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DIE FROHE BOTSCHAFT NR.24 23. Oktober 2004
NEUES GEWAND
Dies, liebe Leser, ist die erste DFB! nach Einrichtung unseres Tagebuches,
das
wir zusammen mit den anderen Mitgliedern der Achse des Guten
(http://www.achgut.de/dadgd/) verfassen. Die neue Technik ermöglicht es,
unsere
Fundsachen und Gedankensplitter ohne Verzögerung ins Netz zu stellen.
Die DFB!
bleibt selbstverständlich weiter bestehen. Sie bietet jetzt eine "Best
of"-Auswahl aus den Tagebucheinträgen der letzten zwei Monate. Die
Form hat sich
daher etwas geändert. Sie erhalten die Meldungen jetzt in der chronologischen
Reihenfolge des ursprünglichen Erscheinens. Außerdem stehen Webtipps
und
Buchempfehlungen nicht mehr separat, sondern zwischen den anderen Texten. Die
Links zu unseren Kolumnen finden Sie am Schluss.
Seit wir das Tagebuch eröffnet haben, hat das Feedback unserer Leserinnen
und
Leser stark zugenommen. Erstaunlich, was da an Wissen und Hinweisen
zusammenkommt. Wir verarbeiten solche Leser-Meldungen gern, möchten uns
jedoch
nicht mit fremden Federn schmücken. Daher unsere Bitte: Schreiben Sie
uns, ob
und wie Ihr Name auftauchen soll. Normalerweise nennen wir die Initialen des
jeweiligen Informanten. Wer also ganz anonym bleiben, oder aber mit vollem
Namen
genannt werden möchte, teile uns dies bitte mit.
UND NOCH ETWAS
In Köln fand am 11.10.2004 der erste DFB!-Stammtisch statt. Wir wünschen
weiterhin viel Spaß. Aus Berlin und München liegen uns Anfragen
von Lesern vor,
die sich ebenfalls mit anderen DFB!-Freunden treffen möchten. Wer Interesse
hat,
schickt uns eine E-mail und wir leiten sie weiter.
DM 20.10.2004
LOGIK EINGEFROREN
Stellt euch vor, alle sind verrückt geworden und keiner merkt es. Die
britische
Energiearbeiter-Gewerkschaft "Amicus" warnt jetzt vor winterlichen
Stromausfällen und zwar mit einer wirklich bemerkenswerten Begründung:
Kältere
Winter, verursacht durch die globale Erwärmung.
Nachzulesen unter:
http://www.newratings.com/analyst_news/article_495951.html
MM 19.10.2004
SZ-LESER WISSEN MEHR
Am 14. Oktober erschien in der Süddeutschen Zeitung ein erstaunlicher
Leserbrief. Er bezog sich auf einen Artikel über die Experten-Anhörung
zum Thema
Islamismus im Bundestag (Quelle war eine Meldung des Evangelischen
Presse-Dienstes, epd). Der Leserbriefschreiber, Jürgen Müller, hatte
augenscheinlich selbst daran teilgenommen. Nun wunderte er sich, dass die SZ
die
Anhörung "falsch wiedergab". Zitate aus dem Leserbrief:
"
Die absolute Mehrheit der eingeladenen Experten war sich nämlich darüber
einig,
dass das Problem des so genannten politischen beziehungsweise legalistischen
Islamismus bis jetzt in unverantwortlicher Weise von Politik, Medien und
Ö
ffentlichkeit ignoriert wurde. Demgegenüber war in der epd-Meldung davon
die
Rede, der Islamismus sei...kein Thema."
"
Von den sieben anwesenden Experten teilten fünf die Meinung. das Problem
des
politischen Islamismus, dessen Ziel vor allem die Überwindung demokratischer
Strukturen durch die Scharia ist, werde in Deutschland drastisch unterschätzt.
Nur zwei - die von epd in aller Breite zitierten Professoren Udo Steinbach
und
Werner Schiffauer - waren anderer Meinung." usw., usf.
