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DIE FROHE BOTSCHAFT NR.25 26. Dezember 2004
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie wissen ja schon von der letzten DFB!, dass sich die Form unseres Rundbriefes
geändert hat. Er bietet jetzt eine Auswahl aus unseren Tagebucheinträgen
bei
www.achgut.de. Diesmal vom 24.10. bis 22.12.2004.
Mit dieser Ausgabe kommt eine weitere Neuerung, ein besonderes Bonbon: Unser
Freund Henryk M. Broder hat uns gestattet, auch seine Tagebucheinträge
in die
DFB! aufzunehmen.
Wir wünschen Ihnen alles Gute für das Jahr 2005.
DM & MM
Auf Links zu unseren neuen WELT-Kolumnen haben wir diesmal verzichtet. Sie
finden Sie alle auf unserer Website (www.maxeiner-miersch.de) unter
"
Standpunkte". Die Themen im einzelnen:
Wir sind nicht eine Welt
Warum Afrikanische Länder wirksame und billige Pestizide brauchen und
europäische Umweltaktivisten dies verhindern.
Die große Nebelaktion
Was es für Folgen haben könnte, wenn demnächst ein Gesetz die
Diskriminierung
von Menschen in privaten Verträgen verbietet.
Europas weltliche Camouflage
Viele Europäer wähnen sich der christlich-ländlichen Wählerschaft
von Präsident
Bush haushoch überlegen. Zu unrecht.
Immerschlimmerismus
Die hysterische Form der Problemwahrnehmung, macht genauso blind, wie die
Verdrängung.
Die Fingerfood-Nomenklatura
Linkes Bewusstsein ist zum Statussymbol des öffentlichen Dienstes und
des
Kulturbetriebs geworden.
Fromme Wünsche
Manche Muslime fühlen sich vom Liberalismus provoziert. Und konservative
Kommentatoren haben auch noch Verständnis dafür.
Symbolischer Naturschutz
Der offizielle Naturschutz regt sich über Baumaßnahmen auf und unterschätzt
den
Einfluss der Landwirtschaft.
Heiteres Gesinnungsraten
Es wird immer schwieriger im Smalltalk politische Gegner frühzeitig zu
erkennen.
Rettet die Nacht!
Wie bedrohlich ist eigentlich Lichtverschmutzung?
Michael Miersch 22.12.2004 18:55
Links, Links, Links
In meinem Notizblock ein Stau aus Links gebildet, die ich schon längst
mal
empfehlen wollte. Ich kenn sie nicht alle in- und auswendig und übernehme
keine
Qualitätsgarantie, fand aber auf allen folgenden Websites viele nützliche
Informationen. Für alle, die in den Feiertagen ein bisschen im Internet
surfen
möchten, hier also ein Sack voll Webtipps:
http://www.redaktion-bahamas.org/
Eine kleine aber feine linke Zeitschrift, die das dumpfe Amerika- und
Israelbashing der Mainstream-Linken scharf kritisiert.
http://myblog.de/politicallyincorrect
Häufig aktualisierter Blog von Stefan Herre. Kritische Bemerkungen zu
vielen
Themen der Zeit.
http://www.liberalismus.at
Hier diskutieren und informieren die junge Liberale aus Österreich.
http://www.mehr-freiheit.de
Eine Fundgrube an Informationen zu vielen gesellschaftlichen Fragen (besonders
auch zu Umweltthemen). Reichlich Zitate von Liberalen und Anti-Liberalen aus
Geschichte und Gegenwart.
http://www.antivegan.de
Nach der Lektüre kann man die Weihnachtsgans noch mehr genießen.
Viele gute
Argumente gegen Tierrechtler und wissenschaftliche Studien, die die
gesundheitlichen Gefahren des Veganismus belegen.
http://www.islamisten.de.vu
Eine erschütternde Sammlung von Berichten über Grausamkeiten, die
in aller Welt
im Namen des Islam begangen werden. Vorsicht, falls Kinder in der Nähe
des
Computer sind: Viele schreckliche Bilder.
Michael Miersch 22.12.2004 17:58
Lasst die Badewanne voll!
Unser Leser Prof. D. O. machte mich auf einen Artikel zweier Wissenschaftler
zum
Thema Trinkwasser aufmerksam, der schon vor längerer Zeit in der Frankfurter
Rundschau veröffentlicht worden ist. Sie erklären, warum es Unsinn
ist, in
Deutschland Wasser zu sparen. Unter anderem hat die vermeintlich ökologische
Sparwut der Bürger dazu geführt, dass die Rohrleitungen mit zwei
Millionen
Kubikmeter Trinkwasser im Jahr gespült werden müssen, um Verkeimung
zu
vermeiden.
http://www.fh-mainz.de/institute/forster/wasser-wassersparen.htm
Dirk Maxeiner 22.12.2004 12:07
Kennen Sie den?
Bei der Bild-Zeitung läuft seit zwei Monaten die Jahres-Endzeit-Rallye.
Klimakatastrophen suchten uns gleich serienweise heim. Heute wieder eine
Sensation in Balkenlettern: "Forscher schlagen Alarm!" Nee, wirklich?
Und warum
dies? Wer hätte es gedacht: "Neue Eiszeit!" Hui! Und welch ausgefallene
Begründung: "Schuld ist die Erderwärmung". Wie, Sie kannten
den schon? O.k., so
ne Zeitung muss halt jeden Tag gemacht werden. Zum Ausgleich deshalb mal Mark
Steyn, einer meiner Lieblings-Kolumnisten. Er hat sich in der Washington Times
der Thematik angenommen. Lesen Sie, was das alles mit Krill, langen Unterhosen
und den aussterbenden Deutschen zu tun hat.
http://washingtontimes.com/commentary/20041219-095249-1616r.htm
Dirk Maxeiner 21.12.2004 13:41
Sterbender Wald wächst noch schneller als erwartet
Thüringen verfügt über rund 30 000 Hektar mehr Wald als ursprünglich
angenommen.
Bilder dreier Satelliten brachten diese Überraschung. Besonders auf ehemaligen
Militärgeländen, stillgelegten Obstplantagen und an Waldrändem
wuchsen neue
Bäume. So vergrößerte sich Thüringens Wald um gut 5 Prozent
auf 573 000 Hektar.
In einem deutschlandweiten Pilotprojekt werteten die Landesanstalt für
Wald,
Jagd, Fischerei und die Universität Freiburg diese Bilder aus. Wo soll
das bloß
hinführen, wenn alle Bundesländer ausgewertet sind? Quelle: Thüringer
Allgemeine
vom 21.12.04. Danke an Leser FS. für den Hinweis!
Dirk Maxeiner 21.12.2004 13:25
Drei von der Öko-Püfstelle
Hier drei lesenswerte Publikationen, die in den letzten Wochen auf meinen
Schreibtisch gelangt sind.
"
Der tägliche Ökohorror - So werden wir manipuliert".
Der Chemiker Dr. Heinz Hug hat sein 1997 erstmals erschienenes Buch aktualisiert
und neu aufgelegt. Der Mann arbeitet das ganze Horror-Spektrum ab, ist
faktenstark und liebt es nachzurechnen, was immer wieder zu verblüffenden
Resultaten führt. Hug verbirgt seine daraus resultierende Empörung
nicht, der
Leser sollte deshalb ein Freund gepflegter Polemik sein. Zu beziehen unter:
http://www.Wolfgang-Brune.de
"
How to OverREACH onself - a Critical View on the EU Comission's Estimates of
the Health Benefits of its New Chemical Policy".
