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DIE FROHE BOTSCHAFT NR.26 März 2005
Reflexionen, Kritiken, Pointen und Lesetipps von Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner
und Michael Miersch. Eine kleine Auswahl aus Tagebucheinträgen, die zwischen
23.
Dezember 2004 und 2. März 2005 bei www.achgut.de erschienen.
Zunächst aber Titel und Themen aller WELT-Kolumnen von Maxeiner & Miersch
seit
der letzten DFB!. Sie finden alle auf der Website www.maxeiner-miersch.de unter
"
Standpunkte".
Gute Nachrichten
Warum 2004 global betrachtet kein schlechtes Jahr war, trotz Tsunami, Terror
im
Irak und Massenarbeitslosigkeit in Deutschland.
Technik statt Demut
Die Tsunami-Katastrophe ist kein Menetekel für eine neue Naturfrömmigkeit
sondern ein Ansporn für mehr praktische Vorsorge.
Strandverschickung
Der Vorschlag einiger Politiker, deutsche Arbeitslose als Helfer in die
Katastrophengebiete zu schicken, zeugt von kompletter ökonomischer Ignoranz.
Ethisches Doppeldenk
Ein neues Gesetz erlaubt den Abschuss von Passagierflugzeugen, um
Terroranschläge zu verhindern. Ist es überhaupt möglich solche
Extremsituationen
in Paragraphen zu fassen?
Ungemeinnützig
Der Rechtsstaat sollte Spenden für seine Demontage nicht auch noch von
der
Steuer absetzbar machen.
Der Rebellenmythos
Die etablierten Parteien machen es der NPD leicht, sich als Stimme der
Unterdrückten zu gerieren.
Erbsünden
Das generelle Täterprofil, dem alles Elend der Welt zugeschoben werden
darf,
lautet: weiß, männlich und heterosexuell.
Lauter Redlichkeit
Die Prognosen der Ökobewegung wurden eine nach der anderen von der Realität
widerlegt. Dennoch regt sich in grünen Kreisen keine Selbstkritik.
Kulturkämpfe
Nicht nur in Amerika auch in Europa wird in der politischen Arena immer häufiger
um kulturelle Fragen gestritten. Das hat auch mit einer Verdrängung der
wirtschaftlichen Probleme zu tun.
Nein
Die Kultur der verbindlichen Absage stirbt aus.
Henryk M. Broder 02.03.2005 07:22
Frau Antje in Riad
Manchmal werden Wünsche war. Vor ein paar Monaten, als die Kopftuchdebatte über
das Land schwappte, schlug ich die Einführung der Burka in einigen ausgewählten
Fällen vor. Unter anderem für Claudia Roth und Antje Vollmer. Es
war ein Wunsch
von der Art, wie man sich wünscht, daß eines Tages Sharon Stone
vor der Tür
steht und sagt: "Mach mit mir, was du willst! Aber mach es sofort!"
Und nun dies: Gestern abend halte ich auf dem Heimweg an einer Tankstelle,
um
meinen Vorrat an Beukelaer-Keksen aufzufüllen, bei der Gelegenheit kaufe
ich mir
die BILD, die BZ und die BUNTE, und ich greife intuitiv nach der Süddeutschen.
Da schreibt ab und zu Richard Chaim Schmock Schneider, der unter dem Pseudonym
Rafael Schmock Seligmann auch in der BZ patriotische Miniaturen ablagert. Ich
blättere die SZ schnell durch, und was finde ich? Auf Seite 5 ein Foto
von einer
Frau in einem schwarzen Gewand, um den Kopf ein schwarzes Tuch. Nanu, denke
ich,
ist das vielleicht eine der Schwarzen Witwen, über die Antonia ("Die
Bluse")
Rados vor ein paar Tagen auf RTL berichtet hat? Ich mache das Licht in meinem
Toyota an und schaue genauer hin. Es ist Antje Vollmer, die grüne
Vizepräsidentin des Bundestages, die Frau, die für das Kinderwahlrecht
streitet
und für die Einführung einer doitschen Musikquote im Radio, eine
echte
Querdenkerin mit viel Sinn für soziale Mißstände. Erst vor
kurzem war sie in der
Mongolei unterwegs, jetzt begleitet sie Kanzler Schröder auf seiner
Arabien-Reise. Und sie trägt die "Abaya", das "traditionelle
schwarze Gewand
muslimischer Frauen".
Ist Frau Antje konvertiert? Will sie Multikulturalität und Toleranz
demonstrieren? Hofft sie auf einen Platz in der ersten Reihe bei der
freitäglichen Auspeitschung von Gesetzesbrechern? Oder trägt sie
nur deswegen
Schwarz, weil Schwarz schlanker macht?
Egal. Jedenfalls hat sie meinen Wunsch erhört, wenn auch nur zum Teil.
Natürlich
wäre eine Burka schöner, eine Ganzkörperhülle, wie sie
demnächst auch Joscha
Fischer in seiner Freizeit anziehen wird. Aber auch in der "Abaya" sieht
sie
niedlich aus, wie eine Nonne aus Bad Pyrmont unterwegs zu einem Konzert der
Gruppe PUR in Paderborn. Frau Antje in Riad.
Jetzt weiß ich: Man muß sich nur etwas ganz toll wünschen,
damit es wirklich
eintritt. Eines Tages steht Sharon Stone vor meiner Tür und sagt: "Mach
es mit
mir! Aber mach es sofort! Sonst schick ich Antje Vollmer vorbei!"
Dirk Maxeiner 28.02.2005 16:43
Augen zu und gegen die Wand
An der Visa-Affäre lässt sich ja derzeit studieren, wie immun grüne
Ideologie
gegen Einsprüche und Warnungen von Fachleuten ist. Um das eigene Weltbild
nicht
zu gefährden, werden die Augen vor Fehlentwicklungen fest verschlossen
(und die
SPD schließt sie des Machterhalts wegen gleich mit). Ein weiteres Beispiel,
wo
es irgendwann zum unsanften Erwachen kommen wird ist die Energiepolitik. Koste
es was es wolle wird eine abenteuerliche Subventionierung der Windenergie
durchgezogen, was nach der jüngsten Studie der Deutschen Energie-Agentur
(dena)
gleichsam amtlich bestätigter Irrsinn ist. Siehe dazu:
http://www.vea.de/pre03/pr250205.html
Die Bundesbürger zahlen Milliarden für das grünes Lieblingskind.
Noch schlimmer:
Sonne und Wind-Energie werden auf absehbare Zeit nicht in der Lage sein, den
Atomausstieg zu kompensieren. Das Ergebnis ist ein Offenbarungseid gegenüber
dem
Umweltschutz und der Versorgungssicherheit: Faktisch hat noch nie eine
Bundesregierung Deutschland so abhängig von fossiler Energie gemacht wie
die
derzeitige. Die Saudis und Herr Putin sollten in die grüne Parteikasse
spenden,
denn nützlicher Idioten werden sie kaum finden.
Michael Miersch 28.02.2005 15:41
Katzen würden Whisky saufen
Eine wunderbare Website aus der Welt der Möhren (entdeckt von Leser Achim
H.):
Kostprobe:
Warum sollten Katzen vegan ernährt werden?
Die Notwendigkeit Katzen vegan zu ernähren ist eine Frage der Ethik: Für
karnivore oder omnivore Katzennahrung werden nichtmenschliche Tiere gezüchtet,
versklavt und letztlich ermordet, um in Dosen oder in Form von "Snacks" Katzen
serviert zu werden. Auch dies ist Ausdruck einer speziesistischen Grundhaltung:
SpeziesistInnen schätzen Katzen als "Haus"- und "Kuscheltiere" -
jene ermordeten
Tiere, die sie als Nahrung für Katzen benutzen, scheinen für die
nicht mehr als
Rohstoffe zu sein. Aufgrund der Artenzugehörigkeit werden hier also
unterschiedliche moralische Maßstäbe angesetzt. Für Menschen,
die sich aus
ethischen Gründen für einen veganen Lebenswandel entschieden haben,
resultiert
daraus die Notwendigkeit bei sich lebende Katzen ebenfalls vegan zu ernähren
...
Hier gibt's reichlich mehr:
http://vegane-katzen.de/faq.php
Michael Miersch 28.02.2005 15:30
Fischers Steine, Schröders Hund und Arafats Grab: DIE VERSCHWÖRUNG
Was Bröckers, von Bülow und Wisnewski bisher nicht aufzudecken wagten:
Hier wird
es endlich enthüllt!
http://medienkritik.typepad.com/deutsch/2005/02/gebiet_51.html
Michael Miersch 28.02.2005 15:19
Daimler unterstützt Diktatorenfibel
Für einträgliche Staatsaufträge sind manche Unternehmen zu allem
bereit. Der
Autokonzern DaimlerChrysler und die Zeppelin Baumaschinen GmbH unterstützten
die
deutsche Übersetzung der Schriften des bizarren turkmenischen Diktators
Saparmurad Niyazov. Ein schöner Beleg dafür, was die reuigen Phrasen über
die
Rolle der Konzerne in der vorletzten deutschen Diktatur wert sind.
(Hinweis von M. R.)
Mehr:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,343698,00.html
Henryk M. Broder 28.02.2005 10:41
Rothschild, Cohn oder Donati - immer sinds die Illuminati
Nicht zufällig zählen die Leser der Achse des Guten zu der Elite
in Deutschland.
Fast alle haben richtig geraten bzw. gegoogelt: Der beinah Terrorist ist:
Christian Anders, der Burgkönig von PRO 7. Der erste Preis, ein Baumkucnen
aus
dem Cafe Buchwald in Moabit, geht an D.H. aus F. Die feierliche Übergabe
findet
diesen Mittwoch statt.
Allen, die es diesmal nicht geschafft haben, geben wir nun eine zweite Chance.
Von wem stammt dieses Poem, aus dem wir nur zwei Strophen abdrucken, weil das
ganze Stück so riecht wie ein fermentierter Hai.
"
Deutschland ist pleite, wir sind am Ende, der Hai reibt sich vergnügt
die
Hände,
da kann ich manchmal schon versteh'n, wie Leute auf die Barrikaden gehen,
sie werfen Bomben, rufen "du Schwein", doch der Hai, der grinst: "Ich
sperr euch
ein!"
Ich hab die Macht, ich hab das Geld, ich bin der Herrscher dieser Welt.
Ich schick euch täglich auf die Rolle, ihr kennt sie nicht, "die
Protokolle".
Auf sieben Säulen ruht die Welt, sieben Familien haben das Geld
Ob Rothschild, Cohn oder Donati, man nennt uns auch Illuminati
Mit AIDS verseuchen wir die Welt, und machen mit der "Heilung" Geld
Du zahlst und zahlst und wirst verrecken, so war's geplant wie mit den Decken,
die mit Pocken wir verseuchten, um die Indianer zu verscheuchen,
die einst Amerika allein bewohnt."
Auch diesmal ein Tip: Es ist nicht Erich Fried, nicht Roger Willemsen und nicht
Eugen Drewermann. - Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen, als ersten
Preis
gibt es diesmal ein Gllas gefilte fish von Manishewitz. (Dank an J.V. für
den
Hinweis.)
ANMERKUNG FÜR DFB!-LESER: Die richtige Antwort hieß wiederum Christian Anders.
Henryk M. Broder 25.02.2005 19:22
Beinah ein Terrorist
Nach dem großen Erfolg unserer letzten Preisrätsel wollen wir unsere
Leser mit
einer neuen Aufgabe herausfordern. Diesmal geht es um ein aktuelles Zitat zum
Bush-Besuch in Mainz. Hier ist es:
"
Nun kommt er also nach Deutschland, George Bush, einer der ganz großen
Verbrecher dieses Jahrhunderts. George Bush ist viel schlimmer als Adolf Hitler,
denn Hitler hat die Juden im Geheimen ermordet, Bush mordet die Iraker und
andere Völker öffentlich. Sein dummdreistes Grinsen hätte sogar
einen ansonsten
friedlichen Menschen wie mich motiviert, ihm alle Zähne einzuschlagen.
Stattdessen hofiert unser dunkelgetönter Operettenbuffo, Staatsschauspieler
und
Pleitegeier Kanzler Gerhard Schröder auch noch diesem Kriminellen. Bushs
einziges Problem ist sein nicht vorhandenes Gehirn, welches er sich im laufe
der
Zeit weggesoffen hat und sein dominanter Vater, dem das Papasöhnchen Bush
immer
was beweisen will. Aber ihr, Leute, die ihr diesem Verbrecher zuhört,
ihr habt
es nicht anders verdient. Wäre ich nicht Komponist, Sänger und Autor,
dann
hätten Leute wie Bush es fertig gebracht, auch mich zum Terroristen zu
machen."
Wer wars? Um unseren Lesern die Lösung zu erleichtern: Es war nicht Konstantin
Wecker, nicht Christian Ströbele und nicht Peter Sloterdijk. Es war ein
"
Komponist, Sänger und Autor" (Selbsteinschätzung, leicht übertrieben),
der sich
vor kurzem nicht nur die Eier sondern auch seine letzten drei Gehirnzellen
auf
einer Burg abgefroren hat. Demnächst tritt er beim Red Nose Day auf PRO
7 auf,
denn für Not leidende Kinder macht er alles, sogar den Deppen aus der
Mülltonne.
Der Gewinner des Preisrätsels bekommt einen kleinen Baumkuchen aus dem
Cafe
Buchwald in Moabit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Blondinen werden
bevorzugt.
ANMERKUNG FÜR DFB!-LESER: Die richtige Antwort hieß Christian Anders.
Michael Miersch 25.02.2005 15:38
Shell Projekt gefährdet asiatische Grauwale
Gestern erreichte mich eine E-mail des World Conservation Trust (IWMC), einer
Naturschutzgruppe, die sich durch unaufgeregt Sachlichkeit von Greenpeace und
Co. unterscheidet. Beispielsweise hält der World Conservation Trust die
Nutzung
mancher Walarten für durchaus ökologisch vertretbar.
Umso alarmierender, dass diese Organisation nun Alarm schlägt. Es geht
um die
Erdgasförderpläne von Shell vor der Insel Sachalin im fernen Osten
Russlands.
Das jetzige Erschließungsvorhaben, so hat eine wissenschaftliche Studie
ergeben,
gefährdet die letzten 100 Exemplare der asiatischen Unterart des Grauwales.
Diese Tierpopulation war in früheren Jahrhunderten so dezimiert worden,
dass sie
sich - im Gegensatz zu den kalifornischen Grauwalen - bis heute nicht davon
erholen konnte. Die Erdgasförderung mitten in den wichtigsten Nahrungsgebieten
der Meeressäuger könnte das Aus für die Unterart bedeuten. Der
World
Conservation Trust fordert Shell daher auf, die Pläne einzustellen, oder
andere,
bessere Wege zu finden, die Energievorräte zu erschließen
Mehr:
http://www.iwmc.org/release/2005/050223.htm
Michael Miersch 25.02.2005 14:52
Bush bäbä, dudu, pfui!
Wie die netten Pädagogen von helles-koepfchen.de Kindern erklären,
warum Bush
ganz arg böse ist.
http://www.helles-koepfchen.de/Beitrag.asp?ID=944
(entdeckt von M.R.)
Michael Miersch 25.02.2005 14:22
Walid Jumblatt: Die "Berliner Mauer" Arabiens ist gefallen
Leser M. D. schreibt: "Ich habe ein wirklich sehr interessantes Zitat
gefunden,
das meines Erachtens wunderbar den epochalen Einschnitt der Irak-Wahl für
die
gesamte Region verdeutlicht. Es herrscht offensichtlich Aufbruchsstimmung!"
"
We are all happy when U.S. soldiers are killed [in Iraq] week in and week out.
