DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 30 - April 2006


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Reflexionen, Kritiken, Pointen und Lesetipps von Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner
und Michael Miersch, zusammengestellt aus Einträgen bei www.achgut.de .
Betrachten Sie diesen Rundbrief als Appetithäppchen, hergestellt aus dem großen
Buffet, das Ihnen unser Online-Tagebuch kontinuierlich bietet. Wer auf den
Geschmack gekommen ist, braucht nur unter www.achgut.de zurückzublättern, da
gibt’s noch viel mehr Gedanken-futter.

Doch zunächst ein Auszug aus der wöchentlichen (jeweils freitags) Maxeiner &
Miersch Kolumne in DIE WELT:
„Revolutionen laufen nach populärer Vorstellung meist nach einem ähnlichen
Drehbuch ab. Und das geht in etwa so: Ein kleine Minderheit dominiert den Staat
und lebt auf Kos-ten der anderen, bis der Zorn der großen Masse explodiert und
die Herrschenden da-vonjagt. In Deutschland sehen wir uns heute einem
umgekehrten Phänomen gegen-über. Die große Mehrheit lebt auf Kosten einer
Minderheit. Nur noch ein Drittel der Bür-ger dieses Landes gehört dem
produktiven Sektor an und erwirtschaftet jene Mittel, von denen alle anderen
leben. Aus ihrer Produktivkraft werden Renten, Krankenkassen, die Bildung,
Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und auch die Gehälter für den öffentlichen Dienst
generiert. Die Mehrheit wird sich dagegen kaum erheben – und die Minderheit hat
keine Chance. Deshalb deutet derzeit nichts auf eine Explosion hin – sondern
alles auf eine Implosion. Um es mit Häuptling Seattle zu sagen: Erst wenn alle
Geld vom Staat krie-gen, werden sie merken, dass man es niemandem mehr aus der
Tasche ziehen kann …“
Aus „Implosion statt Explosion“ von Maxeiner & Miersch. Neugierig geworden? Alle
neuen (und die alten) Kolumnen finden Sie unter
http://www.maxeiner-miersch.de/standpunkte.htm

Dirk Maxeiner 20.03.2006
VIEL MEHR TOTE IM WINTER: HOFFEN AUF GLOBALE ERWÄRMUNG
Noch ein Mythos versenkt: Gerne wird über mehr Hitze-Tote wegen der globalen
Er-wärmung spekuliert. Über die Kälte-Toten bei niedrigen Temperaturen spricht
fast kei-ner. Dabei sterben mehr Menschen aufgrund großer Kälte. Jetzt räumt die
Studie „Eu-rowinter“ mit einigen modischen Missverständnissen gründlich auf. Das
Projekt hat ge-zeigt, dass kaltes Wetter in Westeuropa mit annähernd 250 000
zusätzlichen Todesfäl-len pro Jahr assoziiert ist. Zu finden in der Ärztewoche.
Auszug: „Die globale Erwär-mung kann die kältebedingten Todesfälle reduzieren.
Die meisten Autoren gehen davon aus, dass die Abnahme der kältebedingten
Todesfälle stärker ausgeprägt sein wird als die Zunahme der Sterblichkeit durch
Hitze. Bevölkerungsstudien in verschiedenen Kli-mazonen weisen darauf hin, dass
sich die Menschen an eine langsame Erwärmung (von zur Zeit erwarteten 2 °C in
den nächsten 50 Jahren) adaptieren werden.“
Der Bericht siehe
hier:http://www.aerztewoche.at/viewArticleDetails.do?articleId=1374
Die komplette Studie siehe hier:
http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/321/7262/670
Danke an Wolfgang Flamme für den Hinweis.