(Danke M.R. und C. D. für den Hinweis)
MM 15.10.2004
ARTENSCHUTZ UND ÖKONOMIE
Gedanken zur CITES-Konferenz, die im "Politischen Feuilleton" des
DeutschlandRadios gesendet wurden. Mit einem Klick auch zum Hören abrufbar.
http://www.dradio.de/dlr/sendungen/feuilleton/311180/
DM 13.10.2004
EUROPAS ANGST UM SADDAM
Während sich Saddam Hussein im Gefängnis gut von einer Leistenoperation
erholt,
bringt die Untersuchung und Aushebung der irakischen Massengräber grausige
Details an den Tag. Die untersuchenden Anthropologen berichten von durch
Kopfschüsse hingerichteten Opfern, teilweise Frauen die ihre Babys noch
im Arm
trugen. Saddams Killing-Fields, von denen bisher über 40 im Lande identifiziert
wurden, bergen bis zu 300 000 Tote. Die Exhumierungen dienen unter anderem
der
Anklagevorbereitung gegen Saddam Hussein, um ihn der Verbrechen gegen die
Menschlichkeit zu überführen. Leider kommen die Arbeiten nur langsam
voran, weil
die ursprünglich erwarteten europäischen Spezialisten ausbleiben.
Die Europäer
fürchten, so ein Mitarbeiter des Iraqi Special Tribunal (IST), dass die
Beweise
als Grundlage für ein Todesurteil gegen Saddam genutzt werden könnten.
Die ganze Story findet sich bei BBC:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/3738368.stm
DM 12.10.2004
WIE BASTELE ICH EINEN PHARMA-SKANDAL?
Es war einmal ein neues, wirksames Rheumamedikament namens Vioxx. Das hatte
Nebenwirkungen. Weil es nämlich keine Wirkung ohne Nebenwirkungen gibt. Ärzte
und Patienten wurden auf mögliche problematische Nebenwirkungen beispielsweise
für Herzpatienten ausdrücklich hingewiesen. In einer Langzeitstudie,
die
eigentlich zum Zweck der Zulassung von Vioxx auch als Mittel gegen Darmkrebs
hergestellt wurde, stellte sich dann heraus, dass ein erhöhtes Infarkt-
oder
Schlaganfall Risiko nicht ausgeschlossen werden kann. Die Firma Merck nahm
das
Medikament daraufhin von sich aus Ende September vom Markt. Eigentlich ein
Beispiel für verantwortlichen und vorsorglichen Umgang mit Risiken. Wie
man
daraus dennoch einen Skandal bastelt, führte Peter Sawicki, der Leiter
des neuen
"
Bundesinstitutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" vor.
Zu erst einmal braucht man Opfer. Da bislang kein einziger konkreter deutscher
Todesfall Vioxx zugeordnet werden kann, wurden die Opfer mittels einer
Hochrechnung produziert. Das geht in etwa so: Man nehme relitätsfern an,
alle
deutschen Patienten hätten das Medikament über Jahre täglich
eingenommen, dann
ergibt sich bei einem hypothetischen Risiko von 1:1000 für Nebenwirkungen
bei
Herzpatienten eine Zahl von rund 2000 Schlaganfällen, Thrombosen oder
Herzinfarkten, die das Mittel mitverursacht haben könnte. Man beachte
den
Konjunktiv. In einem zweiten Schritt folgert Sawicki: "Ein Teil dieser
Patienten
ist sicherlich daran gestorben." Und nun ist man endlich am Ziel: Aus
diesen
angenommenen Toten werden dann in den Medien ruckzuck tatsächliche Opfer.
Was
nicht gesagt wird: Ältere Rheumamedikamente haben ein teilweise erheblich
höheres Risiko lebensbedrohlicher Nebenwirkungen, beispielsweise Magenblutungen.
Würde man sie einer solchen Rechnung unterwerfen, kämen teilweise
erheblich mehr
Opfer heraus. In der Nutzen-Risiko-Abwägung hätte Vioxx demnach womöglich
sogar
Menschenleben gerettet. Warum also diese Kampagne? Wem nutzt die
Skandalisierung? Den Kranken sicherlich nicht. Die werden immer häufiger
darunter leiden, dass Pharmaunternehmen aus Angst vor Imageschäden und
Schadensersatzprozessen neue Entwicklungen immer später oder gar nicht
mehr auf
den Markt bringen. Die Krankenkassen sind hingegen weniger unglücklich,
wenn
ihnen die Erstattung neuer und teurer Medikamente erspart bleibt.