The killing of U.S. soldiers in Iraq is legitimate and obligatory."
- Walid Jumblatt, patriarch of Lebanon's Druze Muslims, one year ago.
"
It´s strange for me to say it, but this process of change [in the Middle
East]
has started because of the American invasion of Iraq... I was cynical about
Iraq. But when I saw the Iraqi people voting three weeks ago, 8 million of
them,
it was the start of a new Arab world. The Syrian people, the Egyptian people,
all say that something is changing. The Berlin Wall has fallen. We can see
it."
- Walid Jumblatt, today.
Gefunden im GlobLog von Johan Norberg unter REBIRTH OF A REGION
http://www.johannorberg.net/?
Zitiert aus der Washington Post
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A45575-2005Feb22.html
Michael Miersch 24.02.2005 15:11
Wie NGOs sich in Redaktionen einkaufen
In unsrem Rundbrief "Die Frohe Botschaft!" (Nr. 18, August 2003)
hatten wir
darüber berichtet, wie Greenpeace sich bei Klassikradio einkaufte, um
Spendenwerbung als redaktionelle Beiträge zu tarnen.
http://www.maxeiner-miersch.de/dfb_archiv.htm
Nun hat der epd-Redakteur Volker Lilienthal einige ganz ähnliche Fälle
im
TV-Bereich recherchiert. Sein Artikel erschien gestern (23.2.2005) bei FAZ.NET.
Schon erstaunlich mit welcher Dreistigkeit Sender und Spendenorganisationen
die
Zuschauer hinters Licht führen.
Mehr:
http://lnk.nu/faz.net/1kp.html
Michael Miersch 24.02.2005 10:47
Das geheime Völkermordarchiv
Die New York Times veröffentlichte gestern (23.2.2005) einige der mehreren
Tausend Fotos, die von den Beobachtern der Afrikanischen Union in Darfur
gesammelt wurden. Die Zahl der Opfer steigt weiter um zirka 10 000 im Monat.
Und
außer zahnlosen Appellen passiert nichts.
Zum NYT-Artikel von Nicholas D. Kristof:
http://www.nytimes.com/2005/02/23/opinion/23kristof.html?ex=1109826000&en=6dcbb8
193aaae4e7&ei=5070
Michael Miersch 23.02.2005 12:31
Gute Frage
"
Stellen wir uns vor, Israel hätte nie existiert", beginnt ein spitzenklasse
Artikel von Josef Joffe im Tagesspiegel vom 20.02.05. "Gäbe es dann
keine Not
und Unterdrückung, die zornige junge Männer zu Selbstmordattentätern
macht?" Ein
aufklärerisches Was-wäre-wenn-Spiel, das den weit verbreiteten Irrtum
auseinandernimmt, ohne Israel wäre der Nahe Osten eine friedliche Region.
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/20.02.2005/1656503.asp
(danke an M. T. für den Hinweis)
Michael Miersch 23.02.2005 12:16
Wenn die Familie ein Todesurteil fällt
Zwei sehr informative Artikel aus der taz zum Thema "Ehrenmorde" und
die
Reaktion bzw. Nicht-Reaktion der türkischen Community darauf:
http://www.taz.de/pt/2005/02/22/a0164.nf/text
http://www.taz.de/pt/2005/02/22/a0269.nf/text
Michael Miersch 21.02.2005 13:07
Scholl-Latour erklärt die Welt
Leserin B. K. entdeckte in der 'TV Hören und Sehen' (Nr. 7/2005) ein Interview
mit Oberschlaumeier Peter Scholl-Latour. Thema: die Länder, die von Condoleezza
Rice "Vorposten der Tyrannei" genannt wurden.
PSL über den Iran:
"
Wie weit die Iraner mit ihrem Atomprogramm sind, wissen wir nicht. Aber der
Iran ist keine Tyrannei. Es herrschen dort, für orientalische Verhältnisse,
relativ demokratische Bedingungen."
PSL über Burma:
"
Die Oppositionsführerin und Nobelpreisträgerin Auung San Suu Kyi
genießt
weltweit ungeheure Beliebtheit, natürlich auch bei den US-Wählern.
Das ist vor
allem Stimmenfängerei ... Man will den Indern einen Gefallen tun ... Von
einem
Kampf für die Demokratie zu reden, ist absolut unseriös."
PSL über Simbabwe:
"
Dass man Simbabwe reingenommen hat, ist bemerkenswert ... Aber das Ganze ist
wohl ein Geschenk Washingtons an den treuen Knappen Tony Blair. Denn vor allem
die Briten als Ex-Kolonialmacht haben eine Rechnung mit Mugabe zu begleichen."
PSL über die US-Außenpolitik generell:
"
Alles im Namen der Freiheit. Unseriös."
PSL über Deutschland:
"
Wenn da deutsche CDU-Politiker darüber nachdenken, beim nächsten
Mal die USA
stärker zu unterstützen, kann einem bange werden. Unverantwortlich
- und eine
Dummheit. Schröder hat seine Wahl doch mit dem Nein zum Irak-Krieg gewonnen!"
Dirk Maxeiner 18.02.2005 10:14
Dikatatur zum liebhaben
In die "Die Zeit" von gestern berichtet Autor Werner Bloch unter
der Überschrift
"
Die Freiheit lernen" über Syrien:" Syrien gilt den Amerikanern
als
Schurkenstaat. Doch das Land und sein junger Präsident versuchen sich
an einer
arabischen Perestroika. Sogar offene Regimekritik ist möglich - mit den
Mitteln
der Kunst." Der Text ( http://www.zeit.de/2005/07/Syrien ) veranlasste
unseren
Leser Franz. Hoffmann zu folgendem Kommentar:
"
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie ein diktatorischer Staat durch
Inaugenscheinnahme eines Feuilletonisten, zu einer Oase der Harmonie mutieren
kann. Es kommt wieder das alte Denkschema durch, wie es bei den früheren
Ostblockdiktaturen angelegt wurde: Wenn man sie von Nahem anschaut, sind die
gar
nicht so übel, sind dort auch nur Menschen... Ein Präsident besucht
eine
Kunstausstellung (warum ausgerechnet diese?) und schaut sich auch noch einen
Kinderworkshop an.
Schauen wir mal zurück: Marie Luise Rinser kam voller Begeisterung aus
Nordkorea
zurück und konnte nicht oft genug erwähnen, wie schön es dort
die Kinder hätten.
Sie hatte einen Musterkindergarten vorgeführt bekommen. Das erinnert wieder
(noch weiter zurück) an den Besuch des Internationalen Roten Kreuzes in
einem KZ
(bevor die Judenvernichtung begann): Man war ganz hingerissen, dass es dort
sogar ein klassisches Orchester gab, diese Ordnung, diese kultivierten
Deutschen! Der Artikel erinnert fatal an einen gewissen Konstantin Wecker,
der
auch nicht merkte, dass er in Bagdad vor der dortigen Nazi-Prominenz auftrat.
Ganz goldig ist in dem Text natürlich das Interview mit dem Herrn Direktor
des
syrischen Nationalmuseums, der höchstpersönlich die Grenze bewachte,
damit keine
Kunstgegenstände aus dem Irak eingeschmuggelt wurden. Und dass das irakische
Nationalmuseum unter den Augen der Amerikaner geplündert wurde, also so
was!
Ä
hem. Herr Bloch, da sind jetzt aber sogar schon unsere Medien ein bissel
weiter. Durchhalten, Genossen, vielleicht glaubt´s doch noch einer?"
Wer "Die Zeit" ratlos weglegt, sollte mal ins "Middle East Quarterly" schauen,
dort beschreibt ein Kopf der syrischen Opposition die Lage
http://www.meforum.org/article/683
Hier nur zwei Zitate: " Assad has reinforced Syria's role as an international
pariah. With missiles, chemical weapons, and a number of terrorist training
camps, Syria remains a significant threat to regional security." Und weiter:
"
The longer the Western world waits, the more dangerous the situation in Syria
becomes". Danke Leser M.R. für den Hinweis.
Michael Miersch 17.02.2005 17:06
Wohin steuert die Türkei?
UNBEDINGT LESEN!
EIN STIMMUNGSBILD UNSERES ZUKÜNFTIGEN EU-PARTNERS, WIE MAN ES IN DEUTSCHEN
MEDIEN SELTEN SIEHT.
Artikel von Robert L. Pollock im Wall Street Journal vom 16.02.2005
The Sick Man of Europe - Again
Islamism and leftism add up to anti-American madness in Turkey.
ANKARA, Turkey--Several years ago I attended an exhibition in Istanbul. The
theme was local art from the era of the country's last military coup (1980).
But
the artists seemed a lot more concerned with the injustices of global capitalism
than the fate of Turkish democracy. In fact, to call the works leftist
caricatures--many featured fat capitalists with Uncle Sam hats and emaciated
workers--would have been an understatement. As one astute local reviewer put
it
(I quote from memory): "This shows that Turkish artists were willing to
abase
themselves voluntarily in ways that Soviet artists refused even at the height
of
Stalin's oppression."
That exhibition came to mind amid all the recent gnashing of teeth in the U.S.
over the question of "Who lost Turkey?" Because it shows that a 50-year
special
relationship, between longtime NATO allies who fought Soviet expansionism
together starting in Korea, has long had to weather the ideological hostility
and intellectual decadence of much of Istanbul's elite. And at the 2002
election, the increasingly corrupt mainstream parties that had championed
Turkish-American ties self-destructed, leaving a vacuum that was filled by
the
subtle yet insidious Islamism of the Justice and Development (AK) Party. It's
this combination of old leftism and new Islamism--much more than any mutual
pique over Turkey's refusal to side with us in the Iraq war--that explains
the
collapse in relations.
And what a collapse it has been. On a brief visit to Ankara earlier this month
with Undersecretary of Defense Doug Feith, I found a poisonous atmosphere--one
in which just about every politician and media outlet (secular and religious)
preaches an extreme combination of America- and Jew-hatred that (like the
Turkish artists) voluntarily goes far further than anything found in most of
the
Arab world's state-controlled press. If I hesitate to call it Nazi-like, that's
only because Goebbels would probably have rejected much of it as too crude.
Consider the Islamist newspaper Yeni Safak, Prime Minister Recep Tayyip
Erdogan's favorite. A Jan. 9 story claimed that U.S. forces were tossing so
many
Iraqi bodies into the Euphrates that mullahs there had issued a fatwa
prohibiting residents from eating its fish. Yeni Safak has also repeatedly
claimed that U.S. forces used chemical weapons in Fallujah. One of its
columnists has alleged that U.S. soldiers raped women and children there and
left their bodies in the streets to be eaten by dogs. Among the paper's "scoops"
have been the 1,000 Israeli soldiers deployed alongside U.S. forces in Iraq,
and
that U.S. forces have been harvesting the innards of dead Iraqis for sale on
the
U.S. "organ market."
It's not much better in the secular press. The mainstream Hurriyet has accused
Israeli hit squads of assassinating Turkish security personnel in Mosul, and
the
U.S. of starting an occupation of Indonesia under the guise of humanitarian
assistance. At Sabah, a columnist last fall accused the U.S. ambassador to
Turkey, Eric Edelman, of letting his "ethnic origins"--guess what,
he's
Jewish--determine his behavior. Mr. Edelman is indeed the all-too-rare
foreign-service officer who takes seriously his obligation to defend America's
image and interests abroad. The intellectual climate in which he's operating
has
gone so mad that he actually felt compelled to organize a conference call with
scientists from the U.S. Geological Survey to explain that secret U.S. nuclear
testing did not cause the recent tsunami.
Never in an ostensibly friendly country have I had the impression of embassy
staff so besieged. Mr. Erdogan's office recently forbade Turkish officials
from
attending a reception at the ambassador's residence in honor of the "Ecumenical"
Patriarch of the Orthodox Church, who resides in Istanbul. Why? Because
"
ecumenical" means universal, which somehow makes it all part of a plot
to carve
up Turkey.
Perhaps the most bizarre anti-American story au courant in the Turkish capital
is the "eighth planet" theory, which holds not only that the U.S.
knows of an
impending asteroid strike, but that we know it's going to hit North America.
Hence our desire to colonize the Middle East.
It all sounds loony, I know. But such stories are told in all seriousness at
the
most powerful dinner tables in Ankara. The common thread is that almost
everything the U.S. is doing in the world--even tsunami relief--has malevolent
motivations, usually with the implication that we're acting as muscle for the
Jews.
In the face of such slanders Turkish politicians have been utterly silent.
In
fact, Turkish parliamentarians themselves have accused the U.S. of "genocide" in
Iraq, while Mr. Erdogan (who we once hoped would set for the Muslim world an
example of democracy) was among the few world leaders to question the legitimacy
of the Iraqi elections. When confronted, Turkish pols claim they can't risk
going against "public opinion."
All of which makes Mr. Erdogan a prize hypocrite for protesting to Condoleezza
Rice the unflattering portrayal of Turkey in an episode of the fictional TV
show
"
The West Wing." The episode allegedly depicts Turkey as having been taking
over
by a retrograde populist government that threatens women's rights. (Sounds
about
right to me.)
In the old days, Turkey would have had an opposition party strong enough to
bring such a government closer to sanity. But the only opposition now is a
moribund People's Republican Party, or CHP, once the party of Ataturk. At a
recent party congress, its leader accused his main challenger of having been
part of a CIA plot against him. That's not to say there aren't a few
comparatively pro-U.S. officials left in the current government and the state
bureaucracies. But they're afraid to say anything in public. In private, they
whine endlessly about trivial things the U.S. "could have done differently."
Entirely forgotten is that President Bush was among the first world leaders
to
recognize Prime Minister Erdogan, while Turkey's own legal system was still
weighing whether he was secular enough for the job. Forgotten have been decades
of U.S. military assistance. Forgotten have been years of American efforts
to
secure a pipeline route for Caspian oil that terminates at the Turkish port
of
Ceyhan. Forgotten has been the fact that U.S. administrations continue to fight
annual attempts in Congress to pass a resolution condemning modern Turkey for
the long-ago Armenian genocide. Forgotten has been America's persistent lobbying
for Turkish membership in the European Union.
Forgotten, above all, has been America's help against the PKK. Its
now-imprisoned leader, Abdullah Ocalan, was expelled from Syria in 1998 after
the Turks threatened military action. He was then passed like a hot potato
between European governments, who refused to extradite him to Turkey
because--gasp!--he might face the death penalty. He was eventually caught--with
the help of U.S. intelligence--sheltered in the Greek Embassy in Nairobi. "They
gave us Ocalan. What could be bigger than that?" says one of a handful
of
unapologetically pro-U.S. Turks I still know.
I know that Mr. Feith (another Jew, the Turkish press didn't hesitate to note),
and Ms. Rice after him, pressed Turkish leaders on the need to challenge some
of
the more dangerous rhetoric if they value the Turkey-U.S. relationship. There
is
no evidence yet that they got a satisfactory answer. Turkish leaders should
understand that the "public opinion" they cite is still reversible.
But after a
few more years of riding the tiger, who knows? Much of Ataturk's legacy risks
being lost, and there won't be any of the old Ottoman grandeur left, either.
Turkey could easily become just another second-rate country: small-minded,
paranoid, marginal and--how could it be otherwise?--friendless in America and
unwelcome in Europe.
Mr. Pollock is a senior editorial page writer at the Journal.
Copyright (c) 2005 Dow Jones & Company, Inc. All Rights Reserved.
Dirk Maxeiner 16.02.2005 10:15
Auf nach Sibirien!