Statistik-Professor Walter Krämer (U.a. Autor des Bestsellers "Lexikon
der
populären Irrtümer") hat sich in einem Forschungsbericht der
kommenden neuen
EU-Chemikalienpolitik zugewendet. Unter dem Namen "REACH" strebt
die
EU-Bürokratie eine neue Monster-Regelung für die Registrierung, Zulassung
und
Bewertung von Chemikalien an. Krämer hat Kosten und Nutzen von REACH gegenüber
gestellt und kommt zu verheerenden Ergebnissen. Der Statistiker wirft den
Akteuren einen "Tunnelblick" auf Risiken vor. Will meinen: Mit einem
gigantischen Aufwand wird versucht, chemische Restrisiken für die Gesundheit
der
Bevölkerung auszuschließen. Diese sind Vergleich zu anderen alltäglichen
Gesundheitsgefahren wie Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, oder Bluthochdruck
minimal. Wem wirklich etwas an der Gesundheit der Bürger liegt, der sollte
knappe Mittel aber dort konzentriert einsetzen, wo der erzielte Effekt am
größten ist. Krämers Arbeit lässt sich im Internet runterladen:
http://www.statistik.uni-dortmund.de/lehrst/wssoz/publikationen/kraemer/pdf.htm
"
Climate Change and sustainable development".
Der liberale britische Thinktank "International Policy Network" hat
eine Gruppe
internationaler Wissenschaftler mit dieser Studie beauftragt. Sie widmen sich
der Frage, welche Maßnahmen am ehesten dazu geeignet sind, Entwicklungsländer
in
den Stand zu versetzen mit möglichen Klimaveränderungen umzugehen.
Statt dem
ü
blichen Kyoto-Mantra ist ein erfrischend konstruktiver und rationaler
Gegenentwurf herausgekommen. Die Studie ist schon alleine wegen einer Statistik
auf Seite drei lesenswert: Hier wird gezeigt, dass noch nie in den letzten
80
Jahren so wenig Menschen durch Naturereignisse getötet wurden wie heutzutage.
Kurzfassung und PDF-Datei zum runterladen unter:
http://www.policynetwork.net/main/press_release.php?pr_id=57
Michael Miersch 20.12.2004 12:22
Wie konnte Juschtschenko Dioxin überleben?
Dass der ukrainische Oppositionskandidat Viktor Juschtschenko eine
Dioxin-Vergiftung überlebte, nimmt Kolumnist Michael Fumento (Hudson Institute)
zum Anlass für ein paar grundsätzliche Überlegungen zu dieser
berüchtigten
Chemikalie. Ist sie wirklich so unfassbar bedrohlich und mega-giftig wie bei
diversen Dioxin-Skandalen immer behauptet wurde? Danke an Edgar Gärtner
für den
Tipp. Link:
http://www2.techcentralstation.com/1051/defensewrapper.jsp?PID=1051-350&CID=1051
-121604C
Henryk M. Broder 17.12.2004 21:17
Der wahre Peter
Ein wenig verwirrt wirkte er schon länger, aber jetzt ist Peter Scholl-Latour,
der Ayatollah unter den Orient-Experten, vollkommen durchgeknallt. Unser Leser
C.P. macht uns auf ein Interview aufmerksam, das PSL der "Jungen Freiheit" gab,
dem Organ der Versace-Rechten. Darin sagt er u.a.:
"
Die iranische Revolution von 1979 war durchaus gerechtfertigt. Damit
haben die Iraner nach langer Zeit westlicher Bevormundung ihr Schicksal selbst
in die Hand genommen. Das ist doch eine Voraussetzung, die man diesen Völkern
zubilligen muß."
"
Im Iran folgte auf die Hitze der Revolution eine Katharsis, und im
Moment ist das Land das toleranteste des ganzen Orient."
"
Ich finde es nicht gefährlich, wenn ein Land zu seinen religiösen
Wurzeln
zurückkehrt. Es ist nicht angemessen, von vornherein eine strenge Auslegung
des
Islam zu verdammen, nur weil wir im Westen uns die völlige Relativierung
der
Religion angewöhnt haben und der Bundeskanzler noch nicht einmal mehr
ein ,So
wahr mir Gott helfe' über die Lippen bringt. Man lacht bei uns über
die
Jungfrauengeburt Mariae, aber sie steht auch im Koran und gehört deshalb
zum
festen Glaubensgut des Islam. Die Rückkehr zur Verbindlichkeit des Islam
ist
kein Islamismus, wie wir das gerne unterstellen, es ist lediglich das Wesen
des
wahren Islam. Und daß eine Religion ein Grundgesetz als nachgeordnet
betrachet,
das liegt im Wesen einer jeden Religion, die sich noch selbst ernst nimmt.
Ich
halte eine gewisse Re-Islamisierung für das gute Recht der Türken,
und eine
vergleichbare christliche Renaissance würde auch uns Europäern ganz
guttun."
Henryk M. Broder 14.12.2004 01:05
BILD, die Bibel und der Atem der Geschichte
Das Problem mit der deutschen Wirklichkeit ist, daß sie inzwischen eine
satirische Qualität erreicht hat, die man nicht toppen kann. Kein Mensch
hat die
Phantasie, sich die Geschichten auszudenken, die wirklich passieren. Die
Kanzlerin macht einen Adventskalender für Hunde, die UNICEF-Botschafterin
Christiansen beteiligt sich an einem Hunde-Pflege-Salon, natürlich nur,
um mit
den Erlösen Not leidenden Hunden zu helfen, Artur Brauner, 86, dreht noch
einen
Film über Auschwitz, diesmal mit Sibel Kekilli, 24, in der Hauptrolle,
der
Kanzler-Bruder Lothar Vosseler stellt einen Antrag auf Hartz 4 und sagt: "Seit
Gerhard Kanzler ist, geht für mich alles schief." Demnächst
erscheint sein Buch:
"
Der Kanzler, leider mein Bruder, und ich". Mal ehrlich, Freunde, Kameraden,
Volksgenossen, wer von Euch wäre in der Lage, sich so etwas auszudenken?
Ich selbst weiß von diesen Geschichten nur, weil ich täglich BILD
lese,
Deutschlands auflagenstärkste und innovativste Tageszeitung. Ich kann
die
Lektüre der BILD jedermann und jederfrau nur empfehlen. Das Tolle an BILD
ist:
Dort, wo die Wirklichkeit definitiv aufhört, da läuft BILD zur Hochform
auf.
Dafür ein ziemlich frisches Beispiel:
BILD bringt, in Zusammenarbeit mit dem Verlag Weltbild, "eine Edelausgabe
der
Heiligen Schrift" heraus, die "Volksbibel" für 9.95 Euro,
2.5 Kilo schwer, 13o4
Seiten dick, 21 mal 29 Zentimeter groß. Also ein echt dickes Ding für
alle, die
den Satz "Geiz ist geil" für das 11. Gebot halten. Normalerweise
wäre so ein
Produkt in der Literatur-Ecke bei ALDI vorgestellt worden, präsentiert
von Eugen
Drewermann oder Friedrich Schorlemmer. Weil aber BILD bestens vernetzt ist
und
Kontakte in alle Chefetagen hat, fahren acht Bild-Redakteure unter der Führung
von Kai Diekmann nach Rom, um dem Papst ein druckfrisches Exemplar der
Volksbibel zu übergeben. Am Tag nach der "Papst-Audienz für
BILD im Vatikan"
lesen wir in der BILD, was Kai Diekmann dem Heiligen Vater gesagt hat: "BILD
ist
die größte Zeitung Europas. Mit über 12 Millionen Lesern täglich
ist uns auch
die Verbreitung der christlichen Glaubensbotschaft ein ernstes Anliegen. Die
Bibel ist nicht nur das Buch der Christen, sondern Grundlage der gesamten
abendländischen Kultur." Wir sehen, wie Kai Diekmann dem Papst die
Bibel
ü
bergibt ("Gruppenbild mit Papst und BILD-Bibel") und wir lesen eine
herzbewegende kleine Reportage von Norbert Körzdörfer, der nix dafür
kann, daß
er so heißt, sehr wohl aber dafür, wie er schreibt: "Die BILD-Delegation,
ganz
in Schwarz, schreitet sanft über den kühlen Marmor und die dicken
gespannten
Teppiche... Man empfindet Ehrfurcht und Geborgenheit. Den Atem der Geschichte
und der Ewigkeit... Der Abschied. Das Ende. Ein Sekretär flüstert:
,Er weiß, daß
Sie auf der Seite der Armen, Kranken und Schwachen sind. Wir gehen. Die Tür
schließt sich. Regen tropft an die Fenster. Die Schritte hallen. Die
Gardisten
warten mit gekreuzten Hellebarden."
