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Krieg und Frieden 1
DEN JUDEN GEHT'S DOCH NUR UMS ÖL
Je mächtiger unsere deutschen Friedensfreunde in Feuilletons, Talkshows
und
Illustrierten aufmarschieren, desto tiefer sinkt ihr Niveau. Behauptete man
früher, das erste Opfer im Krieg sei die Wahrheit, so ist es inzwischen
offenbar der Verstand. Hier die drei flachsten Legenden aus dem Musterkoffer
unserer intellektuellen Elite:
1. Die Amis wollen nur ans Öl.
Hier treffen sich der DKP-Barde Franz Josef Degenhardt und der SPD-Rentner
Oskar Lafontaine. "Es geht vor allem um die Sicherung von Rohstoffen und
um
Militärbasen der USA," dozierte der historisch-materialistisch geschulte
Sänger im STERN. Oskar Lafontaine verkündete derweil in der BILD-Zeitung,
ein entscheidender Kriegsgrund der "Ölindustriellen Busch und Cheney"
sei
die "Verteilung des Ölkuchens".
2. Coca-Cola hat die Islamisten provoziert.
"Das Überschwemmen der ganzen Welt mit Cola-Dosen, das musste irgendwann
auch zu Gegenreaktionen führen," weiß der schweizer Erzähler
Thomas
Hürlimann. Was schwer nachzuvollziehen ist, weil die Bevölkerung gerade
in
Afghanistan fürsorglich vor der bösen Brause geschützt wurde.
3. Die Juden sind an allem Schuld.
Hier taten sich der ZEIT-Redakteur Christoph Dieckmann und
SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein hervor (außerdem natürlich noch
Horst
Mahler und andere NPD-Größen, aber die lassen wir mal beiseite).
Bei einem
Besuch in Auschwitz kam Dieckmann ein erlösender Gedanke: "Hält
nicht Israel
bis heute fremde Erde und büßt dafür mit Tod und tötet
jeden Tag? Israels
Erwählungshybris ist ein Fluch." Augstein beschreibt den Kampf der
USA als
Rezept "wie man Terroristen fördert" und kommt in einer langen
Ursachenkette
schließlich auf Israels Ex-Ministerpräsident Menachim Begin, der
1946 das
Jerusalemer King David Hotel in die Luft sprengte.
Das muss lange noch nicht der geistige Ground Zero gewesen sein. Vielleicht
dürfen wir mit zwei weiteren Vorschlägen aushelfen (mal sehen welcher
als
erster im STERN steht). Vorschlag Nummer eins: Klimakiller Busch ist nur
neidisch, weil die Taliban eine überaus vorbildliche CO2-Bilanz vorweisen
konnten. Diese Theorie hat gute Chance, denn Augstein und Lafontaine lassen
sie auch schon anklingen. Vorschlag Nummer zwei: Die Taliban werden nur
deshalb als Schreckgespenst aufgebaut, um von der Frauenfeindlichkeit im
Westen abzulenken. Auch darauf sind wir nicht ganz alleine gekommen. Diese
These wurde allen Ernstes auf einem feministischen Kongress in Kanada
vertreten. Sunera Thobani, Professorin für Frauenstudien an der Universität
British Columbia erklärte unter Beifall: "Die Frauen werden nirgends
emanzipiert sein, bis nicht die westliche Dominanz auf dem Planeten beendet
ist."
Krieg und Frieden 2
DIE WICHTIGSTEN IRRTÜMER DER TERRORDEBATTE
Gemeinsam mit Matthias Horx (Zukunftsinstitut) haben wir einige
Erklärungsmuster aus den Debatte der letzten Wochen destilliert und auf
ihren Plausibilität überprüft. Sind die Terroristen die Stimme
der Armen auf
dieser Welt? Kann internationale Sozialhilfe dem Terror den Boden entziehen?
Mehr darüber auf unserer Website (www.maxeiner-miersch.de). Dort auf
"Standpunkte" klicken.
Krieg und Frieden 3
NACHHALTIGE MOBILMACHUNG
Die Autofirma Ford bietet den Fahrlehrern der Bundeswehr einen ökologischen
Aufbaukurs an. Sie sollten lernen, ihr schweres Gerät schadstoffarm und
Energie sparend zu bedienen. Durch den neuen "Eco-Driving-Fahrstil"
wird der
Krieg der Zukunft dann vollkommen klimaneutral. Laut UNEP "ein wichtiger
Beitrag zur nachhaltiger Mobilität." Wir finden, das müsste auch
den letzen
grünen Parlamentarier überzeugen. Motto: "Ich bin zwar gegen
den Krieg,
stimme aber für Eco-Driving in Afghanistan."