Heute schon zweimal Schnee geschippt. Rechtzeitig zum Inkrafttreten des
Kyoto-Protokolls kann man die Augsburger Innenstadt mit Langlaufskiern
durchqueren. So wird das nie was mit den versprochenen Palmenhainen! Auch die
ganzjährig in Aussicht gestellten Bauchfrei-Mädels halten sich
bedauerlicherweise bedeckt. Kein Wunder, dass die Zunft der Klima-Retter
allmählich bescheidener wird. Jürgen Trittin und sein Umweltministerium
feiern
das Kyoto-Fest heute in großen Vierfarb-Anzeigen mit folgender
Schlagzeile:"Sibirien bleibt kalt!" Wow! Da sind wir aber beruhigt!
Endlich
wissen wir, wofür wir Ökosteuern und Windkraft-Milliarden spendieren.
Sibirien
bleibt kalt! Mann oh Mann, ist das geil. Heute Minus 20 Grad (
http://www.lars-hattwig.de/webcamsAsien.html ). Und wie sich die Einwohner
von
Novosibirsk erst freuen! Vielleicht sollte Jürgen Trittin mal hinfahren.
Und am
besten dableiben.
Michael Miersch 15.02.2005 16:38
Kofis gute Onkels
Wenn es eine Organisation gibt, die in den deutschen Medien eine geradezu
ü
berirdisch positive Wertschätzung genießt, dann sind dies die Vereinten
Nationen. Nun, es gibt da einige Details, die das saubere Image heftig in Frage
stellen. Zitat:
"
Berichte über Vergewaltigungen junger kongolesischer Mädchen durch
UN-Soldaten;
einen Ring über das Internet organisierter Pädophiler, der vom Kongo
aus durch
Didier Bourguet betrieben wird, einem hohen UN-Beamten aus Frankreich; einen
Oberst aus Südafrika, der beschuldigt wird, männliche Übersetzer
im
Teenageralter belästigt zu haben; und Schätzungen über Hunderte
minderjähriger
Mädchen, die Babies von UN-Soldaten haben, die ihre Kinder und Verbrechen
einfach hinter sich lassen konnten."
Mehr bei Medienkritik Online:
http://medienkritik.typepad.com/deutsch/2005/02/die_vereinte_na.html
(Hinweis von G. D.)
Henryk M. Broder 15.02.2005 15:21
Mut vorm Fliegen
Nachdem dank der großherzigen Praxis unseres Außenministers Fischer
und seines
ehemaligen Staatsministers Volmer eine nicht genau bekannte aber wahrscheinlich
sechsstellige Zahl von "Touristen" aus dem Osten in die Bundesrepublik
gekommen
ist, um hier den Drogenhandel, die Prostitution und andere Wachstumsbranchen
anzukurbeln, muß die Ausländer-Statistik wieder ausgeglichen werden.
Ü
berflüssige Fremdlinge sollen abgeschoben werden. Letzte Woche wurde eine
in
Goßlar lebende 25jährige Iranerin in eine Lufthansa-Maschine gesetzt,
mit der
sie von Frankfurt nach Teheran fliegen sollte. Die Frau hatte ihren Mann
verlassen, war zum Christentum übergetreten und in die Bundesrepublik
gekommen.
Daheim drohte ihr Verfolgung, im schlimmsten Fall Steinigung. Dennoch sah das
zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge keine Gefahr
für die Iranerin
und ordnete ihre Heimreise an. Denn sie hatte keinen "Reiseschutzpaß",
handelte
nicht mit Drogen und ging nicht auf den Strich.
Und sie wäre längst daheim, wenn der Pilot der LH-Maschine sich nicht
geweigert
hätte, sie an Bord zu lassen, nachdem sie bei ihrer Verfrachtung einen
Zusammenbruch erlitten hatte. Ebenso wie auf Schiffen ist auch in einem Flieger
der Kapitän die oberste Autorität.
Wir schlagen den Mann, dessen Namen nicht bekannt wurde, für den
Geschwister-Scholl-Preis, den Leo-Baeck-Preis und den Bambi für Zivilcourage
vor. Es muß nicht immer Iris Berben sein.
Michael Miersch 14.02.2005 17:25
Zehn Gründe für die Ausbreitung der Demokratie im Nahen Osten
Eine Artikel, der wundervoll zusammenfasst, worum es wirklich geht. Empfohlen
von unserem Leser M. T.
Why Democracy?
Ten reasons to support democracy in the Middle East
by Victor Davis Hanson
National Review Online
http://www.victorhanson.com/articles/hanson021105.html
Michael Miersch 11.02.2005 18:41
USA - BRD: Ein subjektiver Vergleich
Eine ausführliche Darstellung großer und kleiner Differenzen in
Politikverständnis, Kultur, Alltag und Lebensgefühl diesseits und
jenseits des
Atlantiks von Prof. Axel Boldt, Uni Paderborn. Unaufgeregt, präzise beobachtet
und von Sympathie zu beiden Ländern getragen.
http://math-www.uni-paderborn.de/~axel/us-d.html
Eine lohnende Lektüre, die mir von einem Leser empfohlen wurde, bei dem
ich mich
hiermit entschuldige, weil ich seine E-mail verschlampt habe.
Michael Miersch 08.02.2005 14:10
Daimler jetzt mit Peta-Segen
Eine moralische Großtat: Kunstleder statt Kuhleder. (Entdeckt von D.T.)
http://www.spiegel.de/auto/werkstatt/0,1518,340650,00.html
Michael Miersch 08.02.2005 14:06
Lustisch, lustisch
Mainzer Karneval mit Attac-Beteiligung. Nicht nur zum gähnen sondern auch
noch
mit einer geklauten Idee aus dem Kölner Umzug von 2003: Merkel kriecht
Bush in
den Arsch.
Hier zu sehen (Tipp von S. H.)
http://www.myblog.de/comment.php?blog=politicallyincorrect&id=824730
Michael Miersch 08.02.2005 13:59
Irakische Dorfbewohner wehren sich gegen Terroristen
Korrespondentenbericht eines australischen Radioreporters (entdeckt von G.D.)
http://www.abc.net.au/am/content/2005/s1295734.htm
Michael Miersch 08.02.2005 13:54
Wenn die Grünen die Weltgeschichte bestimmt hätten
Von Thomas Ritter
(Aus der Hamburger FDP-Mitgliederzeitschrift "Große Freiheit")
Die Grünen feiern dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Die Medien
begleiten die
Wohlfühl- und Kuschelpartei dabei wohlwollend, denn irgendwie hat man
sie ja
lieb gewonnen, unsere bundesdeutschen Gutmenschen. Es stellt sich also die
Frage, ob unsere Welt nicht viel besser aussähe, wenn es die Grünen
schon ein
paar Millionen Jahre geben würde. Lesen Sie selbst eine kleine Auswahl
Grüner
Politik durch die Jahrtausende - rein fiktiv natürlich.
Steinzeit (Protoacheuléen)
Herr Gnuk entdeckt, wie man mit Hilfe zweier Steine, die man aneinander schlägt,
Funken erzeugt und Feuer machen kann. Er beantragt bei der zuständigen
Behörde
eine Genehmigung, Feuer im häuslichen Bereich zum Zwecke der Wärmeerzeugung
und
im öffentlichen Bereich zum Schutz der Höhlengemeinschaft nutzen
zu dürfen.
Die Grünen lehnen sein Ansinnen ab. Sie begründen dieses mit übermäßiger
Raucherzeugung, deren Einfluß auf die menschliche Gesundheit noch nicht
hinreichend erforscht ist. Zudem sehen sie das Prinzip der Nachhaltigkeit nicht
gewährleistet, da Herr Gnuk kein Konzept zur Bestandserhaltung von Feuerholz
vorlegen kann. Als Nebenargument wird angeführt, daß die Erzeugung
von Wärme
durch Feuer den Familienzusammenhalt nachhaltig stört, weil das bindende
Element
des Aneinander-Kuschelns künftig an Bedeutung verliert. Die Absicht der
Nutzung
von Feuer im häuslichen Bereich wird als Neoliberalismus bezeichnet und
als
Vorbote zunehmender sozialer Kälte gedeutet.
Herr Gnuk gibt enttäuscht auf und beschließt, künftig nicht
mehr grün zu wählen.
1450
Der Mainzer Advokat Johannes Fust leiht Johannes Gutenberg eine Summe von 800
Gulden für Gutenbergs kostspieliges Projekt, das neben dem Aufbau einer
Druckerwerkstatt auch für die Einstellung lohnabhängiger Gehilfen
beträchtliche
Geldsummen erfordert.
Die Grünen klagen gegen dieses Geschäft, weil Herr Gutenberg nicht
nachweisen
kann, daß seine neue Technologie gesundheitlich unbedenklich ist. Zudem
sehen
die Grünen durch die Automatisierung hunderte von Jobs in den Schreibstuben
gefährdet und lehnen die Kompensierung durch Umschulungsprogramme zu
lohnabhängigen Druckergehilfen als "reine Augenwischerei" ab,
da der Buchdruck
keine Zukunft habe.
Johannes Gutenberg beschließt daraufhin, nach Amerika zu gehen, wo man
den
Buchdruck als eine der maßgeblichen Erfindungen für die Zukunft
sieht.
1507
In Heilsberg entsteht der "Commentariolus" durch die Hand von Nikolaus
Kopernikus
Er schreibt: "Die Erde ist nicht der Mittelpunkt der Welt, sondern nur
der der
Schwere und des Mondbahnkreises. Alle Bahnkreise umgeben die Sonne, als stünde
sie in der Mitte, und daher liegt der Mittelpunkt der Welt in Sonnennähe."
Die Grünen stellen sich an die Spitze einer globalen Anti-Sonnensystem-Kampagne
und vertreten die Meinung, die Umwelt stünde im Zentrum des Universums.
Herr
Kopernikus kann sich gegen die Übermacht der Bedenkenträger nicht
durchsetzen
und wird Optiker.
1804
Der britische Ingenieur Richard Trevithick hat die sensationelle Idee, einen
dampfgetriebenen Wagen auf Schienen zu stellen - und erfindet so die Eisenbahn.
1804 soll die Jungfernfahrt stattfinden. In letzter Minute kann dies durch
die
Grünen verhindert werden.
Sie begründen ihren Widerstand damit, daß der noch nie von einem
menschlichen
Auge gesehene Troodle, ein seltenes Säugetier, vermutlich in der Nähe
der
Teststrecke seinen Lebensraum habe. Erwiderungen der Eisenbahnbefürworter,
die
Existenz des Troodles sei bisher nicht nachgewiesen, wird als
unverantwortlicher, infamer Angriff seitens einer ausschließlich
profitorientierten Elite auf die Interessen der Natur zurückgewiesen.
Herr
Trevithick weicht zurück und wird Landwirt.
1856
Aufgrund verheerender Cholera-Epidemien wird es für Hamburg unumgänglich,
ein
Kanalisationssystem einzuführen. Die Grünen sind dagegen, weil es
keine
hinreichenden Untersuchungen bezüglich der Umweltverträglichkeit
solcher Systeme
gibt. Stattdessen stimmen die Grünen für eine verbrauchsabhängige
Stuhlgangsteuer, um so die Ernährungsgewohnheiten der Bürger und
die Menge der
Ausscheidungen in Hamburg sinnvoll zu regulieren.
1877
Alexander Graham Bell erfindet das Telefon in Form eines Handapparates,
bestehend aus 2 identischen Stielhörern, die über eine Batterie miteinander
verbunden sind. Die Grünen geben eine umfangreiche Studie zum Thema
"
Gesundheitliche und ökologische Aspekte mobiler Telekommunikation und
Sendeanlagen, wissenschaftlicher Diskurs, regulatorische Erfordernisse und
ö
ffentliche Debatte"* in Auftrag, bis zu deren Abschluss die Betriebsgenehmigung
für den Fernsprecher verweigert wird. Herr Bell beschließt, Milchmann
zu werden.
1886
Das Automobil wird erfunden. Gottlieb Daimler macht aus einem schweren
stationären Gasmotor einen leichten, transportablen Benzinmotor, der für
den
Antrieb von Fahrzeugen geeignet ist. Carl Benz entwickelt ein Dreirad mit Motor,
das immerhin eine Geschwindigkeit von 16 Stundenkilometer erreicht. Die Grünen
plädieren für ein Verbot des Automobils und für die Stärkung
des
Schienenverkehrs, müssen jedoch zurückrudern, als sie merken, daß es
aufgrund
ihrer Aktivitäten im Jahre 1804 keinen Schienenverkehr gibt.
Die Herren Daimler und Benz beschließen, eine Bäckerlehre zu machen.
1929
Im Mai veröffentlicht der Bakteriologe Alexander Fleming die Ergebnisse
seiner
Forschungen mit Penicillium notatum mit dem Tenor, dass der Pilz eine Substanz
produziert, die gegen eine Reihe von Bakterienarten tödlich wirkt, insbesondere
auf Gram-positive Bakterien.
Bemerkenswert ist dabei, dass diese Substanz, Penicillin genannt, die weißen
Blutkörperchen nicht angreift und für Tiere ungiftig ist. Dabei deutet
Fleming
auch vorsichtig an, dass Penicillin sich als Medikament eignen könnte.
Die
Grünen beantragen die Nichtzulassung als Medikament, weil die Wirksamkeit
nicht
hinreichend belegt sei und zudem das Töten von Bakterienarten das sensible
Ö
kosystem schwer schädigen würde.
1980
Die Partei der Grünen wird gegründet.
* authentisch, siehe http://www.gruene-fraktion.de/cms/stichwort/dok/3/3298.htm
Dirk Maxeiner 07.02.2005 17:48
GEW kauft nicht bei Juden
Rolf Jüngermann, Mitglied im Referat Bildungspolitik beim Landesvorstand
der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Nordrhein-Westfalen, ruft
zum
Boykott israelischer Produkte auf. Auf seiner Website ( http://www.bipomat.de
)
wird man auf die Strichcode-Kennziffern 7290 hingewiesen, die auf die Herkunft
Israel verweisen. Außerdem firmiert der Sperrzaun unter der Bezeichnung "Mauer
der Apartheid". Das ganze läuft unter "bildungspolitisches Material".
Mal sehen
wie lange es dauert, bis das Material von der NPD für den sächsischen
Schulunterricht vorgeschlagen wird. Danke an Leser M.H. für den Hinweis.
Michael Miersch 04.02.2005 13:43
Nachtrag zu den irakischen Ziviltoten
Leser F. S. schreibt:
Michael Miersch hatte uns ja am 5.11. letzten Jahres auf die wüste Zahl
aufmerksam gemacht:
http://www.achgut.de/dadgd/index.php?start=160
Und der Rechenweg kam von Fred Kaplan in Slate:
http://www.slate.com/Default.aspx?id=2108887
Nun war ich am 25. Januar auf einer Veranstaltung mit Prof. Stephen Szabo in
Köln, wo er mit den 100.000 Ziviltoten operierte. Tja, dank der guten
Vorbereitung durch die Achse konnte ich ihm die Zahl gleich um die Ohren hauen,
Statistiker sind ja der Wahrheit verpflichtet. Und siehe da, ganz hinten im
Publikum des Amerika-Hauses stand eine Dame auf. Sie berichtete, was sie gerade
taufrisch aus der US-Botschaft in Baghdad gehört hatte. Denn dort hatte
man
nochmal genauer nachgezählt, und diesmal waren es ziemlich stabile 15.000
bis
17.000 Ziviltote. Prof. Szabo (übrigens ein guter Kopf von der Johns Hopkins
School of Advanced International Studies) gab zu, daß er die 100.000
einfach so
von den Kollegen der Johns Hopkins Public School of Health übernommen
hatte.
Normalerweise stimmt ja auch was die sagen. Bloss diesmal ging's daneben, und
unsere lieben Medien haben das Ergebnis in Beton gegossen.
