace in der Krise

RETTE SICH WER KANN

Absetzbewegungen führender Funktionäre, Finanzdesaster und
Mitgliederschwund bei Greenpeace: Davon kann man in deutschen Zeitungen
nicht allzuviel lesen. Zum Glück gibt es aber Länder, in denen die
Agentur des Guten ein weinig kritischer beobachtet wird. Zwei lohnende
Artikel über Greenpeace finden Sie hier:

Sunday Times (Großbritannien) vom 30.7.2000 - Link:
http://www.sunday-times.co.uk/news/pages/sti/2000/07/30/stinwenws03013.html

Food Security Net (Internationales Agrobusiness-Netzwerk)
vom 18.7.2000 - Link:
http://www.foodsecurity.net/news/newsitem.php3?nid=249&tnews=news

Und hier - als besonderes Schmankerl - eine Website von
Grenpeace-Aussteigern und Kritikern der Organisation:
http://www.greenpiece.org
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Umweltbundesamt

LAUTE MUSIK UND DURCHFALL

Der Jahresbericht 1999 des Umweltbundesamtes (UBA) ist ein schöner
Indikator für den Zustand unserer Umwelt. Offenbar sind technische
Umweltprobleme - wie Luft- und Wasserverschmutzung - in Deutschland so
selten geworden, dass das UBA nach neuen Aufgaben Ausschau hält. Kein
Wunder: Schließlich leben wir in einer Zeit, in der
Kleinwasserkraftanlagen zur Gewinnung von "Öko-Strom" die größte
Gefahr für Lachse im Rhein darstellen (Spiegel 35/2000). Da haben es
staatliche Umweltschützer natürlich nicht leicht, zukunftsfähige
Arbeitsfelder zu finden. Aber sie versuchen es tapfer. So werden im
UBA-Jahresbericht 1999 zwei bemerkenswerte neue Bedrohungen entdeckt:
Laute Musik und Infektionskrankheiten. Gefordert wird in Sachen Musik:
"Konsequente Vorsorge" und "Aufklärung der Jugendlichen!". Viel Spaß auf
der Love Parade, liebe UBA-Beamte! Außerdem - so der Bericht - werden
die Deutschne von "Kopfläusen, Durchfallerkrankungen und Tuberkulose"
heimgesucht. Dafür - so dachten wir bisher - gibt es eigentlich andere
Bundesämter (z.B. das Robert-Koch-Institut). Aber wie dem auch sei, wir
sind schon gespannt auf neue Umweltgesetze gegen Musik und
Darmbakterien.

Link zum UBA-Jahresbericht: http://www.umweltbundesamt.de
Dort "Publikationen" anklicken.
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Klima 1

NICHT VORHANDENE PINGUINE VOM AUSSTERBEN BEDROHT

Eine von der Clinton/Gore-Regierung und dem US-Kongress in Auftrag
gegebene Einschätzung zu den Folgen des Klimawandels ("US National
Assessment - The Potential Consequences of Climate Variability and
Change") wurde im Sommer 2000 veröffentlicht und sieht für die Zukunft
ganz, ganz schwarz. Besonders für Alaska. In einem eigens veranstalteten
Alaska-Workshop wurde der geballte Sachverstand von 100
Wissenschaftlern zusammengeführt. Man kam unter anderem zu der
erschreckenden Einschätzung, daß negative Auswirkungen auf Tierarten wie
die Pinguine zu befürchten seien.

Eine Anfrage in Anchorage ließ Skeptiker jedoch stutzen. Auskunft dort:
"Pinguine in Alaska? Nein, Pinguine leben nur in der Antarktis."
http://www.vision.net.au/~daly/press-00.htm#penguin.

