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DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 18 08.08.2003
Verkehr
DIE AUTOFAHRERPARTEI
Der Verkehr in Deutschland wird immer dichter, Staus sind nicht nur in der
Ferienzeit die Regel. Da scheint es eine marktwirtschaftliche und obendrein
umweltfreundliche Idee, diejenigen am meisten zu belasten, die Deutschlands
Strassen am stärksten in Anspruch nehmen. An Stelle der allgemeinen
Kraftfahrzeugsteuer könnte ein Mautsystem treten. Motto: Wer viel fährt,
zahlt mehr. Wir hätten eigentlich erwartet, dass dieser Ansatz insbesondere
bei Wählern der Grünen auf begeisterte Zustimmung stoßen würde.
Doch das
Gegenteil ist der Fall. Dies ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag von "Die
Welt". Erstaunliche 59 Prozent der Grünen-Wähler lehnen eine
allgemeine
Straßenmaut ab. Ökologische Vernunft hat lediglich in den anderen
Parteien
eine Chance: 84 Prozent der FDP Wähler sind für die Maut-Idee, es
folgen
SPD-Anhänger mit 70 Prozent und CDU/CSU mit 66 Prozent Zustimmung.
Gleichmacherei und traditionelles Regulierungsdenken sind dem
Grünen-Wahlvolk offenbar heilig, auch wenn dabei die Umwelt unter die Räder
kommt. Merke: Deutschland hat eine neue Autofahrerpartei und keiner hat's
gemerkt.
Öko-Effizienz
DEUTSCHE NATUR AM TEUERSTEN
Die amerikanische Umweltorganisation Nature Conservancy hat einmal
nachgerechnet, wo ein Dollar für die Natur am meisten bewirkt. Die Antwort
heißt, wie zu erwarten war: In armen Ländern. Der Schutz eines Hektars
Naturfläche kostet im russischen Lena-Delta sieben Cent, im Tschad sechs
und
in Nepal 15. Doch leider bleiben 90 Prozent der jährlich sechs Milliarden
Dollar, die für Artenschutz aufgewendet werden in den reichen
Industriestaaten. In den USA beispielsweise kostet die Bewahrung eines
Hektars wilder Natur 5.280 Dollar. Und nun raten sie mal wo es am teuersten
ist? Richtig: bei uns. Einsamer Spitzenreiter ist Deutschland. Das
Forscherteam untersuchte die Kosten für den Erhalt der Benninger Marsch:
1.370.000 US-Dollar pro Hektar.
Quellen: EU.L.E.N-Spiegel Nr. 2/2002 und New Scientist 25.1.2003
Ozon
GLÜCKLICHE BÄUME IN NEW YORK
Einer der ersten journalistischen Regeln für Volontäre ist die "Mann
beißt
Hund"-Formel: Beißt ein Hund einen Mann, ist dies in der Regel keine
Zeitungsmeldung, weil das Ereignis alltäglich und gewöhnlich ist.
Anders,
wenn ein Mann einen Hund beißt. Ergo: Ungewöhnliche und überraschende
Begebenheiten kommen in die Zeitung. Davon merkt man allerdings in der
Umweltberichterstattung deutscher Medien herzlich wenig. Zur Schlagzeile
wird dort nur, was die allgemeine Erwartung einmal mehr bestätigt. So
erschienen nur ein paar Kurzmeldungen, über eine verblüffende Untersuchung,
die von der Wissenschaftszeitschrift "Nature" publiziert wurde. Botaniker
hatten gemessen, dass Pappeln in New York City doppelt so schnell wachsen,
wie im Umland. Der Grund sei die höhere Konzentration des Bodenozons
außerhalb der Stadt. Also gleich zweimal "Mann beißt Hund":
Bäumen geht es
in Städten besser und auf dem Land sind die Ozonwerte höher. Eigentlich
ein
Hammer, oder? Das scheinbar paradoxe Phänomen entsteht, weil Schadstoffe
aus
Autos und Verbrennungsanlagen, (besonders Stickstoffmonoxid) mit dem
Bodenozon reagieren und es dadurch abbauen. Auf dem Lande dagegen können
sich die aus der Stadt heran gewehten Ozonschwaden länger halten. Hinzu
kommen natürliche Vorläufersubstanzen aus biologischen Quellen (Gräser,
Klee), die ebenfalls zur Ozonbildung beitragen.
