DIE FROHE BOTSCHAFT! Nr. 31 - Herbst 2006


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Reflexionen, Kritiken, Pointen und Lesetipps von Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner
und Michael Miersch, zusammengestellt aus Einträgen bei www.achgut.de.
Betrachten Sie diesen Rundbrief als Appetithäppchen, ausgewählt aus dem großen
Buffet, das Ihnen unser Online-Tagebuch kontinuierlich bietet. Beachten Sie am
Schluss dieser FROHEN BOTSCHAFT unser Bonbon in Gestalt von Henryk Broders Buch
"Der nächste Bitte!":
20 SIGNIERTE EXEMPLARE FÜR ABONENNTEN DER FROHEN BOTSCHAFT!

Dirk Maxeiner 30.08.2006
ECHT COOL: GLOBAL-WARMING-BIER AUS POLARSCHMELZWASSER
Das ist doch mal eine gute Nachricht aus der Polarregion. Eine grönländische
Brauerei stellt sein Bier aus dem Wasser abbrechender Eisberge her. Garantiert
2000 Jahre alt und entsprechend jungfräulich rein. Man hofft auf den Weltmarkt
und ein guter Werbeslogan liegt auf der Hand: "Welches Bier würde Al Gore
trinken?"
http://www.seattleweekly.com/food/0635/ondraft.php

Michael Miersch 10.08.2006
GUT GESAGT
"If a drunken Mel Gibson did indeed call out, 'Jews are responsible for all
the wars in the world,' then there can be only one possible place for a man
who believes such things: as the next Secretary General of the United
Nations." (David Frum)

Dirk Maxeiner 10.08.2006
GLETSCHER SCHRUMPFEN, BUSH SCHRUMPFT AUCH. ZUFALL?
Nicht nur die Gletscher schrumpfen, sondern auch der amerikanische Präsident.
Nach dem neusten medizinischen Bericht des Weißen Hauses ist Bush heute 0,6
Zentimeter kürzer als noch vor einem Jahr. Es ist also höchste Zeit für
vergleichende Hochrechnungen. Klimaforscher prognostizieren, daß im Jahre 2100
nur noch zehn Prozent der Alpen-Gletscher vorhanden sein dürften. Mit dem
vollkommenen Abschrumpfen von George Bush ist hingegen erst in etwa 300 Jahren
zu rechnen.

Dirk Maxeiner 09.08.2006
NERVÖSE KLIMAFORSCHER
Alle Computerläufe der großen Klimarechenzentren sagen für die Zukunft mehr
oder weniger steigende Temperaturen voraus. Es gibt eigentlich kein Klimamodell,
dass - eine zumindest zwischenzeitliche - Abkühlung des Planten für möglich
hält. Und genau das fängt an, einigen Klimaforschern Sorgen um ihre
Glaubwürdigkeit zu machen. Und zwar deshalb, weil die Ozeane im Moment Sachen
machen, die sie nicht machen sollten: Der Wärmegehalt der oberen Schichten nimmt
ab. Das hat eine ziemliche Bedeutung, weil eine knapp Zehn Zentimeter dicke
Ozeanoberfläche bereits soviel Energie speichert wie der gesamte natürliche
Treibhauseffekt hergibt. Auf der Seite "Climate Science" klingeln bereits die
Alarmglocken: "Big Time Gambling With Multi-Decadal Global Climate Model
Predictions"
http://climatesci.atmos.colostate.edu/2006/08/08/big-time-gambling-with-multi-de
cadal-global-climate-model-predictions-by-roger-apielke-sr-and-roger-a-pielke-jr
/

Michael Miersch 08.08.2006
GOTTESDIENSTE KÖNNEN IHRE GESUNDHEIT GEFÄHRDEN
"Feinstaub in Kirchen: Weihrauch treibt die Werte hoch", schreibt dpa. "Die
Feinstaub-Belastung in katholischen Kirchen kann an hohen Feiertagen den
EU-Grenzwert kurzzeitig um mehr als das Vierfache übersteigen," heißt es in der
Meldung. "Vor allem der Weihrauch, der an hohen Feiertagen in den Kirchen
benutzt wird, treibe den Wert auf bis zu 220 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter
Luft hoch, bestätigte der Klimatologe Stephan Weber (32) von der Universität
Duisburg-Essen am Montag ..."

