DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 27 - Mai 2005


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DIE FROHE BOTSCHAFT NR.27 Mai 2005

Reflexionen, Kritiken, Pointen und Lesetipps von Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner
und Michael Miersch. Eine kleine Auswahl aus Tagebucheinträgen, die zwischen 23.
Dezember 2004 und 2. März 2005 bei www.achgut.de erschienen.

Doch zunächst ein Auszug aus der wöchentlichen (jeweils Mittwochs) Maxeiner &
Miersch Kolumne in DIE WELT.

"Konzerne geraten in Deutschland schnell auf die Anklagebank, besonders
amerikanische. Im Moment herrscht Aufregung über die Supermarktkette Wal-Mart.
Das Unternehmen hat seinen Mitarbeitern einen Ethik- und Verhaltenskodex
zugeschickt, an den sich jeder zu halten habe. Das Regelwerk strotzt (wie in
US-Konzernen durchaus üblich) nur so vor politischer Korrektheit und greift
selbst intime Dinge wie das Liebesleben der Mitarbeiter auf. Warum schweigen die
gleichen Kreise, die sich gegen Anmaßungen von Wal-Mart wehren, wenn der Staat
seine Bürger mit Gesinnungsschnüffelei überziehen will? Der Entwurf des
Anti-Diskriminierungs-Gesetzes entspringt dem gleichen Geist wie der Wal-Mart
Kodex, manche Paragraphen ähneln sich sogar verblüffend. Die kollektivistische
Disziplinierung der Bundesbürger ist sehr viel weiter gediehen als die der
Wal-Mart-Belegschaft . Und im Gegensatz zu den Wal-Mart Angestellten können die
Deutschen noch nicht einmal kündigen."

Neugierig geworden? Aus "Wal-Martisierung Deutschlands" von Maxeiner & Miersch.
Alle Kolumnen seit der letzten DFB! finden Sie unter
http://www.maxeiner-miersch.de/standpunkte.htm

Und jetzt viel Spaß beim "Best off" aus unserem Tagebuch:

Michael Miersch 05.05.2005
GEFAHR VON ANTIBIOTIKARESISTENZEN DURCH TIERMEDIKAMENTE GERINGER ALS ERWARTET
Die Zeitschrift "Der praktische Tierarzt" (Heft 4/2005) schreibt: "Eine vom BVL
(Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) durchgeführte
Studie kann den Verdacht eines vermehrten Auftretens von Antibiotikaresistenzen
in Regionen mit intensiver Landwirtschaft nicht erhärten ... Laut der Studie
liegen in Deutschland wesentlich niedriger Resistenzraten vor als bisher
angenommen wurde ... In keinem Fall lässt sich ein höherer Resistenzniveau in
Regionen mit intensiver Viehhaltung im Vergleich zu Regionen mit hauptsächlich
kleinen Betriebsstrukturen nachweisen." Eine Tierärztin schreibt uns dazu: "Von
dieser Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz hatte ich noch nie was
gehört. Ist es angeborene Gemeinheit von mir zu denken, dass es daran liegt,
dass das Ergebnis nicht in Frau Ministerins Vorgaben passt?"

Dirk Maxeiner 04.05.2005
SPEED GUT
In Dänemark erleben sie gerade, wie sich eine Expertenschar einhellig irren
kann: Die Zahl der bei Unfällen getöteten Menschen ist mit der Heraufsetzung des
Tempolimits von 110 auf 130 km/h nicht etwa - wie erwartet - gestiegen, sondern
binnen Jahresfrist um eine Viertel gesunken. Wat nu? Meine persönliche
Hochrechung ergibt: Bei einer Erhöhung auf 150 km/h nur noch halb so viel Tote,
ab 190 km/h gar keine mehr. Und danach? Da die Todesrate nicht weiter fallen
kann, müsste die Geburtenrate steigen. Wenn Sie auf deutschen Autobahnen also
von lichthupenden Irren mit 200 km/h bedrängt werden, haben sie künftig bitte
etwas mehr Verständnis: Die Herrschaften befinden sich auf dem Weg in den
nächsten Kreissaal.
Quelle: http://www.auto-motor-sport.de/d/82010

