Wortmarke Maxeiner und Miersch

Die talkende Klasse
 

 

Eine alphabetisch geordnete Auswahl von Weisheiten der politischen und kulturellen Eliten. Sätze aus der großen  Zeitgeistfabrik, wie sie Tag für Tag in den Nachrichten, in den Krimis, in den Soaps und ganz besonders häufig in den Talkshows hergesagt werden.

Beim Finden halfen die wunderbaren Leser der „Achse des Guten“ mit. Stellvertretend für alle möchten wir den ertragreichsten Sammlern danken: Thomas Baader, Rainer Brandl, Johannes Denzel, Adrian Georgi, Frank Gruhdmann, Philip Hattemer, Thomas Herzel, Fabian Klaiber, Falk Kröber, Sebastian Klockenkemper, Jörg Lindemann, Niels Miller, Stefan Petzuch, Jürgen Wachs-Schmitt und Dirk Weidner.

Wir freuen uns über weitere Zitat-Funde.
Bitte hier einsenden.

 

Franz Alt, Journalist
„Solardächer auf Kirchen sind die Landebahnen für den Heiligen Geist.“
(2004)

Peter Altmaier, Umweltminister
„Wenn wir in 30 Jahren mit unseren Rollatoren bei 40 Grad im Schatten schwitzen, wird man uns fragen, warum wir damals nicht genug getan haben.“
(2012)

Carl Amery (1922-2005), Schriftsteller
„Die Menschheit ist auch nichts anderes als die Fischheit oder die Regenwurmheit.“

Manon Andreas-Grisebach, Literaturwissenschaftlerin, ehem. Vorstandssprecherin der Grünen
„Technik isoliert.“
(1982)
„Grüne drängen nicht nach Geld. Im Gegenteil: Finanz- und Geschäftsbetrieb erregt eher Ekel.“
(1982)
„Das Gebärenkönnen der Frauen ist ein weiterer Verbindungstrick zur Natur.“
(1982)

Jakob Augstein, Verleger
„In der Euro-Krise erhebt das deutsche Schreckgespenst sein Haupt. Merkels Rigorismus ruiniert die Arbeit von Generationen. Selbst wenn die Kanzlerin mit ihrem Kurs recht hätte: Es wäre für Deutschland besser, mit den Partnern in Europa das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren.“
(2011)
„Die USA sind ein politisch und sozial zerrissener failed state.“
(2011)
„Pech für die Schlecker-Frauen: Mit Putzmitteln und Körperpflegeprodukten lässt sich kein Krieg führen. Würde der Staat Israel für die Durchsetzung seiner machtpolitischen Interessen auf Zahnpastatuben setzen und nicht auf Atomraketen, die berufliche Zukunft von rund 13.000 Drogistinnen wäre sicher.“
(2012)
„Früher war es eine Schande, für einen Antisemiten gehalten zu werden. Inzwischen muss man solchen Vorwurf nicht mehr ernst nehmen.“
(2012)
„Und was wir als Menschenrechte ausgeben, ist für große Teile der Welt nichts als Herrschaftswerk westlicher Heuchelei.“
(2013)

Bild-Zeitung (über den Klimawandel)
„Klima Knall – extremstes Wetter aller Zeiten!“
(2006)
„Wird die Erde unbewohnbar?“
(2006)
„Fliegt uns die Erde um die Ohren?“
(2007)
„Unser Planet stirbt! Jetzt amtlich: Erde immer heißer.“
(2007)
„Wir haben noch elf Jahre!“
(2007)

Daniel Cohn-Bendit, Mitglied des Europäischen Parlaments
„Ich will, dass wir uns als Europäer politisch und kulturell auch als Gegenmacht zu den USA verstehen.“
(2001)

Renan Demirkan, Schauspielerin
„Fukushima ist Völkermord, und ich bin gottfroh, das ist eine der Freuden, dass die Bundesrepublik aussteigen wird aus der Kernenergie. Ich bin gottfroh darüber, trauere natürlich um die Verstrahlung, sinnlose Verstrahlung von Menschen.“
(2011)