Michael Miersch 03.02.2005 15:07
Soziale Einrichtungen der Mullahs
Volkskorrespondentin Antje Sievers schreibt:
Neulich stieß ich auf activistchat.com auf eine Auflistung von
Menschenrechtsverletzungen im Iran. Diese war allein für November 2004
einen
halben Kilometer lang und enthielt ein Grauen, daß einem das Blut in
den Adern
gefriert, selbst wenn man den Mullahs alles zutraut. Anders sieht man das jedoch
im auswärtigen Amt. Auf meine Anfrage, was der dortige Menschenrechtsbeauftragte
dagegen unternehme, daß ein 13jähriges, vom eigenen Bruder geschwängertes
Mädchen zu Tode gefoltert werden soll, erhielt ich von einem Herrn Arvid
Enders
vor einigen Tagen folgende Antwort: "Die Bundesregierung teilt Ihre Sorge
um die
Menschenrechte im Iran (...)Dabei hat sie auch den Fall der 13jährigen
Zhila
Izadi in Marivar im Oktober 2004 und zuletzt erneut im Rahmen einer EU-Demarche
im Dezember 2004 aufgegriffen.Schon im Oktober 2004 hat die iranische Justiz
mitgeteilt, daß keine Hinrichtung (Steinigung,A.S.) drohe und daß Zhila
Izadi
und ihr Bruder in die Obhut einer sozialen Einrichtung übergeben worden
seien.Im
Dezember 2004 waren zu diesem Fall keine weiteren Auskünfte zu erlangen."
Na, da können wir ja alle wieder mit gutem Gewissen zur Tagesordnung übergehen.
Wie so oft, liegt die Wahrheit nur ein paar Mausklicks entfernt. Ich weiß zwar
nicht, wie man sich im auswärtigen Amt eine iranische soziale Einrichtung
vorstellt, aber dafür wußte man das in der Welt am Sonntag.
Und das sogar schon im Oktober 2004:
http://www.wams.de/data/2004/10/31/353750.html
Henryk M. Broder 03.02.2005 13:16
Irak für alle
Hinweis unseres Volkskorrespondenten D.H.:
Den Beitrag zur Wahl im Irak aus iraqthemodel habe ich auf Deutsch
ü
bersetzt. Zu finden entweder hier:
http://www.senordaffy.de/index.php?p=111
oder hier
http://medienkritik.typepad.com/deutsch/2005/01/iraq_the_model_.html#more
Henryk M. Broder 03.02.2005 08:12
Noch mehr Blogs aus dem Irak
Unsere Volkskorrespondentin E.H. liest irakische Blogs, seit sie im Internet
kursieren. Hier ihre Empfehlungen:
Here are a few of my other favorite Iraqi blogs:
iraqthemodel.blogspot.com;
iraqilibe.blogspot.com; hammorabi.blogspot.com;
healingiraq.blogspot.com;
democracyiniraq.blogspot.com.
Henryk M. Broder 03.02.2005 07:38
Eine Familie in Bagdad
Unsere Volkskorrespondentin J.K. macht uns auf einen Blog aus dem Irak
aufmerksam, der sich mit dem Alltag beschäftigt, wie er in den Medien
nicht
vorkommt. Danke für den Hinweis: http://www.afamilyinbaghdad.blogspot.com/
Henryk M. Broder 02.02.2005 12:00
Blitz und Donner, Katz und Maus, Hase und Igel, Paul und Claudia
Grenzenloses Staunen macht sich jedesmal im Lande breit, wenn die NPD einen
Skandal inszeniert, wie zuletzt im sächsischen Landtag. Die Medien und
die
Politiker reagieren wie Autofahrer, die im Januar vom Winter überrascht
werden:Wieso schneit es denn, wo wir noch Sommer-reifen an den Rädern
haben?
Dann setzt ein dreistufiges Ritual ein: Überraschung (Damit haben wir
nicht
gerechnet!), Panik (Es muss was unternommen werden!), Aktionismus ( Jetzt ist
die Justiz gefordert!).
Es ist wie die Silvesterposse um Miss Sophie und ihren Butler: The same
procedure as every year! Nur wird das NPD-Dramolett inzwischen öfter gespielt.
Wobei man die Reaktionen auf die Aktionen der NPD so sicher voraussagen kann
wie
den Donner nach dem Blitz. Otto Schily, dessen Ministerium das Verbotsverfahren
im Mai 2oo3 vergeigt hat, sagt, die NPD "schade dem Ansehen Deutschlands" in
der
Welt, Claudia Roth, die im Grunde gegen Verbote ist, sagt, man müsse der
NPD
"
argumentativ und offensiv begegnen", und Paul Spiegel sagt, der Antisemitismus
sei "wieder salonfähig" geworden. Das sagt er, seit er im Amt
ist, und das haben
in ähnlichen Situationen auch alle seine Vorgänger gesagt. So spielt
jeder seine
Rolle, nur die NPD-Leute sitzen da und freuen sich einen Ast, denn erstens
geben
sie den Takt an und zweitens treiben sie die halbe Republik vor sich her.
Dabei sind sie die einzigen, die dazugelernt haben. Man wünscht sich die
guten
alten Neonazis zurück, die den Holocaust nur geleugnet und sich damit
lächerlich
gemacht haben. Die NPD-Leute wissen es besser: Sie leugnen nicht den Holocaust,
sie vereinnahmen ihn und reden von einem "Bomben-Holocaust", dessen
Opfer
deutsche Zivilisten waren.
Und das ist juristisch unangreifbar, denn es gibt kein Copyright auf den Begriff
Holocaust, so wie es keinen Musterschutz auf den Begriff KZ gibt, weswegen
Tierschützer gerne von "Hühner-KZs" reden.
Und während die einen kopflos nach dem Staatsanwalt rufen, wobei ein Blick
in
die Verfassung ihnen klarmachen würde, daß Abgeordnete wegen ihrer Äußerungen
praktisch nicht belangt werden können, setzen die anderen auf erzieherische
Maßnahmen, auf Brachial-Pädagogik. Man sollte, schlägt Albert
Meyer, der
Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, vor, die rechten Jugendlichen
nach
Auschwitz bringen, um ihnen vor Augen zu führen, was die Nazis angerichtet
haben. Gründlicher kann man die rechte Psyche nicht mißverstehen.
Die einzige
Einsicht, die rechte Jugendliche von Auschwitz heimnehmen würden, wäre
die, daß
zu viele Juden übrig geblieben sind.
Und alle miteinander wollen nicht wahrhaben, daß die NPD-Leute nicht
die letzten
"
Unbelehrbaren" von gestern, sondern die Avantgardisten von morgen sind.
Nicht
in dem Sinne, daß sie die Macht übernehmen würden, dazu wird
es nicht kommen,
aber sie formulieren Themen vor, aus denen sich auch die "Patriotismus"-Debatten
der Demokraten speisen. Wenn deutsche Sozialdemokraten im Europa-Parlament
dafür
sorgen, daß aus einer EU-Resolution zum 27. Januar die Worte "deutsch" und
"
Deutsche" gestrichen werden und Auschwitz nur noch als das
"
Nazi-Vernichtungslager" firmiert, dann leisten auch sie einen Beitrag
zur
Entsorgung der deutschen Geschuchte - genauso wie die NPD im Sächsischen
Landtag.
Die Täter wollen unbedingt Opfer sein. In spätestens zehn Jahren
werden die
Nazis zu Aliens mutiert sein, die Deutschland überfallen und besetzt haben.
Wetten daß...?
Dirk Maxeiner 02.02.2005 10:13
Cui Bono?
Der schwedische Autor Johan Norberg (In Defence of Global Capitalism/Das
Kapitalistische Manifest/Eichborn-Verlag) hat bei Popstar BONO, der gerade
auf
dem Managertreffen von Davos seinen großen selbstlosen Auftritt hatte,
mal genau
hingesehen. Auf Norbergs Weblog http://www.johannorberg.net/ findet sich
folgender Eintrag:
YOU TOO, U2? Some suggest that economic self-interest is the reason why people
hold their views. Most of the time I find them much too cynical. But sometimes
I
have to confess that they are on to something. Bono, U2's lead singer, is one
of
the leaders of the campaign to supply the third world with drugs by dismantling
intellectual property rights to drugs. So is this his position on IPOs
generally? Not at all. Bono is also one of the leaders of the campaign to
strengthen the IPOs of (you've guessed it) musicians. Today, most European
countries protect copyrights on sound recordings for no more than 50 years.
The
U2 members think that they should be allowed to "retain their copyright
for at
least as long as they live, and to pass it to their heirs, just like any other
asset that they own." Yes, it's very easy to say that property if theft
when
you're talking about other people's properties.
Someone might say that there is a big difference between music and life-saving
drugs. I agree. I think that gifted musicians would continue to create music
even if they didn't make much money on it. But I don't think that anyone would
continue to pour hundreds of millions of dollars into research for new drugs
if
they had no way of financing that investment through sales. And, even though
I
really like U2, I would prefer a world without "With or Without You", "Sunday,
Bloody Sunday" and "New Year's Day" to a world without life-saving
drugs.
Danke an Leser F.H. für den Hinweis.
Dirk Maxeiner 01.02.2005 12:37
Holocaust Heuchelei
Während man beim Auschwitz-Gedenken gefahrlos das "nie wieder" beschwört, übt
man sich gegenüber den neuen Nazis im islamistischen Gewand im Appeasment.
Ezra
Levant, Kolumnist bei der Calgary Sun, liefert eine schneidend präzise
Analyse.
Titel: "Holocaust hypocrisy" . Unbedingt lesen:
http://www.canoe.ca/NewsStand/Columnists/Calgary/Ezra_Levant/2005/01/31/915382.h
tml
Danke Leser F.H. für den Hinweis!
Henryk M. Broder 31.01.2005 11:22
Something new from Michael Moore
Es ist ein wenig still geworden um Michael Moore, den grandiosen
Selbstdarsteller. Warum es so ist, wird in einem sehr langen und sehr guten
Artikel in FRONTPAGEMAG.com erklärt. Danke an M.R. für den Hinweis.
http://frontpagemag.org/Articles/ReadArticle.asp?ID=16810
Dirk Maxeiner 30.01.2005 20:54
Grenzen des Terrors
Zum Abschluss des Tages der Wahl im Irak ein sehr empfehlenswertes Resümee
von
Claus Christian Malzahn in Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,339364,00.html
Dirk Maxeiner 30.01.2005 17:15
Justiz-Selbstmord
Als Feedback zu "Bomben Enthusiasmus" hat unsere Leserin B.K. mich
auf folgende
kleine DPA-Meldung aufmerksam gemacht, die in "Die Welt" stand:
Ein Gericht in Mailand hat drei islamisten mit der Begründung freigesprochen,
Guerilliakrieg im Irak könne nicht einfach mit Terrorismus gleichgesetzt
werden.
"
Wer Attentate in einem kriegerischen Umfeld unternimmt, die keine Zivilisten
treffen, ist kein Terrorist", begründete das Gericht. Es habe sich
dabei auf
eine Definition des Terrorismus durch die Vereinten Nationen berufen. Die
Staatsanwaltschaft hatte den drei Nordafrikanern vorgeworfen, sie hätten
in
Italien Selbstmordattentäter für den Irak rekrutiert.
Dirk Maxeiner 30.01.2005 13:09
Bomben-Enthusiasmus
Der Tag der Wahl im Irak. Die deutschen Radio-Nachrichten würdigen das
Ereignis
seit dem Morgen mit so einer Art Bomben-Enthusiasmus. Da lobt man sich die
"
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", die ihre Seiten nicht in erster
Linie
den Killern und Terroristen widmet, sondern den Irakern, die zum ersten mal
ihre
demokratischen Rechte wahrnehmen dürfen. In einem Gastkommentar aus Bagdad
beschreibt der Iraker Nasir Flayih Hasan wie wenig die Iraker "mit diesen
Friedensaktivisten gemein haben, die ständig amerikanische Verbrechen
anprangern
und uns nicht zuhören wollten, wenn wir von dem langen, schrecklichen
Albtraum
sprachen, der erst durch den Zusammenbruch des Regimes endete". Seine
niederschmetternden Erfahrung mit westlichen Menschenrechtlern und
Medienvertretern fasste er so zusammen: "Dies alles war sehr enttäuschend
für
einen wie mich, der jahrzehntelang glaubte, die Linke sei die Progressive Kraft
der Welt. Und so bin ich desillusioniert, jedenfalls von den Linken, die ich
im
Irak getroffen habe. Vollmundig in ihren Idealen, sind sie unbeweglich in ihren
Gedanken. Sie haben gezeigt wie Dogmatismus und Fanatismus aus
Friedensaktivisten leblose Friedensstatuen machen". Über die Berichterstattung
vieler Mainstream-Medien muss man sich da nicht mehr wundern. Nasir Flayih
Hasan: Ihre dogmatisch antiamerikanische Haltung führte sie zu Fremdenführern,
Ü
bersetzern, Chauffeuren und Gesprächspartnern, die Anhänger des alten
Systems
waren." In Deutschland lebende Iraker, so berichtet ebenfalls die Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung, sehen das ähnlich. Eine Irakerin, die vor
dem
Saddam-Regime geflohen war, gab vor dem Wahllokal in Berlin zu Protokoll:
"
Schade dass die deutschen nicht mit uns sind."
Henryk M. Broder 28.01.2005 18:42
Wisch und weg!
Im Grunde ist es egal, ob in der Mongolei ein Sack Bohnen umfällt oder
das
Europaparlament eine Resolution verabschiedet. Dennoch wird in Brüssel
um jedes
Wort gerungen. Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz fühlte sich auch
das
europäische Parlament verpflichtet, den NS-Terror zu verurteilen - ein
extrem
mutiger Schritt über alle Parteigrenzen hinweg, nur 6o Jahre nach dem
Ende des
Dritten Reichs. Und so wurde eine Resolution erarbeitet, in der die Verursacher
des Schreckens beim Namen genannt wurden: Auschwitz war "Hitlers
Vernichtugslager, das von den Deutschen errichtet worden war".
Doch das ging ausgerechnet den deutschen Sozialdemokraten zu weit. Der
Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europa-Parlament, Martin Schulz
(jawoll, der Wichtigtuer, der mit Berlusconis Hilfe einen Tag lang berühmt
wurde!), erarbeitete eine neue Fassung, in der die Worte "deutsch" und
"
Deutsche" nicht mehr vorkamen. Jetzt ist Auschwitz nur noch "Hitlers
Nazi-Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau", was wörtlich genommen
so viel
bedeutet, dass in Auschwitz-Birkenau Nazis vernichtet wurden.
Ja, so patriotisch sind doitsche Sozialdemokraten, Martin Schulz vorneweg.
Ein Mann gleichen Namens spielt übrigens eine wichtige Rolle in der Nazi-Komödie
"
To Be Or Not To Be" von Ernst Lubitsch. "Schulz, springen Sie!"
Henryk M. Broder 28.01.2005 18:21
And The Winner Is:
Hier die Auflösung der PISA-Frage vom 27.1.:
Das schöne Zitat über Amerika, das amerikanische Volk und die amerikanische
Regierung stammt nicht aus dem Milieu der deutschen Friedensbewegung, sondern
ist schon über 66 Jahre alt. Sein Urheber ist Joseph Goebbels, erschienen
ist es
im Völkischen Beobachter am 21.1.1939. Und das Tolle ist: Alle unsere
Leser
haben die Frage richtig beantwortet. Die Gewinner der Ziehung werden persönlich
benachrichtigt.
Herzlichen Glückwunsch!