Und eine Frage schwebt im Raum: Warum sind die Gardisten nicht
eingeschritten? Werden sie nicht dafür bezahlt, daß sie den Papst
beschützen?
Einen Tag darauf legt "BILD-Autor Norbert Körzdörfer" noch
mal nach: "Ich ging
durch die geheimen Gänge des Vatikans", vorbei an Kardinälen
mit "blutroten
Schärpen" und schwarzen Bischöfen mit "violetten Käppchen" und "befrackten
Dienern". Normale Sterbliche gehen über sieben Brücken, Norbert
Körzdörfer
durchschitt "15 Türen, 15 Säle, Räume und Empfangszimmer",
bis plötzlich "die
kleinste Tür" aufging und ein Monsignore auf Deutsch sagte: "Bitte..." Wir
ahnen, wie es weiter ging.
Aber Körzdörfer produziert nicht nur Schmäh, daß die Fresken
von den Wänden
fallen, er hat auch ein Herz für Tiere. Für BILD schreibt er unter
dem Pseudonym
"
Herrchen" eine Kolumne ("Mein Hund und ich") über seinen
Terrier (oder ist es
ein Dobbermann?) namens Ruby.
Kaum war Herrchen "aus Rom zurück, von einer Pilgerfahrt", wurde
er schon von
Ruby begrüßt: "Ruby bellte im Garten. Ich kniete - und die
Hand, die den Papst
berührt hatte, streichelte das seidige Fell unseres Hundes."
Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Aber das ist noch nicht alles. "Drei
Kinder laufen in meine Pfoten - und ein lächelndes Frauchen."
Auch dabei ahnen wir, wie es weiter ging.
So weit, so gut. Was ich jetzt nur noch wissen möchte, ist dies: Haben
die
BILD-Leute außer der Bibel dem Heiligen Vater auch ein paar Exemplare
ihrer
Zeitung mitgebracht? Damit er sich ein Bild machen kann, mit welchem Ernst
sie
die christliche Glaubensbotschaft verbreiten und die Grundlagen der
abendländischen Kultur verteidigen? Zum Beispiel die Ausgabe mit der großen
"
Penis-Debatte: Zeigt mal kurz, wie lang er ist" oder den Bericht wie Dagmar
Koller, 65, und ihr Mann Helmut Zilk, 77, das Sakrament der Ehe praktizieren:
"
Ich schlafe seit 11 Jahren nicht mehr mit meinem Mann". Sehr anschaulich
wären
auch Geschichten wie Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig mit dem Schicksal fertig
wird ("Mein Hoden muß amputiert werden"), wie der Berliner
Bürgermeister sich
selbst geheilt hat ("Wowereit nicht mehr schwul?") und wie
Orgasmus-Simulantinnen enttarnt werden können: "Wie erkenne ich,
ob meine Frau
mich beim Sex belügt?" Und als Krönung die heiße Reportage über "Deutschlands
knusprigste Bäckerin", die mit nacktem Oberkörper "leckere
Brötchen aus dem
Ofen" holt. So wird nicht nur die gute alte abendländische Kultur
verteidigt, so
kommt auch das Handwerk wieder zu Ehren.
Wahrscheinlich glaubt der Papst, BILD wäre so etwas wie die tägliche
Ausgabe des
"
Wachturm". Höchste Zeit also, den Heiligen Vater, der schon von der
Friedensbewegung mißbraucht wurde, aufzuklären. Denn in Wirklichkeit
ist es
nicht BILD, die die christliche Glaubens-
botschaft verbreitet, sondern ihre kleine Schwesterzeitung BZ.
Unter der Überschrift "Berlin diskret" bieten "Neue Polinnen
ab 18 J., preiswert
&
sympathisch" ihre Dienste an, "Exklusive Polen Modelle", "Süße
Polinnen" und
"
Sexy Polinnen und Russinnen".
Das ist praktizierte Nächstenliebe, Wandel durch Annäherung und
Völkerfreundschaft in ihrer reinsten Form. Höchste Zeit, daß auch
eine
Delegation der BZ nach Rom pilgert, um sich den Segen des Papstes zu holen.
Michael Miersch 08.12.2004 12:00
Vive l'hypocrisie
Unser Südwestkorrespondent Senor Daffy - http://www.senordaffy.de/ - machte
uns
auf einen faktenreichen Artikel der schweizer WELTWOCHE aufmerksam, der die
Highlights französischer Außenpolitik der jüngsten Vergangenheit
ins Gedächtnis
ruft.
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=9307&CategoryID=66
Gudrun Eussner har gleich mehrere sehr informative Texte zur Konferenz der
frankophonen Länder in Wagadugu geschrieben.
Man findet sie hier:
http://www.eussner.net/
Dort erfährt man beispielsweise Folgendes: "Fast die Hälfte
der am wenigsten
entwickelten Länder der Welt sind frankophon, unter den vierzig ärmsten
und am
meisten verschuldeten Länder sind die Hälfte frankophon." Warum
wohl?
Henryk M. Broder 07.12.2004 23:14
Was Joschka hätte sagen können
Letztes Wochenende hat der deutsche Außenminister Joschka Fischer die
palästinensische Führung in Ramallah besucht und einen Kranz am Grabe
von Jassir
Arafat niedergelegt. Wir dokumentieren die Rede, die er aus diesem Anlass
gehalten hat.
Liebe Freunde,
Jassir Arafat, der Gründer und Führer der PLO, ist erst seit kurzem
tot, und
schon weht ein frischer Wind im Nahen Osten. In den palästinensischen
Gebieten
werden Wahlen vorbereitet, die israelische Regierung hat angekündigt,
daß sie
mit der neu gewählten Führung verhandeln wird, der israelische und
der
palästinensische Außenminister reden wieder miteinander, die israelische
Friedensbewegung unterstützt Arik Sharon und sogar die radikalen
palästinensischen Organisationen haben erklärt, daß sie sich
am politischen
Prozeß beteiligen möchten. Das alles sind mehr als positive Zeichen,
die dafür
sorgen, daß sich unsere Trauer über das Ableben von Jassir Arafat
mit
Erleichterung mischt.
Und während wir hier am Grab des Gründers und Führers der PLO
stehen, fragen wir
uns:
Wo sind die rund 9oo Millionen Dollar geblieben, die er zur Seite geschafft
hat,
obwohl das Geld dazu bestimmt war, die Lebensverhältnisse der Palästinenser
zu
verbessern? Wo ist das kleine schwarze Buch geblieben, in das er die Bewegungen
auf seinen vielen Konten notierte, darunter auch eines bei der Bank Leumi in
Tel
Aviv? Hat er sowohl das Geheimnis um das Geld wie auch das kleine schwarze
Buch
in sein Grab mitgenommen?