Michael Miersch 17.03.2006
JUNGS WOLLEN LESEN - NUR NICHT DAS, WAS LEKTORINNEN FÜR ERBAULICH HALTEN
Zitat:
"…Thema Nr. 1 bei Jungen ist nicht Technik, auch nicht Fußball oder Action,
sondern Sex. Darauf wird zu wenig eingegangen. Es ist einfacher, pubertierende
Jungen als Nichtleser zu stigmatisieren, als sich mit Büchern ihrer
tatsächlichen Lebenswelt zu stel-len", sagt Klaus Willberg, Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverla-gen. Dies zeige sowohl die Durchsicht
der Programme der deutschen Kinder- und Ju-gendbuchverlage wie die unzureichende
Vermittlung jungenspezifischer Belletristik. „Diese wird – ganz objektiv gesehen
– von der Lektorin bis zur Bibliothekarin von Frauen dominiert. Frauen
bestimmen, was Männer lesen sollen", so Willberg…"
Quelle:
http://www.boersenverein.de/de/109255?skip_val=&list_id=64641&jahr=&aktuell=yes
Entdeckt von Stephanie S.

Dirk Maxeiner 17.03.2006
DEUTSCHLANDS WALD WÄCHST SCHON WIEDER
Irgendein sympathisch-subversiver Geist muss sich im statistischen Bundesamt
einge-schlichen haben. Und der schreibt solche Pressemitteilungen:
„Wiesbaden. Wie das Statistische Bundesamt zum Internationalen Tag des Waldes am
21. März mitteilt, ist die Waldfläche in Deutschland zwischen 1992 und 2004 pro
Jahr durchschnittlich um 160 Quadratkilometer gewachsen; dies entspricht der
Fläche der Stadt Aachen. Etwa 30 Prozent der Bodenfläche Deutschlands (357 050
Quadratkilome-ter) sind mit Wald bedeckt. Das zeigen aktuelle Auswertungen des
amtlichen Liegen-schaftskatasters von Ende 2004. Unter den Flächenländern haben
Rheinland-Pfalz mit 41 Prozent und Hessen mit 40 Prozent den höchsten,
Schleswig-Holstein mit 10 Pro-zent den niedrigsten Waldanteil. Den größten
Anteil an der Bodenfläche Deutschlands hat mit 53 Prozent die Landwirtschaft –
allerdings mit sinkender Tendenz. Dagegen nimmt die für Siedlungs- und
Verkehrszwecke genutzte Fläche kontinuierlich zu und er-reicht aktuell einen
Anteil von knapp 13 Prozent an der Bodenfläche Deutschlands. Der Anteil der
Waldfläche an der Bodenfläche Europas beträgt rund 45 Prozent. Deutsch-land
liegt mit seinem Waldanteil also im unteren Mittelfeld einer Spanne, die von
Finn-land (rund 72 Prozent) bis Malta reicht, das keinerlei Waldflächen
besitzt.“
Siehe:
http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2006/zdw11.htm
Danke an Leser K. L. für den Hinweis.

Dirk Maxeiner 17.03.2006
DRESDENER PDS GEFÄHRDET FEINDBILD
Der Verkauf des Wohnungsbestandes der Stadt Dresden hat zu heftigen
ideologischen Auseinadersetzungen geführt. Kleine Preisfrage deshalb: Von wem
stammt folgendes Zitat: „Wenn unterstellt wird, Wohnen sei so existentiell, dass
es deshalb nicht privati-siert werden dürfe, bleibt aber zu fragen, ob nun auch
die Verstaatlichung von Bäckerei-en auf die linke Agenda gehört, ist doch das
tägliche Brot mindestens ebenso unent-behrlich.“ Sprach hier Guido Westerwelle,
Olaf Henkel oder eine andere neoliberale Hy-äne? Nein, ganz im Gegenteil: Die
Passage stammt aus einem offenen Brief von neun Mitgliedern der Dresdener
PDS-Fraktion an den lieben Genossen Lafontaine. Und darin geht es noch munter
weiter. Im Gegensatz zum „verbreiteten Irrglauben“ habe exzessive Verschuldung
(wie vor dem Verkauf in Dresden) weder höhere Beschäftigung noch niedrigere
Arbeitslosigkeit, noch höhere Geburtenraten oder Wirtschaftskraft zur Folge. Die
Konsolidierung der öffentlichen Finanzen sei keine neoliberale Spinnerei sondern
„sozialpolitischer Imperativ“. Als ich das heute morgen in der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung las, (Seite 4, „PDS Streit um Neoliberalismus"“) hab ich mir
echt die Augen ge-rieben.