Eugen Drewermann, Theologe
„Die besondere Dynamik des kapitalistischen Wirtschaftssystems besteht darin, dass Geld und Zins miteinander verbunden werden … Rein mathematisch reißt der Zins die Menschen auseinander: diejenigen, die an der Armut zugrunde gehen, und diejenigen, die an der Zahlungsnot des Kreditnehmers immer reicher werden.“
(1998)
„Terror ist die Ersatzsprache der Gewalt, weil berechtigte Anliegen nicht gehört wurden, es ist die Sprache der Ohnmächtigen, der Selbstmörder, aber das hat eskaliert; parallel zu der Art, wie die Großen Krieg führen, beginnen offensichtlich die Kleinen Krieg zu führen.“
(2001, über den 11. September)
„Es gibt keinen Hass, schon unter Individuen, der etwas anderes wäre als eine enttäuschte Liebe. Menschen möchten dazugehören, das ist der Sinn dieser ganzen irrsinnigen Aktionen. Da wird gemordet, um besser dabei zu sein. Nur wer hört das?“
(2001)

Wiglaf Droste, Schriftsteller
„So bedauerlich der Tod von 7 000 Menschen in New York ist, gemessen an dem, was sonst noch geschieht auf der Welt, handelt es sich vergleichsweise um eine Lappalie.“
(2001)

Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
„Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“
(2010)

Veronica Ferres, Schauspielerin
„Die großen Kriege werden künftig um Geld geführt. Die Auseinandersetzungen verlagern sich von Schlachtfeldern auf Finanz- und andere Märkte. Der Krieg wird zum unblutigen Wettbewerb wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Wenn keine Menschen mehr sterben, ist das sicherlich erstrebenswert, aber die Börse ist auch ziemlich brutal und rücksichtslos.“
(2001)
„Es nutzt nichts, nur mit den härtesten Strafen gegen sie vorzugehen. Man muss an die Ursachen ihrer Unzufriedenheit ran. Man muss ihnen Hoffnung geben, ihnen zuhören, sie ernst nehmen. Wenn unsere Gesellschaft weiter so wenig in Jugendliche investiert, wird uns irgendwann eine junge, gewaltbereite Generation gegenüberstehen. Dann gibt es in Europa eine andere Art der Revolution.“
(2011, über plündernde Straßengangs in London)

Joschka Fischer, ehem. Bundesaußenminister
„Wir sollten das Wiedervereinigungsgebot aus der Präambel des Grundgesetzes streichen.“
(1989)
„Wir sind einfach zu viele geworden, wir Menschen, zu viele und zu mächtig, als dass wir auf die kollektive Daseinsvorsorge durch eine technokratische Administration tatsächlich verzichten könnten.“

Jürgen Fliege, Fernsehpfarrer
„Ich bin Jürgen Fliege und es ist Krieg. Es ist Krieg. Die Amerikaner und die Briten haben den Irak angegriffen und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, es könnte eine Auseinandersetzung sein, die jedes Maß überschreitet. Es ist vielleicht nicht nur ein Krieg, den die Amerikaner, die Briten gegen den Irak führen, es könnte ja auch einer werden, eine Auseinandersetzung zwischen Ost und West, zwischen Christentum und Islam, zwischen all dem, was uns heilig ist und Millionen von anderen Menschen heilig ist. Ich fürchte mich davor, und es könnte eine Auseinandersetzung werden, die zu allen Mitteln greift, ohne jedes Maß, vom feigen Mord bis zum Atomschlag. Alles ist drin. Und davor fürchte ich mich.“
(2003)

Ulrike Folkerts, Schauspielerin
„Ich wünsche den nachfolgenden Generationen, dass die Natur und Tierwelt wieder Freund/in wird.“
(2011)

Sigmar Gabriel, SPD-Parteivorsitzender
„Wenn es uns nicht gelingt, die globale Erwärmung unter zwei Grad zu halten, verliert unser Planet seine ökologische Balance. Für die Industrieländer bedeutet dies, ihre Emissionen bis 2050 um sechzig bis achtzig Prozent zu reduzieren.“
(2006)
„In diesem Dokumentarfilm stellt der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore die Gefahren des Klimawandels und die Dringlichkeit des Handelns in allgemein verständlicher Weise dar. Der Film ist deshalb besser geeignet als viele wissenschaftliche Artikel und Fachkonferenzen, das Problem gezielt denjenigen Menschen zu erklären, die keine Vorkenntnisse haben und die sich vielleicht noch nie mit diesem Thema befasst haben.“
(2007)
„Wir sind reich genug, uns Klimaschutz zu leisten – wir sind zu arm, um auf
Klimaschutz zu verzichten.“
(2008)
„So wie jetzt kann das jedenfalls nicht weitergehen. Das Ökosystem Erde ist längst aus dem Gleichgewicht geraten. Die Menschheitsherausforderungen müssen unser politisches Thema sein und nicht nur dann, wenn wir einmal im Umweltministerium gewesen sind. Daran sind übrigens ganz viele junge Leute interessiert.“
(2009)
„Thilo Sarrazin hat in der Öffentlichkeit so getan, als würde sich Intelligenz und Dummheit und Fleiß und Leistungsverhalten genetisch vererben, und wer das
sagt ,. . .der ist natürlich ganz nah an den ganzen Rassentheorien, die in den letzten hundert Jahren viel Verderben produziert haben . . . Damit verstößt er gegen elementare Wertvorstellungen der Sozialdemokraten. Ich glaube übrigens, auch gegen elementare Wertvorstellungen unserer Verfassung.“
(2010)