Wir wissen, daß Jassir Arafat ein bescheidener Mann war, der sparsam
gelebt hat.
Er ernährte sich von Pita, Cola und Thunfisch in Dosen, er trug immer
dieselbe
Uniform und dasselbe Kopftuch. Er hatte kein Privatflugzeug, keine Jacht, nicht
einmal einen gebrauchten Porsche.
Er hatte nur ein Hobby: Er sammelte Geld, so wie andere Leute Briefmarken,
Bierdeckel oder Schneekugeln sammeln. Und als Sammler war er sehr erfolgreich,
er brachte es zum sechstreichsten Mann der Welt, nach Bill Gates, den
Aldi-Brüdern und Dagobert Duck.
Derweil lebte ein Teil seines Volkes unter mehr als kümmerlichen Bedingungen
in
Flüchtlingslagern, bekam Lebensmittelrationen von der UNRWA und träumte
von der
Rückkehr nach Akko, Jaffo und Ejn Kerem.
Für Jassir Arafat war es ein schöner Traum. Er trat vor der UNO auf,
wurde vom
Papst empfangen, von Jacques Chirac umarmt und von Journalisten umlagert, die
es
schick fanden, tagelang auf einen Termin zu warten, um schließlich morgens
um
vier an sein Feldbett gerufen tu werden. Arafat war, nach dem Ableben von Enver
Hodscha, Kim Il Sung, Pol Pot und Nicola Ceaucescu und der Absetzung von Saddam
Hussein der letzte Despot, der sich auf die "Liebe" seines Volkes
zu ihm
verlassen konnte, eine Liebe, die er mit Angst, Bestechung und Korruption in
Gang hielt und von 12 Geheimdiensten sichern ließ. Nein, er war nicht
der
letzte, Castro und Ghaddafi sind noch im Amt, aber die stehen wenigstens an
der
Spitze richtiger Unternehmen, während Arafat ein Kapitän in einer
Badewanne war,
ein Feldherr ohne Hügel, ein Intendant, dessen Theater nur in seinem Kopf
existierte.
Er hat euch, meine lieben Freunde, nicht nur 4o Jahre lang im Kreis geführt,
er
hat euch auch belogen, betrogen und ausgenommen. Ist euch noch nie der Gedanke
gekommen, daß Arafat an allem, nur nicht an einem Ende des Konflikts
und der
Gründung eines palästinensischen Staates interessiert war? Daß ein
demokratischer palästinensischer Staat neben und nicht auf den Trümmern
von
Israel, mit einem frei gewählten Parlament, mit Gewaltenteilung, Pressefreiheit,
gleichen Rechten für alle das Ende von Arafats Karriere bedeutet hätte?
Selbst
wenn er der erste Präsident oder Regierungschef eines souveränen
Palästina
geworden wäre, er hätte seine Macht mit anderen teilen müssen,
und er wäre der
Präsident oder Regierunschefs eines Zwergstaates von der Größe
des Saarlandes
geworden, reduziert auf das wahre Maß seiner Bedeutung, zuständig
und
verantwortlich für Arbeit und Soziales, Wirtschaft und Bildung, Straßenbau
und
Müllabfuhr. Kann sich einer von euch vorstellen, Arafat wäre mit
so einer Rolle
zufrieden und glücklich gewesen?
Ihr seid natürlich nicht das erste Volk, das seinem Unterdrücker
die Stiefel
küßt und an seinem Grab Tränen vergißt. So etwas hat
es in der Geschichte öfter
gegeben. Ich sage nur: Stalin. Aber müßt ihr euch an den Russen
ein Beispiel
nehmen? Warum nicht an den Italienern, die ihren Mussolini entsorgt haben oder
an den Ukrainern, die grade im Begriff sind, ihren Diktator loszuwerden?
Arafat war ein Glücksfall für Israel, aber für euch war er der
Supergau. Er hat
euch mit Illusionen gefüttert, von einem Desaster ins andere geführt
und jede
historische Chance vergeigt, die ihm geboten wurde. Nach dem ersten Abkommen
von
Camp David, nach dem ersten Irak-Krieg, nach Oslo, nach Taba, nach allem. Ihr
seid ihm nachgelaufen, und wir haben ihn gewähren lassen. Was aber wäre
gewesen,
wenn er schon vor zehn Jahren gestorben oder wenigstens zurück getreten
wäre? Er
war immerhin weiter als Moses gekommen, Arafat hatte das Gelobte Land betreten.
Doch kaum war er in Gaza und Jericho angekommen, organisierte er
Militäraufmärsche, empfing Diplomaten aus aller Welt, unterschrieb
Todesurteile
gegen Volksverräter und erklärte immer wieder, er wollte als Märtyrer
sterben.
Aber er ließ immer nur andere sterben. Mit den Israelis, die von euren
Märtyrern
in die Luft gejagt wurden, hatte er so viel Mitleid, wie mit euren Kindern,
die
von den Israelis getötet wurden. Warum hat es Arafat nicht wenigstens
ein Jahr
lang probehalber mit gewaltlosem Widerstand versucht, wie Ghandi gegen die
Briten? Er hätte nicht nur die ganze Welt, er hätte auch die Mehrzahl
der
Israelis auf seiner Seite gehabt. Und ihr hättet inzwischen euren Staat,
nicht
so groß, wie ihr ihn haben wolltet, aber auf jeden Fall größer
als das, was ihr
heute bekommen könnt. Und wenn ich euch heute einen guten Rat geben darf:
Nehmt,
was euch angeboten wird, und wenn es für den Anfang nur Gaza ist. Da könnt
ihr
eine Weile üben, wie man einen Staat organisiert, wie man mit Extremisten
fertig
wird und wie man aus Schwertern Pflugscharen macht. Dazu müßt ihr
nur eure
Milizen entmachten, eure Banden entwaffnen und euren Märtyrern sagen,
daß es
nirgendwo in der Welt 72 Jungfrauen auf einmal gibt, nicht einmal im Himmel.
Das war es, was ich euch heute am Grab von Jassir Arafat sagen wollte. Ich
hätte
es euch auch eher sagen können, aber ich hatte zu viel zu tun. Außerdem:
besser
spät als gar nicht. Nehmt euch an mir ein Beispiel. Salam aleikum.
Dirk Maxeiner 07.12.2004 17:59
Nachhaltig sterben lassen
Ugandas Bevölkerung leidet furchtbar unter Malaria. Jährlich sterben
alleine
70.000 bis 100.000 Kinder unter fünf Jahren an der Krankheit (Siehe:
http://www.health.go.ug/malaria.htm ). In ihrer Not will die ugandische
Regierung nun von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machen und Pestizid DDT zur
Bekämpfung der Anopheles-Mücke einsetzen. DDT ist nach wie vor das
wirksamste,
am einfachsten anwendbare und preiswerteste Bekämpfungsmittel. Im Vergleich
zur
landwirtschaftlichen Anwendung werden dafür nur sehr kleine Mengen ausgebracht
(überwiegend in Innenräumen), die keine Gefahr für Gesundheit
oder Umwelt
darstellen. Jetzt droht die europäische Organisation zur Einhaltung sicherer
und
nachhaltiger Standards in der Landwirtschaft (EUREGAP) damit, Uganda auf den
Index zu setzen, um europäischen Verbraucher und Biokost-Anhänger
vor
DDT-Spurenresten zu schützen, die auf Felder geraten könnten. Für
Uganda wäre
das eine wirtschaftliche Katastrophe: Das Land würde 23 Millionen Dollar
an
landwirtschaftlichen Exporten nach Europa verlieren. Die Alternative lautet
damit nach jetzigem Stand: Bankrott gehen oder weiter sterben lassen. Soviel
zur
Solidarität von Europas edlen Seelen mit der Dritten Welt. Siehe:
http://allafrica.com/stories/200412010941.html
Michael Miersch 06.12.2004 17:24
Wer hat Angst vorm Weihnachtsmann?