Dirk Maxeiner 17.03.2006
KOSMISCHE STRAHLUNG GEFÄHRDET DEUTSCHE KLIMAFORSCHER
Wissenschaftler, die den gegenwärtigen Klimadogmen widersprechen, werden von
den Hohepriestern des Faches gerne als Amateure oder lächerliche Außenseiter
dargestellt. Und deshalb ist Jan Veizer ein Problem für sie. Der Mann
widerspricht ihnen vehement, weil er Veränderungen der kosmischen Strahlung für
sehr viel relevanter hält, als die Auswirkungen des steigenden
Kohlendioxidanteils. Veizer ist einer der weltweit profilier-testen
Geowissenschaftler. Die Royal Society of Canada charakterisiert ihn so: „One of
the most creative, innovative and productive geoscientists of our times.“ Veizer
ist Trä-ger des Leibniz-Preises, der mit 1,5 Millionen Euro höchstdotierten und
angesehensten deutschen Wissenschaftsauszeichnung. Das Geld verwendete er unter
anderem für sei-ne Aufsehen erregenden Studien zu den Ursachen für Veränderungen
in der Erdatmo-sphäre, die er 2003 erstmals in der Zeitschrift der Geological
Society of America veröf-fentlichte. Die deutschen Klimagranden gerieten
sogleich in Panik. Anstatt sich - wie es sich gehört - in einer anerkannten
wissenschaftlichen Fachzeitschrift mit den Fakten auseinanderzusetzen, griffen
sie Veizer und seinen Co-Autor Shaviv in einem hässli-chen offenen Brief über
die Medien an und warfen ihnen „fragwürdige Methoden“ vor. Im Niveau sanken sie
damit noch unter den Meeresspiegel. Siehe:
http://idw-online.de/pages/de/news71434
Zu den Unterzeichnern des unsäglichen Dokuments gehörten die üblichen
Linienpolizis-ten der Branche, darunter Stephan Rahmsdorf vom Potsdam-Institut
für Klimafolgenfor-schung und Wolfgang Seiler vom Institut für atmosphärische
Umweltforschung in Gar-misch. Zum Glück konnten sie Veizer nicht einschüchtern,
wie sich hier ganz aktuell nachlesen lässt:
http://www.canada.com/edmontonjournal/news/story.html?id=ecc98cd8-217e-448f-97cb
-38926b2a04d8&p=2

Dirk Maxeiner 16.03.2006
OB'S STÜRMT ODER SCHNEIT, WIR SIND STETS GEFEIT...
Weil wir hier immer noch im Schnee bibbern, hat die Global-Warming-Fraktion
derzeit ein pädagogisches Problem. Damit wird nicht auf dumme Gedanken kommen,
wird des-halb verstärkt über Kanada berichtet, da ist es nämlich ungewöhnlich
warm. Merke: Auch wenn es hier kälter ist als sonst, ist es dennoch wärmer als
sonst. Und sollte es einmal weder kälter noch wärmer sein als sonst, sondern wie
immer, dann ist dies auch Folge der globalen Erwärmung. Noch ist die folgende
Meldung Satire, noch...
http://www.underreportednews.com/index.php?date=03/15/06