MM 12.10.2004
GIB DEM AFFEN ZUCKER
"
Wir stehen zu unseren Wurzeln" war kürzlich auf ganzseitigen Anzeigen
in den
großen Tageszeitungen zu lesen. Die Zuckerindustrie ist sauer, weil die
EU ihr
die Subventionen ein wenig kürzen will. Um das zu verhindern, kommt jede
Begründung gerade recht. Zitat: "Zuckerrübenanbau ist eine deutsche
Innovation
und Teil unserer Kulturlandschaft. Dafür lohnt es sich zu kämpfen." Die
süße
Lobby hat sich deshalb einen echt kämpferischen Namen gegeben: "Aktion
Existenzfrage Zucker." Neben der Industrie und dem Bauernverband, ist
auch die
Gewerkschaft mit dabei. Damit Deutschland nicht untergeht, rühre ich mir
ab
jetzt immer zwei volle Löffel in den Kaffee.
MM 11.10.2004
WAS SONST NOCH IM DUELFER-REPORT STEHT
"
Saddam hatte keine Massenvernichtungswaffen". "Kiegsgrund widerlegt".
So
titelten deutsche Zeitungen, als der US-Waffeninspekteur Charles Duelfer letzte
Woche seinen Report vorstellte. Schon kleiner wurde Duelfers Erkenntnis
präsentiert, dass Saddam einflussreiche Politiker in Frankreich, Russland,
China
und der Türkei bestochen hatte. Kaum Erwähnung fand, dass Saddam
die
militärischen Forschungsetats gewaltig aufgestockt hatte, und jederzeit
in der
Lage war, kurzfristig Massenvernichtungswaffen herzustellen. In Amerika
berichteten die Massenmedien übrigens ähnlich selektiv. David Brooks
kritisiert
dies in NYTimes.com und berichtet, was sonst noch im Duelfer-Report steht.
http://www.nytimes.com/2004/10/09/opinion/9brooks.html?ex=1098327851&ei=1&en=52c19e1a72969521
Die Information kam von Leser F.H. Danke!
DM 06.10.2004
SILENCE TREATMENT
Die Klimaschwankungen waren in der Vergangenheit womöglich viel beträchtlicher
als aus bisherigen Untersuchungen von Baumschnitten und Eiskernen hervorgeht.
Dieses Ergebnis erbrachte eine international Aufsehen erregende Arbeit um den
Klimaforscher Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht (
http://www.gkss.de/ ). In deutschen Publikums-Medien wurde so gut wie nicht
darüber berichtet, vielleicht weil die Folgerungen daraus am derzeitigen
klimatologischen Weltbild wackeln. Dennoch funktioniert das Totschweigen (die
Amerikaner sagen "Silence Treatment") nicht. Es blieb allerdings
der New York
Times überlassen die Brisanz der Studie herauszustellen: "Eine neue
Analyse
stellt die Behauptung in Frage, dass die derzeitige globale Erwärmung
einmalig
für die letzten 1000 Jahre sei." Dies ist ein weiterer Nagel am Sarg
der vom
UN-Sachverständigerat IPCC verbreiteten "Hockestick"-Kurve.
Sie macht das
mittelalterliche Klimaoptimum und die kleine Eiszeit weitgehend ungeschehen
und
zeigt erst in jüngster Zeit stark ansteigende Temperaturen. Die Temperaturkurve
ist wegen offensichtlicher (und teilweise bereits eingestandener)
Fehlerhaftigkeit schon seit geraumer Zeit unter wissenschaftlichem Beschuss.
Wer
als Kritiker A sagt, muss allerdings auch B sagen: Künftige Klimaschwankungen
könnten ebenfalls stärker ausfallen als erwartet. Hans von Storch
will die
Arbeit seines Teams aus solchen Interpretationen heraushalten. Weder wolle
man
einen anthropogenen Treibhauseffekt in den letzten Jahrzehnten in Frage stellen
noch über die Zukunft spekulieren. Er wird wissen warum.