Michael Miersch 28.01.2005 14:58
Arabische Sender berichten positiver über Irak-Wahl als deutsche
Wortlaut einer Pressemitteilung des Instituts MEDIEN TENOR
(Danke an JMM für den Hinweis )
Bonn. Die öffentlich-rechtlichen deutschen TV-Nachrichten verbreiten mit
ihrer
Nachrichtenauswahl ein Klima, als könnten die Parlamentswahlen im Irak
ihre
Funktion nicht erfüllen. Sie stehen damit im Widerspruch zur Position
der UN,
die Kofi Annan auf Basis der UN-Wahlbeobachter vorgestellt hat, sowie im
Widerspruch zu ihren Kollegen der arabischen TV-Sender von Al Jazeera bis Al
Arabia. Das zeigt die aktuelle Untersuchung des Medienforschungsinstituts Medien
Tenor. Die Bonner Wissenschaftler fanden heraus, daß "heute journal" und
Tagesthemen im Untersuchungszeitraum (17.-26. Januar 2005) in nahezu 80 Prozent
der Fälle negativ wertete, wenn die Gültigkeit der Wahl im Irak angesprochen
wurde. Marietta Slomka (heute journal, 19.01.): "Wie sollen unter diesen
Umständen freie, gleiche und allgemeine Wahlen abgehalten werden?"
ZDF-Korrespondent Luc Walpot bezweifelte gar, daß die Wahl eine Entscheidung
ü
ber politische Ziele sei: "Angesichts der täglichen Drohungen, Entführungen,
Bomben und Morde ist das Interesse an Wahlprogrammen gering. (...) Die
Plakatewerden wohl nicht den Ausschlag geben, entscheidend wird die Angst sein."
Die Tagesthemen äußerten sich ebenfalls sehr skeptisch: Der Bombenterror
bedrohe
die Ausführung der Wahlen, berichtete Jörg Armbruster.
Ein vollkommen anderes Bild erhalten die Zuschauer der führenden arabischen
TV-Sender Al Jazeera , Al Manar, Al Arabia etc. zur Lage im Irak. Sie wählen
andere Nachrichten aus dem Irak und verbreiteten damit am selben Tag (19.
Januar) ihrem Publikum in 100% der Fälle eine positive Einschätzung
zur
Legitimität der Wahl. "Der Trend der Berichte von ARD und ZDF entspricht
dem
extrem einseitigen Berichterstattungsmuster, das wir seit Schröders Wechsel
in
der US-Politik in der Schlußphase der Bundestagswahl 2002 bei den
ö
ffentlich-rechtlichen Sendern beobachten", so Roland Schatz, Chefredakteur
Media Tenor International. "Dem deutschen Publikum wird die Lage im Irak
doppelt
so negativ dargestellt wie unter dem Diktator Saddam Hussein. Zählen tote
Iraker
bei Tagesthemen und heute journal erst, seit Hussein sie nicht mehr zu
verantworten hat?" Die Langzeitanalyse der Bonner Medienforscher zeigt
seit
1994, daß sich die Verantwortlichen für die Hauptnachrichten bei
ARD und ZDF in
der Darstellung der Wahlen z.B. in Rußland oder China weniger intensiv
mit der
Gewährleistung von demokratischen Standards beschäftigen. "Solange
jeden Tag
immer das gleiche Thema aus Bagdad angeboten wird, können die Zuschauer
in der
ersten Reihe sich kein eigenständiges Urteil über das im Irak Erreichte
bilden,"
so Schatz. Dies wäre eher der Fall, wenn nicht nur vielfältigere
Informationen
recherchiert würden, sondern auch den unterschiedlichen Regionen mehr
Aufmerksamkeit gewidmet werden würde.
Darüber hinaus hat Medien Tenor aktuell die Berichterstattung zur Irak-Wahl
in
deutschen, britischen, französischen, spanischen und italienischen
Meinungsführermedien mit der Darstellung in den arabischen Leitmedien
verglichen. Die Analyse zeigt auch dort ähnliche Unterschiede in der Bewertung
der Legitimität. Während die arabischen Medien da s bereits geschilderte
Bild
liefern, stellen auch die westeuropäischen Medien die Rechtmäßigkeit
der Wahlen
wesentlich stärker in Frage.
Beim Medien Tenor in Bonn untersuchen über 140 Analysten Tag für
Tag arabische,
deutsche, englische, französische und italienische Nachrichtensendungen
Beitrag
für Beitrag, welche Themen, Personen, Institutionen, Länder dargestellt
werden.
Weitere Informationen unter: http://www.medientenor.de
Michael Miersch 28.01.2005 13:21
Wie krank ist der Wald?
Wortlaut einer Pressemitteilung der Kommission für Ökologie der Bayerischen
Akademie der Wissenschaften zum Waldzustandsbericht der Bundesregierung:
Die Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
hat in
ihrer Sitzung am 14. Januar 2005 eine Stellungnahme zu den alljährlich
erhobenen
Waldzustandsberichten verabschiedet. Sie enthält folgende Kernaussagen:
1. Das Verfahren der Waldzustandserhebung ist ungeeignet, um daraus Aussagen
ü
ber die Vitalität der Bäume abzuleiten.
Die im Waldzustandsbericht angegebenen Merkmale der Baumkronen (Verlichtung,
Vergilbung, Verzweigungstyp) beziehen sich auf fiktive "Normalzustände" für
die
einzelnen Baumarten. Die kann es aber angesichts der großen Vielfalt
der
Waldgebiete, der einzelnen Waldstandorte und der oft beträchtlichen Unterschiede
selbst zwischen verschieden alten Bäumen der gleichen Art gar nicht geben.
Davon abgesehen ist es wissenschaftlich nicht vertretbar, den Waldzustand allein
nach der Kronenverlichtung (Transparenz) zu beurteilen, vor allem wenn diese
weniger als 40-50% beträgt, sondern es bedarf dazu anderer Kenngrößen
wie z.B.
Zuwachs, Fruchtansatz, Bodendurchwurzelung und Schädlingsbefall. Dass
der
Zustand der Wälder viel besser ist als aus der Kronenverlichtung abgeleitet
wird, gibt der Bericht 2004 sogar zu und widerspricht damit seiner
Eingangsaussage. Er betont nämlich, dass die Holzvorräte und z.T.
auch der
Holzzuwachs in den deutschen Wäldern in den letzten Jahrzehnten deutlich
ansteigen, und empfiehlt sogar, mehr Holz einzuschlagen und zu verwenden.
2. Die Deutung der Inventurergebnisse ist zweifelhaft.
Die Ursachen für zeitliche und örtliche Schwankungen des Kronenzustandes
können
ü
berhaupt nicht direkt aus den Erhebungsergebnissen abgeleitet werden, sondern
erfordern begleitende Untersuchungen über die potentiellen Ursachen und
eine
entsprechende Auswertung der Inventur, an denen es bisher fehlt. Viele
Bewertungen der Kronenverlichtung sind daher nicht beweisbar und bleiben
Spekulation, z.B. dass sie auf einer allgemeinen Versauerung der Waldböden
beruht. Dies ist u.a. durch regionale Studien in den Nordalpen und auch dadurch
widerlegt, dass die inzwischen auf etwa einem Drittel der Waldfläche der
Bundesrepublik zur Neutralisierung der sauren Niederschläge durchgeführten
Kalkungen den Kronenzustand nicht verbessert haben.
Die Kurven für die zeitlichen Veränderungen der Kronenverlichtung
von Fichte und
Kiefer im Bundesgebiet und in Bayern zwischen 1983/84 und 2004 zeigen eindeutig,
dass es keinen zeitlichen Trend gibt, sondern ihr Ausmaß um ein gleich
bleibendes, mittleres Niveau schwankt. Für Buche und Eiche steigt dagegen
dieser
Kennwert im gesamten Bundesgebiet - nicht aber in Bayern - an. Wie das aber
mit
den im Waldzustandbericht nachzulesenden stetig zurückgehenden Emissionen
von
Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden sowie dem ebenso sinkenden Säureeintrag
in
die Wälder in Einklang zu bringen ist, bleibt ungeklärt.
3. Alle im Jahr 2004 registrierten "Schäden" sind durch natürliche
Faktoren
erklärbar.
Die jetzt berichtete Zunahme der Kronenverlichtung bei verschiedenen Baumarten
in Süddeutschland kann durch natürliche Faktoren völlig ausreichend
erklärt
werden:
a) Plötzliches Aufreißen bis dahin geschlossener Nadelbaumbestände
durch Stürme
b) Auswirkungen des extrem heißen und trockenen Sommers 2003, verbunden
mit
vorzeitigem Blattfall und Vertrocknen von Feinwurzeln
c) Anstieg des Borkenkäferbefalls bei Fichte und Tanne und des Befalls
durch
Blätter fressende Insekten v.a. bei Laubbaumarten im Trockenjahr 2003
d) geringere Blattmassenbildung in 2004 als Folge zu geringer Vorräte
an
Reservestoffen aus dem Vorjahr und/oder starker Frucht- und Samenbildung
Ein Mitwirken von Luftschadstoffen bei der Zunahme der Kronenverlichtung ist
bisher nicht bewiesen und wird daher zur Erklärung auch nicht herangezogen.
Daraus darf jedoch kein Verzicht auf die allgemeine Verminderung der
Luftschadstoff-Emissionen abgeleitet werden.
4. Folgerungen
Die Kommission für Ökologie der BAdW empfiehlt daher:
1) die wenig aussagekräftige bundesweite Kronentransparenz-Inventur aufzugeben
oder sie auf eine geringere Zahl sorgfältig ausgewählter Probepunkte
bzw.
-bestände zu beschränken, aus deren Vergleich auf die Ursachen von
Unterschieden
oder zeitlichen Veränderungen dieses Merkmals geschlossen werden kann.
Gleichzeitig müssen zusätzliche Kenndaten (z.B. Nährstoffversorgung,
Schädlingsbefall) erfasst werden,
2) eine Konzentration auf die fortlaufende, umfassende Kontrolle einer
ausreichenden Zahl repräsentativer Waldbestände hinsichtlich Kronenzustand,
Zuwachs, Frucht- und Samenbildung, Witterung, Schadstoffeintrag,
Schädlingsbefall, Veränderung der Bodeneigenschaften und der Bodenvegetation
(wie sie z.B. an den bayerischen Waldklimastationen bzw. an den so genannten
Level-II-Stationen durchgeführt werden).
Die ausführliche Stellungnahme der Kommission für Ökologie zur
Waldzustandserhebung findet sich im Internet unter
http://www.badw.de/aktuell/PM_2005/Anlagen/Waldzustand.pdf
Abbildungsvorschläge (zum Download)
1. Dicht bekronte "gesunde" Fichte am Fuße der Kalkalpen, Quelle:
BAdW,
(http://www.badw.de/aktuell/PM_2005/Anlagen/Wald_01.jpg)
2. Fichte mit extrem verlichteter Krone in den unteren Hanglagen des Bayerischen
Waldes, natürliche Folge eines starken Pilzbefalls der älteren Nadeln
im Inneren
der Krone, Quelle: BAdW,
(http://www.badw.de/aktuell/PM_2005/Anlagen/Wald_02.jpg)
3. Gruppe stark schütterer, teilweise vergilbter oder absterbender Fichten
auf
Kalk(Dolomit)standort in den Bayerischen Alpen, natürliche Ursachen: extremer
Nährstoffmangel, Frostschäden, Befall der Stämme durch Rotfäulepilze
und
vermutlich falsche Fichtenrasse für diesen Standort, Quelle: BAdW,
(http://www.badw.de/aktuell/PM_2005/Anlagen/Wald_03.jpg)
4. Waldzustand in Bayern: Entwicklung des mittleren Blattverlustes und der
Anteile der Schadstufen bei der Buche bzw. Fichte in Bayern. Quelle: Bayer.
Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, 2005
(http://www.badw.de/aktuell/PM_2005/Anlagen/Buche.jpg bzw. Fichte.jpg)
Michael Miersch 28.01.2005 11:43
Die Erfolge der Gentechnik-Gegner
Guter Artikel von Paul K. Driessen über die destruktiven Folgen der
Anti-Gentechnik-Kampagnen. Danke D.D. für den Tipp:
http://www.torontofreepress.com/2005/driessen011405.htm
Michael Miersch 28.01.2005 11:36
Die zehn Gebote der Öko-Religion
Die "zehn Gebote" erschienen in der Februarausgabe des Magazins CICERO
als Teil
eines Textes von Maxeiner und mir über Öko-Religion.
Erstes Gebot:
Du sollst dich fürchten!
Das furchtbarste Szenario ist das wahrscheinlichste. Wenn es einmal gut ging,
so
kommt es beim nächsten Mal umso schlimmer.
Zweites Gebot:
Du sollst ein schlechtes Gewissen haben!
Wer lebt, schadet der Umwelt - alleine schon durch seine Existenz
Drittes Gebot:
Du sollst nicht zweifeln!
Die Ökobewegung irrt nie. Wer daran zweifelt, dient den Ungläubigen.
Viertes Gebot:
Die Natur ist unser gütiger Gott!
Sie besteht aus Pandabären, Robbenbabys, Sonnenuntergängen und Blumen.
Erdbeben,
Wirbelstürme und Killerviren sind Folgen menschlicher Hybris
Fünftes Gebot:
Du sollst deine Gattung verachten!
Der Mensch ist das Krebsgeschwür des Globus. Vor seinem Auftauchen war
der
Planet eine friedliche Idylle.
Sechstes Gebot:
Du sollst die Freiheit des Marktes verabscheuen!
Der Planet kann nur durch zentrale Planung internationaler Großbürokratien
gerettet werden
Siebtes Gebot:
Du sollst nicht konsumieren!
Was immer du auch kaufst, benutzt oder verbrauchst: Es schadet der Umwelt.
Die
Zuteilung von Gütern sollte den weisen Priestern des Ökologismus übertragen
werden.
Achtes Gebot:
Du sollst nicht an ein besseres Morgen glauben!
Verhindere Veränderungen und Fortschritte, denn früher war alles
besser.
Neuntes Gebot:
Du sollst die Technik gering schätzen!
Abhilfe kann allenfalls durch fundamentale gesellschaftliche
Umsteuerungsprozesse kommen. Niemals durch die Erfindung technikgläubiger
Ingenieure.
Zehntes Gebot:
Wisse, die Schuld ist weiß, männlich, christlich und westlich!
Die Unschuld ist eine Urwaldindianerin.
Michael Miersch 28.01.2005 11:21
Die Irren-Internationale
Mein Tagebuch-Eintrag vom 12. Januar 2005 machte sich über arabische
Verschwörungstheorien zur Tsunami-Katastrophe lustig. Nun, Arabien rückt
immer
näher. Vor zwei Tagen drückte mir ein Berliner Taxifahrer eine Broschüre
in die
Hand, die allen Ernstes nachbetet, was bekiffte Mullahs in Saudi-Arabien und
Ä
gypten halluzinieren. Der Tsunami wurde von Israelis, Amerikanern und Indern
ausgelöst, die heimlich Atombomben ausprobieren. Und dahinter steckt -
na wer
wohl? - New York, die Wall Street und "New Zion". Zitat: "Sie
haben es fertig
gebracht 100 000 Muslime mit einer einzigen Woge in Sumatra zu töten." Das
Pamphlet stammt übrigens von einem Australier namens Joe Vialls und wurde
von
einem Gerhoch Reisegger ins Deutsche übersetzt - die internationale der
Irren
marschiert. Unnötig zu sagen, dass es munter im Internet kursiert. Ich
lege
keinen Link, weil mich kürzlich ein Leser darauf aufmerksam machte, dass
Links
zu Neonazi-Seiten strafbar sind.