Quelle: Ford Pressemitteilung vom 9.11. 2001
Wald
CSU VERORDNET WALDSTERBEN
Bayerns fürsorgliche Staatsregierung möchte in diesen bewegten Zeiten
ihre
Bevölkerung nicht zusätzlich verunsichern. Beispielsweise durch gute
Nachrichten aus dem Bergwald. Eine Langzeitstudie im Auftrag des
Umweltministeriums kam zu dem Resümee, dass Luftschadstoffe den Wald nicht
schädigen. Von einem akuten, chronischen oder latenten Krankheitszustand,
wie ihn die jährliche Waldschadensstatistik suggeriert, könne keine
Rede
sein. Der Zustand der Bäume ließe sich völlig mit ihrer Nährstoffversorgung
und ihrem Alter erklären. Die Studie verschwand jedoch ohne großes
Aufsehen
in den Schulbladen der Fachleute. Einzig die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG berichtete
darüber. Auf die Frage des schweizer Journalisten, warum man so
publikumsscheu sei, kam aus dem Umweltministerium die Antwort, angesichts
der Informationsfülle müsse eben eine Auswahl getroffen werden.
Die traf dann Forstminister Joseph Miller. Er ließ bei der Vorstellung
des
neuen Waldzustandsberichts das gute alte Waldsterben wieder aufleben.
Besonders düster schilderte er den Zustand der Bergwälder. Kein Wort
von den
gegenteiligen Ergebnissen der Langzeitstudie. Und auch nicht darüber, dass
die Erhebungsmethoden des Waldzustandsberichts unter den Experten hoch
umstritten sind. Selbst für den apokalyptischen Grusel braucht man nun
die
Grünen nicht mehr. Die CSU reicht völlig. Wir sehen schwarz.
Zum Artikel in der NZZ:
http://www.nzz.ch/2001/10/24/ft/page-article7QQ9T.html
Öffentlicher Dienst
STERBEN VERBOTEN
In Le Lavandou an der französischen Riviera wurde eines der letzen
Menscheitsprobleme von kreativen Amtspersonen gelöst: Sterben ist dort
verboten. Wer sein Ableben innerhalb der Stadtgrenzen plant, aber keine
reservierte Grabstätte besitzt, macht sich einer letzten Ordnungswidrigkeit
schuldig. Aus Umweltschutzgründen darf der örtliche Friedhof nicht
erweitert
werden. Es lebe Frankreich! (Quelle: Reason, Oktober 2001)
Klima 1
LAND UNTER
Die Südseeinsel Tuvalu, so stand es in vielen Blättern, versinkt aufgrund
des Klimawandels im Meer. Die Bewohner hätten Asyl in Neuseeland beantragt.
Das schöne an dieser auf dpa zurückgehenden Meldung ist: Es stimmt
so gut
wie nichts daran. Erstens: Der Meeresspiegel um die neun Atolle von Tuvalu
ist seit 25 Jahren nicht angestiegen. Den Beweis dafür liefert die dortige
Messstation. Zweitens: Der lauthals Verkündete Anstieg um 30 Zentimeter
hat
einen einfachen Grund. Bei jedem "El Nino" sinkt der Meerespiegel
und kehrt
danach zum Normalwert zurück. Drittens: Niemand auf Tuvalu hat irgendwo
Asyl
beantragt. Viertens: Neuseeland ist auch nicht bereit irgendjemand
aufzunehmen. Fünftens: Probleme macht auf Tuvalu vielmehr die hohe
Bevölkerungsdichte. Wegen des hohen Wasserverbrauchs sinkt der
Grundwasserspiegel.