Quelle: Nature ScienceUpdate 10.07.2003
Windkraft
WINDIG RECHNEN MIT TRITTIN
In einem Interview mit dpa lobte Jürgen Trittin die arbeitsmarktpolitische
Bedeutung der Windkraft. So gäbe es in diesem Bereich nach der Autoindustrie
die zweitgrößte Nachfrage nach Stahl in Deutschland. Merkwürdig:
Laut dem
Stahlzentrum in Düsseldorf verarbeitet der deutsche Markt mehr als 30
Millionen Tonnen Stahl. Der Straßenfahrzeugbau nimmt mit 11,4 Millionen
Tonnen in der Tat mehr als ein Drittel der Stahlmenge ab, in der Statistik
folgt der Maschinenbau und viele andere Branchen. Vom Windkraftanlagenbau
findet sich auf den vorderen Plätzen keine Spur. Wie auch: In die Windkraft
gehen etwa 0,75 Millionen Tonnen, nicht einmal 2,5 Prozent des
Stahlverbrauchs.
Quelle: Stahl-Zentrum Düsseldorf
Klima 1
KOSMISCHE EINSICHTEN
In der letzten DFB berichteten wir über Experimente des Instituts für
Kernphysik in Heidelberg. Die Forscher fanden erstmals experimentelle Belege
für den physikalischen Prozess, mit dem die kosmische Strahlung die
Wolkenbildung und damit das Klima auf der Erde beeinflussen könnte. Jetzt
kommt ein weiterer wichtiger Baustein im wissenschaftliche Puzzle hinzu.
"Als treibende Kraft des Klimas auf der Erde", heißt es in einer
Pressemitteilung der Universität Bochum, hätten der Geologe Jan Veizer
und
der israelische Astrophysiker Nir. J. Shaviv die kosmische Strahlung
ausgemacht. In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift der "Geological Society
of
America" stellen die beiden Wissenschaftler eine ob der Eleganz ihrer
Beweisführung bewundernswerte Studie vor. Shaviv rekonstruierte anhand
von
Meteoriten mit einer neuen Methode starke Schwankungen der kosmischen
Strahlung und fand einen Zyklus von 143 Millionen Jahren. Da ähnliche
Zeiträume für das Auftreten von Eiszeiten rekonstruiert wurden, tat
er sich
mit dem Geologen Jan Veizer zusammen. Veizer hat sein Preisgeld für den
hoch
dotierten Leibniz-Preis zur Erstellung einer umfangreichen paläoklimatischen
Datensammlung verwendet. Der Abgleich ergab verblüffende Übereinstimmungen.
Nach Ansicht der beiden Wissenschaftler sind "mindestens zwei Drittel der
Temperaturschwankungen auf der Erde durch kosmische Strahlung erklärbar".
Die Hinweise auf offenbar weit unterschätze natürliche Einflüsse
auch auf
das heutige Klima verdichten sich so zu einem allmählich konsistenteren
Bild. Allerdings nahm (mit den lobenswerten Ausnahmen von "Die Welt"
und
"Die Zeit") kaum ein deutsches Medium die brisanten Forschungen zur
Kenntnis. Die etablierte Klima-Wissenschaft reagierte mit Schweigen oder
verlegenen Hinweisen auf eine angeblich "schwache Datengrundlage".
Der
ansonsten nicht seltene Versuch die Seriosität solcher Forschungsergebnisse
in Zweifel zu ziehen unterblieb angesichts des Kalibers der beiden
Wissenschaftler. Es wird allmählich eng für die CO2-Dogmatiker.