Michael Miersch 28.01.2005 10:44
Der geistige Bankrott der Linken
Korrespondent M.R. machte mich auf einen ausgezeichneten Artikel im Frontpage
Magazine aufmerksam. Unter dem Titel "The Transformation of the Left into
a
Neo-Fascist Movement" liefert Autor Andrei S. Markovits einen Abriss über
die
historischen Hauptströmungen der europäischen und amerikanischen
Linken.
Besonders die Entwicklung in Deutschland wird darin treffend analysiert.
Diagnose: Die heutige Linke wird immer nationalistischer. Blinde Feindseligkeit
gegen Amerika und Israel ist ein ideologischer Behelf, der die
Argumentationsschwäche und Perspektivlosigkeit überdecken soll. Sehr
lesenswert!
http://www.frontpagemag.org/Articles/ReadArticle.asp?ID=16788
Henryk M. Broder 27.01.2005 21:32
Und noch eine PISA-Aufgabe
'Wir haben nichts gegen das amerikanische Volk, nur gegen die
amerikanische Regierung mit ihren überheblichen, unmotivierten und gefährlichen
Einmischungen in die Angelegenheiten anderer Völker. Die Welt braucht
keinen
Weltpolizisten, die Welt schafft ihre eigene Ordnung.
Die Führung Amerikas hat sich eingeredet, dass Amerika der
Schrittmacher der Welt ist, das moralische Gewissen. Nur Amerika darf erobern,
darf in der Außenpolitik forsche Töne reden.
Die angequälte Überzeugung, dass es die Mission Amerikas sei, die
Welt für
die Demokratie reif zu machen, hat das Land immer tiefer und tiefer in den
Strudel des Interventionismus geführt, hat bewirkt, dass die Sinne
amerikanischer Staatsmänner von Weltbeherrschungsplänen umnebelt
wurden. Die
Politik des Präsidenten steht in direktem Widerspruch zu der traditionellen
Politik der USA, die die Einmischung in die inneren und äußeren
Angelegenheiten
eines anderen Landes für unzulässig hält. Geltungsbedürfnis, Überheblichkeit,
Unfähigkeit und Starrsinn, das sind jetzt Trumpfkarten."
Von wem stammt dieses Zitat? Und wann wurden diese Sätze gesagt oder
geschrieben?
Wer auch nur eine dieser Fragen richtig beantwortet, nimmt an einer Tombola
teil. Erster Preis: Ein Autogramm von Norbert Blüm. Zweiter Preis: Der
Terminkalender von Claudia Roth. Dritter Preis: Ein Abend mit Roger Willemsen.
Dirk Maxeiner 27.01.2005 13:25
Nichtwissen auf hohem Niveau
Sie können es nicht lassen: Obwohl die Schmerzgrenze längst überschritten
ist,
nerven die Propagandisten der Klimakatastrophe nun beinahe täglich mit
noch
horribleren Meldungen. Heute folgende Schlagzeilen frisch im Angebot: "Forscher
rechnen mit Erderwärmung bis zu 11,5 Grad" (Siehe:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,338691,00.html ). Oder
"
Erderwärmung könnte weit stärker ausfallen als gedacht" (Siehe:
http://www.welt.de/data/2005/01/27/429909.html)
Was ist geschehen? Zunächst einmal ein interessantes technisches Experiment:
Beinahe 100.000 PC-Besitzer haben die insgesamt gewaltige Rechenleistung ihrer
Computer zur Verfügung gestellt, um mathematische Klimamodelle mit allen
möglichen Annahmen durchrechnen zu können. Mehrere tausend verschiedene
Szenarien führten zu völlig unterschiedlichen Klimaentwicklungen.
Die globale
Durchschnittstemperatur würde danach in 100 Jahren um zwei bis elf Grad
steigen,
oder um bis zu ein Grad fallen. Das Ergebnis manifestiert somit Nichtwissen
auf
hohem Niveau. "Die große Bandbreite signalisiert, dass unser Wissen über
das
Klima geringer ist als gedacht", sagt der Klimaforscher Hans von Storch.
Immer mehr Rechnerleistung können Empirie und naturwissenschaftliche Erkenntnis
eben nicht ersetzen. Wenn man Unsinn in einen Computer eingibt, dann kommt
auch
Unsinn heraus. Das zeigt gerade das Schicksal der so genannten
"
Hockeyschläger-Kurve", bei der die Temperatur nach relativ geringen
Schwankungen in den letzten 1000 Jahren Ende des 20 Jahrhunderts plötzlich
dramatisch ansteigt. Kritiker warnten von Anfang an: Es gab in diesem Zeitraum
starke Klimaschwankungen, mit teilweise sehr viel niedrigeren, aber auch höheren
Temperaturen als heute. Dennoch wurde die Katastrophen-Kurve vom UN-Klimarat
IPCC zur Untermauerung einer dramatischen Klimaentwicklung in die
Propaganda-Schlacht geschickt. Sie findet sich inzwischen sogar in Schulbüchern.
Leider ist sie kompletter Unsinn - und irgendwie auch unglaublich peinlich.
Denn
inzwischen stellte sich heraus: Die für die Klima-Rekonstruktion angewandte
statistisch-mathematische Methode führt in jedem Fall zu einem Kurvenverlauf
nach Art eines Hockeyschlägers - ganz egal welche Daten man eingibt (und
somit
zu einem unvergleichlichen Anstieg der Temperaturen Ende des 20. Jahrhunderts).
In der MIT Technology Review wird fassungslos von dieser "Bombe" berichtet,
es
sei ungalublich aber eine Ikone der "Global-Warming Community" entpuppe
sich als
ein "Artefakt schlechter Mathematik".
Eine entsprechende Studie veröffentlicht demnächst die Fachzeitschrift
"
Geophysical Research Letters". Dies ist die gleiche Publikation, die die
Hockeyschläger-Kurve ursprünglich vorgestellt hatte. Gründlicher
wurde selten
ein Hockeyschläger in seine Einzelteile zerlegt. Siehe:
http://www.uoguelph.ca/~rmckitri/research/trc.html
Michael Miersch 23.01.2005 18:55
Für alle, die sich selbst ein Bild machen wollen...
... und nicht mehr auf die deutschen Leitmedien vertrauen: Die Antrittsreden
von
Condoleezza Rice und George W. Bush im Wortlaut (offizielle deutsche
Ü
bersetzung):
Die Bush Rede:
http://amerikadienst.usembassy.de/us-botschaft-cgi/ad-detailad.cgi?lfdnr=1767
Die Rice Rede:
http://amerikadienst.usembassy.de/us-botschaft-cgi/ad-detailad.cgi?lfdnr=1766
Michael Miersch 23.01.2005 18:46
CIA: EU hat keine Zukunft
Volkskorrespondent G. D. entdeckte einen bemerkenswerten Artikel in "Scotland
on
Sunday". Er berichtet von einer CIA-Studie, die den Zustand der Welt in
zwanzig
Jahren ermitteln sollte. Die Autoren sagen voraus, dass die EU in den nächsten
15 Jahren auseinander brechen werde. Europa - so die Prognose - stehe vor einem
Niedergang durch ökonomische Stagnation und Überalterung. Auch das
Ende der NATO
scheint den Verfassern wahrscheinlich. Na dann: Willkommen in der Zukunft.
Link zum Artikel:
http://scotlandonsunday.scotsman.com/index.cfm?id=56762005
Dirk Maxeiner 23.01.2005 14:05
Nachruf auf die Süddeutsche Zeitung
Nachdem es der Süddeutschen Zeitung gelungen ist mit dem Jahr 2015 Kontakt
aufzunehmen und das Blatt von dort einen "fiktiven Nekrolog" auf
George W. Bush
zugeschickt bekam (Siehe Miersch, voriger Eintrag), habe ich mich gestern
Nachmittag sofort in eine Augsburger Altstadtkneipe begeben. Dort gibt es das
Maß Bier zur "Happy Hour" für nur 4,90 Euro, was die transzendenten
Fähigkeiten
der Gäste ebenfalls beflügelt. Nach fünf Maß war ich annähernd
auf dem Niveau
der des Feuilletons der Süddeutschen angelangt. Und es kam, wie es kommen
sollte: Weit aus der Zukunft im Jahre 2015 flüssterte eine Stimme mir
einen
Nachruf auf die Süddeutsche ins Ohr. Der fiktive Nekrolog lautete wie
folgt: Der
arabische Sender Al-Dschasira hat die Übernahme der Süddeutschen-Zeitung
zum
1.1.2015 bekannt gegeben. Die Redaktion der Süddeutschen begrüßte
den
Besitzerwechsel ausdrücklich. Die redaktionelle Linie von Süddeutsche
und
Al-Dschasira stimmten ohnehin schon weitgehend überein, weshalb man sich
in der
Redaktion keine Sorgen um die publizistische Freiheit mache. Lediglich die
Umbenennung des Blattes in Al-Bavaria rief vereinzelt Kritik hervor.
Michael Miersch 22.01.2005 16:16
Süddeutsche macht wieder in "New Journalism"
Im Jahr 2000 mussten die beiden Chefredakteure des SZ-Magazins ihre Stühle
räumen, weil sie fiktive Interviews abgedruckt hatten. Sie nannten diese
Fakes
damals "New Journalism". Jetzt ist es im Mutterblatt soweit. "Stell
dir vor,
George W. Bush stirbt dereinst mit 72 Jahren," beginnt der Beitrag des
Münchner
Blattes zum zweiten Amtsantritt des Präsidenten: ein fiktiver Nekrolog
des
amerikanischen Schriftstellers Greil Marcus. Nach einer Beschreibung von Bushs
bisherigen Werdegang, so wie sie in deutschen Medien üblich ist (Alkoholiker,
Ö
l-Mafiosi, Bibelschwinger), folgt der Teil des Nachrufs, der die Zeit nach
2005
beschreibt. Da kommt es ziemlich dicke:
"
...Die geplanten militärischen Attacken sollten im Iran und in Nordkorea
Atomwaffendepots zerstören. Anders als in Afghanistan und im Irak stießen
die
amerikanischen Eindringlinge dort aber jeweils auf erbitterten Widerstand.
Folglich entschied sich Bush in Nordkorea für den Einsatz "taktischer
Sprengkörper", sprich Kernwaffen, was später aber dementiert
wurde.
Außerdem gab Bush den Befehl, "pinpoint"-Angriffe durchzuführen:
Mit
punktgenauen Angriffen wurden die Kernwaffendepots im Iran und Nordkorea
vernichtet.
Dieser Schachzug löste wiederum den "Eintägigen Krieg" aus,
einen atomaren
Schlagabtausch zwischen Indien und Pakistan, der Bombay und Karachi zerstörte
und zum Sturz der Regierungen beider Länder sowie zum Rückzug der
alliierten
Streitkräfte aus dem Irak führte.
Die Folge sind die bis heute anhaltenden Bürgerkriegsserien im Mittleren
Osten
und auf dem indischen Subkontinent, in deren Verlauf seit 2006 keine
herkömmlichen Waffen mehr eingesetzt wurden.
Nach Informationen der Vereinten Nationen wurden rund 12 Millionen Menschen
getötet, weitere Millionen vertrieben.
Schon während der ersten Regierungsperiode Bushs wurde deutlich, dass
er sich
als Messias sah, der von Gott berufen wurde, die Flagge der Freiheit - "Gottes
Geschenk an die Menschheit", wie er sagte - in jeden Winkel der Erde zu
tragen.
Die Kriege in Afghanistan und im Irak waren Teil dieses missionarischen
Kreuzzuges. Nach der Wiederwahl Bushs wurde klar, dass diese Kriege den Nutzen
hatten, Bushs Image und die Macht der Republikanischen Partei im Kongress und
den jeweiligen Staaten auszubauen, um Bushs Heimatagenda durchzusetzen ..."
Nachdem George der Schreckliche die Welt in Brand gesteckt hat, folgt die
Strafe:
"
...Nach seiner Präsidentschaft war das Leben Bushs von Missgeschicken
gekennzeichnet. Er verlor schon früh das Interesse daran, als Fahnenträger
seiner Partei und Chef-Spendensammler zu fungieren.
Einige waren sicher, dass er wieder zu trinken begonnen hatte, denn es sah
so
aus, als ob er die meiste Zeit in Privatclubs in Houston verbrachte, wo er
seit
2010 wohnte, nach dem er seinen Grundbesitz in Crawford, Texas verkauft hatte.
("Zumindest muss ich diese verdammte Bürste nun nicht mehr schneiden",
hörte man
Bush nach seinem letzen Wahlkampf 2008 sagen, den er gegen den früheren
Präsidenten Bill Clinton verlor.)
Am ersten Mai 2011 verunglückten Jenna und Barbara Bush bei einem Autounfall
in
New York. 2015, vier Jahre später, starb Laura Bush im Alter von 68 Jahren
- wie
ihr Vater - an Parkinson.
Nachdem Bush einige Zeit getrauert hatte, gab er bekannt, dass er versuche,
den
Weg zurück in die "Produktivität" zu finden und um Gottes
Willen zu erfüllen,
gerne die Chance wahrnehme, Vorsitzender im Baseball-Club zu werden.
Bush verstarb vor seiner Schwester Robin, seinem Bruder John "Jeb" Bush,
dem
früheren Gouverneur von Florida, und seiner Schwester Dorothy Bush-Koch.
Seine
Eltern haben ihn überlebt ..."
So muss es ja kommen, wenn man nicht auf die Süddeutsche Zeitung hört.
Henryk M. Broder 22.01.2005 11:46
Sitzenmachen!
Es wäre um die Welt besser bestellt, wenn die Rentner zu Hause bleiben
würden,
statt im Freien herum zu tollen. Nicht nur politische Bruchpiloten wie Norbert
Blüm ("Die Rente ist sischer!") können nicht aufhören,
auch manche Akademiker
ü
berheben sich.
Wie der Historiker und Politologe Ekkehart Krippendorff, der 1999 emeritiert
wurde. Krippendorff hat u.a. am Otto Suhr Institut der FU in Berlin
Amerikanistik unterrichtet. Über Dahlem hinaus bekannt wurde er mit einem
Aufsatz, in dem er darüber räsonierte, wie das Dritte Reich hätte
aus den Angeln
gehoben werden können: Indem die Juden, statt sich widerstandslos
abtransportieren zu lassen, einen Sitzstreik unternommen hätten. Echt,
so was
kann ein deutscher Prof von sich geben, ohne hinterher in die Uniklinik
ü
berwiesen zu werden.
Was Krippendorff am meisten schmerzt, ist der Umstand, dass er aus dem Amt
scheiden musste, während George Bush in sein Amt gewählt wurde. Also
tritt er
aus dem Ruhestand gegen den US-Präsidenten an. Zuletzt bei einer Gastvorlesung
am 17.1. in der Bonner Uni zum Thema "Zu welchem Zweck und mit welchem
Ziel
studieren wir amerikanische Außenpolitik?" Unser Volkskorrespondent
D.P. war bei
dem Event dabei und schickte uns den folgenden Bericht:
"
Krippendorff hielt sich nicht lange mit dem eigentlichen Thema auf, dozierte
vielmehr über das "protofaschistische Regime" in den USA. Nach
der "fragwürdigen
Wiederwahl" Bushs befänden sich die USA in einer "gefährlichen
Entwicklung",
unter anderem kritisierte er die "Aufweichung bürgerrechtlicher Kriterien".
Die
Außenpolitik sei "aggressiv imperialistisch", Demokratie zu
verbreiten sei
einfach naiv, in diesem Zusammenhang
zweifelte er daran, ob bei der Wahl im Irak eine legitime Regierung herauskäme.