Meeresspiegelmesswerte von Tuvalu und weitere Informationen unter:
http://www.vision.net.au/~daly/press/press01b.htm#tuvalu
Wer dort mal baden gehen will, findet Bilder des schönen Inselreichs und
weitere Informationen unter:
http://www.tuvalu.f2s.com
Klima 2
KALT ERWISCHT
In dem Ort Nenana, Alaska, findet seit 1917 eine Wette ums Wetter statt. Wer
richtig voraussagt, wann der Nenana-Fluss auftaut, hat gewonnen und bekommt
den Jackpott. Klimaforscher der Stanford University nutzten diese kuriose
Folklore für eine in den Medien der Welt viel zitierte
Erderwärmungsdiagnose. Der Fluss taue heute im Durchschnitt 5,5 Tage früher
auf als vor 84 Jahren. Doch die Klimawarner hatten einen sehr selektiven
Blick auf die Daten geworfen. Statt den gesamten Zeitraum seit 1917 zu
betrachten, begannen sie mit dem extrem kalten Jahr 1949 und beendeten die
Auswertung mit dem sehr warmen Jahr 2000. Das späte Auftauen im kalten
Jahr
2001 fiel dabei genauso unter den Tisch wie zahlreiche Warmjahre in der
ersten Hälfte des Jahrhunderts. Betrachtet man den gesamten Messzeitraum
bleibt von der These so gut wie nichts übrig. Webtipp:
http://www.vision.net.au/~daly/nenana.htm
Umweltschutz 1
12 SCHRITTE UM DIE WELT ZU RETTEN
Maurice Strong, Vorsitzender des Umweltgipfels in Rio 1992 hat die aus
seiner Sicht zwölf wichtigsten Schritte vorgeschlagen, mit denen den
weltweiten Umweltproblemen am besten begegnet werden kann. Die meisten davon
sprechen uns zutiefst aus dem liberalen Herzen. Zum Beispiel Vorschlag
Nummer Drei: Behandelt die Erde und ihre Ressourcen als ob sie ein
Unternehmen wäre. Oder Nummer Zwei: Stoppt unnötige und kontraproduktive
Subventionen in den bereichen Wasser, Transport, Energie und Landwirtschaft.
Sehr gut hat uns auch Vorschlag sechs gefallen: Entwicklungshilfe sollte
vermindert werden. Es ist besser in das selbst erzeugte ökonomische Wachstum
der armer Länder zu investieren. In der deutsche Ökoszene wurden Strongs
Vorschläge wie alle marktwirtschaftlichen Lösungen konsequent ignoriert.
Obwohl der Umweltgipfel von Rio ansonsten als göttliche Offenbarung gilt.
Das neue Buch von Maurice Strong heißt "Where on Earth are we Going?"
und
kann bestellt werden unter:
http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/158799092X/thefuturistbooks
Umweltschutz 2
RETTET DIE DUNKELHEIT
Italienische und amerikanische Forscher haben ein neues technisches Übel
entdeckt, dass uns womöglich noch schlimmer heimsucht als Atomkraft und
Gentechnik: In einem Weltatlas der "Lichtverschmutzung" ("Lightpollution")
bemängeln sie, dass 99 Prozent der Bevölkerung in den USA und Westeuropa
nicht mehr die volle Pracht des Sternenhimmels sehen können, weil Kunstlicht
den freien Blick ins Dunkle versaut. Ein sechstel der EU-Bürger und 40
Prozent der Menschen in USA kennen keine tiefschwarze Umnachtung mehr. Mal
sehen, wann sich die erste UN-Konferenz mit dieser Misere beschäftigt.
Im
nachhinein ist jetzt auch Goethe blamiert, dessen letzte Worte ("mehr
Licht") offenbar völlig verantwortungslos waren. Mehr über
"Lichtverschmutzung" im Web:
http://www.lightpollution.it/dmsp/
Schweden
FÜR JEDEN ETWAS
In Schweden ist die neue Mitte noch mittiger als bei uns. Die
traditionsreichen schwedischen Sozialdemokraten gaben sich ein neues
Programm und öffneten darin ihr Herz für die Marktwirtschaft.
Ministerpräsident Perrson beruhigte seine Basis mit den Worten, dass
Programm sei "marktwirtschaftlich aber antikapitalistisch". Eine reife
rhetorische Leistung, die den deutschen Grünen als Vorbild dienen könnte.
Das Cartoonistenduo Greeser & Lenz schlug für den neuen Kurs der
Friedenspartei bereits die Formel "Ablehnende Zustimmung" vor. Vielleicht
können sie sich auch Rat bei einer großen Partei Kanadas holen: sie
heißt
"Progressive Conservative Party".
Kommentare 1
OPERATION GRENZENLOSE ENERGIE
Die Achillesferse des Westens ist seine Abhängigkeit von Erdöl aus
despotisch regierten Ländern wie beispielsweise Saudi-Arabien. Wann denn,
wenn nicht jetzt, sollten alle wissenschaftlich-technischen Potentiale
mobilisiert werden, um Alternativen zu finden? Ähnlich dem Aufbruch zum
Mond
in den sechziger Jahren brauchen wir eine "Operation grenzenlose Energie".