Michael Miersch 15.03.2006
I AM THE WALRUS
Auszug aus einem Beitrag von Gene Manion in der kanadischen Tageszeitung „The
Kingston Whig-Standard“ (Ontario). Er erschien unter dem Titel „Sir Paul's
fundraising farce“ am Mittwoch den 8. März 2006, Seite 9 (leider nicht online)
„…How would these ill-informed groups be able to describe the gory slaughter of
cattle, pigs, lambs, chickens or even fish? There is nothing pretty about the
killing of any ani-mal, but, except for seals, the killing is usually done
behind closed doors and away from the public eye.
Sealing is not a sport. Many of the sealers in Newfoundland are augmenting their
mea-gre seasonal income by partaking of the spring hunt. Relative to other
Canadians, they are living at the poverty line. Giving up sealing would deprive
them of 10 per cent of their annual income.
No doubt Paul McCartney would barely notice if his annual income was reduced by
10 per cent. To the sealers, however, it is an entirely different matter…
… This entire visit by Paul and Heather is a farce intended to swell the coffers
of some organized "do-gooders" who have continually misled the public under the
guise of being conservationists.
There are about six million harp seals in our waters and the population is
rapidly increas-ing despite the three-per-cent annual harvest. Each harp seal
consumes about 40 pounds of fish every day. Do the math."

Michael Miersch 15.03.2006
ISRAEL BEDROHT DIE MENSCHHEIT - SCHWACHSINN BEDROHT DAS SAARLAND
Hier erfahren Sie es:
http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=31219
Zitate:
"Durch diese Ausrüstung der israelischen Marine sind mindestens eine Milliarde
Men-schen der Bedrohung durch israelische Atomwaffen unterworfen, ausgehend vom
Akti-onsradius der Dolphin U-Boote…
…Die vorgesehene Nutzung der von Deutschland zugelieferten U-Boote zum Zweck der
Bedrohung vieler Länder des Mittleren Ostens durch israelische Atomwaffen ist
vor dem Hintergrund der bekannten Informationen
unübersehbar."

Michael Miersch 07.03.2006
TOP 10 DER DIKTATOREN
Die Website parade.com kürt alljährlich die 10 miesesten Diktatoren der Welt:
Dies sind die Gewinner:
http://www.parade.com/articles/editions/2006/edition_01-22-2006/Dictators
(mit einem weiteren Klick kommt man zu den Rängen 11 bis 20)
Entdeckt für achgut.de von C. S.

Dirk Maxeiner 07.03.2006
DIE POPULÄRSTEN IRRTÜMER ZU KATRINA
Reporter der Zeitschrift „Popular Mechanics“ zerpflücken detailliert sieben
Mythen, die im Zusammenhang mit Hurrikan „Katrina“ entstanden sind.
http://www.popularmechanics.com/science/earth/2315076.html?page=1&c=y
Danke an Benny Peiser für den Hinweis.

Henryk M. Broder 06.03.2006
STEP UP AND SHAKE THE HAND OF SOMEONE YOU CAN'T STAND
Gestern begann wieder die Woche der Brüderlichkeit, ein altes Ritual, das
zwischen Karneval und Ostern begangen wird. Den besten Text dazu hat Tom Lehrer
im Jahre 1965 geschrieben. Seitdem hat sich nichts geändert, nur Tom Lehrer
wurde älter. Heute ist er 78, lebt zurück gezogen in Kalifornien und tritt nicht
mehr auf.
One week of every year is designated National Brotherhood Week. This is just one
of many such weeks honoring various worthy causes. One of my favorites is
National Make-Fun-Of-The-Handicapped Week, which Frank Fontaine and Jerry Lewis
are in charge of as you know. During National Brotherhood Week various special
events are arranged to drive home the message of brotherhood - this year, for
example, on the first day of the week, Malcolm X was killed,* which gives you an
idea of how effective the whole thing is.
I'm sure we all agree that we ought to love one another, and I know there are
people in the world who do not love their fellow human beings, and I hate people
like that! Here's a song about National Brotherhood Week.

Oh, the white folks hate the black folks,
And the black folks hate the white folks;
To hate all but the right folks
Is an old established rule.