Die amerikanische Gesellschaft sei eine "uninformierte und ignorante
Gesellschaft", er verglich die Anzahl der Buchübersetzungen in den
USA mit denen
in der arabischen Welt und kam zum Schluss, dass in den USA weniger Bücher
ü
bersetzt würden. Am Ende empfahl er den Studenten, sie sollten "Informationen
nach Amerika schicken, um die Leute aufzuklären". Er sei zwar kein
Freund der
rot-grünen Regierung, aber er hätte sich gewundert, warum während
des
Irak-Krieges nicht "50.000 Menschen vor dem Kanzleramt" demonstriert
hätten, um
Schröders standhafte Haltung zu feiern. "
Die Zuhörer sollen begeistert gewesen sein. Auch wir werden ihm dicht
auf den
Fersen bleiben und notfalls einen Sitzstreik bei seiner nächsten Gastvorlesung
organisieren.
Henryk M. Broder 21.01.2005 11:34
arte in Auschwitz
Miersch und ich sind mit dem Auto in Bayern unterwegs, hören Radio und
futtern
Buletten, die wir in Berlin gekauft haben. Es ist Donnerstag, der 2o. Januar.
Bis zur Befreiung von Auschwitz ist es noch eine Woche. Vor 6o Jahren haben
die
Russen den Job allein erledigt, heuer wollen alle dabei sein, auch arte. Mein
Handy klingelt. "Herr Broder, wir machen eine Umfrage zum Thema: Was bedeutet
uns Auschwitz heute? Was meinen Sie?" Ich meine, arte sollte koreanische
Filme
mit nepalesischen Untertiteln senden und die Finger von Auschwitz lassen. Aber
so direkt sage ich es nicht. Ich sage nur, dass ich lieber etwas über
das
Sexual-leben der Isländer erzählen möchte. Aber daran hat der
Mann von arte kein
Interesse. Schade.
Jetzt bin ich gespannt, wie die arte-Umfrage ausfallen wird. Ich stelle sie
mir
so vor:
Wolfgang Thierse: "Ich freue mich auf diesen Tag. Es ist nicht nur ein
Tag der
Trauer, sondern auch ein Tag der Freude. Am Ende siegt das Gute über das
Böse.
Aber nur, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir alle in einer
Welt
leben."
Sabine Christiansen: "Mir tun vor allem die Kinder leid, die in Auschwitz
gelitten haben. Wäre ich damals schon UNICEF-Botschafterin gewesen, wäre
ich
sofort hingefahren, um mich vor Ort zu informieren."
Udo Walz: "Jedes Unrecht fängt damit an, dass man allen Menschen
dieselbe Frisur
verpasst. Dafür, dass dies nie wieder passiert, müssen auch die Friseure
sorgen."
Antje Volmer: "Wenn es 1933 schon das Wahlrecht für Kinder gegeben
hätte, wäre
Hitler nie an die Macht gekommen. Denn Kinder sind keine Nazis. Und wenn wir
heute im Radio mehr deutsche Schlager spielen, graben wir den Rechtsradikalen
das Wasser ab."
Ingrid Newkirk, PETA-Vorsitzende (People for the Ethical Treatment of Animals):
"
Wir denken an die Millionen von Tieren, die heute jeden Tag ermordet werden.
Auschwitz ist nicht Geschichte, es ist Gegenwart."
Hartmut Mehdorn: "Menschlich, politisch und moralisch eine Katastrophe.
Logistisch freilich eine Meisterleistung - wertfrei betrachtet."
Gregor Gysi: "Nur eine starke PDS kann den weiteren Sozialabbau verhindern,
der
in den 3oer Jahren die Massen in die Arme der Nazis getrieben hat und letztlich
die Ursache für alles, was danach kam, gewesen ist. Arbeit für alle!"
Norbert Blüm: "Überall und zu allen Zeiten hat der kleine Mann
die Zeche
bezahlt. Jetzt heißt es aufpassen, dass die Lasten gerecht verteilt werden."
Paul Spiegel: "Wir deutschen Juden sind loyale Bürger der Bundesrepublik.
Aber
wir werden nie wieder einem Befehl folgen, der in die Katastrophe führt."
Harald Schmidt: "Zu Auschwitz fällt mir nichts ein."
Henryk M. Broder 20.01.2005 06:12
Heil Hoffmann!
Ab und zu sieht man ihn in einer Talk-Show, wo er den Proto-Moslem spielt und
den Islam erklärt: den ehemaligen deutschen Diplomaten Murad W. Hoffmann.
Weil
es nix zu tun hat, hält er auch Vorträge, wie neulich in Göttingen
bei der
Islamischen Hochschulgemeinde. Jetzt hat ausgerechnet der DGB gegen das
Auftreten des eifernden Konvertiten protestiert und eine Pressemitteilung
veröffentlicht:
Bekenntnis zur Scharia - DGB verwundert über Islamische
Hochschulgemeinde Göttingen
Völliges Unverständnis zeigt der Vorsitzende der DGB-Region
Südniedersachsen-Harz Sebastian Wertmüller für eine Veranstaltung
der
Islamischen Hochschulgemeinde Göttingen. Diese hatte den zum Islam konvertierten
ehemaligen Diplomaten Murad W. Hoffmann als Referenten geladen. Wie der Presse
zu entnehmen ist (GT vom 15.01.2005), hatte Hoffmann palästinensische
Selbstmordanschläge relativiert (er maße sich kein Urteilan, Allah
möge den
Attentätern gnädig sein). Die Ermordung israelischer Frauen und Kinder
rechtfertigte er mit einem Verweis auf deren Status als
"
Kombattanten" nach islamischen Recht, die sich in fremde Häuser
"
eingenistet" hätten. Alleine diese Rechtfertigung des Terrors gegen
Zivilisten
hätte aus Sicht des DGB-Vorsitzenden zum Abbruch von Hoffmanns Referat
führen
müssen, stieß aber der Presse zu Folge auf Zustimmung bei der Zuhörerschaft.
Dass Hoffmann sich dann noch positiv auf das islamische Rechtssystem
Scharia bezog und für Verständnis warb, machte seine Ausführungen
komplett.
Wertmüller dazu: "Das ist ein heutzutage ziemlich einmaligerVorgang:
Werben in
einer öffentlichen Veranstaltung für die Ausgrenzung und Unterdrückung
von
Frauen und anderen religiösen und sexuellen Minderheiten (einschließlich
Gewalt
und Mord). Das nämlich ist die Praxis der Scharia im Iran, im Sudan und
anderen
islamistisch geprägten Regionen unserer Welt."
Es stelle sich die Frage, wen die Islamische Hochschulgemeinde
vertrete, wenn sie derartigen Positionen Raum gebe und es stelle sich die Frage,
ob die Universität der Ort für eine derartige Abscheulich-keiten
sein dürfe.
Der DGB-Chef: "Da reden wir über Dialog, Verständnis und Zusammenleben
auf der
Basis des Grundgesetzes und das alles wird von einem Herrn Hoffmann völlig
konterkariert und der Veranstalter distanziert sich nicht einmal davon." Die
Islamische Gemeinde täte gut daran, sich zu dieser skandalösen Veranstaltung
zu
erklären.
DGB Südniedersachsen/Harz
PS. Sehr ehrenwert, der Vorsitzende des DGB in Südniedersachsen. Außer
ihm
scheint sich über diesen Vorgang niemand aufgeregt zu haben. Und Herr
Hoffmann?
Wäre er in die Politik gegangen, hätte man ihn in eine Reihe mit
Hohmann und
Möllemann gestellt, aber wenn ein Antisemit heute zum Islam übertritt
und wirres
Zeug redet, dann genießt er das "Religionsprivileg" und kann
machen, was er
will. Die Sache mit den jüdischen "Kombattanten" übrigens,
die im Zuge von
"
Kampfhandlungen" ums Leben gekommen sind, haben Neo-Nazis erfunden, um
zu
begründen, warum es ununmgänglich war, auch Frauen und Kinder in
den Ghettos zu
liquidieren. Jetzt fährt Murad W. Hoffmann auf diesem Ticket. Heil Hoffmann!
Michael Miersch 14.01.2005 14:38
Nur Bekiffte und Verliebte sind gesund
Leser G. D. entdeckte einen köstlichen Aufsatz unseres alten Freundes
Udo
Pollmer im Informationsdienst EU.L.E.n-Spiegel (Nr. 6/2004). Thema: der
Gesundheitskult und Diätwahn unserer Zeit. Kostprobe:
"
Die Strategie der Gesundheitsbranche ist aufgegangen: Durch unablässige
Aufklärung hat sie unsere Gesellschaft dazu gebracht, dass sie ihr sauer
verdientes Geld bereitwillig für Vitaminpillen, Heimtrainer und
Vorsorgeuntersuchungen opfert. Die Vorstellung, man könne auf seine Gesundheit
hinarbeiten wie auf ein Häuschen im Grünen, hat inzwischen auch jene
erfasst,
deren Vertrauen in den eigenen Körper größer war als in die
Heilsversprechen der
Medizin. Um sich im Alter auf dem vermeintlich Erreichten ausruhen zu können,
lässt der aufgeklärte Zeitgenosse nichts unversucht: Der "Schönheitspflege
von
innen" zuliebe speist er eifrig probiotische Joghurts, zahlt den
Gesundheits-Check-up aus eigener Tasche oder bemüht sich mittels sportlicher
Betätigung um "äußere Werte". Allerdings ist er beim
Joggen im Stadtpark weniger
von Bewegungsfreude erfüllt als vom Glauben beseelt, Gevatter Tod davonlaufen
zu
können.
Doch Gesundheit allein reicht heute nicht mehr, mittlerweile ist "Gut-draufsein"
das Maß aller Dinge. Hier hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit
ihrer
ganzheitlichen Definition des schillernden Begriffes "Gesundheit" wahre
Pionierarbeit geleistet: Sie spricht von "völligem körperlichen,
seelischen und
sozialen Wohlbefinden". In der Praxis bedeutet das schlichtweg, dass nur
noch
ein paar frisch Verliebte und eine Handvoll Bekiffter als wirklich "gesund"
anzusehen sind - und alle anderen natürlich als krank. Das "völlige
Wohlbefinden" ist nichts anderes als die alte religiöse Idee von
der
Glückseligkeit, vom Paradies, auf das die Menschheit dank der WHO nun
schon zu
Lebzeiten Anspruch hat ..."
Weiter geht es hier:
http://www.das-eule.de/eulenspiegel604editorial.html
Henryk M. Broder 14.01.2005 00:07
Warum wir ein Tsunami-Warnsystem brauchen
Wie schrecklich der Tsunami gewütet und was für irreparable Schäden "die
Jahrhundertflut" angerichtet hat, wird einem erst bei der Lektüre
der BUNTEN
klar. "Wir liefen um unser Leben." Wir: das sind jene, die sich sonst
bei jeder
AIDS-Gala am Buffett drängeln. "Prominente berichten über die
schlimmsten
Stunden ihres Lebens." Yasmina Filati, die ohne Makeup wie ihre eigene
Friseuse
aussieht, und Karel Gott, Sonya Kraus und Miriam Pielhau, Herr und Frau von
Wangenheim, Willy Astor und Udo Schenk. Fast könnte man meinen, "der
Tsunami"
sein kein Naturereignis, sondern ein regelmäßiger Leser der BUNTEN,
der es all
den Adabeis und Fetenfegern mal heimzahlen wollte.
Das Wichtige steht, wie üblich, im kleingedruckten Teil. Yasmina Filati
und
Thomas Helmer hatten "unwahrscheinliches Glück". Denn: "Wir
waren vorher eine
Woche für das SOS-Kinderdorf Dong Hoi in Vietnam unterwegs und hatten
uns
kurzfrsitig entschlossen, in Thailand Urlaub zu machen." Und weil es so
kurzfristig war, bekamen sie nur noch ein Zimmer in einer Villa, "die
am
höchsten gelegen war", so hoch, dass das Wasser nicht hinkam.
Also: da fahren zwei aus dem mittleren Managment der Promi-Kreisklasse nach
Vietnam, um ein SOS-Kinderdorf zu besuchen, und wo sie schon mal mitten in
Asien
sind, hängen sie noch ein paar Tage Urlaub in Thailand dran, um sich von
den
vietnamesischen Strapazen zu erholen. Da möchte man gerne wissen, wer
die kleine
Reise nach Vietnam bezahlt hat und was die beiden da getrieben haben. Waisen
zu
Weihnachten beschenkt? Speichelproben für Vaterschaftstests eingesammelt?
Locations für eine neue Doku-Soap gesucht?
Was es auch war: der Tsunami hat sich offenbar ganz gezielt deutsche Urlauber
vorgenommen. Und deswegen stellt "BILD Woche" die Frage: "Wie
sicher ist ihr
Urlaubsziel?" Und veröffentlicht eine Karte mit beliebten Reisezielen,
die
"
stärker gefährdet", "weniger gefährdet" und "sicher" sind.
Nie wieder soll ein
Tsunami deutschen Urlaubern die schönsten Wochen des Jahres vermiesen.
Denn es geht nicht nur um jene, die nach Asien fahren. Thomas Gottschalk blieb
daheim, feierte Weihnachten in Kützbühel und Silvester in Gstaad.
Doch auch dort
wurde ihm die gute Laune durch die Nachrichten von den vielen Toten in Asien
verhagelt, so daß es ihm "fast ein bißchen peinlich" war, "in
einem Restaurant
den Modemacher Valentino" als Tischnachbarn zu haben.
Dazu die BUNTE in einer Bildunterzeile: "BETROFFEN Die Flutkatastrophe
nahm
Thomas Gottschalk die Festfreude."
Damit so etwas nicht noch einmal passiert, muß ganz schnell ein
Tsunami-Warnsystem eingerichtet werden. Vor allem in Kitzbühel und Gstaad.
Michael Miersch 13.01.2005 13:44
Franka Potente erklärt uns die Welt
Die Schauspielerin Franka Potente (30) war ein Jahr in Los Angeles und ist
jetzt
wieder nach Berlin gezogen. Was sie bei ihrem Auslandaufenthalt alles gelernt
hat, erzählte sie einem Reporter des Stadtmagazins "Zitty".
Der Kaffee und das
Brot sind nicht "vernünftig", die Installateure können
nichts, nehmen aber
unheimlich viel Geld. Damit gehören sie zu den wenigen Glückspilzen
in Amerika,
denn "80 Prozent der Jobs sind Mindestlohnjobs". Die USA sind irgendwie "wie
Russland - wie die DDR, wie man sie sich aus Bücher vorstellt zumindest". "Jeder
fährt dasselbe Auto, nur Mindestlohnjobs, jeder verdient dasselbe." Als
der
Irakkrieg losging, fand es Frau Potente "super, dass dein Kanzler sagt:
Wir
machen da nicht mit." Eine schwarz-rot-goldene Fahne mochte sie aber dennoch
nicht hissen, denn wer das tut ist "wahrscheinlich ein Nazi." Wo
wir gerade bei
Nazis sind, sie hat sich in Kalifornien auch Gedanken über das neue Mahnmal
in
Berlin gemacht: "Jetzt macht doch mal locker, denkt man da. Man kann auch
kritisch sein und nicht die schlimme Zeit vergessen, aber trotzdem sagen, dass
es auch einen schönen Teil gibt." Auch über die Holländer
weiß Frau Potente
etwas zu berichten: "Ich finde die unheimlich lustig," aber "die
haben oft ein
Problem mit den Deutschen." In Kalifornien musste sie bei Dreharbeiten
in Wasser
stehen, das nicht die vereinbarten 28 Grad hatte. Und die Amerikaner haben
auch
nicht richtig gegen den Krieg demonstriert, nur "zehn Leute im Echo Park." Die
Kunde von den Hunderttausenden in Washington drang offenbar nicht bis Los
Angeles. Für alle, die sich selbst mal nach Amerika wagen, hier noch ein
guter
Rat der Schauspielerin: "Man kann nicht hoffen, dass jemand ein großes
Wissen
hat. Man muss das Level runterschrauben."
