DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 6 - 20.07.2001


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Katastrophen 1
KEINE ENTWARNUNG!
„So viele Seehunde wie noch nie“, meldete dpa am 6.7.2001. Der Rekord
bezog sich nicht allein auf die Zeit nach dem durch Staupeviren
ausgelösten Robbensterben 1988, sondern seit die Tiere überhaupt gezählt
werden. Das war 1958, als viele Tausend Deutsche noch ganz ohne
schlechtes Gewissen im Winter mit Seehundstiefeln herumliefen. Jetzt
leben über 13.200 dieser drolligen Meeressäuger am deutschen Teil der
Nordseeküste. Auch die einstmals in Deutschland nahezu ausgestorbenen
Seeadler vermehren sich wieder erfreulich gut, hieß es in der selben
Meldung.
Wir mussten sogleich an den damit verbundenen Kummer in manchen
Ökoverbänden denken. Denn je besser es den Robben geht, desto schlechter
womöglich den Spendenkassen. Wie wäre es also mit einer neuen Kampagne:
Robbenplage bedroht die Nordsee! Als Vorbild empfehlen wir natur Nr.
11/1995. Damals setzte das Umweltmagazin eine schon legendäre
Überschrift, über einen Artikel zum Thema Ausdehnung der Bergwälder:
„Bauminvasion gefährdet Almwiesen!“


Katastrophen 2
RETTET DIE BIENEN
In einer Presserklärung des Naturschutzbundes NABU zur Bonner
Klimakonferenz heißt es: „Mildere Winter ließen außerdem immer mehr
Arten in unseren Breiten überwintern, was zu Beginn der Brutperiode neue
Konkurrenz um knapper werdende Lebensräume mit sich bringe. Als
deutliche Reaktion auf den Klimawandel sei auch die Ausbreitung
ursprünglich südeuropäischer Arten wie des Bienenfressers nach Norden zu
interpretieren.“
Schon seltsam, dass Artenschützer sich über wachsende Artenvielfalt
aufregen. Schließlich zeigt sich nur was in der Erdgeschichte immer
wieder vorkam: In warmen Klimaperioden steigt die Artenvielfalt, in
kalten nimmt sie ab. Ein Phänomen das sich auch in der Artenverteilung
auf der Erde widerspiegelt: In den Tropen ist die Vielfalt hoch in den
Polargebieten gering.
Der Bienenfresser, ein schöner bunter Vogel, der nur gelegentlich in
Süddeutschland brütet, ist auf mittelalterlichen Gemälden häufig zu
sehen (damals herrschten wärmere Temperaturen). Er ist also kein
Einwanderer aus Südeuropa, sondern ein Rückkehrer, dem es lange Zeit
hier zu kalt war. Kleiner Tipp für den NABU: Vielleicht bedrohen die
Bienenfresser ja unsere Bienen (Bienensterben, Honigkrise?).
Wer sich den bunten Neuling mal ansehen möchte, findet auf dieser Seite
Fotos:
http://www.naturfoto-online.de/bienenfresser/bienenfresser.htm


Drogengesetze
FAKTEN STATT PANIK
In einigen US-Medien läuft zur Zeit eine Anzeigenkampagne der Initiative
Common Sense for Drug Policy, die wir uns auch für Deutschland wünschen
würden. Darin werden einfach mal die gesicherten Fakten über illegale
und legale Drogen verglichen, zum Beispiel die jährlichen Todesfälle (in
den USA).
Tabak: 430.700
Alkohol: 110.640
Nebenwirkungen verschreibungspflichtiger Medikamente: 32.000
Alle Todesfälle in Zusammenhang mit sonstigen legalen oder illegalen
Drogen: 16.926
Marihuana: 0
Noch Fragen? Die Organisation bietet weitere Informationen auf zwei
Websites:
http://www.csdp.org
und
http://www.drugwarfacts.org