But during National Brotherhood Week,
National Brotherhood Week,
Lena Horne and Sheriff Clark are dancing cheek to cheek.
It's fun to eulogize
The people you despise
As long as you don't let 'em in your school.

Oh, the poor folks hate the rich folks,
And the rich folks hate the poor folks.
All of my folks hate all of your folks,
It's American as apple pie.

But during National Brotherhood Week,
National Brotherhood Week,
New Yorkers love the Puerto Ricans 'cause it's very chic.
Step up and shake the hand
Of someone you can't stand,
You can tolerate him if you try!

Oh, the Protestants hate the Catholics
And the Catholics hate the Protestants,
And the Hindus hate the Moslems,
And everybody hates the Jews.

But during National Brotherhood Week,
National Brotherhood Week,
It's National Everyone-Smile-At-One-Another-Hood Week.
Be nice to people who
Are inferior to you.
It's only for a week, so have no fear;
Be grateful that it doesn't last all year!

Henryk M. Broder 01.03.2006
PAX CHRISTI ÜBT SELBSTKRITIK
Wie „zivilisiert“ sind die Machtstrategien der westlichen Wirtschaft
und Politik?
Wie menschenwürdig ist der Krieg gegen den Terror?
Wie gewaltfrei der Export der westlichen (Kommerz-) Kultur und ihr
Dominanzanspruch weltweit?“
Fragen über Fragen. Die deutsche Sektion der internationalen Pax Christi
Bewegung weiß die richtigen Antworten:
„Wir haben keinen Grund zur Überheblichkeit. Politischer und
interkultureller Dialog wird auch durch Glaubwürdigkeit und die
Bereitschaft zur Selbstkritik gefördert.“
Und während die Mullahs schon Schlange stehen, um ihre Bereitschaft zur
Selbstkritik zu demonstrieren, legen wir eine kurze Pause im Krieg gegen den
Terror ein und nutzen die Zeit, um die „Anmerkungen zum Streit um die
Mohammed-Karikaturen, zu dem dro-henden Irankrieg und den Aufgaben von pax
christi“ im Volltext zu lesen:
http://www.paxchristi.de/news/kurzmeldungen/one.news.km/index.html?entry=page.ne
ws.km.67

Michael Miersch 24.02.2006
ENDLICH!
Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung
haben gemeinsam mit einem Metzgermeister ein neues Herstellungsverfahren für
Wurstpro-dukte mit nur 2,5 Prozent Fett entwickelt.
Mehr:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/02/Presseinformation24022006.jsp