Quelle: Pressemittelung Ruhr-Universität Bochum vom 1.07.2003
Mehr Infos unter:
http://www.g-o.de/geo-bin/frameset.pl?id=00001&frame1=titelgo.htm&frame2=men
ue03.htm&frame3=kap3c/3cgf0001.htm
Klima 2
KOMISCHE EINSICHTEN
Endlich! Die Massenvernichtungswaffen sind gefunden! John Houghton, bis vor
einiger Zeit einer der Vorsitzenden des UN-Klimagremiums IPCC
(Intergovernmental Panel on Climate Change) verortet den Klimawandel als
"Massenvernichtungswaffe". Und wer hat den Finger am Zünder?
Der "Ölmann"
George Bush natürlich! In einem Kommentar für den Guardian zieht Houghton
so
richtig vom Leder. Agitation vom Feinsten, kein Klischee bleibt unbedient.
Houghton betonte während seiner Amtszeit übrigens immer, das IPCC
sei ein
neutrales, rein wissenschaftliches Gremium.
Quelle: Guardian vom 28. Juli 2003
http://www.guardian.co.uk/Print/0,3858,4721146,00.html
Fehlprognosen
DUMM GELAUFEN
Seit kurzem bieten wir auf unserer Website einen neue Rubrik mit Vorhersagen
von gestern. Kostproben gefällig?
"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende
Erscheinung."
Kaiser Wilhelm II
"Es gibt keinen Grund für eine Einzelperson einen Computer
zuhause zu
haben."
Kenneth Olsen, Gründer der Computerfirma Digital Equipment Corp., 1977
"Es werden höchstens 5000 Fahrzeuge gebaut werden. Denn es
gibt nicht mehr
Chauffeure, um sie zu steuern."
Gottlieb Daimler
"Mehr als dreieinhalb Milliarden Menschen bevölkern bereits
unseren
sterbenden Planeten - und etwa die Hälfte von ihnen wird verhungern."
Paul Ehrlich, 1972
"Wir müssen uns nicht wundern wenn diese edlen Kreaturen (die
Elefanten)
noch zu Lebzeiten unserer Generation zu den ausgestorbenen Tieren gehören
werden."
Georg Schweinfurth, deutscher Afrikaforscher, 1872
"Der deutsche Wald stirbt. Wissenschaftler zweifeln, ob auch nur
fünf
Jahre Zeit bleibt, dies zu verhindern."
Süddeutsche Zeitung, 23.12.1982
"Dem Bundesumweltministerium liegen verschiedene Studien vor, darunter
UN-Dokumente. Danach wird mit 40 000 bis 200 000 Opfern von militärischen
Aktionen gerechnet. Es wird befürchtet, dass bis zu 200 000 weitere Menschen
an den mittelbaren Folgen des Krieges sterben."
Jürgen Trittin über den drohenden Irakkrieg am 26. Februar 2003
"Uns gefällt ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern."
Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die "Beatles"
ablehnte
Alle Leser möchten wir auffordern, wenn Sie in Büchern oder Zeitschriften
Fehlprognosen entdecken, uns diese mit genauer Quellenangabe und Datum zu
senden. So kann auf unserer Website nach und nach eine erbauliche Datenbank
der Fehlprognosen entstehen. Link:
http://www.maxeiner-miersch.de/dumm_gelaufen.htm
Artenschutz
ERST VIAGRA, JETZT SARS
In den Ausgaben Nr. 15 und 16. hatten wir darüber berichtet, dass der Erfolg
des Potenzmittels Viagra womöglich den asiatischen Markt für obskure
Naturarzneien wie "Tigerpenis" austrocknet. Dies ist zwar unter
Wissenschaftlern und Artenschutzexperten bisher umstritten. Uns scheint
jedoch plausibel, dass die blauen Pillen auf Dauer mehr Kunden überzeugen,
als eine Alternativmedizin die nur auf den Placeboeffekt baut. Nun verändert
ein zweiter ungeahnter Faktor das berüchtigte Verlangen vieler Chinesen
nach
Produkten aus seltenen Tierarten: die SARS-Seuche. Seit sich
herumgesprochen hat, dass sie vermutlich durch ein von Wildtieren auf den
Menschen übergesprungenes Coronavirus ausgelöst wurde, macht der Artenschutz
ungeahnte Fortschritte. Die Nachfrage nach Wildtierspezialitäten aus
Schlangen, Schildkröten, Gürteltieren, Salamandern, Tigern, Affen
usw. läst
deutlich nach. In einigen Provinzen gehen nun auch die Behörden ernsthaft
gegen illegalen Wildtierhandel vor.