Michael Miersch 29.04.2005
CHINA VERSCHMÄHT DEUTSCHES WESEN
Diese Chinesen hören einfach nicht auf deutsche Ratschläge. Sie exportieren
Katzenfelle, pflanzen Genreis und produzieren Wirtschaftswachstum. Das wird noch
böse enden. Mehr über zwei Gentech-Reissorten, die sich in China bewährt haben
http://www.netzeitung.de/spezial/gentechnik/336397.html

Michael Miersch 29.04.2005
VON KIWIS LERNEN
" Brand eins" interviewte David Lange, einen vergessenen Pionier des
Neoliberalismus. Vor 20 Jahren verordnete er Neuseeland, dessen Premierminister
er war, eine Rosskur. Ein Gespräch über politischen Mut:
http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1271&MenuID=130&MagID=44&sid=s
u622141931878860334
Ebenfalls lesenswert:
" Die Früchte der Kiwi-Revolution"
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,352986,00.html

Michael Miersch 29.04.2005
EINE MISSGLÜCKTE ROBBEN-REPORTAGE
Der angesehene "Boston Globe" hat sich von einer freien Mitarbeiterin getrennt,
die eine aufregende Reportage über die Robbenjagd in Neufundland verfasst hatte.
Die Journalistin beschrieb darin en détail die blutige Metzelei auf dem Packeis,
die zum 12. April angesetzt war: überall Blut, brutale Schlächter und Robben im
Todeskampf. Peinlicherweise stellte sich nach Abdruck heraus, dass ein eisiger
Sturm die Eröffnung der Jagdsaison verhindert hatte. Pech gehabt.
Quelle: "Sustainable eNews", Newsletter von www.iwmc.org

Dirk Maxeiner 29.04.2005
NACHHALTIGE GESCHENKIDEEN
Wie wär's mit einem tragbaren Genfood-Detektor? Oder mit Nucleo-Stop, dem
Atomstromfilter für den privaten Haushalt? Schickt Atomstrom automatisch zurück.
Sauberer Strom, sauberes Gewissen! Hübsche Geschenkideen für jeden Geburtstag im
gefühlsgrünen Großstadmillieu finden Sie auf der (nicht ganz ernst gemeinten)
website:
http://www.nucleostop.onlinehome.de/index.html

Dirk Maxeiner 29.04.2005
HOPPALLA: GLETSCHER-SCHMELZWASSER WIRD WIEDER ZU EIS - NUR WOANDERS
Wo bleibt das Süßwasser der an vielen Orten der Erde schmelzenden Gletscher? Die
gängigen Klimaszenarien gehen davon aus, das es den Meeresspiegel spürbar
erhöhen müsste. Tut es aber bislang nicht. Jetzt gibt's womöglich eine
Erklärung: Das Wasser wird im wachsenden Eis der Antarktis gespeichert. Wie das?
Nun: Die Antarktis wird kälter, während die Arktis sich derzeit erwärmt. Das
bringt die Freunde reduktionistischer Klima-Hochrechungen ein wenig aus dem
Takt: Laut den Computermodellen müssten sich die Pole nämlich beide erwärmen.
Sie verhalten sich aber gegenläufig. Kleine Preisfrage: Was heißt dies für die
Glaubwürdigkeit der Klimarechner? Siehe:
http://www.welt.de/data/2005/04/29/711246.html
Und noch ein Hinweis: Die in den letzten Wochen mit großer Erregung
kolportierten Gletscherschmelzen am Südpol beziehen sich lediglich auf die
westantarktische Halbinsel, die nicht einmal zehn Prozent der Fläche des
Kontinents ausmacht (Stand natürlich nirgends dabei). Da wurde eine regionale
und höchstwahrscheinlich zyklische Erscheinung mal wieder zum globalen Phänomen
hochgepuscht. Passte halt so schön. Eine ganz gute Zusammenfassung zur
Klimaentwicklung in der Antarktis findet sich hier:
http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_10.html
Und zur Arktis und Grönland hier:
http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_11.html
http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_12.html