Michael Miersch 05.08.2006
ENDLICH AUF DEUTSCH: "ÖKO-IMPERIALISMUS"
Der kenianische Ökonom James Shikwati schreibt über "Öko-Imperialismus":
"Wenn Sie die Stimme der Armen zu Umweltthemen hören wollen, dann lesen Sie
,Öko-Imperialismus'. Die Armen der Welt haben genug davon, von Gutmenschen
geführt und dominiert zu werden, die darauf aus zu sein scheinen, sie in Armut
zu halten, aus ideologischen Gründen und um Spenden werben zu können."
Paul K. Driessen. Öko-Imperialismus. Grüne Politik mit tödlichen Folgen. TVR
Medienverlag 2006. 19,- Euro

Michael Miersch 02.08.2006
TIERRECHTLER WERDEN IN ENGLAND NICHT MEHR UNKRITISCH BEJUBELT
"The public mood turns against animal activists. Campaigners for animal rights
are losing their long war against scientific experimentation on animals."
http://www.economist.com/world/britain/PrinterFriendly.cfm?story_id=7226037
Und Tony Blair bezieht eindeutig Stellung für Wissenschaft und Fortschritt (da
könnten sich deutsche Sozialdemokraten eine Scheibe abschneiden): Hier als
PDF-Datei runterladen. http://www.pm.gov.uk/files/pdf/AnimalWelfare.pdf

Dirk Maxeiner 01.08.2006
POLITISIERUNG DER KLIMAWISSENSCHAFT RÄCHT SICH
Eine Einschätzung der Klimaforscher Hans von Storch und Eduardo Zorita zum
gegenwärtigen und künftigen Stand der Klimadiskussion in USA und demnächst wohl
auch in Europa. Ihre Prognose erfolgt aufgrund einer Anhörung im US-Kongress, an
der die beiden teilnahmen, und von Hintergrundgesprächen mit demokratischen und
republikanischen Abgeordneten aus diesem Anlass. These: Klimastudien geraten in
der politischen Arena der USA in eine Glaubwürdigkeitskrise - und dies wird mit
etwas zeitlicher Verzögerung auch in Europa eintreten.
http://sciencepolicy.colorado.edu/prometheus/archives/climate_change/000889von_s
torch_and_zorit.html

Henryk M. Broder 08.07.2006
DER DEFINITIVE BEWEIS FÜR GLOBALE ERWÄRMUNG
http://www.henryk-broder.com/foto_des_tages/

Dirk Maxeiner 04.07.2006
ÜBERSCHÄTZTER GOLFSTROM
Schon wieder geht ein geliebter Mythos dahin:"The notion that the Gulf Stream
is responsible for keeping Europe anomalously warm turns out to be a myth"
http://www.americanscientist.org/template/AssetDetail/assetid/51963?fulltext=tru
e&print=yes

Dirk Maxeiner 29.06.2006
UNSER TÄGLICH KATASTRÖPHCHEN GIB UNS HEUTE
Endlich: Die vollständige Aufzählung ("warme Liste") der bislang in Medien und
Wissenschaft berichteten Folgen der globalen Erwärmung...
http://www.numberwatch.co.uk/warmlist.htm

Henryk M. Broder 20.06.2006 13:05
"WHY LIBERALS FEAR GLOBAL WARMING MORE THAN CONSERVATIVES DO"
- by Dennis Prager
http://www.realclearpolitics.com/articles/2006/06/why_liberals_fear_global_warmi
.html