Michael Miersch 21.02.2006
KRÖTEN FÜR DIE GELDBÖRSE
Gastbeitrag von Oliver M. Hartwich:
Dass man auch von äußerlich eher weniger attraktiven Tieren ein paar ganz
grundsätz-liche Dinge über Evolution, Ökologie und die Fähigkeit des Menschen
zur vorausschau-enden Planung lernen kann, ist gerade in Australien zu
beobachten. Dort treibt nämlich seit Jahrzehnten die Aga-Kröte ihr Unwesen, die
sich in Australien so wohl fühlt, dass sie einen immer größeren Lebensraum für
sich beansprucht. Doch nach neuesten Er-kenntnissen verschärft sich das Problem
zusehends, denn die Monster-Kröten werden immer schneller.
Zwischen den 1940er und 1960er Jahren hatten die Kröten ihr Territorium noch um
etwa sechs Meilen jährlich ausgeweitet. Heute jedoch beträgt die Expansion schon
bis zu 30 Meilen pro Jahr. Den Grund dafür haben Forscher der Universität Sydney
in einer neuen Studie ausgemacht: Die australischen Aga-Kröten entwickeln immer
stärkere und länge-re Schenkel – so stark, dass eine Kröte in einer einzigen
Nacht bis zu 1.800 Meter zu-rücklegen kann. Bei einer maximalen Größe von etwas
über 20 Zentimetern ist dies eine beachtliche Strecke, zumal Kröten sonst nicht
unbedingt zu den athletischsten Tiere ge-hören. „Die Evolution hat die
Super-Aga-Kröte begünstigt,“ titelte denn auch die Mel-bourner Zeitung ‚The
Age’.
Nun ist Australien zwar ein riesiges Land, aber bei einer solchen
Geschwindigkeit lassen sich in wenigen Jahrzehnten doch große Landstriche
erobern: bis heute ein Gebiet von etwa eine Million Quadratkilometern, Tendenz
stark steigend. Dazu muss man wissen, dass der Siegeszug der Aga-Kröte nur von
einem einzigen Ort ausging: Gordonvale in Queensland. Dort wurden 1935 gegen den
Rat der zoologischen Experten 101 Exemp-lare der Aga-Kröte ausgesetzt. Die
ursprünglich aus Venezuela stammende Art war auf Hawaii erfolgreich zur
Schädlingsbekämpfung eingesetzt worden, und man hatte sich erhofft, mit ihr
einer Käferplage im Zuckeranbau Herr zu werden. In der Tat waren die Käfer
schnell beseitigt, doch die Aga-Kröte blieb. Angesichts der Abwesenheit
sämtli-cher natürlicher Feinde fühlte sie sich in Australien so wohl, dass sie
sich rasch ver-mehrte.
Doch mit der fortschreitenden Landeroberung der Agas sind große Probleme
verbun-den. Ganze Straßen werden regelmäßig wegen Krötenwanderungen gesperrt
(der Krö-tentunnel ist eine deutsche Erfindung). Außerdem sind die Agas zu einer
erstzuneh-menden Bedrohung heimischer Tierarten geworden, die dem aus mehreren
Drüsen ver-spritzten Gift der Kröten schutzlos ausgeliefert sind. So steht etwa
der Kakadu-Nationalpark unmittelbar von einer Kröteninvasion.
Was also tun gegen die Agas? Letztes Jahr gelang es, Kröten mit UV-Licht, wie es
auch in Discos genutzt wird, in Fallen zu locken (welche Musik dazu gespielt
wurde, ist nicht bekannt). Ob dies aber ausreicht, darf bezweifelt werden. Von
einer ganz anderen, prak-tischen Maßnahme ist in der deutschen Wikipedia zu
lesen:
„Ein Ausdruck des Protestes der Australier gegen die Invasion der Aga-Kröten ist
es, aus gegerbten Häuten der Agas Geldbörsen herzustellen. Damit wird zumindest
sehr plakativ auf das Problem hingewiesen. Man staunt über die Dicke und
Reißfestigkeit dieses Leders.“
So wurde aus einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme zunächst selbst ein Schädling
und dann schlussendlich eine Geldbörse. Das ist nicht nur Evolution, sondern
zeigt dem Menschen auch auf, wie wenig er die Natur planen kann.
Quellen:
http://www.foxnews.com/story/0,2933,184973,00.html
http://www.theage.com.au/news/national/evolution-favours-super-cane-toad/2006/02
/16/1139890831455.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Aga-Kr%C3%B6te
http://www.theaustralian.news.com.au/common/story_page/0,5744,18165281%255E29277
,00.html
http://smh.com.au/news/World/Cane-toads-developing-longer-legs-study/2006/02/16/
1140064197633.html
http://news.bbc.co.uk/1/hi/sci/tech/4716252.stm
http://www.nature.com/news/2006/060213/full/060213-4.html

Dirk Maxeiner 21.02.2006
SEIT HEUTE OFFIZIELL: HURRIKAN-SAISON NICHT MENSCHENGEMACHT
Zwischen der verheerenden Hurrikan-Saison und der globalen Erwärmung lässt sich
kein auch nur halbwegs schlüssiger Zusammenhang herstellen. Zu diesem Schluss
kommt ein Bericht im Auftrag der World Meteorlogical Organisation (WMO). Siehe:
http://www.abc.net.au/science/news/stories/s1574644.htm
und:
http://www.bom.gov.au/info/CAS-statement.pdf
und
http://www.bom.gov.au/info/CAS-statement.pdf