Und jetzt liebe Klimakatastrophisten noch mal ganz langsam zum
Mitschreiben: Eisbären, Rentiere und der Weihnachtsmann wohnen am
Nordpol, Pinguine dagegen am Südpol. Nur auf Weihnachtskarten kommen sie
gemeinsam vor.
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Klima 2

KORALLEN ERHOLEN SICH

Ein Artikel in Science (Vol. 288, vom 12.5.00), der leider nicht in die
Massenmedien vordrang, beschäftigte sich mit der überraschenden Erholung
von Korallenriffen im Pazifik und im Indischen Ozean. Das
Korallensterben in der El Niño-Saison 1997-98 wurde damals in vielen
Artikeln und TV-Sendungen als Folge der Klimakatastrophe und Tod der
Riffe dargestellt. Wie beim Waldsterben, Spermiensterben und sonstigen
Weltuntergängen gab es so gut wie keine weitere Berichterstattung als
Widersprüche und gegenteilige Befunde auftauchten.
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Klima 3

VERMISSTER NORDPOL WIEDER AUFGETAUCHT

"Nodpol weg?" fragte die Bildzeitung am Montag den 21. August.
Kreuzfahrt-Touristen an Bord eines russichen Eisbrechers entdeckten am
Nordpol eine kilometerlange eisfreie Fläche. Das berichteten sie zuerst
der New York Times, die sogleich behauptete, Eiswasser am Nordpol sei
seit 50 Millionen Jahren nicht mehr vorgekommen. Seitdem geistert der
schmilzende Nordpol wie das Ungeheuer von Loch Ness durch die Medien.
Daran ändert auch nichts, dass die New York Times eine Woche später
zerknirscht die Klima-Räuberpistole richtigstellte, weil offene Stellen
im Packeis völlig normal sind.
David Letterman empfahl der New York Times daraufhin in seiner CBS Late
Night Show ein neues Motto: Statt "All the news thats fit to print"
müsse es heißen: "Stuff we heard from a guy who says his friend heard
about it."

Link:
http://www.vision.net.au/~daly/index.htm

Als einfache Recherche hätte übrigens schon ein Blick auf die im
Internet für jedermann abrufbare Reisebeschreibung des betreffenden
Touristen-Eisbrechers "Sovetsky Soyuz" genügt. Dort ist ausdrücklich von
"offenen Wasserflächen" die Rede, die "die Reise erleichtern." Dieses
Jahr war eine solche Wasserstelle zufällig am geographischen Nordpol
selbst
(http://www.libfind.unl.edu/alumni/tourin/north_pole.htm).

Merke: Das einzige was sich klimatisch gegenüber dem Vorjahr verändert
hat, ist die politische Temperatur. Im November findet in Den Haag der
nächste Klimagipfel statt, auf dem der Weg für neue Energiesteuern
bereitet werden soll. Außerdem will der amerikanische
Präsidentschaftskandidat Gore gewählt werden, der die Klimarettung zu
seinem persönlichen Anliegen erkoren hat. Bis dahin sollten wir auf
weitere klimatische Katastrophen gefasst sein.
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Zum Schluß noch drei neue wertvolle Links, die wird demnächst auf unsere
Website aufnehmen:

http://www.perc.org
Warum versagt das Handelsverbot für Tigerprodukte? Können Nationalparks
Gewinne erwirtschaften? Antworten auf solche Fragen findet man beim
Political Economy Research Center in Montana. Es ist das älteste und
größte Institut in den USA, dass sich mit marktwirtschaftlichen Lösungen
für Umwelt- und Naturschutzprobleme beschäftigt. Eine Fundgrube für
liberale Umwelschützer.

http://www.sirc.org
Das englische Social Issues Research Centre beschäftigt sich mit der
Beobachtung und Analyse von soziokulturellen Trends. Auf der Website des
SIRC findet man viele schlaue Artikel zu den aktuellen Diskussionen um
Umweltfragen und wissenschaftlichen Fortschritt.

http://www.zukunftsinstitut.de
Die Website von Matthias Horx, unserem Lieblings-Zukunftsforscher. Horx
ist ein kundiger Analytiker gesellschaftlicher Prozesse und erstellt
fundierte Diagnosen - im Gegensatz zu vielen Dampfplauderern im
Zukunftsgewerbe. Matthias Horx und Albert Sellner haben uns 1995 zum
Verfassen von "Öko-Optimismus" überredet - obwohl wir damals glaubten,
dass kein Mensch so ein Buch lesen möchte. Sie behielten recht.
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Übrigens: Unser Buch Life Counts wurde gerade zu einem der
"Wissenschaftsbücher des Jahres 2000" gewählt (wie 1996 schon
Öko-Optimismus). Eine kurze Inhaltsangabe sowie das Vorwort finden Sie
auf unserer Website: http://www.maxeiner-miersch.de