Quelle: "Die Welt" vom 20. Juni 2003
Umweltverbände
LAUT NEIDEN UND LEISE ERBEN
Die Kooperation des WWF mit großen Unternehmen ist in die Kritik geraten.
Die grüne Abgeordnete Undine Kurth entrüstete sich: "Naturschutz
darf nicht
zum Werbegag einzelner Unternehmen verkommen." Auch Reinhard Behrend von
der
Konkurrenz-NGO "Rettet den Regenwald" und Karl Otto Schallaböck
vom
Wuppertal-Institut rümpften vernehmlich die Nase. Grund der allgemeinen
Empörung: Der WWF erhält neuerdings Geld von Krombacher und LTU. So
ruft die
internationale Naturschutzorganisation gemeinsam mit der Brauerei und dem
dafür exorbitant honorierten Günter Jauch zum "Saufen für
den Regenwald"
auf. Doch das geht bei den meisten noch durch. Dass der WWF nun aber mit
einer Fluggesellschaft kooperiert, geht vielen zu weit. Gilt doch Fliegen
als böse Klimasünde. Wir finden, dass der WWF völlig richtig
liegt. Er
leitet Geld von einem vermeintlichen Umweltsünder um, und gibt es für
konkreten Naturschutz aus. Ob es eine Klimakatastrophe gibt, weiß niemand.
Dass aber der Regenwald und die wilden Tiere in Zentralafrika bedroht sind,
ist unzweifelhaft bewiesen.
Wesentlich weniger Wirbel gab es, um eine neue kreative Geldbeschaffung von
Greenpeace. Hierüber haben wir nur in "Die Welt" etwas gelesen
und sonst
nirgends. Die Spendenorganisation hatte bei dem Radiosender Klassikradio
vier Stunden redaktionellen Raum gekauft. Weder vor, noch nach, noch in den
Sendungen klärte man die Zuhörer darüber auf, dass es sich um
Greenpeace-Werbung handelt. Sie wurden in dem Glauben gelassen,
redaktionelle Beiträge des Senders zu hören. Bei einer Folge im vergangenen
Mai wurde eine Stunde lang dazu aufgefordert, Greenpeace als Erbe von
Häusern und Vermögen einzusetzen. O-Ton: "Als ich das erste mal
ein
Testament aufsetzte, war das echt ein total irres Gefühl." Wir kriegen
dabei
das irre Gefühl, dass die Hamburger Spendensammler alten Leuten mit miesen
Tricks das Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Quellen: Süddeutsche Zeitung vom 11.07.03 und "Die Welt" vom
12.06.03
Sozialdemokraten
GELD STINKT NUR BEI DEN ANDEREN
Im SPD-Mitgliederblatt "Vorwärts" fuhr der Politikberater Albrecht
Müller in
einer Kolumne mächtiges Geschütz gegen die allenthalben sprießenden
Bürgerinitiativen in Sachen Reformstau auf. So geißelt er den Verein
"BürgerKonvent" und die "Initiative neue soziale Marktwirtschaft",
die
Parteien und den Staat schwächen wollten. Außerdem seien sie "im
rechts-konservativen Teil der Wirtschaft" gut verankert und bezögen
ihre
Mittel aus so finsteren Quellen wie der Industrie. Eine Seite weiter macht
das Vorwärts dann eine Rolle rückwärts: Hier springt dem Leser
eine
ganzseitige Anzeige der "Initiative neue soziale Marktwirtschaft"
ins Auge.
Quelle: Vorwärts, Juni 2003
In eigener Sache 1
WAS KOSTET DIE WELT?