Henryk M. Broder 17.02.2006
DER ISLAM, DER TROPFEN, DAS FASS UND DER TROPF ZUM SONNTAG
Das Wort zum Sonntag vom 11. Februar 2006,
gesprochen von Burkhard Müller
Der Islam ist eine großartige Religion. Vielen von uns ist sie fremd oder
weithin unbe-kannt. Menschen, die den Islam lieben, bedauern zutiefst die Bilder
der Gewalt in den Medien:
die abgefackelten Fahnen,
die gestürmten Botschaften,
die zertrümmerten Autos,
die aufgehetzten grölenden Massen.
Dies und anderes lässt uns von der Schönheit und Tiefe ihrer Religion wenig
ahnen. Ich weiß aber, dass trotzdem manche aus meiner christlichen Kirche mit
mir überzeugt sind: der Islam hat viel Segen über die Welt gebracht.
Wenn ich in Teheran geboren wäre oder in dem Armenviertel zu Djakarta, wäre der
Is-lam auch für mich Halt und großer Hoffnungsanker. Aber nun bin ich in der
christlichen Welt geboren.
Und ich bin von Herzen Christ.
Auch der christliche Glaube ist eine großartige Religion. Diese Religion ist
vielen fremd und weithin unbekannt. Und es wird den Muslimen nicht leicht
gemacht, die Schönheit und Tiefe der christlichen Religion zu erkennen. Die
amerikanischen Soldaten im Irak werden als Besatzer erlebt. Über bombardierte
Orte in Afghanistan wird berichtet. Die Bilder von Abu Ghraib, die Gerüchte von
Schändungen des Koran in Guantanamo, und jetzt die gemeinen und diffamierenden
Karikaturen aus Dänemark!.
Die dänischen Karikaturen waren der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen
gebracht hat. Und dieses Fass ist voll mit Demütigungen und Verletzungen der
islamischen Welt durch die christliche, die westliche Welt während vieler
Jahrhunderte:
Die Kreuzzüge sind nicht vergessen, denn das Gedächtnis der Völker ist lang, die
de-mütigende Kolonialisierung, der Wirtschaftsimperialismus des Westens, der
nicht an den Völkern, nur an ihrem Öl interessiert ist. Wie soll man da als
Muslim glauben, dass die christliche Religion viel Segen in die Welt gebracht
hat!
Viele Christen bedauern das zutiefst und schämen sich zwar nicht ihres Glaubens,
aber dieser Geschichte.
Ich träume davon, dass irgendwann Christen und Muslime eine „Charta des
religiösen Miteinanders“ erarbeiten und durch ihre geistlichen Führer öffentlich
feierlich unterzeich-nen und dann den Mitgliedern zur Unterschrift vorlegen.
Folgendes könnte die Selbst-verpflichtung beinhalten:
Wir wollen einander mit Respekt begegnen.
Wir wollen die gegenseitigen Vorurteile im Gespräch abbauen.
Wir wollen einander besser kennen lernen.
Wir wollen den Glauben des andern respektieren.
Wir wollen einmal jährlich gemeinsam feiern.
Wir Christen bitten Gott, dass er uns um Jesu willen zu wahren Christen macht.
Wir Muslime bitten Gott, dass er uns durch den Koran zu wahren Muslimen macht.
Wir bitten gemeinsam um Geduld, wenn wir auf dem Weg zu einander hin nur langsam
vo-rankommen.
Gelobt sei Gott."