Krebserkrankungen
TENDENZ RÜCKLÄUFIG
„Jedes menschliche Wesen hat in seinem Körper etwa 500 synthetische
Chemikalien angesammelt, die es vor 1920 noch gar nicht gab,“ sagt
Lester Brown vom Worldwatch Institute. Aufgrund solcher Mahnungen werden
in der Bevölkerung Krebserkrankungen häufig auf chemische Umweltgifte
zurückgeführt. Die amerikanische Krebs-Gesellschaft legte jetzt ihr
"Cancer Facts and Figures 2001" vor. Und siehe da: Krebshäufigkeit und
die Sterblichkeit aufgrund der Krankheit gehen seit den neunziger Jahren
fast in allen Bereichen zurück. Sämtliche Arten von
Krebs-Neuerkrankungen zusammengenommen, nahm ihre Zahl zwischen 1990 und
1997 Jahr für Jahr um 0,8 Prozent ab. In den achtziger Jahren
ansteigende Krebsraten waren eine Folge der verstärkt eingeführten
Vorsorge-Untersuchungen. Inzwischen erhöht die frühere Diagnose die
Aussicht auf Heilung. Hauptursachen für Krebs sind nach wie vor Rauchen
(30 Prozent), falsche und zu fette Ernährung (20 bis 50 Prozent), sowie
Infektionen und körpereigene Hormone ( jeweils 10 bis 20 Prozent). Mit
Umweltverschmutzung können allenfalls 1 bis 5 Prozent der Erkrankungen
in Zusammenhang gebracht werden.


Europa I
KASTRATIONSPRÄMIE
Als Spätfolge der BSE-Krise ist jetzt die Männlichkeit einiger
hunderttausend französischer Jungbullen gefährdet. Und das kommt so:
400.000 der "Broulards" lassen sich nicht mehr absetzen und stehen
wiederkäuend und vor Kraft strotzend auf der Weide rum. Die von der EU
bereits bezahlte Bullenbeihilfe reicht deshalb nach Ansicht der Bauern
nicht mehr aus. Man möchte zusätzlich die doppelt so hohe
EU-Ochsenprämie kassieren. Nun lässt sich ein Bulle bekanntlich durch
einen kleinen tiermedizinischen Eingriff in einen Ochsen verwandeln.
Wofür weitere Fördermittel fließen sollen: Eine „Kastrationsprämie“ (so
wurde sie von bösen Zungen inoffiziell getauft) soll die wunderbare
Ochsenvermehrung möglich und denn Rinderwahnsinn komplett machen.
(Quelle: FAZ, 23.05.01)


Europa II
GLATT RASIERT
Die Friseure des Badeortes Iesolo an der Adria dürfen ihre Kunden ab
sofort nicht mehr mit handgeschlagenem Rasierschaum barbieren. Die
EU-Behörden in Brüssel haben dekreditiert, dass mit Pinseln angerührter
Rasierschaum unhygienisch sei. Während man den Bürokratenwahn andernorts
in Italien schlicht ignoriert, will der neue Bürgermeister von Iesolo
seine Gemeinde nun endlich auf EU-Standard bringen. Da sich die
Anschaffung von speziellen Rasierschaum-Maschinen aber nicht lohnt, wird
das Rasieren als traditionelle Dienstleistung italienischer Friseure
wohl bald abgeschafft (und eine Reihe der kleinen Friseursalons gleich
mit). Brüsseler Beamten empfehlen wir: Nicht in Iesolo Urlaub machen.
Und vor allem: Auf keinen Fall rasieren lassen! (Quelle: Reason, Juli
2001)


Grüne 1
VERSTECKT IDEOLOGIEFREI
„Die grüne Umweltbilanz kann sich sehen lassen“ schreibt das Magazin
der grünen Bundestagsfraktion (Juni 2001), denn mit der Ablösung der
alten Bundesregierung habe einen „umfassenden Kurswechsel in der
Umweltpolitik eingeleitet“. Einige dürre Zeilen am Ende des Berichts
klären uns dann darüber auf, dass der Hausmüll dank grünem Engagement
jetzt „entweder in mechanisch-biologischen Anlagen oder in
Verbrennungsanlagen“ vorbehandelt werden muss. Ja da schau her. Waren
Müllverbrennungsanlagen nicht bis vor kurzem das reinste Teufelszeug?
Offensichtlich hat auch bezüglich der grünen Glaubenssätze ein
umfassender Kurswechsel stattgefunden. Willkommen in der ideologiefreien
Zone. Aber warum so versteckt und verschämt?