Dirk Maxeiner 20.06.2006
DDT RETTET WIEDER MENSCHENLEBEN Vergangene Woche gab der südafrikanische
Gesundheitsminister bekannt, dass die Anzahl der Malariaerkrankungen seit dem
Jahr 2000 um 88%, die Zahl der Todesfälle durch Malaria um 86% zurück gegangen
seien. Im Jahr 2000 hatte Südafrika das Verbot von DDT aufgehoben. Während im
englischsprachigen Raum mehrere Dutzend Medien sofort auf das Thema eingingen,
war es bislang keinem einzigen deurtschsprachigen Journalisten eine Meldung
wert.
http://za.today.reuters.com/news/NewsArticle.aspx?type=topNews&storyID=2006-06-1
5T141656Z_01_BAN551376_RTRIDST_0_OZATP-HEALTH-SAFRICA-MALARIA-20060615.XML
http://www.planetark.com/avantgo/dailynewsstory.cfm?newsid=36846

Michael Miersch 10.06.2006
DER MANN, DER DIE POLITICAL INCORRECTNESS ERFUNDEN HAT
Schöne Zitate von Geburtstagskind Prinz Philip (85) findet man hier:
http://editrixblog.blogspot.com/2006/06/happy-birthday-husband.html

Dirk Maxeiner 02.06.2006
GEBILDETES PROLETARIAT IM BIOLADEN
Wie sich Lucy Redler, neuer Medienstar und Spitzenkandidatin der Berliner WASG
den Sozialismus vorstellt: "Die 30 Stunden Woche mit vollem Lohnausgleich für
glückliche Arbeiter, in einer Welt in der H&M verstaatlicht wird und es kein
McDonalds, sondern nur noch Bio-Läden gibt. Das Proletariat ist so gebildet und
emanzipiert, dass die BILD-Zeitung Absatzschwierigkeiten bekommt. Und die
Gesellschaft ist endlich frei von Armut, von Arbeitslosigkeit, von Rassismus und
anderen Spaltungsmechanismen, die es im Kapitalismus gibt."
http://www.taz.de/pt/2006/05/27/a0102.1/text

Michael Miersch 01.06.2006
EIN KÖSTLICHER TEXT ÜBER DIE GEFAHREN DER KINDHEIT
"Kinderzkreuzzug" von Jochen Schmidt
http://www.salbader.de/heft/nummer36/009.html

Dirk Maxeiner 04.05.2006
CHECKLISTE GEGEN UMWELT-ESOTERIK-SCHUND
In den letzen Jahren sind auch im Umweltbereich vermehrt Esoterikprodukte
aufgetaucht. Es handelt sich insbesondere um Geräte oder Pülverchen zur
"Belebung" oder zum "Informationsaustausch" von Wasser, um Magneten zur
Wasserentkalkung oder zur Verminderung von Abgasemissionen und dergleichen.
Eine besonders verdienstvolle Checkliste, anhand der man diesen ganzen Schund
leichter erkennen kann. Prof. Rainer Bunge vom Institut für Umwelt und
Verfahrenstechnik (UMTEC) an der Hochschule für Technik in Rapperswil hat sie
erarbeitet. Siehe: http://www.umtec.ch/ ( Rechts oben "unseriöse Umweltprodukte"
anklicken und als PDF herunterladen).

Michael Miersch 03.05.2006
HOLZHEIZUNGEN DRECKIGER ALS ALLE MOTOREN
Wie die ZEIT schreibt, produzieren laut Umweltbundesamt allein die
Kamine und Holzöfen von Haushalten und Kleingewerbe jährlich 24.000
Tonnen gesundheitsschädlichen Feinstaub - mehr als alle Motoren von
Pkw, Lkw und Motorrädern zusammen. In Deutschland dürften jährlich
etwa zwanzigtausend Tote auf die gesundheitliche Belastung durch
Feinstäube aus Holzheizungen zurückgehen. Weil Heizen mit Holz als
CO2-neutral und klimaschonend gilt, predigen Politiker lieber
Russfilter für Dieselfahrzeuge und Tempolimits.
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=817948&ressort=5

Michael Miersch 13,04.2006
MÖHREN FÜR DEN FRIEDEN
Der "Guardian" hat - neben Amerika und Israel - noch eine dritte Ursache von
Gewalt gefunden: Fritten, Hamburger und Schokoriegel.
http://www.guardian.co.uk/comment/story/0,,1765302,00.html