Hans-Jürgen Krug, Pressereferent „ISRAEL Heute“, Christen an der Seite Israels
e.V. schrieb daraufhin folgenden Brief an Müller:

Guten Tag Herr Müller,
da Sie ja die Großartigkeit des Islam in Ihrem „Wort zum Sonntag“ vom 11.02.2006
so gepriesen haben, können Sie am Ende dieser mail von einer Muslima einmal
hören, wie die sog. „Gläubigen“ im Islam seit Jahrzehnten von klein auf zum Hass
gegen Juden, Christen und Israel erzogen wurden.
Dies hatte weniger mit erfahrenen Demütigungen durch den Westen, wie Sie sagten,
dafür aber umso mehr mit der angeblichen Überlegenheit des Islam gegenüber den
„Ungläubigen“, zu denen Sie in deren Augen natürlich auch gehören, zu tun.
Nun hat Israel den ach so überlegenen Islam natürlich tief gedemütigt, indem es
bislang jeden von den Arabern vorgetragenen Angriffskrieg, besser wäre auch von
geplanten Vernichtungskriegen zu reden, gewonnen hat.
Die Muslime wissen daher genau, dass diese Siege Israels gegen eine erdrückende
arabische Übermacht im Grunde eine Bankrotterklärung ihres Allahs ist. Insofern
resul-tiert ein großer Teil der Minderwertigkeitskomplexe in der
islamisch/arabischen Welt aus diesen „Demütigungen“, von dem Frust gegen ihre
eigenen Regierungen einmal abge-sehen.
Da aber der Koran die Menschen nicht lehrt, wie man mit solchen Komplexen fertig
wird, reagieren sie eben mit Aufruhr und Gewalt, um doch noch ihren Willen
durchzusetzen, bzw. aus Unrecht Recht zu machen, Böses Gut zu nennen.
Juden und Christen haben es da echt leichter. Wer Gott und die Menschen, denen
man Unrecht getan hat, mit ehrlichem und aufrichtigem Herzen um Vergebung
bittet, Beto-nung liegt auf ehrlich und aufrichtig, dem vergibt Gott seine
Schuld, wenn er auch die 2. Bedingung noch erfüllt, nämlich das begangene
Unrecht, so weit es überhaupt möglich ist, wieder gut macht.
Insofern haben Sie nicht nur den Muslimen einen Bärendienst mit Ihrem sachlich
fal-schen „Wort zum Sonntag“ erwiesen, sondern auch den Millionen Zuschauern die
dies am Fernseher gesehen und gehört haben. Normalerweise müssten Sie sich dafür
öffent-lich entschuldigen. Wie man als christliche Kirche eine so fantastische
Möglichkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens so schlecht nutzen kann,
verstehe ich wirklich nicht. Statt in Einfachheit, Klarheit und uneigennützig
das biblische Evangelium zu verkünden, versucht sich die Kirche seit Jahren mit
politischen Vorträgen zu profilieren. Kein Wun-der Herr Müller, dass der evang.
Kirche die Mitglieder in Scharen davon laufen, eigent-lich sehr schade.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Krug

Henryk M. Broder 15.02.2006
ALLAH IST GROSS! UND OSKAR IST SEIN PROPHET!
Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Oskar Lafontaine, hat sich für
beson-dere Bemühungen der Linken beim Dialog mit dem Islam ausgesprochen. „Es
gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion“, sagte er
der Tageszei-tung „Neues Deutschland“ (Ausgabe vom 13.02.06). Ein
„Berührungspunkt“ sei, „dass der gläubige Muslim verpflichtet ist zu teilen.
Die Linke will ebenso, dass der Stärkere dem Schwächeren hilft.“ Auch spiele
das Zinsverbot im Islam „wie früher auch im Christentum“ noch eine Rolle. „In
einer Zeit, in der ganze Volkswirtschaften in die Krise stürzen, weil die
Renditevorstellungen völlig absurd geworden sind, gibt es Grund für einen von
der Linken zu führenden Dialog mit der islamisch geprägten Welt.“
Der ganze Text:
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=784861&firmaid=59019