Dirk Maxeiner 29.04.2005
Mugabe wacht weiter über Menschenrechte
Die afrikanische Gruppe in den Vereinten Nationen hat Simbabwe erneut für würdig
befunden, in der Menschenrechtskommission der UN zu reüssieren. Das Land also,
so ein Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen von heute, "jenes Präsidenten
Mugabe, der Wahlen manipuliert, die Opposition schikaniert, deren Anhänger
terrorisiert, der (weiße) Farmer so drangsalieren läßt, dass die (schwarze)
Bevölkerung hungert."

Dirk Maxeiner 28.04.2005
WHAT A WONDERFUL WORLD
Schüler in Nordrhein-Westfalen werden sich künftig mehr auf die wirklich
wichtigen Dinge konzentrieren können. Die gegenwärtige rot-grüne Koalition will
zum Beginn des nächsten Schuljahres die Fächer Biologie, Chemie und Physik
abschaffen und stattdessen ein neues Fach "Naturwissenschaften" zumindest in den
Klassen 5 und 6 einführen. Schlage vor, dieses Fach im nächsten Schritt dann mit
dem Berliner "Werteuntericht" zu fusionieren. (
http://www.buerger-fuer-technik.de/aktuell_2005.html Siehe Kurzinfo vom 2.
April.) Sam Cooke hat es in seinem alten Ohrwurm vorausgeahnt:

What a wonderful World

Don't know much about history
Don't know much biology
Don't know much about a science book
Don't know much about the French I took

But I do know that I love you
And I know that if you love me too
What a wonderful world this would be....

Dirk Maxeiner 28.04.2005
TRITTIN SIEGT IN GUANTANAMO
Rechtzeitig zum gerade vergangenen "Earth-Day" haben die amerikanischen
Streitkräfte in Guantanamo-Bay vier große Windturbinen in Betrieb genommen. Sie
sollen jährlich rund 8 Millionen Kilowattstunden produzieren und 650.000
Galonnen für Diesel-Generatoren sparen. Jetzt kann die ganze Nacht das
Zellen-Licht brennen, ohne dass das Klima irgendwie geschädigt wird!
http://www.defensetech.org/archives/001516.html

Michael Miersch 28.04.2005
RENAISSANCE DER ATOMKRAFT
Benny Peiser hat seinen täglichen CCN-Newsletter dem Thema Renaissance der
Atomenergie gewidmet. Wir entnehmen ihm drei Links zu Artikeln, die sich mit dem
Thema befassen:
( Diesen sehr empfehlenswerten Newsletter kann man hier bestellen:
b.j.peiser@livjm.ac.uk )

ATOMIC GLOBALISATION: THE SECOND NUCLEAR REVOLUTION IS TAKING SHAPE
Houston Chronicle, 27 April 2005
http://www.chron.com/cs/CDA/ssistory.mpl/editorial/outlook/3157382

NUCLEAR POWER BACK ON BRITISH AGENDA
BBC News Online, 25 April 2005
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/vote_2005/frontpage/4480125.stm

EXPANDING NUCLEAR INSTEAD OF GREEN ENERGY 'COULD SAVE BILLIONS'
The Independent, 25 April 2005
http://news.independent.co.uk/business/news/story.jsp?story=632781

Und außerdem zwei ältere Artikel über die Mythen von Tschernobyl:

'MYTH' OF CHERNOBYL SUFFERING EXPOSED
The Observer, 6 February 2002
http://observer.guardian.co.uk/international/story/0,6903,628321,00.html

MELTING MYTHS: CHERNOBYL COMES OF AGE
National Review, 23 September 2004
http://www.nationalreview.com/comment/bate200409230840.asp