Michael Miersch 13.04.2006
RETTET DIE BÄUME, ESST MEHR BIBER!
Hans Schuh schreibt in der ZEIT über ein ehemals in Deutschland nahezu
ausgerottetes Tier, das sich nun wieder prächtig vermehrt. Wir sind
Biber-Exportland. Es geht voran. http://zeus.zeit.de/text/2006/16/U-Biber.xml

Dirk Maxeiner 13.04.2006
RETTET DEN PLANETEN, VERBREITET EBOLA!
Der Ökologe Eric Planka hegt sehr eigene Vorstellungen darüber wie die Erde zu
retten sei. Davon berichtet Johan Norberg auf seinem Blog. Zitat: " In a speech
for the Texas Academy of Science, he recently explained that man is "no better
than bacteria", and about 90 percent of mankind has to disappear to save the
planet. But war, famine and AIDS is not enough to kill off people rapidly, so
instead, Pianka´s favourite environmental solution is airborne Ebola, which is
highly lethal and kills the affected in a torturous way in a few days." Nach der
Rede gab es vom akademischen Publikum stehenden Applaus.
http://www.johannorberg.net/?page=displayblog&month=4&year=2006#1638

Dirk Maxeiner 11.04.2006
ERDE SEIT 1998 NICHT MEHR WÄRMER GEWORDEN
Der Geologe Bob Carter von der Universität Queensland macht im Telegraph auf
die Tatsache aufmerksam, dass die Erde seit 1998 nicht mehr wärmer geworden ist.
http://www.telegraph.co.uk/opinion/main.jhtml?xml=/opinion/2006/04/09/do0907.xml
&sSheet=/news/2006/04/09/ixworld.html Zitat: "Consider the simple fact, drawn
from the official temperature records of the Climate Research Unit at the
University of East Anglia, that for the years 1998-2005 global average
temperature did not increase (there was actually a slight decrease, though not
at a rate that differs significantly from zero)." Nun war 1998 besonders warm
und sieben Jahre sind für die Beurteilung von Klimatrends kein wirklich
aussagefähiger Zeitraum. Das hindert die Klimaforschung aber nicht - im
umgekehrten Fall - auf noch viel kürzeren Messreihen Katastrophenszenarien
aufzubauen. So musste unlängst eine Untersuchung über gerade mal drei Jahre für
die These herhalten nun schmelze auch die Antarktis immer schneller.

