DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 22 - 21.05.2004


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DIE FROHE BOTSCHAFT! NR. 22  21. Mai 2004

Irak 1
ARD UND ZDF SCHLIMMER ALS AL DSCHASIRA
Die Experten des Instituts MEDIEN TENOR haben zwischen dem 20. März und
dem 16. April 2003 die Irak Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen
deutschen Fernsehanstalten mit der des arabischen Senders Al Dschasira
verglichen. Ergebnis: Die Militäraktionen der USA wurden in Tagesschau,
Tagesthemen, Heute und Heute-Journal erheblich negativer dargestellt als
in dem als dem arabischen Sender, der nicht gerade für Neutralität und
objektive Berichterstattung bekannt ist. Wir haben schon länger dass
Gefühl, dass unsere Rundfunkgebühren von starrsinnigen Antiwestlern
kassiert werden. Offenbar liegt es nicht allein an unserer Wahrnehmung.
Quelle: Institut für Medienanalyse MEDIEN TENOR

Irak 2
STIMMUNG IM IRAK BESSER ALS IN DEUTSCHLAND
Eine Umfrage, die im Frühjahr 2004 unter mehr als 2700 Irakern
durchgeführt wurde ergab, dass dort 71 Prozent der Menschen optimistisch
in die Zukunft blicken und erwarten, dass sich ihre Situation verbessern
wird. In Deutschland tun dies laut einer Gallup-Umfrage aus dem
vergangenen Jahr 13 Prozent. Quelle:
http://www.cnn.com/2004/WORLD/meast/03/16/sprj.irq.poll/

Irak 3
WAS SONST NOCH GESCHAH
• 400 000m Kinder wurden geimpft
• 1500 Schulen wurden renoviert
• 4,5 Millionen Menschen haben zum ersten Mal sauberes Trinkwasser
• Die Verfügbarkeit von elektrischem Strom ist doppelt so hoch wie vor
dem Krieg
• 100 Prozent der vorhandenen Krankenhäuser sind geöffnet und alle
dortigen Stellen besetzt (vor dem Krieg 35 Prozent)
• In allen größeren Städten haben Kommunalwahlen stattgefunden und die
Stadträte sind im Amt
• Abwassersysteme wurden in allen größeren Städten installiert
• Über 400 000 Menschen haben erstmals ein Telefon
Quelle: Brief eines Arztes von der Iowa Army National Guard aus dem
Irak, verbreitet vom Aspen Institute, Berlin

Irak 4
BILDERKRIEGSGEWINNLER
Eine Kolumne von Maxeiner & Miersch exklusiv für die Leser von DIE FROHE
BOTSCHAFT!. Bitte scrollen Sie zum Ende der DFB!, dort finden Sie den
Text.

Treibhauseffekt
LOMBORG GLEICH HITLER
Der dänische Ökoskeptiker Bjørn Lomborg ("Apokalypse No!") war schon
öfter Gegenstand unserer Berichterstattung. Zuletzt, als der von einem
dänischen Komitee gegen ihn erhobene Vorwurf wissenschaftlicher
Unaufrichtigkeit offiziell zurückgenommen wurde. Lomborg, der sich
vehement gegen Öko-Alarmismus und für einen auf Fakten basierenden
Umweltschutz einsetzt, wurde vom TIME-Magazine inzwischen in die Liste
der derzeit "100 einflussreichsten Persönlichkeiten" aufgenommen und als
"Martin Luther der Ökobewegung" belobigt. Die Vertreter der
Katastrophenindustrie schäumen umso heftiger. Lomborg plädiert dafür,
den von einem möglichen Klimawandel betroffenen Menschen direkt bei der
Anpassung an die Umweltveränderungen zu helfen. Eine Umkehrung der
Erwärmungstendenz durch das Kioto-Protokoll sei illusorisch, die Effekte
auch in fünfzig Jahren noch nicht einmal messbar. Statt gewaltige Summen
Symbolpolitik zu verschwenden, sollte man das Geld lieber heute und
sofort zum Nutzen der Entwicklungsländer einsetzen. Wohlstand und
Bildung seien auf lange Sicht der effizientere Weg zu mehr Umweltschutz
und der Einführung treibhausgasfreier Energien. Rajenda Pachauri, der
Vorsitzende der UN-Klimakommission IPCC (Intergovernmental Panel for
Climate Change), geht jetzt mit der Nazi-Keule auf Lomborgs
pragmatischen Realismus los: "Lomborg betrachtet Menschen als Zahlen und
anonyme Nummern. Er glaubt es ist billiger die Menschen (wie
beispielsweise die Inuit) zu evakuieren als die globale Erwärmung zu
bekämpfen und er hat keinen Respekt für diese Menschen und ihre Kultur."
Pachauri fügte dann noch hinzu: "Wo ist der Unterschied zwischen
Lomborgs Philosophie und der Adolf Hitlers?" Ach ja: Rajenda Pachauris
Aufgabe es ist für die UN den internationalen wissenschaftlichen
Kenntnisstand in Sachen Klima sachlich zusammenzufassen.
Quelle: THE COPENHAGEN POST online vom 21. April 2004