Henryk M. Broder 27.04.2005
EIN ALPTRAUM NAMENS PSL
Ich habe einen Alptraum, der mich immer wieder heimsucht, vor allem, wenn ich
auf Reisen bin: Ich stehe in der Schlange vor einer Disko und halte meinen
Personalausweis in der Hand. Der Türsteher, ein bulliger Typ mit Glatze und
dunkler Brille, will aber gar nicht wissen, ob ich schon 18 bin. Er fragt: "Na,
Opa, brennt das Altersheim?" Die Leute um mich herum lachen, plötzlich klingelt
mein Handy, es meldet sich Iris Berben von der Redaktion "Älter werde ich
später!" und fragt: "Möchten Sie in unsere nächste Sendung kommen? Peter
Scholl-Latour ist auch da." In dem Moment wache ich auf, in Schweiß gebadet.
Und wie es der Zufall so will: Ich sitze in der Blauen Lagune, überlege mir, ob
ich zum Abend Lamm oder Kabeljau essen soll, da klingelt mein Handy und die
Redaktion ";Menschen bei Meischberger" lädt mich zu einer Sendung ein, an der
Peter Scholl-Latour (PSL) teilnehmen soll. Ich sage natürlich sofort "Ja!", denn
man bekommt nicht alle Tage die Gelegenheit, neben einem zu sitzen, der schon
von der Schlacht bein den Düppeler Schanzen live berichtet hat. Außerdem: Wenn
PSL dabei ist, bin ich vermutlich der Jüngste in der Runde, auch das eine
Chance, die sich mir nicht täglich bietet.
PSL hat zwei Wohnsitze: einen in Rhöndorf bei Bonn, einen in Charlottenburg in
Berlin. Trotzdem ist er irgendwie obdachlos, denn man sieht ihn dauernd im
Fernsehen. Wenn Johannes Heesters nicht kann und Rudi Carrell verhindert ist,
springt PSL ein. Seit dem Ableben von Peter Ustinov häufen sich seine Auftritte,
denn zu den Mythen, die in Deutschland jeden Krieg, jede Krise und jede
Programmreform überleben, gehört auch die Überzeugung, daß Alter etwas mit
Weisheit zu tun hat.
Ich sitze also auf einem ARD-Leihsofa, links neben mir Arnulf Baring, rechts
Achim Rohde, und versuche mich darauf zu konzentrieren, was PSL sagt, was nicht
ganz einfach ist, denn mir gegenüber sitzt Frau Maischberger in einem aufregend
kurzen Rock. In Gedanken ganz woanders, höre ich, wie PSL sagt, sein Vater habe
" dem Weltjudentum" vor allem übel genommen, daß es nicht geschafft habe, den
Hitler wegzukriegen. Ich wache auf. Am Nationalsozialismus sind also die Juden
schuld. Wenn die den Hitler umgelegt, geklaut oder einfach nur weggekauft
hätten, wäre Breslau immer noch deutsch, Auschwitz nur ein großer Rangierbahnhof
und PSL Korporal in der Fremdenlegion.
Und ich wäre um das Vergnügen gekommen, mit ihm in einem Studio zu sitzen, links
neben mir Arnulf Baring, rechts Armin Rohde und mir gegenüber Frau Meischberger.
So betrachtet, finde ich es in Ordnung, daß die Juden den Hitler haben machen
lassen.

Dirk Maxeiner 26.04.2005
DIE RACHE DER DICKEN
Die Bevormundungsindustrie setzt schon seit längerem auf ein neues Thema:
Dickleibigkeit.. Doch jetzt kommt es wirklich Dicke: Wer ein paar Pfund zuviel
auf die Waage bringt, wird älter als Normalgewichtige und Super-Asketen. So
berichtet es das "Journal of American Medical Association" laut der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung. Siehe:
http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E97D7DCD5405746ED92
6BBEAFCFB7B94F~ATpl~Ecommon~Scontent.html .