Grüne 2
GRUNDSÄTZLICH GEGEN SODOMIE
Beim Lesen des Entwurfs für das neue grüne Grundsatzprogramm, Grün 2020,
fiel uns nicht viel Neues und Bemerkenswertes auf, außer vielleicht ,
dass die Öko-Partei lediglich eine von 77 Seiten den Themen
„Naturschutz, Landschaftsschutz, Tierschutz“ (S. 22) widmet. Darin
stehen die üblichen unreflektierten Sonntagssprüche, die inzwischen alle
Parteien dazu absondern. Ökonomische Ansätze im Naturschutz, die
international schon lange Standard sind („Schützen durch Nützen“) kommen
nicht vor.
Ein Satz hat uns aber doch aufhorchen lassen: „Unser Ziel ist auch die
weit gehende Überwindung von TIERVERSUCHUNG und ihr Ersatz durch
alternative Methoden.“ Hier fehlt jedoch ein klares Wort, welche
alternativen Methoden zur Tierversuchung gemeint sind (homo, hetero?).
Wir sind gespannt.


Gut gesagt
KALASCHNIKOW ODER TOSHIBA
Der britische Historiker Niall Ferguso in Die Welt vom 19.7.2001 über
Globalisierungsgegner:
„Bertrand Russel hat einmal gesagt, die meisten übel der Menschheit
seien auf Langeweile zurückzuführen. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges
wurde von vielen jungen Menschen begrüßt, weil der Frieden langweilig
geworden war. Alle jungen Männer müssen sich zwischen Kalaschnikow und
Toshiba entscheiden. Und wie Historiker müssen daran erinnern: Gewalt
mag aufregend sein, aber tot zu sein ist das Langweiligste überhaupt.“


Landwirtschaft 1
QUOD ERAT DEMONSTRANDUM
Auf dem Bauerntag Anfang Juli in Münster war dir Stimmung wie gewohnt
laut und dumpf. Die versammelten Agrarfunktionäre sprachen sich selbst
von jeder Schuld an der BSE-Krise frei und buhten wie gewohnt die
angereisten Politiker aus. Als Spitzenvertreter aus der Politik kamen
diesmal EU-Kommissarin Michele Schreyer, Bundesministerin Renate Künast
und NRW-Ministerin Bärbel Höhn. Alle drei grün und weiblich. Echt krass
für’s zarte Gemüt der Stammtischkrakeeler.
In ihrer Gastrede sagte Künast den Satz: „Was gut ist für die Natur,
ist gut für den Landwirt.“ Da grölte der ganze Saal . . . bis einigen
helleren Köpfen aufging, dass genau dies ja der Bauernverband selbst
ständig behauptet. Ups, kann ja mal passieren. (Quelle: SZ vom 7.7.01)


Landwirtschaft 2
MUFFIGE LODENTRUPPE
In Berlin hat sich das Forum Natur gegründet. Die neue Öko-Opposition
kritisiert „Überregulierung“ und „Ideologisierung“ und machte bei ihrer
Gründung etliche Fälle publik, wo bürokratischer Verbotswahn den
Naturschutz ad absurdum führt. Ihre Kritik hat einen wahren Kern:
Statisches Denken und die Menschen-feindlichkeit deutscher Beamter sind
ein Ärgernis und schaden der Natur. Doch Forum Natur will nicht nach
vorne, sondern zurück: Der deutsche Land- und Waidmann soll wieder
allein über Flora und Fauna herrschen. Die Initiative will die
„unterdrückten“ Jäger, Angler, Landwirte, Reiter und Golfer im Lande um
sich scharen. Als Vorbild dient die englische Countryside Alliance, die
gegen das Verbot grausamer Fuchsjagden zu Felde zieht. Schlecht für die
Natur, doch gut für Jürgen Trittin. Gegen diese Opposition wirkt er
richtig modern und kompetent. (Quellen: WamS, 27.5.01 und Die Welt,
25.5.01)