Einen Euro zwanzig Cent. Und diese Investition in Qualitätsjournalismus
lohnt sich nun mehr denn je, denn seit 1. Juli haben Maxeiner & Miersch
in
"Die Welt" eine eigene Kolumne, die jeden Mittwoch erscheint. Links
zu den
bisherigen M&M-Kolumnen finden sie weiter unten in dieser DFB! unter
"Kommentare". Alle, denen die DFB! zu selten erscheint, können
sich nun drei
"M" im Kalender notieren (Mittwochs: Maxeiner& Miersch).
Aber mal ganz abgesehen von unseren bescheidenen Beiträgen lohnt sich das
Welt-Lesen auch an den anderen Wochentagen. "Wie vielleicht kein anderes
Presseerzeugnis in Deutschland ist Die Welt' Ort der Auseinandersetzung
zwischen liberalen und konservativen Strömungen," schrieb Forum-Chef
Alan
Posener einmal. Und wir können das nur bestätigen. Seit einiger Zeit
geht es
in "Die Welt" besonders auf den Meinungsseiten wesentlich analytischer
und
überraschender zu als bei der täglichen Konkurrenz aus Frankfurt oder
München.
http://www.welt.de
In eigener Sache 2
KAUFT!
Die DFB! macht Arbeit und kostet Zeit. Wir kriegen keine EU-Subventionen,
niemand schaltet Werbeanzeigen und auf den Scheck vom CIA warten wir immer
noch vergeblich. Unsere einzige potenzielle Geldquelle sind Sie! Und zwar
indem Sie in unserem Souvenirladen Bücher und Postkarten einkaufen. Also
nicht lange fackeln, sondern ratzfatz hinklicken und für Freunde, Feinde,
Opa , Oma, Nachbarn und Kollegen kaufen, kaufen, kaufen!
Link zu unserem Souvenirladen:
http://www.maxeiner-miersch.de/souvenirs.htm
In eigener Sache 3
LESER WERDET AUTOREN!
Unsere DFB! kann noch besser werden. Immer häufiger machen uns Experten
aller möglichen Fachgebiete auf überraschende Neuigkeiten aufmerksam,
die
von den großen Medien ignoriert wurden. Wir nehmen das gerne auf, sind
aber
nicht selten überfordert. Denn der Aufwand für die DFB! und die Updates
unserer Website ist bereits erheblich und kostet Zeit, die wir eigentlich
mit Erwerbsarbeit verbringen sollten. Es ist also ein teueres Hobby, was wir
uns da leisten. Deshalb haben wir uns eine Form der Qualitätssteigerung
ausgedacht, die für uns möglichst wenig zusätzliche Arbeit bedeutet.
Und das
geht so: Wenn Sie in Ihrem Fachgebiet eine Neuigkeit haben, die Ihrer
Meinung nach in die DFB! passen würde, formulieren Sie sie selbst und
schicken sie uns zu. Es gelten folgende Bedingungen:
Schicken Sie uns Ihre Meldung über die Briefkasten-Seite auf unserer
Website:
http://www.maxeiner-miersch.de/briefkasten.htm
Länge: Nicht über 10 Sätze!
Eine für uns und die Leser mühelos (!) nachprüfbare seriöse
Quelle am
besten in Form eines Internet-Links.
Stellen Sie sich kurz vor: Name, Adresse. Wie sind sie auf diese Nachricht
gestoßen und worauf begründet sich ihr Interesse daran und ihre
Expertenschaft?
Wir behalten uns vor, Meldungen stilistisch zu verändern (etwa eine
Pointe
einzubauen) aber versprechen, sie inhaltlich oder in der Tendenz nicht zu
verfälschen.
Wir behalten uns die Auswahl vor und haben leider nicht die Zeit,
Ablehnungen zu begründen. Dies sind die üblichen Bedingungen, die
für
unangefordert geschickte Manuskripte bei jeder Zeitung gelten.