Michael Miersch 25.04.2005
GOODBYE MAO
Die Austrittswelle aus der Kommunistischen Partei Chinas hat die Millionenmarke
ü berschritten:
http://www.dieneueepoche.com/Nachricht.33+M57dae03022f.0.html

Dirk Maxeiner 22.04.2005
WALDSTERBEN
Wie das Statistische Bundesamt zum Tag des Baumes am 25.
April 2005 mitteilt, hat die Waldfläche in Deutschland im Jahr 2003 -
wie auch schon in den Jahren zuvor - weiter zugenommen. Dabei blieb die
der Forstwirtschaft zur Verfügung stehende Wirtschaftswaldfläche in der
Summe nahezu unverändert bei etwa 101 890 km.. Dem Flächenzugewinn durch
Erstaufforstungen entsprach in etwa eine gleich große Fläche, die zum
Beispiel aus Naturschutzgründen aus der Bewirtschaftung genommen wurde.

Michael Miersch 20.04.2005
UNVERZICHTBAR FÜR ELTERN UND ALLE, DIE ES WERDEN WOLLEN
Andrea Bischhoff: "Lexikon der Erziehungsirrtümer - Von Autorität bis
Zähneputzen" (Eichborn, 2005, Euro 24,90)
Zugegeben, als Ehemann der Autorin habe ich ein gewisses Eigeninteresse am
Verkauf dieses Buches. Aber es ist nun mal ein überaus nützliches Buch.
Wer ein Kind erwartet, hört pausenlos Weisheiten. Vieles davon ist hilfreich,
doch es sind auch reichlich Ammenmärchen dabei. Das "Lexikon der
Erziehungsirrtümer" bietet Navigation durch das Dickicht dieser gut gemeinten
Ratschläge. So entstand eine lange Liste von Irrtümern, Vorurteilen und
Halbwahrheiten, die das Lexikon aufdeckt und mit dem aktuellen Wissensstand
konfrontiert. Am besten jetzt gleich hier bestellen:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3821839155/qid=1113992739/sr=1-1/ref=sr_1_
10_1/028-7074531-9220540

Michael Miersch 15.04.2005
VEGANER KINDESMISSBRAUCH
Es ist schon irre: die Tierrechtsorganisation PETA fährt eine Kampagne, die
Eltern überzeugen solle, ihre Kinder ohne tierische Kost zu ernähren. Slogan:
Fleisch füttern ist Kindesmissbrauch.
Hier zu besichtigen:
http://www.peta.de/aktionen/kindesmissbrauch/
Das ist ungefähr so überzeugend, als würden die Wildecker Herzbuben die Gefahren
des Schlankheitswahns anprangern. Denn die von PETA empfohlene vegane Ernährung
führt zu schweren Gesundheitsschäden bei Kindern, manchmal mit Todesfolge.
Beispiel:
http://wdr.de/themen/nachrichten/_news2004/10/20/veganereltern.jhtml
Denn während vegetarische Ernährung (d.h. mit Milchprodukten und Eiern) durchaus
bekömmlich sein kann, führt Veganertum (d.h. völliger Verzicht auf alle
Tierprodukte) zu schlimmsten Mangelerscheinungen. Erwachsen können es eine Weile
vertragen, weil ihr Körper wichtige Aufbaustoffe (z.B. Vitamin B 12) in der
Kindheit deponieren konnte. Doch für Kinder ist Veganismus lebensgefährlich.
Mehr Informationen zu veganer und vegetarischer Kinderernährung hier:
Forschungsinstitut für Kinderernährung:
http://www.fke-do.de/veget.html
Deutsche Liga für das Kind:
http://www.liga-kind.de/search/index.html
Deutsche Gesellschaft für Ernährung E.V.:
http://www.dge.de/Pages/navigation/dge_datenbank/index.htm

Michael Miersch 14.04.2005 12:08
I'M STAYIN' HOME TO READ KYOTO PROTOCOLS
Bruce Springsteen ist aufs Alter grün geworden und hat seine alten Songs
politisch korrekt überarbeitet. Hier die Ergebnisse:
http://timblair.net/ee/index.php/weblog/born_to_walk/