Vögel 1
FAULES PACK ZWITSCHERT EINEN
Britische Naturschützer sind in heller Aufregung über ihre gefiederten
Freunde. Da es in Kanada, Russland und Grönland klimatisch etwas milder
geworden ist, befinden es eine gewisse Anzahl von Zugvögeln nicht mehr
für sinnvoll die britischen Inseln anzusteuern. Stattdessen ist
Skandinavien schwer in Mode gekommen, auch einige Regionen in Kanada und
Russland profitieren von den Faulpelzen. Auf einer eigens einberufenen
Konferenz warnten die Naturschützer aufs heftigste vor den dramatischen
Folgen. Uns ist allerdings nicht ganz klar, welche das sein könnten:
Haben die Vögel in Zukunft womöglich zu viel Freizeit und werden ständig
fröhlich einen Zwitschern? Könnte es wegen der verkürzten Flugdistanz zu
Übergewicht kommen? Oder gar zu einer Bevölkerungsexplosion aufgrund
besser Überlebenschancen für den Nachwuchs? Fragen über Fragen. Kleiner
Trost für britische Birdwatcher: Deutsche Mönchsgrasmücken überwintern
verstärkt im milden Südengland.
Quelle: THE HERALD, 6. April 2004

Vögel 2
UHUS MÖGEN KEINE WINDKRAFT
Da schau her. Der Landesbund für Vogelschutz (bayerische Sektion des
NABU) empfiehlt: "Windkraftanlagen verhindern oder begrenzen." Denn die
rotierenden Metallflügel bedrohen lokale Vorkommen des Uhus. Nachdem
Europas größte Eulenart in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein ebenso
erfreuliches wie erstaunliches Comeback hinlegte, ist sie derzeit in
einigen Regionen wieder auf dem absteigenden Ast. Einen der Gründe dafür
haben die Vogelschützer in der Zunahme von Windkraftanlagen ausgemacht.
Quelle: VOGELSCHUTZ Nr.1/2004

Gentechnik-Kennzeichnung
EHRLICHKEIT UNERWÜNSCHT
Seit 18. April müssen in Deutschland mit Hilfe der Gentechnik erzeugte
Lebensmittel gekennzeichnet werden. Klingt ganz einfach, ist es aber
nicht. Die komplizierten Paragraphen bieten weiten Raum zur
unterschiedlichen Auslegung. Gentechnische Verfahren sind bei der
Herstellung vieler unverzichtbarer Zusatzstoffe seit Jahren normaler
Stand der Technik. Daraus resultiert die delikate Frage, ob ein
gentechnisches Herstellungsverfahren für einen Zusatzstoff ein Produkt
bereits zu einer gentechnisch veränderten Ware macht. Praktisch und für
die Gesundheit des Verbrauchers spielt dies zwar keinerlei Rolle,
juristisch aber sehr wohl. Um im Falle von Prozessen oder
Schadensersatzforderungen auf der sicheren Seite zu sein, entschließen
sich manche Hersteller von Zusatzstoffen sicherheitshalber zur
Kennzeichnung, obwohl sie dies möglicherweise nicht müssten. Ergebnis:
Es wird immer schwieriger nicht kennzeichnungspflichtige Endprodukte ins
Regal zu stellen. Doch dieser Effekt ist genau das Gegenteil von dem,
was die Gentechnikgegner und die mit ihnen verbündete
Bundes-Verbraucherministerin eigentlich bezweckt haben. Und deshalb sind
sie jetzt arg verstimmt. Der Zeitung DIE WELT entnehmen wir ein
wundersames Renate-Künast-Zitat: "Es ist nicht hinnehmbar, wenn
Hersteller Lebens- und Futtermittel als genetisch verändert deklarieren,
obgleich sie nicht genetisch verändert sind." Deshalb ist absehbar, dass
die entsprechenden Ausführungs-Verordnungen des Gesetzes so formuliert
oder modifiziert werden, dass möglichst wenige der Zusatzstoffe unter
die Kennzeichnung fallen. Im Ergebnis handelt es sich dann um gesetzlich
sanktionierte Heuchelei. So etwas kommt typischerweise heraus, wenn so
Gesetze nicht aufgrund tatsächlicher Gefahren gemacht werden, sondern
einer ideologischen Agenda folgen.
Quelle: DIE WELT vom 26. April 2004