Technik
ANTI-WÜSTEN-SCHAUM
Im Zukunftsletter von Matthias Horx lasen wir von einem neuen Produkt, mit
dem Wüsten begrünt werden können: Ein biologisch abbaubarer Hartschaum
namens Eco-Schaum. Wüstensand, der damit behandelt wurde, hat einen doppelt
so hohe Wasserspeicherkapazität. Pflanzen, die darauf wachsen benötigen
weniger Wasser. Gras, dass drauf gepflanzt wird, wächst wesentlich
schneller, bildet stabilere Wurzeln und ist schwerer. In Abu Dhabi kommt die
Methode bereits zum Einsatz.
Quelle: Zukunftsletter Spezial vom Frühjahr 2003
Werbewirtschaft
BILLIGE REKLAME
Wir erleben es immer wieder bei unseren Vorträgen: Wenn ein teuer gewandeter
Herr mittleren Alters aufsteht und im Brustton moralischer Empörung jedoch
frei von jeglichem Faktenwissen die Öko-Apokalypse beschwört, dann
ist es
fast immer ein Banker oder ein Werber. In diesen beiden Branchen scheinen
sich triefende Gutmenschen besonders wohl zu fühlen. Nun wurde unser kleines
Vorurteil mal wieder schön bestätigt: Springer und Jacoby (die Agentur
von
DaimlerChrysler) macht Gratiswerbung für den IFAW (International Fund for
Animal Welfare). Das ist eine besonders unappetitliche
Tierschutzorganisation, die seit Jahren finanziell sehr erfolgreich auf dem
Wal- und Robbenticket reitet, egal ob diese Tiere bedroht sind oder nicht.
Der IFAW ist in England und USA schon mehrfach überführt worden, mit
Falschbehauptungen zu arbeiten. Aber das sollen Werbeagenturen ja auch
gelegentlich tun.
Quelle: IWMC (World Conservation Trust) Media Release vom 13.06.2003
Kommentare 1
ALLEIN ÜBER DEN ATLANTIK
Wie die Haltung zu Amerika alte Freundschaften gefährdet. Erschienen in
"Die
Welt" vom 2.07.03. Zu finden unter
http://www.welt.de/data/2003/07/02/127226.html
Kommentare 2
GEPFLEGTE LANDSCHAFTEN
Der neuste Hit der Subventionitis heißt Landschaftspflege. Erschienen
in
"Die Welt" vom 11.07.03. Zu finden unter
http://www.welt.de/data/2003/07/09/130795.html
Kommentare 3
KOKSER UND PILSTRINKER
Der heuchlerische Umgang der Deutschen mit Drogen. Erschienen in "Die Welt"
vom 16.07.03. Zu finden unter
http://www.welt.de/data/2003/07/16/134613.html
Kommentare 4
AUFERSTEHEN MIT RENATE
Wie die Verbraucherministerin die Geschichte des Waldsterbens neu schreibt.
Erschienen in "Die Welt" vom 23.07.03. Zu finden unter
http://www.welt.de/data/2003/07/23/139326.html
Kommentare 5
ICH SAGE NUR WOLFOWITZ
Das Erblühen von Verschwörungstheorien zeigt wie sehr der Esoterik-Boom
die
deutsche Gesellschaft bereits verblödet hat. Erschienen in "Die Welt"
vom
30.07.03. Zu finden unter
http://www.welt.de/data/2003/07/30/142707.html
Kommentare 6
EISZEIT IN HARARE
Warum ein schöner Sommer keine Klimakatastrophe macht. Erschienen in "Die
Welt" vom 6.08.03. Zu finden unter:
http://www.welt.de/data/2003/08/06/148192.html
Webtipp 1
www.deutsche-medien.blogspot.com
Hier wird die politisch korrekte Berichterstattung vieler Medien vor allem
in Sachen USA und Irak transparent gemacht. Es ist immer wieder erhellend
mit welchen Verzerrungen, Auslassungen und Falschzitaten die vermeintlich
höhere Moral der Europäer hergestellt wird.