Um gegen mögliche Missbrauchsvorwürfe gewappnet zu sein, lässt
die Leitung eines
Einkaufszentrums im walisischen Llanelli den Weihnachtsmann per Kamera
ü
berwachen. In Großbritannien und den USA ist es üblich, dass in
Kaufhäusern ein
Weihnachtsmanndarsteller in einem Häuschen Kinder empfängt, die ihm
ihre
Geschenkwünsche mitteilen. Die Warenhausleitung rief die Kinder dazu auf,
sich
nicht auf den Schoß des Weihnachtsmannes zu setzen. Um ganz sicher zu
gehen,
wurde eine Überwachungskamera im Häuschen installiert. Die Maßnahme,
so der
Geschäftsführer, sei "wegen der wachsenden Bedenken in der Bevölkerung
unvermeidbar."
Quelle: DIE WELT vom 03.12.2004
Michael Miersch 03.12.2004 16:45
Da freut sich der Kunde
Gefunden auf dem äußerst lesenswerten Blog
http://www.senordaffy.de
Autor David Harnasch bestellt sich eine CD bei einem kleinen amerikanischen
Musikverlag. Sie kam mit dem folgendem Beipackzettel:
Thanks for your order with CD Baby!
Your CD has been gently taken from our CD Baby shelves with
sterilized contamination-free gloves and placed onto a satin pillow.
A team of 50 employees inspected your CD and polished it to make sure
it was in the best possible condition before mailing.
Our packing specialist from Japan lit a candle and a hush fell over
the crowd as he put your CD into the finest gold-lined box that money
can buy.
We all had a wonderful celebration afterwards and the whole party
marched down the street to the post office where the entire town of
Portland waved 'Bon Voyage!' to your package, on its way to you, in
our private CD Baby jet on this day, Wednesday, December 1st.
I hope you had a wonderful time shopping at CD Baby. We sure did.
Your picture is on our wall as 'Customer of the Year'. We're all
exhausted but can't wait for you to come back to CDBABY.COM!!
Thank you once again,
Derek Sivers, president, CD Baby
the little CD store with the best new independent music
Michael Miersch 03.12.2004 13:25
Linksschreibreform
Soeben habe ich entdeckt, dass das Rechtschreibprogramm von WORD wirklich auf
der Höhe der Zeit ist. Schreibe ich das Wort "prokapitalistisch",
wird es rot
angestrichen, "antikapitalistisch" dagegen wird akzeptiert. Tja.
Dirk Maxeiner 02.12.2004 13:45
Fette Amis als Klimaschädlinge
Immer weitere Kreise der Umwelt-Wissenschaften sind offenbar zu langer
Sonneneinstrahlung ausgesetzt gewesen. Jetzt hat es eine Professorenriege am
"
National Center for Environmental Health" in Atlanta erwischt. Unter dem
Titel
"
Economic and environmental costs of obesity" ("Wirtschafts- und Umweltkosten
der Fettleibigkeit") kommen Sie zu dem Schluss: Dicke Amis schädigen
das Klima!
Die Kausalität ist von entwaffnender Logik: Dicke Amis wiegen mehr. Sie
erhöhen
also das Gewicht von Flugzeugen. Mehr Gewicht bedeutet mehr Benzinverbrauch.
Mehr Benzinverbrauch führt zu höheren CO2-Emissionen. Und die wiederum
heizen
das Klima auf! Man nehme jetzt einen Supercomputer und rechne alles sorgsam
durch. Und dann ist es wissenschaftlich nachgewiesen: 3,8 Millionen Tonnen
mehr
Kohlendioxidausstoss! Schlechte Zeiten für Micheal Moore: Der Mann muss
auf Diät
gesetzt werden. Das gleiche gilt für den König von Tonga und den
Bullen von
Tölz, für Helmut Kohl und Bärbel Höhn. Vor allem aber:
Der Fischer Joschka,
dieser Vielflieger, muss endlich wieder runter von seinem Speck. Wie wär's
mit
einer Sushi-Diät in Kioto?
Dirk Maxeiner 01.12.2004 12:54
Mutige Moslems
Im Schweizer Kanton Wallis haben couragierte Moslems drei extremistische
Mitglieder ihrer Gemeinde angezeigt - wegen Aufruf zu Verbrechen, Gewalt und
Rassismus. Bei den Klägern handelt es sich um den Leiter einer muslimischen
Vereinigung, der bereits bedroht und erpresst wurde, sowie eine muslimische
Frau, die bereit ist vor Gericht auszusagen. Vielleicht finden ja auch deutsche
Muslime jetzt den Mut ihnen bekannte gemeingefährliche Fanatiker vor Gericht
zu
bringen. Die angeklagten drei schweizer Islamisten stammen aus Nordafrika,
zwei
davon besitzen bereits die schweizer Staatbürgerschaft, der Dritte steht
kurz
davor. Der Regierunspräsident des Kantons Wallis erwägt nun einen
Schritt, den
es in der Schweiz noch nie gegeben hat: Den Betroffenen die Staatsbürgerschaft
wieder abzuerkennen. Das wird auf dem Schweizer Weblog De FACTO berichtet.
Danke
Leser F.H für den Hinweis.
Michael Miersch 30.11.2004 13:38
John Stossel lesen!
In Amerika gibt es einen Journalisten, der Ökomythen auseinander nimmt,
staatliche Regulierungswut kritisiert und moralisierende Symbolpolitik entlarvt.
Ganz ähnlich wie DIE ACHSE DES GUTEN. Und das verrückte ist, der
Kerl hat
richtig Erfolg damit. John Stossel ist Moderator des ABC-Nachrichtenmagazins
"
20/20" und kann seine Themen in großen TV-Dokumentationen aufbereiten.
Schade,
dass es soetwas hier nicht gibt. Überflüssig zu sagen, dass auch
sein Buch nicht
auf Deutsch verlegt wird. Für die, die es auf Englisch lesen möchten,
hier die
Daten:
John Stossel
"
Give Me a Break"
Harper Collins Pulishers, New York 2004
Dirk Maxeiner 29.11.2004 10:19
Der wahre Supergau
Während in Deutschland schon ein leckes Heizungsrohr in einem Atomkraftwerk
als
Störfall Schlagzeilen macht, gerätein wenig in Vergessenheit, welche
Form der
Energiegewinnung bereits Hundertausende, wenn nicht Millionen von Toten
gefordert hat. Daran erinnert jetzt eine Meldung aus Shanghai. Laut dem
Korrespondenten des Sydney Morning Herald (23.10.2004) sterben in China vier
Bergleute je eine Million Tonnen geförderter Steinkohle. Diese Zahl gestehe
die
Regierung offiziell ein. China fördert jährlich 1700 Millionen Tonnen
Steinkohle, das ergäbe umgerechnet 6.800 getötete Bergarbeiter pro
Jahr.