Naturschutz
NEUE WEGE IN KENIA
Ein Kronjuwel der afrikanischen Wildnis wird privatisiert. Die private
Non-Profit-Organisation Mara Conservancy führt seit kurzem das
weltberühmte Massai Mara Wildreservat. Dies war der letzte Strohhalm für
Kenias Regierung, denn das bei Touristen überaus beliebte Schutzgebiet
war finanziell und organisatorisch am Ende. Wildhüter hatten seit
Monaten keinen Lohn mehr erhalten, Fahrzeuge, Funkanlagen und andere
Ausrüstung waren kaputt. Die neue Leitung will ihre Finanzen offen legen
(was in Kenia höchst ungewöhnlich ist). Eine Hälfte der
Tourismus-Gewinne soll der Parkentwicklung zugute kommen, die andere an
den benachbarten Massai-Siedlungen.
Vielleicht wird es in Zukunft auch neue Nutzungskonzepte geben, etwa in
Form von kontrollierter Jagd. Kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht,
nach der die Zahl der Gnus seit 1977 um 81 Prozent zurückgegangen ist.
1977 wurde in Kenia die Jagd verboten. Dadurch sank das ökonomische
Interesse der Bevölkerung an Wildtieren drastisch. Immer mehr
Steppengebiete am Rande des Reservats wurden in Weizenfelder und
Rinderweiden umgewandelt und die dort lebenden Wildtiere illegal
abgeschossen.
(Quellen Oryx Vol. 35, No. 2 und The Economist, 28.6.01)


Kommentare 1
PROMINENTE TIERFREUNDE
Wenn es um Umwelt- oder Tierschutz geht, drängeln sich die
Kulturschaffenden blind vor Eifer in die erste Reihe und lassen sich
von gefährlichen Ideologen als nützliche Idioten benutzen. In den
Illustrierten Stern und Max bekannten sich prominente Schauspieler,
Fotomodelle, Sänger, Journalisten und Politiker zu der
Tierrechtsorganisation PETA. Michael Miersch schrieb in Die Welt seine
Meinung dazu.
Zu lesen im Archiv von Die Welt (http://www.welt.de) oder unter
„Standpunkte“ auf unserer Homepage (http://www.maxeiner-miersch.de)


Kommentare 2
DAS KLIMA MACHT DER MENSCH NICHT ALLEIN
Das kritische Hinterfragen von Hypothesen gehört zum Prinzip der
Wissenschaft. Leider gilt dies in der Klimafrage als moralisch
unerwünscht. Doch die Skeptiker haben gute Argumente. Kommentar von Dirk
Maxeiner.
Zu lesen im Archiv von Die Welt (http://www.welt.de) oder demnächst
unter „Standpunkte“ auf unserer Homepage
(http://www.maxeiner-miersch.de)


Webtipps 1
http://techcentralstation.com/
Häufig aktualisierte Website, die technischen Fortschritt und freie
Marktwirtschaft auf ihre Fahnen geschrieben hat.


Webtipps 2
http://www.probiotech.fsnet.co.uk/index.htm
Website, die entschieden für grüne Gentechnik eintritt. Auch viele
andere Umweltthemen werden mit wenig bekannten Informationen erläutert.
Jenseits vom Mainstream.


Webtipps 3
http://www.cserge.ucl.ac.uk
Das Londoner Zentrum für soziale und ökonomische Umweltstudien (englisch
CSERGE abgekürzt) gilt weltweit als eine der besten Adressen in Sachen
Umweltökonomie. Die CSERGE-Wissenschaftler erstellen Studien über die
Einkünfte aus Panda-Tourismus in China oder über die Gewinne privater
Naturschutzgebiete in Südafrika. Im Zentrum steht häufig die Frage, wie
der Schutz von Wildtieren und Landschaften finanziert werden kann. Die
Ökonomen kamen dabei oftmals zu einem erfreulichen Resultat:
Naturschutz kann einträglicher sein als die Zerstörung der Natur.
CSERGE-Konzepte haben schon manches bedrohte Biotop vor der Umwandlung
in Acker oder Weiden gerettet.