Ein Kommentar von Dirk Maxeiner zu diesem Thema erschien am 30.10. 2001 in
DIE WELT und ist nachzulesen auf unserer Website (www.maxeiner-miersch.de).
Dort auf "Standpunkte" klicken. Dann Stichwort "Energiepolitik"
(linke
Spalte) anklicken.
Kommentare 2
BIN LADEN IST KEIN ROBIN HOOD
Die islamistischen Terroristen sind keine Kämpfer für die Entrechteten
und
Armen dieser Welt, sie begreifen sich selbst viel mehr als Kämpfer gegen
Gottlosigkeit, Sittenlosigkeit und moralische Verkommenheit des Westens. Ein
Kommentar von Michael Miersch zu diesem Thema erschien am 9.10. 2001 in DIE
WELT und ist nachzulesen auf unserer Website (www.maxeiner-miersch.de). Dort
auf "Standpunkte" klicken. Dann Stichwort "Terror und Armut "
(linke Spalte)
anklicken.
Kommentare 3
LOB DER SCHLICHHEIT
George W. Bush wird gerne als hinterwäldlerischer Cowboy hingestellt. Aber
wäre die Welt wirklich besser wenn hoch gebildete Schriftsteller sie
regieren würden? Ein Kommentar von Dirk Maxeiner zu diesem Thema erschien
am
5.10.2001 in DIE WELT und ist nachzulesen auf unserer Website
(www.maxeiner-miersch.de). Dort auf "Standpunkte" klicken. Dann Stichwort
"George w. Bush" (linke Spalte) anklicken.
Kommentare 4
VERTEIDIGUNG DER SPASSGESELLSCHAFT
Konservative Kulturkritiker wittern seit dem 11. September ihre lang
ersehnte Gelegenheit mit der so genannten "Spaßkultur" aufzuräumen.
Doch In
Wahrheit meinen sie die offene Gesellschaft. Ein Kommentar von Michael
Miersch zu diesem Thema erschien am 19.9.2001 in DIE WELT und ist
nachzulesen auf unserer Website (www.maxeiner-miersch.de). Dort auf
"Standpunkte" klicken. Dann Stichwort "Kulturpessimismus"
(linke Spalte)
anklicken.
Webtipps 1
www.unternehmerische-freiheit.de
Website des Instituts für Unternehmerische Freiheit e.V. , das sich zur
Aufgabe gemacht hat, durch Bildungsangebote Unternehmergeist und die Idee
des freien Wettbewerbs zu fördern. "Unternehmerische Freiheit und
Wettbewerb
sind Ausdruck der individuellen Freiheit," heißt es in der
Grundsatzerklärung des Vereins. "Sie sind die alleinige Ursache für
den
materiellen und sozialen Wohlstand des Einzelnen und der Gesellschaft."
Wir
vermuten, dass es in Deutschland noch ein paar Jahre dauern wird, bis solche
Ansichten nicht mehr mit Reichsacht belegt werden. Aber man soll die
Hoffnung nie aufgeben.
Webtipps 2
www.capitalism.org
verstößt ebenso lustvoll gegen jegliche political correctness. Eine
Website
im Geiste der amerikanischen Kapitalismus-Philosophin Ayn Rand.
Webtipps 3
http://www.motattack.nu/
Auf dieser engagierten Pro-Globalisierungs-Website findet sich ein Hinweis
(plus Link) zum schwedischen Think Tank Timbro. Der liberale Ökonomen
Fredrik Erixon stellt dort eine konsequente marktwirtschaftliche Agenda zur
Reform der WTO vor. Als Haupthindernis für freien Welthandel wird darin
der
Agrarprotektionismus der Europäischen Union identifiziert. Er schadet vor
allem den armen Ländern, die außer Agrarprodukten kaum etwas zu exportieren
haben.
Buchtipps 1
Richard Herzinger
REPUBLIK OHNE MITTE
Siedler, Berlin 2001
Dem gesellschaftliche Leben in Deutschland sind die allgemeinverbindlichen
Normen abhanden gekommen. Dies wird von konservativen Kulturpessimisten
vielfach beklagt. Ungewissheit wird zum Dauerzustand, politische
Wertentscheidungen immer neu verhandelt. Gerade dies bietet jedoch die
Chance für ein humaneres gesellschaftliches Zusammenleben. Ein von der
Illusion eindeutiger Lösungen befreites Denken wird eher in der Lage sein,
tragfähige Übereinstimmungen für zunehmend individualisierte
Gesellschaften
hervorzubringen. Das Leben wird also schwieriger, aber freier und bunter.