Biosiegel-Kampagne
ÖKO-REKLAME AUF STAATSKOSTEN
Um den Verkauf von Lebensmitteln zu fördern, die nach den Richtlinien
der Öko-Landbau-Verbände erzeugt wurden, gab die Bundesregierung im Jahr
2003 rund 6,65 Millionen Euro für Fernseh-, Zeitschriften- und
Kinowerbung aus.
Quelle: Antwort des Staatssekretärs Matthias Berninger vom 18. Februar
2004 auf eine Anfrage mehrerer Abgeordneter der CDU/CSU-Fraktion
(Drucksache 15/2371)

Mythen 1
GATES OHNE GARAGE
Mittlerweile weiß es jedes Kind: Bill Gates gründete Microsoft in der
elterlichen Garage. In feurigen Ansprachen engagierter Unternehmen
gehört eine darauf aufbauende Bemerkung zum Standard-Repertoire: In
Deutschland hätte Microsoft schon deshalb nicht gegründet werden können,
weil eine Garage als Geschäftsraum von der hiesigen Bürokratie niemals
toleriert worden wäre. Bedauerlicherweise verweist Bill Gates Senior die
schöne Geschichte jetzt ins Reich der Fabel. "Wir hatten noch nie eine
Garage," bekannte der 79jährige William H. Gates, "das muss eine
Erfindung von Apple sein."
Quelle: WELT AM SONNTAG vom 14. März 2004

Mythen 2
GERÜCHTE UM CATNAPPING
Tierfänger im Auftrage der Pharmaindustrie schleichen durch die Straßen
und schnappen sich Katzen: Dies ist ein Dauerbrenner unter den
Großstadtgerüchten. Bereits in unserem "Lexikon der Öko-Irrtümer"
(Eichborn 1998) haben wir ihn ins Mythenreich verwiesen. Dennoch wurde
diese Behauptung nicht nur von Mund zu Mund sondern auch in
Fernsehsendungen und Zeitungsartikeln immer wieder aufgestellt. Jetzt
bestätigte der Deutsche Tierschutzbund, dass es trotz jahrelanger
Recherchen von Tierschützern und Polizei keine Anhaltspunkte für
Versuchstierklau gefunden werden konnten. "Die vielen vermissten Katzen
können auf keinen Fall damit erklärt werden, dass diese Tiere in
Tierversuchen gelandet seien," heißt es in der Verbandszeitschrift. Wir
sind gespannt, ob es was nützen wird, dass nun auch Deutschlands größter
Tierschutz-Dachverband der Catnapping-Legende widerspricht. Gerüchte
sind ja bekanntlich unsterblich.
Quelle: DU UND DAS TIER (NR. 2/2004)