Jetzt zur Abrundung noch eine unserer Freitags-Kolumnen in DIE WELT (erschienen
am 18.08.06)
WIR SIND DIE NEUEN GRÜNEN
Von Maxeiner & Miersch
Endlich: Die Stunde der unideologischen Grünen hat geschlagen! Dynamisch,
schick, vorurteilsfrei. Von "Vanity Fair" bis "Newsweek" von "Focus" bis "Zeit"
wird der neue Typus beschworen, ein "urbaner Trendsetter" der "den letzten
Linksquark erleichtert über Bord wirft" (Focus). Wir beide haben uns mächtig
gefreut, weil doch sonnenklar ist: Da können nur wir gemeint sein!
Maxeiner & Miersch stehen großartige Zeiten bevor. "Gute Laune statt schlechtem
Gewissen" heißt es sogar in Maxeiners heimatlicher Augsburger Allgemeine, "die
Welt zu retten wird jetzt schick". Das ist schon mal ein guter Anfang, auch wenn
es an den Ausführungsverordnungen noch ein wenig hapert: "Ist doch toll, dass
man zu zweit Spaß in der Badewanne haben kann und dabei auch noch ein gutes
Gewissen". Also ähm, wir haben uns tief in die Augen geschaut und dann doch
davon abgesehen.
Nun gut, die Bewegung ist noch neu. Sie kann daher nicht wissen, dass in
Deutschland alles andere als Wassermangel herrscht. Es dürfte ihr auch nicht
bekannt sein, dass die Kanalisation vielfach nicht mehr richtig funktioniert,
weil alle versuchen, Wasser zu sparen. Während Sie oben zu zweit in der
Badewanne sitzen, jagt das Wasserwerk unten gewaltige Mengen zusätzliches Wasser
ins System, damit die Rohre frei bleiben und nicht zum Himmel stinken.
Ideologiefrei grün wie wir sind, haben wir uns entschlossen, beim Zähneputzen
das Wasser laufen zu lassen, um das frevelhafte Verhalten unserer Nachbarn
auszugleichen. Wie sagt die neue Bewegung so schön: "So viel Fun beim guten Tun
war selten".
Richtig, nur kann die Berücksichtigung von ein paar Fakten nicht schaden. Doch
da hapert es: Neu ist bei den Lifestyle-Grünen vor allem die Attitüde, die
Gedanken sind hingegen ganz die alten. Wenn El Gore zusammen mit George Clooney
und Julia Roberts in "Vanity Fair" den "planetaren Notstand" ausruft, dann ist
das natürlich äußerst schick, inhaltlich aber exakt der selbe apokalyptische
Schmarrn wie ihn altvordere Ökofossile vom Schlage Herbert Gruhl oder Robert
Jungk in den 80er-Jahren von sich gaben. Den Trendmenschen auf dem grünen
Designersofa ist bisher kein einziger neuer Gedanke gekommen. Statt dessen
rattern sie die alte Litanei herunter: Natur gut, Kunststoff böse. Sonne gut,
Atom böse. Bio gut, Gentechnik böse. Ökourlaub gut, Billigflug böse. Das ist
ungefähr so ideologiefrei wie das kommunistische Manifest.
Und deshalb wollen wir die Bewegung jetzt auf ein paar neue Ideen bringen, wie
man Gutes tun und eine Menge Spaß dabei haben kann: Steckt den gelben Sack in
die graue Tonne! Selbst das Bundes-Umweltamt meint, dass dies die beste Lösung
wäre. Maschinen trennen den Müll nämlich viel effizienter und billiger als das
bisherige System. Wenn alle dem folgen, wird sich die neue Methode schnell
durchsetzen und wir können die Milliarden für den Naturschutz ausgeben. Achtet
beim Einkauf auf wirklich ökologische Ware! Solltet ihr beispielsweise im
Supermarkt ein Müller-Milch-Produkt mit einem Protest-Aufkleber "Genmilch"
finden, geht zum nächsten Mitarbeiter und fragt: "Könnte ich noch mehr davon
haben?". Die Großmolkerei ist ein Unternehmen, das "den alten Linksquark"
ignoriert und nicht bereit war sich einem ideologischen Gentechnik-Boykott
anzuschließen. Die Gentechnik verringert den Einsatz von Pestiziden, sorgt für
mehr Ertrag und damit für weniger Flächenbedarf. Das entlastet die wilde Natur.
Auch können neue Pflanzen helfen, Mangelerkrankungen bei den Menschen in armen
Ländern zu lindern. Und last but nor least: Bucht einen Billigflug! In Asien,
Afrika oder Lateinamerika sind die Menschen dringend auf Einnahmen aus dem
Tourismus angewiesen. Wer dort im Urlaub lokale Händler und Restaurants
bevorzugt, hilft den Menschen am meisten und trägt dazu bei, dass sie ihre
Umwelt nicht mehr aus Not plündern müssen. Die teuren Öko-Lodges des grünen
Jetsets nutzen ihnen leider wenig.

ZUGREIFEN SO LANGE DER VORRAT REICHT!
Zum guten Schluss ein Treue-Bonbon für unsere Leser in Gestalt von Henryk
Broders Buch "Der nächste Bitte!"
20 SIGNIERTE EXEMPLARE FÜR ABONENNTEN DER FROHEN BOTSCHAFT!
Die ersten 20 Leser, die direkt beim Verlag per e-mail (oelbaum@gmx.de)
bestellen, erhalten ein vom Autor signiertes Exemplar (Ölbaum Verlag 2006, 212
Seiten, Paperback, €18,90). Die übrigen Leser erhalten ein zwar unsigniertes,
deshalb aber nicht weniger unterhaltsames Buch. Sehr wichtig: Bitte als Betreff
in der e-mail unbedingt "Frohe Botschaft" angeben und aus organisatorischen
Gründen ausschließlich über die Adresse oelbaum@gmx.de bestellen.
Armin Mueller-Stahl schrieb über DER NÄCHSTE BITTE: "Ich fand es in einem
Stapel von Post vor, als ich aus Amerika zurückkam. Die Briefe, Einladungen,
Drehbücher ließ ich, weil noch im Jetlag, liegen. Aber in Broders Buch begann
ich zu blättern. Stehend. Dann interessierter, dazu setzte ich mich, dann noch
interessierter legte ich mich hin - aber nicht vor Ehrfurcht, sondern ins Bett.
Ich blieb länger wach, als ich es vorhatte...." Und damit jeder nachvollziehen
kann, warum das so war, hier zwei kurze Auszüge:

Berlin
BURKA MIT KLIMAANLAGE
"Im Gegensatz zu meinem Freund Michael Miersch bin ich entschieden für die
Einführung eines moslemischen Nationalfeiertages in der Bundesrepublik. Das
Wissen um die Kultur der Anderen ist der Schlüssel zum Verständnis ihrer
Lebensart. Es reicht nicht, einmal im Jahr den "Tag der Offenen Moschee"
auszurufen, es muss mehr unternommen werden, um den Moslems Gelegenheit zur
Selbstdarstellung zu geben und interessierten Nicht-Moslems die Möglichkeit,
sich aus erster Hand zu informieren.
Um peinliche Debatten, die unsere moslemischen Mitbürger nur kränken und zu
unkontrollierten Reaktionen verleiten könnten, zu vermeiden, sollte als erstes
das Datum des moslemischen Nationalfeiertages (Arbeitstitel: Trittin-Day)
festgelegt werden. Da bietet sich wie von selbst der Al-Kuds-Tag an, der schon
vor X Jahren von Ayatollah Khomeini eingeführt wurde. An diesem Tag
demonstrieren Moslems in aller Welt für die Befreiung Jerusalems von der
zionistischen Besatzung. Es gibt also schon eine gewisse Tradition, auf die man
aufbauen könnte.
Eine mögliche Alternative zum Al-Kuds-Tag wäre der Geburts- bzw. Todestag der
großen Islamgelehrten Annemarie Schimmel, die zeit ihres Lebens die Ansicht
verbreitet hat, der Islam sei die Religion des Friedens und der Nächstenliebe
und dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.
Sobald der Tag feststeht, müsste eine Diskussion um die Inhalte anfangen. Ich
stelle mir eine Mischung aus Tag der offenen Tür und Info-Messe vor, nach der
Art der Anuga oder Photokina, wo einzelne Anbieter ihre Produkte präsentieren.
Mit dem Unterschied, dass nicht Waren, sondern Ideen und deren Urheber im
Mittelpunkt stehen...."

Jerusalem
DIE REISE NACH JERUSALEM (5)
"Ich sitze in der Ben-Jehuda-Fußgängerzone, die den Zions-Platz mit der
King-George-Straße verbindet, habe mir gerade eine Falafel-Pita gekauft und
wundere mich wieder, wie anders alles geworden ist, seit ich das letzte Mal hier
war. Das Atara gibt es lange nicht mehr (jetzt ist dort Burger King), aber auch
die anderen Geschäfte, die seit den 40er- und 50er-Jahren zum Zentrum gehörten,
sind fast alle weg, der Hutmacher, der Herrenausstatter, der Plattenladen, das
Schreibwarengeschäft. Dafür sind überall Banken, Boutiquen und Friseursalons
eingezogen, die so aussehen, als würde in jedem Udo Walz auf Sabine Christiansen
warten.
Im Grunde genommen, denke ich mir, während ich die Falafel-Pita verputze, sind
die Juden und die Araber ziemlich blöd. Wenn sie klug wären, würden sie sich
zusammentun und einen großen Themen-Park aufmachen: "The Holy Land". Woanders
werden Venedig, Paris und Heidelberg nachgebaut, um Touristen anzulocken, und
hier sitzen sie an den tollsten Originalplätzen der Geschichte, verkaufen
Kefiyas, Kippas und Karottensaft und freuen sich schon, wenn mal an sieben Tagen
hintereinander keine Bombe hochgeht. Es ist, als würde man eine Goldgrube
besitzen und direkt daneben eine Imbiss-Bude betreiben. Völlig bescheuert..."