Link zur New York Times (kostenlose Registrierung erforderlich):
http://www.nytimes.com/auth/login?URI=http://www.nytimes.com/2004/10/05/science/earth/05clim.html
Siehe auch:
http://www.geowissenschaften.de/index.php?cmd=wissen_details&id=1659&datum=2004-10-04
Aktuelle Korrektur: Spiegel und Die Zeit haben in der gleichen Woche darüber
berichtet
MM 06.10.2004
SHAKESBIERMANN
Hinter meinem Bürofenster leuchtet ein unwiderstehlich blauer Oktoberhimmel,
deshalb empfehle ich heute mal was Lyrisches. Es lohnt sich, das staubige
Sachbuchregal im Kopf gelegentlich mit Gedichten zu durchlüften. Bestens
geeignet sind dafür die 40 Shakespeare Sonette, die Wolf Biermann ins
Deutsche
gebracht hat. Der "lässige Groove" (Biermann) der 400 Jahre
alten Verse entlockt
selbst harten Rationalisten romantische Gefühle.
Wolf Biermann
Das ist die feinste Liebeskunst
40 Shakespeare Sonette
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004
Ebenfalls zu empfehlen:
Ulrich Erckenbrecht
Shakespeare Sechsundsechzig
Variationen über ein Sonett
(leider nur noch antiquarisch)
Erckenbrecht hat 88 deutsche Übersetzungen des 66sten Sonetts gesammelt
(und
dabei einige selbst beigesteuert). Eine köstliche Deutschstunde, die das
Gefühl
für die Vielfalt, den Nuancereichtum und die Variationsbreite unserer
Sprache
schärft.
MM 01.10.2004
EUROPÄISCHE ÖKOSKEPTIKER
Knackige Kommentare und scharfe Analysen zu Umweltfragen findet man auf den
Ö
ko-Seiten des Centre for the New Europe, einem liberalen Thinktank, der in
Brüssel residiert:
http://www.cneenvironment.org/
Dort schreibt regelmäßig auch Edgar Gärtner, einer der bestinformierten
Umweltjournalisten deutscher Sprache.
MM 30.09.2004
FLIPPER ODER FISCHERS FRITZE?
Wer frisst all den Fisch? Diese Frage sorgt seit Jahren für heftigen Streit.
Naturschutzgruppen werfen den Fischereiflotten vor, Walen und Robben die Nahrung
wegzunehmen. Andererseits behaupten Fischer, dass die Meeresäuger ihnen
die
Fanggründe plündern. Die erste globale Studie zu diesem Thema kommt
nun zu
erstaunlichen Ergebnissen. Beide Behauptungen sind wahrscheinlich falsch.
Meeressäuger und Menschen nutzen ganz andere Abschnitte der Ozeane und
kommen
sich viel weniger ins Gehege als man bisher dachte, sagt Kristin Kaschner,
Meersbiologin der University of British Columbia. Im New Scientist erschien
vor
einiger Zeit ein Artikel über ihre Arbeit:
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2004-05/ns-wso051204.php
Allerdings gibt es einige Regionen, wo sowohl Robben und Wale als auch Menschen
fischen, und die in der Vergangenheit als Beispiele für den Konflikt bekannt
wurden. Doch diese Überlappungen sind global betrachtet eher die Ausnahme.
Insgesamt vertilgen die Meeerssäuger etwa zehnmal soviel Fisch wie wir
Menschen.
DM 28.09.2004
TRITTIN DURCH DEN WIND
In der Karibik und den USA richten Hurrikans in diesem Jahr besonders schwere
Schäden an. Klar, dass der deutsche Umweltminister ganz genau weiß warum:
Er hat
die Amerikaner aufgefordert mehr für den Klimaschutz zu tun und das
Kyoto-Protokoll zu unterschreiben. Will meinen: Die Amis sind selbst Schuld,
die
Ursachen für die Hurrikans menschengemacht und im verschwenderischen Lebensstil
der USA begründet. Woher Jürgen Trittin seine höhere Erkenntnis
bezieht, weiß
der Himmel. Von der Wissenschaft jedenfalls nicht. Der UN-Klimabericht des
IPCC
sieht keine zwingenden Hinweise darauf, dass sich die Charakteristik von
tropischen und außertropischen Stürmen geändert hat. Auch ist
die Anzahl der
Hurrikane in diesem Jahr nicht ungewöhnlich, die besondere Schwere ergibt
sich
aus der Bahn, die sie nehmen. Diesmal ziehen unglücklicherweise viele über
Land
und bewohnte Gebiete, anstatt sich wie in vergangenen Jahren eher über
dem Meer
auszutoben. Eine gute Zusammenfassung zum Sachstand findet sich unter:
http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_9.html
MM 27.09.2004
VOLKSEMPFÄNGER (2. FOLGE)
Leser D.T. schreibt zum Tagebucheintrag "Ausländer raus aus dem Radio"
(20.09.2004): "Während ich Ihren Beitrag gelesen hab, lief gerade
Viva Top 100
im Hintergrund. Diese Sendung würde ich auch mal Frau Vollmer empfehlen.