Webtipps 4
http://www.maxeiner-miersch.de
Wir haben viel aktualisiert und zwei neue Rubriken eingerichtet:
Die„Hass Seite“ und „Dafür/Dagegen“. Reinschauen lohnt sich.


Buchtipps 1
Matthias Horx
SMART CAPITALISM
Eichborn Verlag, Frankfurt 2001
Die Grenzen zwischen Berufsleben und Privatsphäre, Kreativität und
Geldverdienen werden durchlässiger, und bieten damit neue Spielräume und
eine bislang unbekannte Autonomie. Horx beschreibt den Weg vom
hierarchischen Fabrikkapitalismus zum selbst bestimmten
Eigenunternehmer. Gut geschrieben und überzeugend argumentiert.


Buchtipps 2
Stephen Moore und Julian L. Simon
IT’S GETTING BETTER ALL THE TIME
Cato Institute, Washington D.C. 2000
Diese wunderbare leicht verständliche Sammlung von Kurven, Diagrammen
und Statistiken dokumentiert die hundert wichtigsten ökonomischen,
gesellschaftlichen und kulturellen Trends der letzten hundert Jahre.
Allein dadurch killt es einen Mythos nach dem anderen. Ob Gesundheit,
Bildung, Ernährung, Wohlstand oder Umweltschutz: In allen messbaren
Bereichen werden die Untergangspropheten und ihre zahllosen
Nachplapperer von den Fakten verhöhnt. Sogar die Anzahl der
Symphonieorchester stieg in den Vereinigten Staaten (angeblich das Land
der Massenverblödung und des schlechten Geschmacks) zwischen 1950 und
1997 von 900 auf 1700 an. Schade jedoch, dass die meisten Statistiken
nur die USA betreffen. „It’s getting better all the time,“ ist das
letzte Werk des von uns hoch verehrten Julian Simon, der schon in den
siebziger Jahren die damaligen Apokalyptiker zue Weißglut brachte. Er
starb während der Arbeit an diesem Buch.


Buchtipps 3
David Brooks
BOBOS IN PARADISE
Simon & Schuster, New York 2000
Die beste Beschreibung der herrschenden Schichten in Kultur und
Wirtschaft die zur Zeit auf dem Markt ist. Bobos steht für „Bourgeois
Bohemians“. Das sind die schicken Leute, denen die nahezu bruchlose
Synthese zwischen selbstgerechtem Spießertum, scheinheiliger
Gutmenschlichkeit und Rebellenattitüde gelungen ist (also Typen wie
Roger Willemsen oder Ulrich Wickert). Klasse geschrieben, toll
beobachtet. Wenn die deutsche Fassung (erschienen bei Ullstein) nur halb
so gut ist, ein absolutes Muss (wir wissen es aber nicht, denn wir haben
nur die amerikanische gelesen).


Buchtipps 4
James Gwartney, Robert Lawson, Dexter Samida u. a.
ECONOMIC FREEDOM OF THE WORLD REPORT 2001
Liberales Institut, Potsdam 2001
Für diese überaus lesenswerte Studie untersuchen 50 Forschungsinstitute
aus aller Welt regelmäßig die Länder der Erde nach den Indikatoren für
Reichtum und Armut, Freiheit und Unterdrückung. Es stellt sich dabei
eindeutig heraus, dass ein klarer Zusammenhang besteht zwischen dem
Inlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung, dem Grad an staatlicher
Wirtschaftslenkung und dem Umfang der politischen Freiheit. Regel Nummer
eins: Je kapitalistischer ein Land ist, desto reicher sind seine
Bewohner. Regel Nummer zwei: ökonomische Unfreiheit geht immer mit
politischer Unterdrückung Hand in Hand. Reiche Diktaturen sind seltene
Ausnahmen. Unterdrücker scheitern in aller Regel auch ökonomisch. Gegen
gängige Vorurteile weist der Report nach, dass Marktwirtschaft gerade
den ärmeren Bevölkerungsteilen und Ländern zu mehr Wohlstand verhilft
als staatliche Lenkung.