Gesundheitsrisiken
MOBILFUNKMASTEN DRINGEND ERWÜNSCHT
Während in Deutschland Bürgerinitiativen gegen Mobilfunkmasten und deren
angeblich gesundheitsschädliche Nebenwirkungen kämpfen, hat der New
Yorker Bürgermeister Bloomberg Mobilfunk-Löchern den Kampf angesagt.
Aufgrund derer könnten jährlich hunderttausende von Notrufen nicht
abgesetzt werden. Die New Yorker haben sich offenbar einen Sinn dafür
bewahrt, was wirklich gefährlich ist.
Quelle: THE NEW YORKER vom 10.11.2003

Kampagnen
ZAHLEN SIND SCHALL UND RAUCH
Der Forstwissenschaftler Michael Ißleib hat sich die Mühe gemacht und
akribisch nachrecherchiert, was an der aktuellen Greenpeace-Kampagne
gegen die russische Forstwirtschaft eigentlich dran ist. Unter anderem
fand er heraus, dass die behaupteten Bestandszahlen von Braunbären in
etwa so seriös sind, wie damals die Angaben über Restöl in der Brent
Spar. Zur Erinnerung: Greenpeace hatte angeblich 5500 Tonnen entdeckt.
Nachher stellte sich heraus, dass es in Wirklichkeit 330 Tonnen waren.
Nun also Braunbären: Laut Greenpeace-Reklame leben noch 5500 (!) von
ihnen in Europa. Die IUCN (der Weltdachverband des Naturschutzes) gibt
dagegen allein für den europäischen Teil Russlands, die Ukraine und das
Baltikum 50 000 Tiere an. Der WWF-Österreich rechnet mit 37 500
Braunbären in Europa und das Schweizerische Bundesamt für Umwelt mit 36
000 allein im europäischen Teil Russlands. Aber 5500 scheint für die
Hamburger Kampagnen-Profis irgendwie eine magische Zahl zu sein.
Quelle: HOLZ-ZENTRALBLATT Nr. 36 vom 7.Mai 2004

Sachsen-Anhalt
MINISTER MIT MUT
Es gibt sie also doch: Politiker, die Öko-Ideologen und
Fortschrittsfeinden nicht mit dem übliche opportunistischen Appeasement
begegnen. Nachdem Greenpeace-Aktivisten wieder mal Felder mit
gentechnisch verbesserter Getreidesaat zerstört hatten, sprach sich
Sachsen-Anhalts Finanzminister Karl-Heinz Paqué (FDP) dafür aus, der
Organisation die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Dies hätte zur Folge,
dass der Verband steuerlich nicht mehr begünstigt wäre.
Quelle: MAGEDEBURGER VOLKSSTIMME VOM 20.04.2004

Earth Day
GRUND ZUM FEIERN
Der alljährlich erhobene Index der führenden Umweltindikatoren in den
Vereinigten Staaten zeigt, dass auch in jüngster Zeit die
Umweltsituation weiterhin besser wird. Beispiele: Der Abgasausstoß des
Autoverkehrs sinkt um zehn Prozent jährlich. Giftige Emissionen aus der
Industrie sanken um 55 Prozent in den vergangenen 15 Jahren. Und -
entgegen der allgemeinen Annahme - ist die durchschnittliche
Luftqualität in den USA gleich, oder sogar etwas besser, als in Europa.
Quelle: http://www.pacificresearch.org/jump/enviro04/cm.html

Kommentar 1
TRANSATLANTISCHE PROJEKTIONEN
Von dem US-Präsidentschaftskandidaten John Kerry ist keine substantiell
andere Irak-Politik zu erwarten als von George Bush.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-03-10a.htm

Kommentar 2
WUNDER AUF KRANKENSCHEIN
Trotz aller Sparzwänge finanziert das deutsche Gesundheitssystem
weiterhin fragwürdige Paramedizin.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-03-17a.htm

Kommentar 3
UNS GEHT ES NUR UMS GELD
Angesichts der Kandidatur von Horst Köhler für das Amt des
Bundespräsidenten zeigen sich die verbreiteten antiökonomischen Reflexe
unserer Gesellschaft.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-03-24a.htm

Kommentar 4
DAS METHUSALEM-KOMPOTT
Alarmismus wie er im Buche steht: Die im Grunde erfreuliche Tatsache,
dass die Menschen immer älter werden, wird in einem neuen Bestseller
flugs zur Katastrophe umgedeutet.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-03-31a.htm