Ein
Blick in die aktuellen Top 100 zeigt: 12 der Top 30 der Singles sind
deutschsprachig bzw. deutsche Interpreten. Bei den Albumcharts ist es noch
schlimmer: 16 Alben der Top 30 sind deutsch. Deutsche Musiker haben es schon
schwer....
Von dem latenten Rassismus der These von Frau Vollmer mal abgesehen, allzuviel
Realismus ist wohl nicht gerade die Stärke der Kulturbeauftragten. Oder
sind es
bloss die falschen deutschen Interpreten...?"
MM 24.09.2004
LIBERALE MUPPETS
Wer kennt sie nicht, die großen Geister im Doppelpack: Marx & Engels,
Laurel &
Hardy, Maxeiner & Miersch ... und natürlich Statler & Waldorf.
Das waren die
beiden schlecht gelaunten Opis, die in der Muppet Show immer das letzte Wort
hatten. Bissige Kommentare in dieser guten Tradition gibt es nun unter
http://www.statler-and-waldorf.de/. Dort wird Liberalismus nicht mit
Beliebigkeit verwechselt.
MM 23.09.2004
KOMMT GUT
Buchtipp:
Rolf Degen
Vom höchsten der Gefühle
Wie der Mensch zum Orgasmus kommt
Eichborn, 2004
Kaum zu glauben, aber es gibt immer noch Neuigkeiten von der Sexfront. Ob Freud,
Feminismus oder Frömmigkeit: Rolf Degen hält mit Empirie dagegen.
MM 22.09.2004
HIER SPRICHT DER MULLAH
Die überaus informative Website des Middle East Media Research Institutes
(http://www.memri.org) bietet neuerdings einen besonderen Sevice an. Siehe:
http://www.memritv.org
Dort kann man sich Beiträge aus arabischen Fernsehsendern ansehen und
sie in
englischer Übersetzung nachlesen. Vom Hassprediger bis zum liberalen Kritiker
wird ein breites Bild der Bewusstseinslage im Nahen Osten geboten. Die
MEMRI-Website hat übrigens auch einen deutschen Ableger: http://www.memri.de
(leider ohne das TV-Angebot). Danke an Leser B.D. für den Tipp.
MM 21.09.2004
DER "NEUE" GADHAFI
Während westliche Staatsoberhäupter in Tripolis die Klinken putzen,
arbeitet das
Unterdrückungssystem des Diktators weiterhin wie geschmiert. Unter
http://www.hudson.org/index.cfm?fuseaction=publication_details&id=3474&pubType=DailyArticles
steht ein Bericht über die Verschleppung des demokratischen Dissidenten
Fathi
Eljahmi. Obwohl schwer krank, wird er weiterhin in einem Geheimdienst-Knast
festgehalten.
MM 21.09.2004
MOSLEMGRUPPE GEGEN TERROR
Es gibt sie: Moslems, die klar und deutlich die Verbrechen der Islamisten
verurteilen. Die Free Muslim Coalition Against Terrorism publiziert auf dieser
Website:
http://www.freemuslims.org/
Gründer Kamal Nawash schreibt: "We should not be afraid to admit
that many of
our religious leaders belong behind bars and not behind a pulpit." Leider
gibt
es so eine Organisation bisher nur in den USA und nicht in Deutschland. Angaben
ü
ber die Mitgliederzahl der Gruppe konnte ich auf der Website nicht finden.