Buchtipps 5
Gerd Koenen
DAS ROTE JAHRZEHNT
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2001
Koenen beleuchtet die Jahre zwischen 1967 (Schüsse auf Benno Ohnesorg)
und 1977 (Selbststmorde in Stammheim). Aus der Innensicht eines
ehemaligen SDS-Aktivisten und späteren KBW-Kaders schildert er die
Motive und die teilweise abenteuerliche Verblendung der damaligen
Akteure. Eines der wenigen Achtundsechziger-Bücher, die wirklich
selbstkritisch sind. Leider manchmal etwas zu sehr aus
Insiderperspektive geschrieben.


Buchtipps 6
Hubertus Knabe
DER DISKRETE CHARME DER DDR
Propyläen Verlag, Berlin 2001
Der wissenschaftliche Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
schildert faktenreiche wie westdeutsche Edelfedern und Starjournalisten
von der Stasi gefüttert und geschmiert wurden, oder ihr freiwillig auf
den Leim gingen. So erklärt er sehr überzeugend, warum die SED-Diktatur
in der Medienberichterstattung der siebziger und achtziger Jahre immer
harmloser, schöner und friedlicher erschien.


Buchtipps 7
Ulrich Berner, Hansjörg Streif (Hrsg.)
KLIMAFAKTEN. DER RÜCKBLICK ? EIN SCHLÜSSEL FÜR DIE ZUKUNFT
E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2001
Das Buch stellt ausführlich dar, dass Temperaturschwankungen im Laufe
der Erdgeschichte längst nicht immer an die Schwankungen des
Kohlendioxidgehaltes in der Atmosphäre gekoppelt waren. Es muss deshalb
starke natürliche Ursachen für Klimaveränderungen geben. Eine Botschaft
die Klima-Katastrophisten gar nicht mögen. Besonders wenn renommierte
Wissenschaftler dahinter stehen. In diesem Fall sind es die Forscher der
Bundesanstalt für Geowissenschaften, des Niedersächsischen Landesamtes
für Bodenschutz und des Instituts für geowissenchaftliche
Gemeinschaftsaufgaben.


Buchtipps 8
Mario Vargas Llosa
DAS FEST DES ZIEGENBOCKS
Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001
Dem peruanischen Schriftsteller ist die präzise Innenschau einer miesen
Diktatur gelungen. Wechselnd aus der Perspektive des früheren
dominikanischen Diktators Trujillo und einiger seiner Opfer entwickelt
sich eine spannende und beklemmende Geschichte.


Buchtipps 9
Otto Graf Lambsdorff (Hrsg.)
FREIHEIT UND SOZIALE VERANTWORTUNG
FAZ-Verlag, Frankfurt 2001
Eine Aufsatzsammlung über liberale Lösungsansätze in der Sozialpolitik.
Wie kann man Freiheit und Eigenverantwortlichkeit bewahren und dennoch
die Bürger vor großen Lebensrisiken schützen?

Wir verabschieden uns bis zur nächsten Ausgabe von DIE FROHE BOTSCHAFT!
mit einem Zitat aus der E-mail, die ein Leser von DAS MEPHISTO-PRINZIP
an uns schickte:
„Ich muss sagen, noch nie hat jemand die Vorteile des Kapitalismus so
gut auf den Punkt gebracht wie ihr! Ich bin zwar erst 14 Jahre alt, habe
euer Mephisto-Prinzip jedoch In 12 Schulstunden regelrecht verschlungen!
Ich hoffe ihr schreibt noch weitere Bücher dieser Art damit ich weiter
bei einer kühlen Coke und einem BigMac meinem sozialistischen
Deutschlehrer klar machen kann, dass eure Bücher nicht meinen Horizont
verkleinern sonder sein Unterricht!“