Wer glaubt, diese Auswahl sei bösartig übertrieben, um Frau Potente
als
brunzdumme Schwätzerin erscheinen zu lassen, kann bei Zitty online das
Originalinterview lesen: Bitteschön:
http://www.zitty.de/artikel/index.asp?artikel=1
Michael Miersch 12.01.2005 13:13
Indische Atombomben oder Allahs Strafe?
Das Middle East Research Institut (MEMRI) hat dankenswerterweise eine kleine
Sammlung von Kommentaren aus der islamischen Welt zur Tsunami-Katastrophe
zusammengestellt. Die Erklärungen des Desasters reichen von "eine
Folge
indisch-israelisch-amerikanischer Atombombenversuche" bis "Allahs
Strafe für das
Sündige Treiben der ungläubigen Thailänder". Das Schlimme
ist: Die aberwitzigen
Auslegungen der Naturkatastrophe stammen nicht aus obskuren Hinterhofmoscheen
in
irgendeinem dunkeln Winkel von Riad, sondern aus dem saudischen und
palästinensischen Fernsehen und einer ägyptischen Wochenzeitung.
Lesen Sie selbst:
http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/themen/islamistische_ideologie/isl_t
sunami_07_01_05.html
(Danke an G. D. für den Tipp)
Michael Miersch 12.01.2005 12:09
Irak aus erster Hand
Während Zeitungen, Fernsehen und Radio fast ausschließlich über
Terror,
Rückschläge, Pannen und Probleme bei der Demokratisierung des Irak
berichten,
vermitteln irakische Blogger ein umfassenderes Bild. Sehr zu empfehlen ist
der
Blog "Iraq The Model" der drei Brüder Mohammed (35, Zahnarzt,
Samawa City), Ali
(34, Arzt, Bagdad) und Omar (24, Zahnarzt, Basra). "Wir sehen die Zukunft
des
Irak optimistisch," sagte Ali in einem Interview mit BBC News Online. "Es
ist
eine Schande, dass viele Fakten über den Irak nicht berichtet werden."
Adresse:
http://iraqthemodel.blogspot.com/
Michael Miersch 11.01.2005 16:58
Markt und Freiheit
Alle Jahre wieder gibt der Economic Freedom of the World Index Einblick in
die
weltweite Entwicklung der wirtschaftlichen Freiheit. Für diese Untersuchung
tragen Wirtschaftinstitute in aller Welt ihr Wissen zusammen. Der Index bewertet
die ökonomische Freiheit eines Landes nach zehn Kriterien, wie etwa
Staatsschulden, Regierungseingriffe in die Wirtschaft oder Geld- und
Handelspolitik. Außerdem setzt die Untersuchung den Grad der Wirtschaftfreiheit
in Beziehung zu anderen Wohlstandindikatoren. Dabei stellt sich immer wieder
heraus, dass Länder, in denen der Staat sich zurückhält, in
der Regel weniger
Armut, höhere Bildung und weniger Ungleichheit vorweisen können.
Ein Jammer für
alle Anti-Kapitalisten. Dieses Mal konnten 155 Staaten bewertet werden.
Deutschland liegt unverändert auf Platz 18, Hongkong ebenfalls unverändert
auf
Platz 1, und Island schaffte den größten Sprung nach vorn. (von
17 auf 8).
Mehr unter:
http://www.heritage.org/research/features/index/press.cfm
Danke an Leser P. M. für den Hinweis
Michael Miersch 09.01.2005 21:21
Filmtipp
Paris steht beim Kampf gegen den Terror im Weg. Kim Jong Il ist ein
Al-Qaida-Pate, der die UN Zum Narren hält. Und die Hollywood-Pazifisten
um Susan
Sarandon, Alec Baldwin, Timm Robbins und Sean Penn lassen sich von Diktatoren
als nützliche Idioten vorführen. Solche tieferen Einsichten gewinnt
man
drastisch bis deftig in dem völlig durchgeknallten Marionetten-Splatter-Film
"
Team America", der gerade in Deutschland angelaufen ist. Ein Produkt von
Trey
Parker, Matt Stone und Pam Brady, den Machern der taktlosen TV-Serie "South
Park". Nichts für sensible Schöngeister, aber guter Stoff für
alle, die
hemmungslosen schwarzen Humor mögen. Neben den genannten weltpolitischen
Erkenntnisse erfährt man, wie es Marionetten miteinander treiben und kann
den
Weltrekord im Dauerkotzen bewundern. Wie gesagt, Geschmacksache. Ich jedenfalls
habe mich köstlich amüsiert.
Henryk M. Broder 09.01.2005 15:30
Hans im Unglück und Leda ohne Schwan
Die Katastrophen von gestern sind die Peinlichkeiten von heute. Als ob der
Tsunami noch nicht genug gewütet hätte, traten als Nachbeben im deutschen
Fernsehen Peter Maffay, Hartmut Engler und Helmut Lotti auf. Das muss Hans
Eichel dermaßen erschüttert und mitgenommen haben, dass er sich
gedacht hat: Was
die können, das kann ich auch. Der Finanzminister, der nicht weiß,
wie er die
Milliardenlöcher in seinem Haushalt stopfen soll, besorgte sich eine
Sammelbüchse und ging auf die Straße. Um aber nicht für den
Direktor eines
Familienzirkus gehalten zu werden, der im Winter in der Fußgängerzone
für seine
frierenden und hungernden Tiere bettelt, nahm er als Begleitung die extrablonde
Jette Joop mit. Zusammen sahen die beiden aus wie Hans im Unglück und
Leda ohne
ihren Schwan , also echt zum Erbarmen. Und so klapperten sie gemeinsam für
einen
guten Zweck - sich selbst.
Gruseliger noch als die wilde Entschlossenheit von Menschen, die zum
Stammpersonal der BUNTEN gehören, jedes Ungemach, von AIDS bis zur Monsterwelle,
für einen PR-Ritt in eigener Sache auszunutzen, ist die totale Abwesenheit
eines
Grundgefühls, das man früher als "Anstand" bezeichnete.
Im Falle von Hans Eichel
ist das Defizit besonders tragisch oder komisch oder beides. Ein Finanzminister,
der um milde Gaben bittet und nicht ahnt, was für eine lächerliche
Figur er
dabei abgibt, das ist noch toller als Hella von Sinnen als Brunhilde in
Bayreuth. Nur dass Hella von Sinnen so was nie machen würde, während
Hans Eichel
keine Bedenken hätte, sich notfalls auch als Siegfried zu verkleiden.
Oder als
Onkel Dagobert und in Schokoladetalern zu wühlen, um einen ausgeglichenen
Haushalt zu suggerieren.
Hat sich übrigens jemand die Mühe gemacht, nachzuzählen wie
viel Hans Eichel
zusammengebettelt hat? Und was mit dem Geld passiert ist? Nicht, dass ich ihm
was unterstellen möchte, aber klamm wie er nun mal ist, könnte er
schon mal
schwach werden.
Und zu irgendwas muss der Tsunami ja gut gewesen sein.
Dirk Maxeiner 07.01.2005 17:26
Der Club der Misanthropen
Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hatte sich in den achtziger Jahren mit
folgender Bemerkung hervorgetan:"Gegen Überbevölkerung hat die
Menschheit nichts
Vernünftiges unternommen. Man könnte daher eine gewisse Sympathie
für Aids
bekommen." Die "Der Mensch ist das Krebsgeschwür der Erde"-Fraktion
hat
ü
berhaupt viele begeisterte Anhänger. Bei junkscience.com habe ich jetzt
eine
schöne Aufstellung der Herrschaften gefunden, darunter ranghohe Umweltschützer
und UN-Bürokraten. Ihr zentraler Punkt lautet in etwa so: Nur ein massives
Armutsbeschaffungsprogramm kann den Planeten retten!
"
Giving society cheap, abundant energy would be the equivalent of giving an
idiot child a machine gun." -- Paul "Population Bomb" Ehrlich.
"
Complex technology of any sort is an assault on human dignity. It would be
little short of disastrous for us to discover the source of clean, cheap,
abundant energy, because of what we might do with it." -- Amory Lovins,
Rocky
Mountain Institute.
"
Isn't the only hope for the planet that the industrialized civilizations
collapse? Isn't our responsibility to bring that about?" -- Maurice Strong,
Secretary General of the 1992 UN Conference on Environment and Development
(the
so-called Earth Summit) held in Rio de Janeiro.
"
We've already had too much economic growth in the US. Economic growth in rich
countries like ours is the disease, not the cure." -- Ehrlich again.
"
The planet is about to break out with fever, indeed it may already have, and
we
[human beings] are the disease. We should be at war with ourselves and our
lifestyles." -- Thomas Lovejoy, assistant secretary to the Smithsonian
Institution.
"
The only real good technology is no technology at all. Technology is taxation
without representation, imposed by our elitist species (man) upon the rest
of
the natural world." -- John Shuttleworth, FoE manual writer.
"
The only hope for the world is to make sure there is not another United States.
We can't let other countries have the same number of cars, the amount of
industrialization, we have in the U.S.. We have to stop these Third World
countries right where they are." -- Michael Oppenheimer, senior scientist
for
the Environmental Defense Fund.
"
People are the cause of all the problems; we have too many of them; we need
to
get rid of some of them, and this (ban of DDT) is as good a way as any." Charles
Wurster, Environmental Defense Fund.
"
Man is always and everywhere a blight on the landscape." -- John Muir,
founder
of the Sierra Club.
"
The world has a cancer, and the cancer is man." Alan Gregg, former longtime
official of the Rockefeller Foundation.
Alle Zitate stammen aus: The Environmentalists' Little Green Book, U.S. Chamber
of Commerce (ISBN:0-615-11628-0):
Michael Miersch 03.01.2005 13:53
Surfen auf der Monsterwelle
Vier lesenswerte Artikel aus internationalen Medien über Öko-Aktivisten,
die die
Tsunami-Katastrophe für ihre Agenda nutzen. Entdeckt von Leser G. D.
http://www.cnsnews.com/ViewNation.asp?Page=\Nation\archive\200412\NAT20041228a.h
tml
Media Linking Killer Tsunami to Global Warming
By David Thibault
CNSNews.com
December 28, 2004
http://www.foxnews.com/story/0,2933,142991,00.html
Environmentalists Surf Tsunami Tragedy
By Steven Milloy
Foxnews.com
Friday, December 31, 2004
http://www.theaustralian.news.com.au/common/story_page/0,5744,11813903%5E7583,00
.html
Tsunami must be fault of the US
By Gerard Baker
The Australian
December 31, 2004
http://www.opinionjournal.com/editorial/feature.html?id=110006079
A Great Natural Disaster
Prosperity is the best defense against a tsunami
The Wall Street Journal
December 28, 2004
Dirk Maxeiner 03.01.2005 13:23
Die Parabel zum Jahreswechsel
Unsere Leserin Helga Zießler hat uns als Gruß zum Jahreswechsel
eine wunderbare
Geschichte geschickt, die wir den übrigen Tagebuch-Besuchern nicht vorenthalten
möchten:
"
Während einer Pressereise 1996 durch Amerikas Westen wurde unsere kleine
Gruppe
in Las Vegas zu einer Siegfried & Roy-Vorstellung eingeladen und anschließend
zu
einem Gespräch mit den beiden Magiern. Da geschah es, dass eine deutsche
Kollegin heftige ökologische und ökonomische Bedenken anmeldete gegen
diese aus
dem Wüstensand gestampfte und sich immer weiter in die Breite und Höhe
ausdehnende Vergnügungsstätte: das übliche Blabla deutscher
Bedenkenträger und
Gutmenschen, die sich für moralisch höher stehende Wesen halten (natürlich
vor
allem viel höher als die kultur- und rücksichtslosen Amis). Wunderbar
die kühle
Entgegnung eines der beiden Artisten: ,Gnädige Frau, Sie haben genau die
Mentalität in Worte gefasst, die uns aus Deutschland vertrieben und nach
Amerika
geführt hat. In Deutschland hat man uns nur Steine in den Weg gelegt und
ist
unseren Ideen nur mit Skepsis und Bedenken begegnet. Hier, in Amerika, wenn
wir
mit unseren Mitarbeitern die verrücktesten Einfälle und die Möglichkeiten
ihrer
Verwirklichung erörtern, gucken alle eine Sekunde lang verblüfft
und meinen,
nein, das ginge nun wirklich nicht. Aber schon im nächsten Moment kommt
der
große Enthusiasmus und alle sind sich sicher, eigentlich kann das nicht
funktionieren, aber wir werden es schaffen! Und das ist der große Unterschied
zwischen Deutschland und Amerika.'
Ich wünsche Ihnen (und uns allen) ein wunderbares Jahr 2005 voller Fortschritt
und Optimismus!"
Dirk Maxeiner 03.01.2005 12:54
The Cooling World: 30 Jahre Klimakatastrophe
Im Jahr 2005 feiert die mediale Klimakatastrophe ihr dreißigjähriges
Jubiläum.
Aus diesem Anlass hier der Hinweis auf die Mutter aller Katastrophenberichte
aus
Newsweek vom 28.4.1975: The Cooling World. Die Wissenschaft war damals, so
wird
mitgeteilt, "einhellig" der Meinung, dass für den Rest des Jahrhhunderts
mit
einer globalen Abkühlung (!) gerechnet werden müsse. Dazu wird eine
Temperaturkurve gezeigt, die ihren Höhepunkt in den vierziger Jahren hat
und
danach steil ins Bodenlose stürzt. Missernten und Hungersnöte wären
die Folgen,
die Politik müsse endlich handeln, bevor es zu spät sei. Der Artikel
könnte
heute genauso gedruckt werden, man müsste "Abkühlung" nur
durch "Erwärmung"
ersetzen. Aber lesen Sie selbst und viel Spaß dabei!
http://www.rushlimbaugh.com/home/eibessential2/april_28__1975_newsweek___the_coo
ling_world___by_peter_gwynne.guest.html
Henryk M. Broder 25.12.2004 07:10
Es geht doch - Blut für Öl
In einem ausführlichen und faktenreichen Bericht, den wir gerne auch in
einer
deutschen Zeitung gelesen hätten, beschreibt The Washington Post vom 23.12.04
die Beziehungen zwischen China und dem Sudan. "Der Sudan ist Chinas wichtigstes
Ö
lprojekt in Übersee. China ist Sudans wichtigster Lieferant von Waffen." Die
Volksrepublik liefert Panzer, Flugzeuge, Maschinengewehre und andere
Kriegswerkzeuge nach Khartoum und bekommt im Gegenzug Erdöl und
Bohrkonzessionen, u.a. in der Provinz Darfour, wo regierungsnahe Milizen die
Bevölkerung dezimieren. Außerdem hält China seine schützende
Hand über dem Sudan
und sorgt dafür, daß keine Sanktionen von den UN beschlossen werden.
Nun warten wir nur darauf, daß ein paar Aktivisten der deutschen
Friedensbewegung sich vor der chinesischen Botschaft in Berlin versammeln,
um
unter der Parole "Kein Blut für Öl!" gegen die chinesische
Sudan-Politik zu
demonstrieren. Bis jetzt warten wir vergeblich. Denn die Aktivisten der
deutschen Friedensbewegung wissen zwar genau, wie die Bush-Familie und die
Bin-Laden-Sippe zusammen arbeiten, über China aber wissen sie nur so viel,
wie
sie beim Chinesen an der Ecke gelernt haben. Und über den Sudan wissen
sie noch
weniger, denn sie haben keinen Sudanesen an der Ecke.