Herziger findet das prima (wir auch): "Die offene Gesellschaft ist nichts
als das Bekenntnis zu einer offen bleibenden Frage."
Buchtipps 2
Walter Krämer und Gerald Mackenthun
DIE PANIKMACHER
Piper Verlag, München 2001
"Die Risikogesellschaft der Gegenwart", schreiben der Statistikprofessor
Walter Krämer und der Wissenschaftsredakteur Gerald Mackenthun, "ist
eine
Gesellschaft der abnehmenden Risiken bei wachsendem Risikobewusstsein und
steigenden Sicherheitsansprüchen. Nicht in Technik und Wissenschaft besteht
der Sündenfall des Menschen, sondern in Hybris und Dogmatismus." In
ihrem
Buch "Die Panikmacher" beschreiben sie die deutschen Ängste als
das Resultat
eines historische einmaligen Wohlstandniveaus kombiniert mit nahezu totaler
staatlicher Absicherung. "Die moderne Aufregung um alle möglichen
Gefahren
und der Aufwand zu ihrer Beseitigung sind fast umgekehrt proportional zu den
Gefahren selbst. Wir leben immer länger, unsere Atemluft wird reiner, unsere
Flüsse sauberer, unsere Autos sicherer - aber die Panikmacher erzeugen
das
Gefühl des Gegenteils." Die Autoren untersuchen die populären
Angstwellen
der letzten Jahre und erklären, was dahinter steckte und wie bedeutend
die
Gefahr im jeweiligen Fall wirklich war. Eine Wohltat für verzweifelte
Medienkonsumenten und eine Fundgrube an Daten und Fakten.
Buchtipps 3
Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel (Hrsg.)
MERKUR HEFT 11, NOVEMBER 2001
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2001
Vielleicht die klügste aktuelle Veröffentlichung zum Thema "Krieg
gegen den
Terror". In der deutschen Zeitschrift für europäisches Denken
plädieren die
beiden Herausgeber mit großer Überzeugungskraft dafür, die Amerikaner
in
ihrem Kampf zu unterstützen. Aus gegebenem Anlass druckten sie einen Essay
Siegfried Kohlhammers aus dem Jahre 1996 wortgleich nach. Titel: "Die
Freunde und die Feinde des Islam". Darin weist der Politikwissenschaftler
nach, dass es im Westen kein "Feindbild Islam" gibt, wie gern unterstellt
wird, sondern viel mehr ein antisemitisch grundiertes "Feindbild Westen"
in
der islamischen Welt. Sehr lesenswert. Es handelt sich dabei um die
Kurzfassung eines Buches mit gleichem Titel, das damals im Steidl Verlag,
Göttingen, erschien. Leider ist es nur noch antiquarisch zu bekommen.
Buchtipps 4
Gerd Habermann
PHILOSOPHIE DER FREIHEIT
Ott Verlag, Thun 1999
Diese Friedrich August von Hayek Brevier bietet ein "Best Off" des
Altmeisters sortiert nach Stichworten wie "Wettbewerb und Evolution"
oder
"Gewerkschaften, Kartelle, Monopole". Hayek-Kenner Habermann serviert
eine
Fülle von klugen Einsichten. Geeignet sowohl als Appetitanreger für
Leser,
die Hayek noch nicht kennen, als auch als erfrischende Lektüre für
Fortgeschrittene.
Buchtipps 5
Malcolm Gladwell
TIPPING POINT
Berlin Verlag, Berlin 2000
Es gibt eine bestimmte Schwelle, an der eine Idee, Mode oder ein soziales
Verhalten sich plötzlich wie ein Flächenbrand ausbreitet. Das ist
der
Tipping Point. Gladwell zieht Vergleiche mit Infektionskrankheiten und
beschreibt das Phänomen der Ausbreitung sehr anschaulich anhand von
Beispielen aus Werbung, Politik und Gesellschaft. Eines davon erzählt die
Geschichte des erfolgreichen Kampfes der Bürger von New York gegen die
Straßenkriminalität.
Wir verabschieden uns bis zur nächsten Ausgabe von DIE FROHE BOTSCHAFT!
mit
einem Zitat der Schauspielerin Ellen De Generes. Sie sorgte bei der
diesjährigen Emmy-Verleihung in Los Angeles für Stimmung, als sie
sich
selbst und ihre Kollegen auf der Bühne folgendermaßen charakterisierte:
"Was
könnte den Taliban mehr stinken als eine Lesbe im Anzug umgeben von Juden."