MM 20.09.2004
AUSLÄNDER RAUS AUS DEM RADIO
Antje hat wieder zugeschlagen. Passend zum Trend in Sachsen rief die
kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN wieder mal nach der Radioquote
für
deutsches Liedgut. Wer nicht spurt soll "deutliche Sanktionen bis hin
zum Entzug
der Sedelizenz" zu spüren bekommen. Frau Vollmer hat messerscharf
erkannt, dass
amerikansiche Popmusiker "nie einen Song schreiben, der sich kritisch
mit dem
auseinandersetzt, was in Deutschland geschieht." Das volle Interview ist
zu
lesen unter:
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,318343,00.html
(Danke an Leser M. D., der mich darauf aufmerksam machte)
Maxeiner und ich hatten uns bereits vor einiger Zeit mit dem Thema Radioquote
in
einer WELT-Kolumne beschäftigt, Titel:"Holleradihodüdeljö".
Zu finden unter:
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-07a.htm
DM 16.09.2004
SCHULDIG
Nichts tun Ökologisten lieber, als dem Menschen hierzulande seinen viel
zu
großen ökologischen "Fußandruck" vorzuwerfen. Gemeint
ist damit der aus seinem
Lebensstil resultierende Ressourcenverbrauch. Der wird dann auf die
Gesamtmenschheit umgerechnet und das Ergebnis lautet: Wenn alle leben würden
so
wie Du, dann bräuchten wir mehrere Planeten. Unser Leser P.W. hat mich
nun auf
ein wunderbares "Footprint"-Quiz des "earthdaynetwork" aufmerksam
gemacht:
http://www.myfootprint.org/
Beim Selbstversuch habe ich hemmungslos gelogen: Bin Veganer, fahre nie Auto,
fliege nie, wohne auf weniger als 50 Quadratmeter und so weiter. Dennoch gibt
es
kein Pardon: Die Welt geht unter, ich verfrühstücke 1,3 Planeten!
Durch die
Eingabe "Strom abgeschaltet" kann ich dem Schicksal in meinem Ökohaus
auch nicht
entrinnen (1,2 Planeten). Lediglich durch karnickelhafte Vermehrung: Steigt
die
Belegung meiner Ökohütte von einer auf sechs Personen, wird alles
gut und die
Welt ist gerettet (1,0 Planeten)! Zur Nachahmung empfohlen.
MM 15.09.2004
ANIMAL RIGHTS WATCH
Eine nützliche Nachrichtensammlung über die Aktivitäten durchgeknallter
Tierrechtler findet man unter
http://www.circusschutz-forum.info.ms/
Diese Website wird von Zirkusfreunden betrieben, die damit zeigen wollen, wie
Gewalt und Menschenfeindlichkeit in der Tierrechtsszene um sich greifen. Letzte
Woche wurde bekannt, dass PETA bereits auf den Moderatorenstühlen von
SAT 1
angekommen ist
(http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=6430). Gut, dass
sich jemand die Fanatiker mal genauer ansieht. Danke an Leser P.B., der mich
darauf aufmerksam machte.
MM 14.09.2004
TÜRKISCHES KOPFTUCH, AFGHANISCHES DEKOLLETÉ
Leserin A. S., die beruflich häufig auf Hochzeitsfeiern zu tun hat, schreibt:
"
Auf den diversen türkischen, persischen und tunesischen Hochzeiten, auf
denen
ich in letzter Zeit war, erschienen 10 bis 50 Prozent der weiblichen
Hochzeitsgäste mit Kopftuch. Das war vor drei Jahren noch undenkbar. Nach
meinem
Dafürhalten würde ich von einem spürbaren Einfluss des Islamismus
sprechen. Denn
die eine oder andere alte Mama mit Kopftuch hat man gelegentlich auch früher
schon gesehen. Das Alarmierende ist die Tatsache, dass es sich bei den
Kopftuchträgerinnen um blutjunge Mädchen und Frauen handelt. Auf
afghanischen
Hochzeiten dagegen erschien keine Frau verschleiert. Die haben die Schnauze
sowas von voll vom Verschleiern und brezeln sich lieber auf bis zum Stehkragen.
Das ist vielleicht ein Anblick! Glauben Sie mir (besonders als Männer),
wenn Sie
noch nie 70 Afghaninnen in tiefdekolletierten Abendkleidern gesehen haben,
dann
haben Sie umsonst gelebt!"