Kommentar 5
HOLLERADIHODÜDELJÖ
Bundestags-Präsident Wolfgang Thierse fordert allen ernstes eine
gesetzliche Quote für deutsche Schlager.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-07a.htm

Kommentar 6
NEUBÜRGER WASCHBÄR
Ein Teil der Naturschutzszene erhebt angesichts neu eingewanderter Arten
eine in anderem Zusammenhang wohlbekannte Forderung: "Ausländer raus!".
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-14a.htm

Kommentar 7
VIERZIG JAHRE ROBBENMYTHOS
Alle Jahre wieder wird die Robbenjagd zu einem tierquälerischen Massaker
stilisiert und lässt so die Spendenkassen von Protest-Organisationen
klingeln.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-21a.htm

Kommentar 8
ISLAND-HOCH UND DEUTSCHLAND-TIEF
Die optimistischen Isländer haben ihr kleines Land zu einem der
wohlhabendsten der Welt gemacht. Ein Vorbild für Ostdeutschland.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-28a.htm

Kommentar 9
VORSICHT ÖLSPUR!
Arabische Öl-Scheichtümer kaufen sich bei großen Autoherstellern ein.
Was wird aus der Entwicklung sparsamer Motoren und alternativer
Antriebe?
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-05-05a.htm

Kommentare 10
ALLES FÜR MÜLLER, ODER WAS?
Theo Müller, Molkerei-Unternehmer und engagierter Kämpfer gegen den
Hochsteuer- und Subventionsstaat, zockt bedauerlicherweise selbst
reichlich Staatsknete ab.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-05-12a.htm

Kommentar 11
FURCHTBARES SCHWEIGEN
Das kürzlich in Kraft getretene weltweite Verbot von DDT ist nicht nur
ein ökologischer Erfolg, sondern hat auch eine dunkle Seite.
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-05-19a.htm

Webtipp 1
http://www.amerikanski.de
Eine Website für westliche Werte (nicht zu verwechseln mit der alten
www.amerikanski.com, die nicht mehr am Netz ist). Treffpunkt und
Diskussionsforum für alle, die sich dem deutschen Nationalpazifismus
nicht kritiklos anschließen möchten. Schon der Begrüßungstext löst bei
uns Heimatgefühle aus. Kostprobe: "Herzlich Willkommen in diesem kleinen
Refugium für libertäres Gedankengut! In Deutschland gibt es keine echten
Konservativen, nur reaktionäre Finsterlinge, es gibt keine echten
Fortschrittlichen, nur linke Utopisten und/oder Totalitaristen, keine
echten Liberalen, nur wirtschaftsliberale Reaktionäre, keine Idealisten,
nur Fanatiker, keine Realisten, nur Opportunisten, keine Ironiker, nur
Zyniker. Sollte dieses Statement bei Ihnen ein verständnisvolles
Schmunzeln hervorlocken, dann sind Sie bei uns richtig. Wenn es Ihnen
die Zornesröte ins Gesicht treibt, halten Sie sich nicht zurück. Wir
lachen gerne. Wir glauben, dass viele Ängste und Vorurteile gegenüber
den USA auf mangelnder Information beruhen und auf mangelndem Mut, die
technologisch innovativste, wirtschaftlich cleverste und
gesellschaftlich durchlässigste freie Gesellschaft auf unserem Planeten
als Lehrmeister zu betrachten." Schwestern und Brüder im Geiste, wir
wünschen euch jede Menge Klicks!

Webtipp 2
http://www.bundestag.de/parlament/gremien15/a10/protokolle/index.html
Wenn die politischen Instanzen sich echte Fachkompetenz holen und nicht
den Einflüsterungen diverser Lobbys erliegen, ist das Grund zu Freude.
Leider kommt es viel zu selten vor. Umso besser, dass bei einer Anhörung
im deutschen Bundestag zum Thema "Schutz der Walbestände" auch
Wissenschaftler und Experten geladen wurden, und nicht nur
Anti-Walfang-Aktivisten. Die Beiträge sind höchst informativ und äußerst
lesenswert. Unter obiger Adresse kommt man zu den Sitzungsprotokollen
des Ausschusses für Verbraucherschutz. Dort anklicken bei
Protokoll der 34. Sitzung vom 10.03.2004 "Schutz der Walbestände"
Datum: 10.03.2004. Dann kommen die Beiträge als PDF-Dateien.