Dirk Maxeiner 13.04.2005
HANDIES EXTREM GESUND
Liebe Leser und Kollegen, liebe Handy-Junkies! Ich habe eine gute Nachricht für
euch: Dauertelefonieren mit dem Handy schützt vor Gehirntumoren! Zumindest
könnte man dies aus einer Untersuchung schließen, die eigentlich das Gegenteil
beweisen sollte. Dumm gelaufen. Also greift zu euren Mobil-Teilen und verkündet
der Welt die frohe Botschaft, ist ja so gesund. Nachzulesen in der Ärzte
Zeitung:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/04/13/066a0202.asp?cat=/medizin/umweltmedi
zin

Michael Miersch 11.04.2005
SEXISMUS UND RASSISMUS IN DER TAZ
Am Samstag war ich in Berlin und um nicht sofort als Tourist aufzufallen, kaufte
ich mir eine taz. Wie in anderen Blättern auch, wurde auf Seite eins des
Lokalteils über den Angriff eines bissigen Hundes auf ein kleines Mädchen
berichtet. Doch nur die taz brachte es fertig, das Geschlecht des Hundes in die
Ü berschrift zu packen: "Rüde verletzt Mädchen schwer". Und im ersten Satz der
Artikels wird dann sogleich die minderwertige Herkunft des Köters betont:
" Schäferhundmischling". Jetzt bin ich gespannt, wie die taz berichtet, wenn
demnächst mal eine Hündin zubeißt, die womöglich noch zu einer ethnischen
Minderheit gehört (Afghane, Pekinese, Dalmatiner, Spaniel).

Dirk Maxeiner 07.04.2005
WE KEHR FOR YOU!
Heute Morgen hab ich mich doch sehr gewundert. War zufällig vor der Tür, als die
Mülltonne geleert wurde. Und womit hat der Mann hinten auf dem Müllauto seinen
Arbeitsplatz geschmückt? Mit einer amerikanischen Flagge! Bevor ich den Müllmann
nach seiner Nationalität fragen konnte, brauste er leider schon mit wehender
Fahne davon. War er gebürtiger Iraker? Oder Iraner? Oder Kurde? Wie ein Leser
der Süddeutschen Zeitung sah er jedenfalls nichts aus. Welch wundersames Land,
in dem die Müllabfuhr die westlichen Werte hochhalten muss!

Michael Miersch 31.03.2005
KAMELE UND KULTUREN
Ein Franzose, ein Engländer und ein Deutscher wurden mit einer Studie über das
Kamel beauftragt.
Der Franzose ging in den Jardin des Plantes, hielt sich dort eine halbe Stunde
auf, befragte den Aufseher, warf dem Kamel etwas Brot hinüber und stieß es ein
paarmal mit der Spitze seines Regenschirmes. Wieder zu Hause, schrieb er für
seine Zeitung eine Fortsetzungsreihe voller geistreicher und witziger
Einsichten.
Der Engländer, mit Teekanne und bequem zum Zelten ausgerüstet, schlug sein Lager
in einem orientalischen Land auf. Er weilte dort zwei oder drei Jahre und kehrte
dann mit einem Band voller Fakten zurück, die zwar jeder Ordnung entbehrten und
zu keiner Lehre führten, dafür aber von echtem dokumentarischen Wert waren.
Der Deutsche schließlich, der den Franzosen um seiner Frivolität willen und den
Engländer wegen des Fehlens einer allgemeinen Idee verachtete, schloss sich in
sein Studierzimmer ein und verfasste dort ein mehrbändiges Werk mit dem Titel:
" Die Idee des Kamels, entwickelt aus dem Begriff des Selbst."
" Le Pélerin", 1.September 1929, S. 13
(zit. nach: Luc Ferry, Alain Renault: Antihumanistisches Denken)
Gefunden bei:
http://gesellschaftsfreunde.blogspot.com/

Michael Miersch 25.03.2005
REICH DURCH ROBBEN
Ein Artikel des TORONTO STAR (vom 23.03.2005) über die Ökonomie der
Babyrobben-Proteste:
http://www.thestar.com/NASApp/cs/ContentServer?pagename=thestar/Layout/Article_T
ype1&c=Article&cid=1111490467030&call_pageid=968256290204&col=968350116795
Zum Hintergrund eine Kolumne von M&M aus 2004:
http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-04-21a.htm