MM 11.09.2004
MEIN AUTO FÄHRT AUCH OHNE WALD
Nicht nur bei uns, auch in Amerika, propagieren Bauernlobby und Umweltverbände
gern Bio-Treibstoffe, wie Rapsdiesel und Ethanol aus Pflanzenmasse. Vor einigen
Jahren hatte das Umweltbundesamt schon einmal eine Ökobilanz dazu vorgelegt,
die
zeigte, dass der den Sprit vom Acker nicht so umweltfreundlich ist, wie viele
glauben. Jetzt erschien ein informativer Arrtikel dazu bei "Amercan Outlook
Today" des Hudson Instituts
(http://ao.hudson.org/index.cfm?fuseaction=publication_details&id=3458&pubtype=DailyArticles).
Anlass: Kandidat Kerry hat angekündigt, als Präsident den Anbau
von Mais zur Gewinnung von Treibstoff stärker fördern zu wollen.
Autor Dennis T.
Avery rechnet vor, dass man den Maisanbau mehr als verzehnfachen müsste,
um den
Spritbedarf der amerikansichen Autos zu decken. Im Klartext: Viele Wälder
müssten gerodet und Feuchtgebiete trockengelegt werden. Ein Desaster für
den
Naturschutz. Die Umweltbilanz für Ethanol-Treibstoff in Brasilien (dort
wird er
aus Zuckerrohr gewonnen) sieht übrigens besser aus, schreibt Avery.
MM 11.09.2004
FREISPRUCH FÜR DIE WURST
Jahrelang standen nitritgepökelte Fleisch- und Wurstwaren im Verdacht
Magenkrebs
zu verursachen. Dies wurde nun widerlegt. Leser F. H. machte uns auf eine
umfassende Arbeit (http://www.bfa-fleisch.de/nitrit.pdf) aufmerksam, die zu
dem
Schluss kommt, dass durch den Konsum nitrithaltiger Wurst das Magenkrebsrisiko
nicht ansteigt. Er entdeckte diese frohe Kunde zunächst in einem kleinen
Artikel
in "Bild der Wissenschaft"(Nr. 7/2004, S. 32). Also dann: Guten Appetit!
http://www.maxeiner-miersch.de/steckbrief_miersch.htm
MM 11.09.2004
SCHARFER BEOBACHTER
Asche auf unser Haupt. Wir haben immer noch keinen Link zu "Davids Medienkritik"
auf unserer Website. Wird aber beim nächsten Update endlich nachgeholt.
Dabei
ist dieser Blog eigentlich unverzichtbar, wenn man wissen will, wohin "der
deutsche Weg" in den Leitmedien führt. Unter
http://medienkritik.typepad.com/blog/ analysiert und kommentiert eine scharfer
Beobachter unter dem Pseudonym David Kaspar die Berichterstattung besonders
in
Sachen Amerika, Nahost, Islamismus und Terrorismus. Bemerkungen von Lesern
würzen das umfangreiche Textangebot.
MM 09.09.2004
FRIEDLICHE NATUR
Leser M.H. entdeckte folgende erstaunliche kleine Meldung in DIE ZEIT Nr.35/04
vom 19.08.2004 unter "Erforscht und Erfunden":
"Ö
kologische Bedenken wären garantiert, würde der Panamakanal heute
gebaut.
Schließlich verknüpft ein solches Riesenprojekt plötzlich Gewässer,
die in
getrennter Evolution ihre eigene Tierwelt entwickeln konnten. Durchdringen
sich
beide, dann breiten sich starke Arten aus, etliche schwache aber würden
untergehen, lautet die klassische Lehrmeinung. Irrtum. Biologen berichten in
den
Proceedings B (online) der Royal Society über einen Vergleich historischer
Bestandsaufnahmen vor dem Bau des Kanals mit neuen Artenzählungen. Zu
ihrer
Verblüffung hat die 1914 erfolgte Verbindung von Rio Chagres und Rio Grande
in
beiden Flüssen die Artenvielfalt erhöht. Keine Spezies ist ausgestorben."
DM 09.09.2004
GLOBALE ABKÜHLUNG
Jetzt ist es offiziell: Der Juli 2004 war im globalen Durchschnitt der kälteste
Juli seit 12 Jahren und der kälteste Monat überhaupt seit viereinhalb
Jahren.