Webtipp 3
http://www.middle-east-info.org
Ein erfrischendes Gegengift, für alle, denen die latente und offene
Israelfeindlichkeit vieler deutscher Medien zum Halse raushängt. Gute
Links zu demokratischen Exilgruppen aus der arabischen Welt.

Buchtipp 1
Paul Berman
TERROR UND LIBERALISMUS
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2004
"Da wichtigste politische Sachbuch dieses Jahres," schrieb DIE WELT. Wir
können dem nur beipflichten. Der linke Bush-Gegner Berman analysiert die
totalitäre Ideologie des Islamisten und die Illusionen, die sich viele
westliche Liberale über die Bedrohung machen. Äußerst aufschlussreich
ist ein Kapitel, in welchem er die Strömungen der französischen
Sozialisten vor dem 2. Weltkrieg beschreibt. Ein Großteil von ihnen
wollte die Gefahr einfach nicht wahrhaben und predigte Verständnis für
Hitlers Politik. Ihr sanftmütiges Entgegenkommen führte schließlich
immer mehr zur Selbstaufgabe und zur Kollaboration.

Buchtipp 2
Paul Driessen
ECO-IMPERIALISM
The Free Enterprise Press, Washington 2003
Der Ökologe und Jurist Paul Driessen schildert anhand zahlreicher
Beispiele wie die ideologischen Ziele westlicher Umweltorganisationen
und Globalisierungsgegner zu Lasten der Menschen in den
Entwicklungsländern durchgesetzt werden. Große Unternehmen aus den
Industrieländern spielen dabei in opportunistischer und feiger Manier
mit. Ein längst fälliges Buch.

Odo Marquard
ZUKUNFT BRAUCHT HERKUNFT
Reclam Verlag, Ditzingen 2003
"Durch die Übelstandsnostalgie der Wohlstandswelt," schreibt der
Philosoph Odo Marquard, "wird endlich - in Ermangelung anderer
Negationsmöglichkeiten - der Wohlstand selbst zum Übelstand ernannt.
Denn je besser es den Menschen geht, desto schlechter finden sie das,
wodurch es ihnen besser geht." Geistvolle Essays, die - was man nicht
von allen Philosophen behaupten kann - Leselust bereiten. Marquard ist
ein höchst genauer, sensibler und humorvoller Beobachter deutscher
Befindlichkeiten.

Wir verabschieden uns bis zur nächsten DFB! mit einem Zitat aus einem
Leserbrief an die Illustrierte STERN zu einem Artikel über die
Abwanderung deutsche Wissenschaftler in die USA. Er repräsentiert
trefflich die deutsche Ohnemichel-Mentalität:
"Krebs und Aids besiegen? Wer weiß, was die deutschen
Superwissenschaftler in dem paradiesischen Forscherland USA - wo das
Tragen von Schusswaffen Grundrecht, die Todesstrafe Mittel der Justiz
und Krieg führen selbstverständlich ist - noch alles Bahnbrechende
entdecken und austüfteln? Am Ende könnten selbst Krebs und Aids nicht
mehr die schlimmsten Probleme sein."

Bonus-Text
EINE M&M-KOLUMNE EXKLUSIV FÜR DIE DFB!

Bilderkriegsgewinnler

Von Maxeiner & Miersch

Seit einem Monat sind die Fotos aus Abu Ghraib in der Welt und werden
wieder und wieder gedruckt und gesendet. Schon jetzt sind sie Ikonen des
hässlichen Amerika. Zornig und ratlos müssen wir zusehen, wie die
Hoffnungen auf einen freien Irak immer schwächer werden.