Internationale Arbeitsorganisationen schätzen die tatsächliche Zahl
sogar noch
höher ein, die Rede ist teilweise vom Drei- bis Vierfachen. Danke an Leser
H.O.
für diesen Hinweis.
Dirk Maxeiner 24.11.2004 14:41
Kalt erwischt
Schmilzt die Arktis dahin wie niemals zuvor? Wer kürzlich entsprechende
Meldungen gelesen hat (und das ließ sich kaum vermeiden), schaue sich
doch
einmal die Kurve der Temperaturveränderungen dort von 1880 bis heute an.
Ergebnis: In den nördlichen Breiten war es 1938 schon einmal genauso warm
wie
heute, die Temperatur war zuvor sogar doppelt so schnell wie diesmal angestiegen
(danach kühlte es bis Mitte der sechziger Jahre wieder stark ab).
http://junkscience.com/MSU_Temps/ArcticTrends1880-2003.GIF
Richtig bleibt, dass es in der Arktis in den letzten Jahrzehnten wärmer
geworden
ist und dass diese Beobachtung mit den Voraussagen der Klimamodelle
ü
bereinstimmt. Nicht erwähnt wird allerdings, dass es im größten
Teil der
Antarktis kälter geworden ist und dass dies den gleichen Klimamodellen
widerspricht. Die neue Broschüre "Globaler Klimawandel - Klimaschutz
2004" des
Umweltbundesamtes enthält denn auch eine Überraschung: Die Antarktis
wird nicht
einmal erwähnt - im Gegensatz zur Arktis. Eine Erklärung wird nicht
angeführt.
Mehr darüber unter: http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_10.html
Dirk Maxeiner 23.11.2004 10:50
Die Armen werden reicher
Das Jahr 2004 wird für die meisten Entwicklungsländer als ökonomischer
Superlativ abschliessen. Der soeben veröffentlichte Weltbank-Jahresbericht über
die globale ökonomische Lage bescheinigt den Entwicklungsländern
für 2004 ein
Wirtschaftswachstum von 6,1 Prozent, sie liegen damit deutlich über dem
Welt-Durchschnitt (4,0 Prozent). In den letzten vier Jahren seien viele Länder
schneller vorangekommen, als in den gesamten neunziger-Jahren. Für 2004
und 2005
werden jeweils weitere fünf Prozent Wachstum erwartet. Die Weltbank spricht
von
einem "spektakulären" Rückgang der Armut. Dies gilt nicht
nur für
Schwellenländer wie China oder Indien, sondern für die meisten armen
Länder rund
um den Globus. Ausnahme bleiben weiterhin viele Länder in Afrika. Dort
verhindern unter anderem ineffiziente ökonomische Strukturen und ineffiziente
Regierungsausgaben einen Aufschwung. Klingt ein bisschen wie Deutschland,
allerdings fallen wir auf einem sehr viel höherem Niveau zurück.
Siehe: www.benadorassociates.com/article/9336
Henryk M. Broder 23.11.2004 09:09
Ein Platz in der Küche
"
Der Kanzler rät den Deutschen: Jeder, der Platz im Herzen und zu Hause
hat,
sollte ein Kind adoptieren" titelte die BILD-Zeitung gestern.
Die Schröders sind mit gutem Beispiel voran gegangen und haben ein Kind
adoptiert. Und das finde ich, ganz im Ernst, großartig. Etwas Besseres
kann man
nicht tun, als einem Kind das Leben zu retten. Es gab hinterher das übliche
Geschrei der Bürokraten und Sozialarbeiter, die sich übergangen fühlten:
Die
Schröders wären zu alt, sie hätten sich an die Regeln nicht
gehalten usw... Ja,
es ist für ein elternloses Kind aus Rußland wirklich eine Zumutung,
nach
Hannover entführt zu werden, aus dem Luxus eines Weisenheimes in das Elend
eines
Reiheneckhauses. Das kann man einem Kind nicht antun. Beinah wäre die
kleine
Viktoria zurück geschickt worden, damit die ganze Prozedur wiederholt
werden
kann, diesmal genau nach den Regeln von adoption international. So wie
Flüchtlinge, die ihren Asylantrag nicht bei den deutschen Vertretungen
in den
Krisengebieten, sondern erst an der Grenze stellen, zurück geschickt werden.
Aber, die Sache ist noch mal gut gegangen, und deswegen sagt der Kanzler jetzt:
Jeder sollte ein Kind adoptieren!
Er hat recht. Aber das kann nicht alles sein. Jeder, der Platz in der Küche
und
im Keller hat, sollte einen Ausländer adoptieren. Und schon wäre
das
Ausländerproblem gelöst. Jeder, der Platz im Hobbykeller hat, sollte
einen
Arbeitslosen adoptieren, schon wären die fast fünf Millionen Arbeitslosen
versorgt, ohne daß es die Bundesagentur für Arbeit auch nur einen
Euro kosten
würde. Dann könnte man auch die Bundesagentur auflösen, rund
9o.ooo Beamte zur
Bewährung in die Landwirtschaft schicken und die gesparten Milliarden
in die
Sanierung der Unis stecken. Und wer ein Klappbett und einen Medizinschrank
im
Bad hat, der adoptiert einen Kranken und bekommt eine Urkunde von Ulla Schmidt.
Wahrscheinlich weiß der Kanzler nicht, was für eine Idee er da in
die Welt
gesetzt hat. So war es auch bei der Erfindung des Rades. Jetzt muß die
Sache nur
noch ins Rollen kommen. Was mich angeht, ich adoptiere die Braut, die neulich
auf Seite 1 der BILD-Zeitung posierte und nix anhatte, weil man ihr den Koffer
mit den Kleidern geklaut hatte. Hoffentlich ist sie noch zu haben.
Henryk M. Broder 17.11.2004 20:38
Burka mit Klimaanlage
Spiel und Spaß, Erziehung und Erbauung: Wie man den moslemischen
Nationalfeiertag gestalten könnte, so daß alle etwas davon haben
und niemand zu
kurz kommt.
Im Gegensatz zu meinem Freund Michael Miersch bin ich entschieden für
die
Einführung eines moslemischen Nationalfeiertags in der Bundesrepublik.
Das
Wissen um die Kultur der Anderen ist der Schlüssel zum Verständnis
der Lebensart
der Anderen. Es reicht nicht, einmal im Jahr den "Tag der Offenen Moschee"
auszurufen, es muß mehr unternommen werden, um den Moslems Gelegenheit
zur
Selbstdarstellung zu geben und interessierten Nicht-Moslems die Option, sich
aus
erster Hand zu informieren.
Um peinliche Debatten, die unsere moslemischen Mitbürger nur kränken
und zu
unkontrollierten Reaktionen verleiten könnten, zu vermeiden, sollte als
erstes
das Datum des moslemischen Nationalfeier-tages (Arbeitstitel: Trittin-Day)
festgelegt werden. Da bietet sich ganz organisch der Al-Kuds-Tag an, der schon
vor vielen Jahren von Ayatollah Khomeini eingeführt wurde. An diesem Tag
demonstrieren Moslems in aller Welt für die Befreiung Jerusalems von der
zionistischen Besatzung. Es gibt also schon eine gewisse Tradition, auf der
man
aufbauen könnte.
Eine mögliche Alternative zum Al-Kuds-Tag wäre der Geburts- bzw.
Todestag der
großen Islamgelehrten Annemarie Schimmel, die Zeit ihres Lebens die Ansicht
verbreitet hat, der Islam sei die Religion des Friedens und der Nächstenliebe.