Dies meldet das Earth System Science Center der Universität von Alabama
aufgrund
von Satelliten-Messungen. "Dies war der kälteste Juli seit 1992 als
der Ausbruch
des Pinatubo die Erdatmosphäre durch seine Staubwolken abkühlte",
sagt
Klimaforscher John Christy. Na und, was ist daran besonders aufregend? Richtig:
Zunächst mal gar nichts, Klima- und Temperatursprünge sind eben ganz
normal. Man
stelle sich allerdings mal vor, dieser Juli wäre der wärmste seit
12 Jahren
gewesen! Das wäre natürlich nicht normal und böses Menschenwerk.
Unschwer
vorzustellen der mediale Großalarm. So aber: Schweigen im Blätterwalde.
Und
deshalb steht's hier. Und auch da:
http://climate.uah.edu/july2004.html
Es folgen die Kolumnen:
ALL INCLUSIVE
In Ferienzentren kann man die Probleme des Sozialstaates studieren.
Erschienen in Die Welt vom 04.08.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-08-04a.htm
LINKS UND RECHTS
Spaßguerillas von der Zeitschrift "Eigentümlich frei" machten
mit einer
Fake-Seite im Internet auf Gemeinsamkeiten von NPD und Attac aufmerksam.
Erschienen in Die Welt vom 11.08.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-08-11a.htm
EIN UNHEIMLICH GESUNDES SANDWICH
Die amerikanische Fastfood-Kette "Subways" macht Werbung mit dem
Anti-McDonalds-Film "Supersize me".
Erschienen in Die Welt vom 18.08.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-08-18a.htm
BEFREIUNG UND LOCKERUNG
Die amerikanische Armee gibt den Abzug großer Teile ihrer in Deutschland
noch
stationierten Truppen bekannt.
Erschienen in Die Welt vom 25.08.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-08-25a.htm
KONZERNBEHÖRDEN
In Behörden wird der Bürger heute oft besser behandelt und bedient
als von
Supermärkten oder Großkonzernen.
Erschienen in Die Welt vom 01.09.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-09-01a.htm
STARKE BILDER, SCHWACHE WAHRHEIT
Redaktionen verlangen nach "starken" Bildern. Aber gerade die "starken" Bilder
zeigen zumeist Klischees. So entsteht ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit.
Erschienen in Die Welt vom 08.09.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-09-08a.htm
VOM ELFERAT IN DEN AUFSICHTSRAT
Die Energiepolitik der Rot-grünen Bundesregierung fördert die teuersten
und
uneffizientesten Technologien am meisten.
Erschienen in Die Welt vom 15.09.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-09-15a.htm
VERZAGTE BABYBOOMER
Jahrzehnte geübt im dekonstruieren und kritisieren der herrschenden
Verhältnisse hat die in der Regierung angelangte Generation der Babyboomer
jetzt ein Problem: Sie müssten etwas Neues aufbauen.
Erschienen in Die Welt vom 22.09.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-09-22a.htm
DICK UND DOOF
Nach dem Wunsch von Verbraucherministerin Renate Künast soll in der Schule
gesundes Essen gelehrt werden.
Erschienen in Die Welt vom 29.09.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-09-29a.htm
FORSCHER SUCHEN EIN ZUHAUSE
Englands Premierminister Tony Blair stärkt Wissenschaftlern den Rücken,
die von
Tierrechtlern und Anti-Gentechnik-Aktivisten bedroht werden.
Erschienen in DIE WEILT am 06.10.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-10-06a.htm
IM ALL, AUF EIGENE RECHNUNG
Private Entwickler von Raumschiffen veranstalten einen Wettflug.
Erschienen in DIE WEILT am 13.10.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-10-13a.htm
ERWIESENE UN-FÄHIGKEIT
Die UN -Diplomatie im Sudan erinnert immer mehr an das Versagen in Bosnien
und
Ruanda.
Erschienen in DIE WEILT am 20.10.2004
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-10-20a.htm
Zu guter Letzt noch eine Demontage des Pop-Idols Che Guevara anlässlich
des
Films "Motorcycle Diaries", der demnächst in die deutschen Kinos
kommt. Wer
wissen will, was Che mit Bambi, Spinat und Osama Bin Laden gemeinsam hat, lese
hier:
http://www.welt.de/data/2004/10/14/345885.html