Man sollte meinen, dass es vielen so geht. Wir beobachten aber etwas
ganz anderes. Aus den Kommentaren deutscher Medien spricht nur selten
ein erschüttertes "Verdammt, wie konnte das passieren?" Man spürt auch
wenig Mitleid mit den missbrauchten Gefangenen. Die Forderung nach
harter Bestrafung der Täter und ihrer Vorgesetzen klingt seltsam
floskelhaft. Es scheint fast so, als wolle man für den Fall
rückhaltloser Aufklärung und entschiedener Bestrafung bereits vorbeugen.
Motto: So billig kommen die Amis uns nicht davon. Der vorherrschende Ton
klingt hämisch, selbstgerecht und zynisch: Da sieht man's mal wieder.
Wir haben's ja schon immer gewusst. So sind eben die Amerikaner.
Freiheit und Demokratie? Lächerlich! In gut bürgerlichen Kreisen, ebenso
wie in den gehobenen Zirkeln des Kulturbetriebes nahmen wir in den
letzten drei Wochen eine triumphale Stimmung wahr. Endlich darf laut
ausgesprochen werden, was man über die USA schon lange zu wissen glaubte
(und Israel wird dabei fast immer gleich mit in Sippenhaft genommen).

Auf den Fotos, die wir bisher zu Gesicht bekamen, waren Szenen ritueller
Erniedrigung nackter Männer durch Soldaten beiderlei Geschlechts zu
sehen. Sie hatten etwas Posierendes und wiesen die Uniformträger als
miese Charaktere aus. Sie waren eindeutig sexuell gefärbt, wirkten
irgendwie (für die Kamera?) inszeniert und nicht wie heimliche
Schnappschüsse brutaler Verhörsituationen. Alles ist möglich, auch
offene oder versteckte Ermunterung von ganz oben. Es könnte ebenso eine
aus eigenem Antrieb handelnde Bande verkommener Gefängnisaufseher
gewesen sein. Wie diese Sequenzen zustande kamen, werden die
Militärgerichte klären.

Der Schaden, den die Fotos in der arabischen Welt anrichten, wird
wahrscheinlich davon übertroffen, dass Europa von Amerika noch weiter
abrückt. "Die freie Welt," schrieb Arthur Koestler einst, "ist nicht
militärisch zu bezwingen. Was sie vielmehr gefährdet, ist ein
kollektiver Nervenzusammenbruch und darauf warten gierig ihre Feinde."
Zwar können weder Prodi, noch Chirac noch Schröder ein kohärentes
Konzept vorweisen, wie man mit Terroristen und ihren Unterstützerstaaten
fertig wird. Das meiste, was sie sagen, klingt nach einer Wiederholung
gescheiterter Entwicklungshilfe-Illusionen. Doch in einem sind sie sich
alle ganz sicher: Wir würden es besser als die Amerikaner machen, wenn
wir was machen würden.

Nichts beeinflusst die kollektive Gefühlslage mehr als Bilder. Nur weil
die Amerikaner Kamerateams in die frisch befreiten Konzentrationslager
schickten, haben sich die Verbrechen der Nazis ins Weltbewusstsein
eingeprägt. Stalins und Maos nahezu perfekte Bilder-Unterdrückung blieb
bis heute ein Erfolgsrezept. Weil es keine Fotos gibt, geht der derzeit
stattfindende Massenmord von Arabern an Afrikanern im Sudan im
Medienrauschen unter. Weil es Bilder gab, haftet Vietnam im Gedächtnis.
Der nahezu bilderlose Iran-Irakkrieg hinterließ dagegen kaum
Gedächtnisspuren in Europa, obwohl er der größte Krieg der letzten
Jahrzehnte war und bis zu 1,5 Millionen Tote hinterließ.

Doch das Vorhandensein oder der Mangel an Bildern erklärt die spezifisch
deutsche Wahrnehmung nur zum Teil. Henryk Broder sagt: "Die Deutschen
regen sich nur dann über Schandtaten auf, wenn Amis oder Juden beteiligt
sind." Wenn wir den Emotionspegel in unserem Bekanntenkreis beobachten,
können wir das nur bestätigen. Der versäumte Aufstand gegen die
Diktatur, soll "durch chronische Aufsässigkeit gegen die Nichtdiktatur"
wettgemacht werden, schrieb einmal der Philosoph Odo Marquard. Dieser
"nachträgliche Ungehorsam" in Kombination mit pseudomoralischer
Überheblichkeit vergiftet die Stimmung in unserem Land.