Sobald der Tag fest steht, müßte eine Diskussion um die Inhalte
anfangen. Ich
stelle mir eine Mischung aus Tag der Offenen Tür und Info-Messe vor, nach
der
Art der Anuga oder Photokina, wo einzelne Anbieter ihre Produkte präsentieren.
Mit dem Unterschied, daß nicht Waren sondern Ideen und deren Urheber
im
Mittelpunkt stehen.
Da könnte es zum Beispiel einen "Shuk" geben, mit Ständen
der verschiedenen
Aktionsgruppen, die den Besuchern erklären, was sie gemeinsam haben und
was sie
unterscheidet. Hamas, Jihad, die Al-Aksa-Brigaden und Hizbollah könnten
so den
Vorurteilen, die über sie im Umlauf sind, aktiv entgegen treten. Die Aufklärung
könnte im Rahmen eines Al Jazeera-Programms in die ganze Welt übertragen
werden:
"
Wie sie wurden, was sie sind."
Ü
berhaupt wäre es wichtig, Klischees zu widerlegen. Zum Beispiel, daß die
Burka
und der Schador nicht nur Zeichen für die Unterdrückung der Frau,
sondern auch
unbequem und unpraktisch sind, vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer.
Man
könnte Mode-Designer aus moslemischen Ländern einladen, die neue,
luftdurchlässige Stoffe verwenden und "klimatisierte" Burkas
und Schador
entwerfen, die nicht nur atmungsaktiv sondern auch sehr chick sind. Dazu könnte
es eine Modenschau mit den letzten Modellen geben und ein Symposium "Mode
als
Lebenshaltung", mit Hugo Boss, Wolfgang Joop und Karl Lagerfeld als deutschen
Teilnehmern. Und als Zeichen guten Willens könnten Claudia Roth und Marie-Luise
Beck ihre Lieblingsburkas vorführen, wobei man diese Fashion-Show mit
einer
Tombola verbinden sollte: "Who is Who?" Wer richtig tippt, unter
welchem Umfang
Claudia steckt, nimmt an einer Ziehung teil: Erster Preis: Teilnahme beim
nächsten Parteitag der Grünen.
Außer Spiel und Spaß müßte es auch ernste Bildungsangebote
geben, natürlich in
leichter, unterhaltsamer Form. Nachdem das Köpfen in Verruf geraten ist,
sollte
in Form einer kleinen Ausstellung daran erinnert werden, daß noch vor
kurzem die
Todesstrafe in Frankreich mit der Guillotine vollzogen wurde, was für
die
Delinquenten sicher auch nicht angenehm war. Dazu ein Quiz, wie es in "Wetten,
daß..." öfter gespielt wird. Den Bildern von Daniel Pearl,
Nicolas Berg, Margret
Hassan und etwa einem Dutzend anderer kopfloser Geiseln sollten die richtigen
Namen zugeordnet werden. Wer alle Bilder und Namen richtig kombiniert, darf
bei
der nächsten Amputation die Video-Kamera bedienen. Und wer nur die Hälfte
schafft, bekommt immerhin eine Studienfahrt nach Darfur geschenkt.
Das sind natürlich alles nur erste Ideen, an denen noch gefeilt werden
müßte.
Denkbar wäre es, Salman Rushdie zu bitten, sich als Gesprächs-
partner von Peter Scholl-Latour zur Verfügung zu stellen, wobei die Frage
der
An- und Abreise noch geklärt werden müßte. Schon einmal hat
sich die Lufthansa
geweigert, Salman Rushdie zu befördern, man könnte ihn ja mit einer
Maschine des
Kanzleramtes ein- und wieder ausfliegen - wenn es denn dazu kommt.
Als erstes sollte ein Think Tank gebildet werden, der die Vorschläge sammelt
und
bewertet. Als qualifizierte Vorsitzende bietet sich Rita Süßmuth
an, die als
Wahlbeobachterin in den USA gute Arbeit geleistet hat und derzeit leicht
unterbeschäftigt ist. Es wäre sicher auch nützlich, die Leiter
der
Goethe-Institute in den moslemischen Ländern um Vorschläge zu bitten.
Unverzichtbar wäre auch die Teilnahme der amnesty-international-Repräsentanten
aus Saudi-Arabien, Pakistan, Sudan und Nigeria. Und wenn alle Vorschläge
auf dem
Tisch liegen, wenn nur noch geklärt werden muß, ob der Bundespräsident
oder der
amtierende Bundesratspräsident den Feiertag ausrufen soll, halten wir
kurz inne
und stellen das ganze Projekt "on hold" - wie einen Anruf bei der
Reiseauskunft
der Bundesbahn.
Und wir verlassen die Warteschleife und schreiten umgehend zur Tat, sobald
in
Riad, Islamabad, Lagos oder Khartum eine Love Parade gefeiert wurde oder der
Christopher Street Day oder ein schwullesbi-sches Straßenfest, wie sie
in
Berlin, Amsterdam, Kopenhagen, sogar Zürich gefeiert werden. Das heißt,
wir
führen die gute alte Regel des "quid pro quo" wieder ein, oder
wie es die Briten
sagen: "tit for tat".
Man könnte noch weiter gehen: Sobald in den moslemischen Metropolen europäische
Frauen in Jeans, T-Shirts und kurzen Röcken unge-hindert herumlaufen dürfen,
heben wir das Kopftuchverbot wieder auf.
Die Zeit der multikulturellen, einseitigen Vorleistungen ist vorbei.
Ab jetzt machen wir nur noch Geschäfte auf Gegenseitigkeit.
Michael Miersch 09.11.2004 11:42
Die Wahrheit über Arafats Koma
Klasse Glosse von Hans Zippert:
http://www.welt.de/data/2004/11/08/357462.html
Dirk Maxeiner 08.11.2004 13:17
Fünftes Gebot verboten
Der holländische Künstler Chris Ripke hat als Reaktion auf die Ermordung
von
Theo van Gogh durch einen islamischen Fundamentalisten eine Plakatwand mit
der
Aufschrift "Du sollst nicht töten" versehen. Der Leiter einer
nahegelegenen
Moschee empfand die Äußerung als "beleidigend" und "rassistisch".
Die
holländische Polizei ließ die Inschrift daraufhin beseitigen. Ein
Lokalreporter,
der gegen dieses Vorgehen protestierte, soll festgenommen worden sein. Siehe:
http://maarten.typepad.com/brusselsblog/2004/11/thou_shalt_not_.html
Henryk M. Broder 07.11.2004 23:35
Angelina und Mia: Auf nach Afrika!
Wenn der Sicherheitsrat der UN nicht mehr weiter weiß, dann schickt er
seine
Geheimwaffen los. Meistens Kofi Annan, der mit sanfter Stimme vor
unkontrollierter Gewalt warnt und zur Besonnenheit aufruft. Und wo Kofi Annan
nicht weiter kommt, werden "good will ambassadors" in die Welt geschickt.
Ende
Oktober war die Schauspielerin Angelina Jolie im Sudan, um sich vor Ort über
die
Lage in der Krisenregion Darfur zu informieren. Nachdem sie von allen Seiten
ausgiebig interviewt und fotografiert wurde, verließ sie das Land mit
der
ü
berraschenden Erkenntnis, die Situation sei "unbelievably horrible".
Letztes
Wochenende reiste Mia Farrow als "goodwill ambassador" der UNICEF
in den Sudan.
Auf der UNICEF-Homepage hieß es dazu:
"
Farrow intends ,to witness first-hand the worsening humanitarian crisis
affecting over two million people' UNICEF said in a statement announcing the
visit to the area where thousands have died, children are starving and where
rape and other abuses are widespread. The actress is due to discuss the
situation with Sudanese government officials, the African Union mission in
Sudan
and representatives of international and local humanitarian agencies operating
in the region."