Webtipp 2
http://www.juedische-allgemeine.de/tools/lese.php?ssl_fehler=index.html&ssl_
index=/politik/politik.html&weit=/politik/politik-07802.html
Verschwörungstheorien vermehren sich in Deutschland derzeit wie die
Karnickel (Siehe oben, Kommentar "Ich sage nur Wolfowitz"). Auch der
WDR-Autor Gerhard Wisnewski wittert in einem Film finstere Mächte. Henryk
M. Broder hat sich das dahinter stehende Weltbild einmal etwas genauer
angesehen.
Webtipp 3
http://www.asu.de
Wo arbeiten zwei Drittel aller Erwerbstätigen? Im Mittelstand. Wo werden
80
Prozent aller Lehrlinge Ausgebildet? In mittelständischen Unternehmen.
Wo
entstehen neue Arbeitsplätze? Beim Mittelstand (im Gegensatz zu den großen
Konzernen, die ständig welche abbauen). Wer erwirtschaftet über die
Hälfte
des Bruttoinlandsproduktes? Mittelständler. Wo wurden die meisten wichtigen
Erfindungen des 20. Jahrhunderts gemacht? Richtig. Wer wird durch Steuern,
Bürokratie und Überregulierung vom Staat an die Wand gedrückt?
Genau. Die
Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer versteht sich als Speerspitze
des Mittelstandes. Sie tritt für Liberalisierung, Privatisierung,
Deregulierung, Entbürokratisierung, Subventionsabbau und echte
Marktwirtschaft ein. Also ein wirklich unterstützenswerter Club mit einer
informativen Website. Ein Leser, der uns auf diese Website aufmerksam
machte, schrieb: "Da wird mir manchmal erst richtig bewusst, in welcher
abstrusen Überregulierung und Unfreiheit wir leben."
Webtipp 4
http://home.t-online.de/home/mackenthun/risk.htm
Gerald Mackenthun, Wissenschaftskorrespondent der dpa, hat uns nicht nur das
ausgezeichnete Buch "Die Panik-Macher" (zusammen mit Walter Krämer)
beschert, sondern unterhält auch eine überaus informative Website.
Er ist
ein akribischer Rechercheur und Faktensammler und hat ein wohl einmaliges
Online-Archiv zusammengetragen. Man findet dort Fakten, Fakten, Fakten über
Rinderwahnsinn, Mobilfunk, Radioaktivität und nahezu alle deutschen Ängste
und Hysterien. Sehr empfehlenswert! (Achtung: kein "www" in der Adresse!).
Webtipp 5
http://www.freedomhouse.org
Die Menschenrechtsorganisation Freedom House gibt den The Freedom of the
Wordl Report heraus, in dem methodisch nachvollziehbar der Zustand
politischer Freiheit und ziviler Rechte in den Ländern der Erde dargelegt
wird. Das jährlichen Ranking teilt die Staaten in frei, unfrei oder
teilweise frei ein. Höchst informativ und faktenreich! Vor kurzem gab
Freedom House zusätzlich ein Dossier über die übelsten Regimes
der Welt
heraus. Es sind Burma, China, Cuba, Äquatorial Guinea, Eritrea, Irak (vor
der Befreiung), Laos, Libyen, Nordkorea, Saudi Arabien, Somalia, Sudan,
Syrien, Turkmenistan, Usbekistan, Vietnam, Tschetschenien, Tibet und West
Sahara. Interessanterweise sind sechs von ihnen (China, Cuba, Libyen, Saudi
Arabien, Sudan, Syrien) Mitglied der Menschenrechtskommission der UN und
repräsentieren damit etwa zehn Prozent der Stimmen in dieser
53-Miglieder-Kommission. Libyen hat bekanntermaßen derzeit den Vorsitz
inne.
Doch in Deutschland wird die UN weiterhin als die große kuchengute
Alternative zur Vorherrschaft Amerikas gepriesen.