Michael Miersch 22.03.2005
EINE NEUE GEFAHR DURCH RINDER?
Als ausgewiesene Anti-Paniker möchten wir nicht leichtfertig unken. Es gibt
jedoch beunruhigende Berichte über einen Zusammenhang von Milchverzehr und
Morbus Crohn (einer entzündlichen Veränderung des Verdauungstraktes, die
weltweit heftig zunimmt). In Deutschland sind 170 000 Menschen betroffen. Die
Letalität liegt bei sechs Prozent. Offenbar hat die Krankheit einerseits eine
genetische Disposition, andererseits gibt es Indizien, dass ein Zusammenhang zur
Paratuberkulose (John'sche Krankheit) besteht, die unter Rindern weit verbreitet
ist. Lesen Sie selbst:
http://earlyyearseducator.co.uk/pages/issues/november04/newsfocus.htm
http://www.animal-health-online.de/drms/rinder/mc.pdf

Michael Miersch 18.03.2005
KLEINGÄRTEN ARTENREICHER ALS DER REGENWALD
Die Royal Horticultural Society hat einige Studien zum Thema Biodiversity in
Auftrag gegeben, die für England überraschende Ergebnissen zutage gefördert
haben. So haben Forscher von der Uni Sheffield eine Studie über 61 typische
englische Kleingärten durchgeführt. Ein Ergebnis war, dass es in diesen Gärten
1.176 höher entwickelte Pflanzenarten und über 37.000 wirbellose Tiere gab.
Zitat: "So this is biodiversity of trule astonishing levels. It puts tropical
rainforests, for example, completely in the shade." Der Text eines Vortrags der
beiden Forscher kann im Netz abgerufen werden:
http://www.rhs.org.uk/research/biodiversity/documents/evidence.pdf

Dirk Maxeiner 07.03.2005 13:03
PREISFRAGE
Warum haben wir so gut wie nichts davon gehört, dass die nördlichen Breiten 2004
den größten jemals gemessenen Ozonverlust erlitten haben? Die wahrscheinliche
Antwort: Es werden dahinter vor allem natürliche Ursachen vermutet. Starke
Sonnenstürme sandten Partikel Richtung Erde und lösten entsprechende chemische
Reaktionen aus. So berichten Forscher in den "Geopysical Research Letters"
Siehe: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2005-03/uoca-h2s022805.php .
Schüchterne Frage: Ob es so was früher vielleicht auch schon gab? Und wie
unterscheidet man das vom menschengemachten Ozonschwund?

Dirk Maxeiner 04.03.2005
" HOCKEYSCHLÄGER"-VERRISS JETZT AUCH AUF DEUTSCH
An dieser Stelle wurde wiederholt über die "Hockeyschläger"-Temperaturkurve
berichtet, auf der das UN-Klima-Gremium IPCC ganz wesentlich seine Aussagen zur
globalen Erwärmung stützt. Doch die Kurve ist aufgrund teilweise peinlicher
wissenschaftlicher Fehler unhaltbar. Der holländische Wissenschaftsjournalist
Marcel Crok schildert in dem holländischen Wissenschaftsmagazin
" Natuurwetenschap & Techniek" den Fall ausführlich und bat Klimaforscher um
Stellungnahmen. Jetzt gibt es eine deutsche Übersetzung. Ein aufschlussreiches
Lehrstück. Es kann runtergeladen werden unter:
http://www.heise-medien.de/presseinfo/bilder/tr/05/tr0503038.pdf

Wir verabschieden uns bis zum nächsten mal mit der Antwort, die ein Exil-Iraker
der BBC im Rahmen einer Umfrage zum Thema Irak gab:

"I am sick and tired of pompous students insulting my people by saying they
should have been left to rape, torture and murder by Hussein. When are you
British going to start listening to us when we say the war was a good thing?
When are you going to start believing we deserve a chance at the same luxuries
of free speech you have? When are you anti-war people going to start treating us
like human beings?"
Achmed, UK (ex Iraq)