Auch Mia Farrow wurde von allen Seiten ausgiebig interviewt und fotografiert,
auch sie fand die Lage in der Region Darfur schrecklich und reiste dann in
die
USA zurück. Zurück blieben hungernde Kinder und vergewaltigte Frauen,
die sich
schon auf den Besuch des nächsten UN-"goodwill"-Botschafters
freuen. Hoch die
internationale Solidarität!
Michael Miersch 05.11.2004 13:20
Tote Zivilisten im Irak
Die in den Medien kursierenden Zahlen über die toten Zivilisten des Irakkrieges
sind erschüttern hoch. Von über 100 000 Opfern ist die Rede, z.B.
in der taz:
http://www.taz.de/pt/2004/11/04/a0267.nf/text
Wie diese Zahlen zustande kommen, kann man hier nachlesen:
http://www.slate.com/Default.aspx?id=2108887
(Ein Tipp von Leser M. R.)
Michael Miersch 05.11.2004 12:32
Aufrichtige Schadenfreude
Ein paar herbstliche Gedanken von Maxeiner & Miersch
Arafat liegt im Koma, Castro ist nicht mehr gut zu Fuß, Saddam Hussein
droht die
Todesstrafe und Bruno Ganz zeigt uns Hitler privat. In diesen Novembertagen
gibt
es also reichlich Gelegenheiten, über die menschliche Seite von Tyrannen
und
Terroristen nachzudenken. Zerknirscht lesen und hören wir die Worte
vorbildlicher Staats-bürger und guter Christen. Sie mahnen zur Überwindung
niederer Instinkte und primitiver Rachegelüste. Die BBC berichtete kürzlich,
dass einige europäische Spezialisten nicht bei der Sicherstellung irakischer
Massengräber mithelfen, weil sie befürch-ten, die Dokumentation der
Verbrechen
könnte ein Todesurteil gegen Saddam Hussein rechtfertigen. Sind wir nicht
ausreichend zivilisiert, wenn wir solches Zartgefühl vermissen lassen?
Wolf Biermann forderte damals nach dem Sturz des SED-Regimes "Rente statt
Rache"
für die alten Männer aus Wandlitz. Das zeugt von menschlicher Größe.
Und in der
knisternden Stimmung von 1989 war ein Aufruf zur revolutionären Friedfertigkeit
bestimmt das einzig Richtige. Als wir dann aber Erich mit dem Strohhut im
schönen Santiago in der Sonne sitzen sahen, vermochten wir dennoch nicht
es ihm
zu gönnen. Viel lieber erinnern wir uns an jenen Tag, als die Bildzeitung
den
erschossenen Ceausescu auf ihrer Titelseite zeigte.
Während in Europa und weltweit immer mehr Demokratien entstehen, schrumpft
der
Antitotalitarismus zum Spezialgebiet einiger weniger Menschenrechtler,
Philosophen und Schriftsteller. Die Vorstellung davon, was es bedeutet,
jederzeit und völlig schutzlos der Willkür eines Regimes ausgeliefert
zu sein,
verblasst. Heutige Diktatoren erscheinen vielen Menschen in westlichen
Demokratien als skurrile Käuze aus einem verstaubten Panoptikum. Das ist
einerseits erfreulich, denn Lachen ist eine treffliche Waffe gegen den Mythos
der Macht. Andererseits wird darüber auch schnell vergessen, was die Arafats,
Mugabes und Kim Jong Ils in ihrem Machtbereich anrichten.
Wir möchten uns jedenfalls unseren ordinären Zorn auf Tyrannen und
Terroristen
nicht vollends verkneifen. Wir werden weiter hoffen, dass Menschenschinder
nicht
im hohen Alter sanft entschlafen, sondern vorher gezwungen werden, von der
Bühne
abzutreten. Der Dichter Robert Gernhardt fasste dieses edle Gefühl einmal
in
vier Zeilen:
Der Herr rief: 'Lieber Knecht,
Mir ist entsetzlich schlecht!'
Da sprach der Knecht zum Herrn:
'Das hört man aber gern!'
Michael Miersch 29.10.2004 17:42
Voices of Iran
Unsere Korrespondentin Antje Sievers berichtet: "Eine Bekannte von mir
besuchte
vor kurzem ihre Familie im Iran. Als ich sie nach der Stimmung zuhause fragte,
sagte sie: 'Die ist unglaublich, richtige Aufbruchstimmung. Den Iranern hängt
dieses Mullahregime zum Hals raus. Sie hoffen so sehr, dass die Amerikaner
kommen und ihnen die Freiheit bringen.' (Tusch!) Das deckt sich nahtlos mit
einer Notiz aus Jungle World, 27.10.04, S.7: 'Iran. Jedes Jahr schwärmen
zu
Beginn des Fastenmonats Ramadan die Ord-nungshüter aus (...) Als in der
Stadt
Hamadan zwei ohne Schleier spazieren gehende Frauen von islamistischen
Milizionären ge-schlagen worden waren, wurden diese dem oppositionellen
SMDCCI
zufolge von Passanten vertrieben. Anschließend atta-ckierten mehrere
Hundert
Menschen die anrückenden Polizisten (...) Auch aus anderen iranischen
Städten
wurden Auseinander-setzungen gemeldet.'"
Dirk Maxeiner 29.10.2004 11:53
Voices of Iraq
Dem Low-Budget Dokumentarfilm "Voices of Iraq", der in einigen wenigen
amerikanischen Kinos angelaufen ist, gelingt ein tiefer Einblick in das Leben
der Menschen im Irak. 150 Videokameras wurden an Iraker verteilt, mit der Bitte
ihr ganz normales Leben einzufangen und mit Menschen zu sprechen, die ihnen
wichtig sind. Die Kameras wurden dann unter Freunden und Verwandten
weitergereicht. Aus dem umfangreichen Material entstand ein außergewöhnliches
Zeitdokument, dass auch unsere großen Fernsehanstalten beschämen
sollte. Wird
aber nicht passieren, da der Film wohl kaum eine Chance haben dürfte,
in
deutschen Kinos oder Sendern gezeigt zu werden. Die teils hoffnungsvollen und
-
was die Saddam-Zeit anbetrifft - erschütternden Botschaften der irakischen
Menschen entsprechen so überhaupt nicht dem von unseren Medien gezeichneten
Bild. Also wenigstens auf FrontPageMagazine.com die Besprechung lesen:
http://www.frontpagemag.com/Articles/ReadArticle.asp?ID=15739
Michael Miersch 28.10.2004 16:13
Sowjetischer Pollenflugrekord
Im Entwurf einer Verordnung zum Gentechnikgesetz der Bundesregierung wird ein
Abstandswert definiert, der zwischen Feldern mit gentechnisch verändertem
Mais
und herkömmlichem Mais eingehalten werden muss. Er beträgt 1000 Meter.
Dieser
exorbitant weite Abstand wird mit einer Untersuchung des sowjetischen Forschers
A. B. Salamov aus dem Jahre 1940 begründet, der den Pollenflug von Mais
untersuchte. Die 64 Jahre alte Studie steht im Widerspruch zu allen anderen,
die
beispielsweise auch von der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
durchgeführt wurden. Diese kamen auf erheblich niedrigere Abstände.
Aber das war
wohl bürgerliche Wissenschaft. Wir aber wissen: Von der Sowjetunion lernen,
heißt siegen lernen!
Quelle: Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) und
anderen im Deutschen Bundestag.