Webtipp 6
http://www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=5347&category_id=62
Hier finden Sie ein überaus lesenswertes Interview mit dem
Geschichtswissenschaftler und Armutsforscher David S. Landes, das DIE
WELTWOCHE geführt hat. Wertvolle Denkanstöße beispielsweise
zu der Frage,
warum die islamisch-arabische Welt, obwohl sie auf den größten Ölreserven
des Globus sitzt, ökonomisch und geistig stagniert und Wohlstand nur für
eine dünne Schicht unproduktiver Eliten ermöglicht. Landes sieht einen
der
Hauptgründe dafür in dem falschen Männlichkeitsbild, dass den
meisten
kleinen Jungs in diesem Kulturkreis vermittelt wird. Außerdem erklärt
er
recht überzeugend, warum nationaler oder ethnischer Stolz Gift für
die
Ökonomie ist und warum wir uns über Einwanderung freuen sollten.
Webtipp 7
http://www.henryk-broder.de/index.php
Umsatz schaffen ohne Waffen! Markus von den Friedensfahnen hat 6o.ooo
schicke PACE-Tücher in Deutschland verkauft, für eine bessere Welt
ohne
Krieg und Gewalt. Jetzt trauert er um die ermordeten Saddam-Söhne. Ein
erhellender Schriftwechsel der Friedensfreunde mit Henryk M. Broder.
Buchtipp 1
Wladimir Kaminer
SCHÖNHAUSER ALLEE
Goldmann Verlag, München 2002
"Das Minimalprogramm fürs Paradies, das mein Freund Juri einmal entwickelt
hat - jedem Kind ein Eis, jeder Frau eine Blume, jedem Mann ein Bier -,
scheint hier endlich zu funktionieren," fasst Wladimir Kaminer einmal seine
Eindrücke von Berlin zusammen. Das Land des Jammerns, der Trübsinnigkeit
und des Pessimismus aus der Sicht eines gut gelaunten russischen Emigranten.
Kurze Episoden, die zwischen genauer Beobachtung und blühender Phantasie
hin
und her hüpfen. Genauso amüsant übrigens die Kurzgeschichten
in
"Russendisko". Auch der "lichbildgestützte" Band "Helden
des Alltags" ist
prima zum selberlesen und verschenken( beide ebenfalls Goldmann).
Wir verabschieden uns bis zur nächsten DFB! mit zwei Zitaten, die uns
aus
dem Herzen sprechen. Das erste stammt von Tony Blair: "Es gibt eine Legende.
Dass nur wir die Freiheit lieben, andere jedoch nicht, und dass unsere
Wertschätzung von Freiheit ein Produkt unserer Kultur sei. Dass Freiheit,
Demokratie, menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit amerikanische oder
westliche Werte seien. Dass Afghanistans Frauen damit zufrieden waren, unter
der Knute der Taliban zu leben. Dass Saddam Hussein von seinem Volk geliebt
wurde. Dass Milosevic Serbiens Erlöser war. Unsere Werte sind keine
westlichen Werte. Es sind allgemein gültige menschliche Werte. Überall
und
zu jeder Zeit werden die einfachen Menschen, wenn sie die Chance der Wahl
haben, sich für die gleichen Werte entscheiden. Für Freiheit, nicht
für
Tyrannei. Für Demokratie, nicht für Diktatur. Für die Herrschaft
von Recht
und Gesetz, nicht für die Herrschaft der Geheimpolizei."
Das zweite Zitat stammt von dem amerikanischen Autor Robert D. Kaplan: "Die
riesigen Antikriegsdemonstrationen auf mehreren Kontinenten im letzten
Februar haben gezeigt, dass das Leben im postindustriellen Kokon westlicher
Demokratien die Menschen ihrer Fähigkeit beraubt hat, sich das Leben in
einem totalitären System vorzustellen. Der Wohlstand bewirkt oftmals nicht
nur ein Schwinden der Vorstellungskraft, sondern auch einen Verlust der
historischen Erinnerung. Man kann daher erwarten, dass das globale
Wirtschaftswachstum im 21. Jahrhundert Massengesellschaften hervorbringt,
die noch verblendeter sind als die unserer Zeit; es wird immer schwieriger
werden, Aktionen, die Menschenrechte gerade schützen sollen, jenen
verständlich zu machen, die sie nie eingebüßt haben."