Heiner Geißler, ehem. Bundesminister und Generalsekretär der CDU
„Dem heutigen Kapitalismus fehlt das ethische Fundament, und ohne dieses Fundament funktioniert der Kapitalismus ebenso wenig wie der Kommunismus.“
(2009)
„Heute sind die Menschen den Interessen des Kapitals unterworfen.“
(2009)
„Der Mensch wird diskriminiert als Kostenfaktor. Er gilt umso mehr, je weniger er kostet. Und er gilt umso weniger, je mehr er kostet. Das ist die eigentliche Sünde des heute geltenden Wirtschaftssystems.“
(2009)
„Der Kapitalismus, wie wir ihn seit den 80er Jahren haben, ist genauso falsch, wie es der Kommunismus war.“
(2009)
„Solidarität statt Kapitalismus“.
(2009)
„Und es gibt eine Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus: die sozial-ökologische Marktwirtschaft.“
(2009)
„Es gibt Geld genug - es ist falsch verteilt!“
(2010)
„Entweder die Welt explodiert, oder wir schaffen eine neue Ordnung.“
(2010)
„Es gibt auf der Welt Geld wie Dreck. Es haben nur die falschen Leute.“
(2011)

Katrin Göring-Eckhardt, Mitglied des Bundestages (Die Grünen) Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
„Muss das wirklich sein? frage ich mich. Ist das kleine Plastikmilchbehältnis nicht auch ein Symbol dafür, wie unbedarft wir oftmals mit Rohstoffen umgehen. Schön und gut, wenn man auch mal darüber lachen kann – aber zumeist bleibt uns das Lachen eher im Halse stecken, wenn aus einem kleinen Symbol großer Ernst wird: Ölpest, Atomkatastrophe und Klimawandel. Irgendwie, so beschleicht uns eine Ahnung, hängt doch vieles zusammen.“
(2011, über Kaffeemilchportionsdöschen)

Bernd Graf, Sänger
„Gott ist mein Bauchgefühl“
(2011)

Günter Grass, Schriftsteller
„Entsetzt sehen wir, dass der Kapitalismus, seitdem sein Bruder, der Sozialismus, für tot erklärt wurde, vom Größenwahn bewegt ist und sich ungehemmt auszutoben begonnen hat.“
(1999)
„Aber auch jetzt sehe ich, dass die US-Regierung dabei die Welt nach ihrem eigenen Bild pauschal in Gut und Böse teilt. Nun ist diese eine Weltmacht übrig geblieben, aber hat aus sich selbst, aus ihrer Ich-Bezogenheit heraus, wenig Ahnung vom Rest der Welt.
(2001)
„Sie gehen davon aus, die Weltmacht zu sein, die das alles unter Kontrolle zu halten hat. Und viele Amerikaner neigen dazu, das in erster Linie nach ihren Interessen zu ordnen – was zumeist Wirtschaftsinteressen sind.“
(2001)
„Israel muss aber nicht nur besetzte Gebiete räumen. Auch die Besitznahme palästinensischen Bodens und seine israelische Besiedlung ist eine kriminelle Handlung. Das muss nicht nur aufhören, sondern rückgängig gemacht werden. Sonst kehrt dort kein Frieden ein. Diese Voraussetzungen müssen von Israel geleistet werden. Aber dieses Auge um Auge, Zahn um Zahn der gegenwärtigen Politik schaukelt allen Zorn nur noch weiter hoch, und sorgt dafür, dass immer neue Bin Ladens mit anderen Namen nachwachsen.“
(2001)
„Was mich mehr beunruhigt als die Rechtsradikalen, ist die selbsttätige Auflösung unseres demokratischen Systems. Dazu gehören die wahnsinnigen Sicherheitsmaßnahmen, die der Innenminister, ein fanatischer Kämpfer für totale Sicherheit, gebiert.“
(2009)
„Die Vorhersage des Menschheitsendes ist eine angemessene, auch demutsvolle Einsicht in die Tatsachen, die sich aus unserem Verhalten ergeben. Wir sind zu allem Möglichen fähig in einer Beschleunigung ohnegleichen. Technische Erfindungen kommen über uns, die wir nicht beherrschen.“
(2009)
„Es hat im Osten eine Enteignung stattgefunden, wie es sie in der
deutschen Geschichte noch nie gegeben hat, und das vererbt sich und wird nie aufhören.“
(2009)
„Ich lehne es ab, wie Männer mit Macht umgehen.“
(2009)
„Ich kann nur raten, jetzt im Unterricht diese Zeit durchzunehmen, den Schülern zu zeigen, was die Christen in ihren Kreuzzügen angestellt haben.“
(2009)
„Wer etwas gegen den Führer sagte oder gegen die Partei, dem drohte das KZ. Wir kriegen so etwas ja immer noch in Ansätzen mit, auch wenn der Vergleich nur bedingt möglich ist, weil es heute natürlich nicht lebensgefährlich ist. Wenn ich in diesen Tagen Amerika kritisiere, bin ich ein Anti-Amerikaner.“
(2009)

Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender Linksfraktion
„Wir dürfen nicht die Bevölkerung acht Jahre länger dem Fukushima-Risiko aussetzen."
(2011)

Elke Heidenreich, Moderatorin
„Ich lasse bei drei Minuten Zähneputzen das Wasser nicht laufen.“
(2010)

Dieter Hildebrandt, Kabarettist
„Bush ist eine Erektion seiner selbst.“
(2003)

Claus Hipp, Unternehmer
„Wir werden uns vieles, an das wir uns gewöhnt haben in Zukunft nicht mehr leisten können und wir brauchen vieles auch nicht.“
(2011)
„Wir machen Produkte für die ängstliche Mutter.“
(2003)

Wolfgang Huber, Bischof und Ex-Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
„Mehr Demut gegenüber der Natur!“
(2004 über den Tsunami im Indischen Ozean)

Thomas Hürlimann, Schriftsteller
„Die erste Welt, die kapitalistische Welt, hat die Dritte Welt in einer Weise ausgebeutet, dass man sich nicht wundern sollte, wenn da eines Tages die Leute sagen: ‚Wir können nicht mehr, wir wollen nicht mehr, wir haben auch nichts mehr zu verlieren’, und anfangen, zurückzuschlagen. Das, was als Kulturimperialismus sich der Westen auch geleistet hat, das Überschwemmen der ganzen Welt mit Cola-Dosen, das musste irgendwann auch zu Gegenreaktionen führen.“
(2001 über den 11. September)

Hannes Jaenicke, Schauspieler
„Wenn man einem Orang-Utan in die Augen schaut, dann hat man nicht mehr das Gefühl, dass es sich um ein Tier handelt. 98 Prozent der DNA ist mit unserer identisch. Nur sind die Orang-Utans so gutmütig, zu gutmütig für den Menschen. Die wehren sich nicht, trotz ihrer Stärke“
(2008)
„Das Klima wird uns irgendwann um die Ohren fliegen. Im Moment knallt es ja bereits überall auf der Welt mit so genannten Naturkatastrophen, über die der Mensch dann gerne sagt: ‚War ja immer schon so, das gab es ja immer schon.’ Das stimmt nicht, denn die Frequenz hat sich in hohem Maße gesteigert.“
(2009)
„Wir müssen im Alltag, beim Reisen, beim Konsumieren oder beim Essen darüber nachdenken, ob das noch zeitgemäß ist, wie wir das tun. Meine Meinung ist nein, es ist nicht mehr zeitgemäß!“
(2009)
„Der wunderbare Spruch von Häuptling Seattle, ‚Erst wenn der letzte Fisch gefangen und der letzte Baum gefällt ist, wird der weiße Mann verstehen, dass man Geld nicht essen kann’, ist nun 120 Jahre alt und heute noch absolut gültig. Das war es, was die indigenen Kulturen offensichtlich verstanden haben.“
(2009)
„Ich glaube, der fatale Fehler der gesamten kapitalistischen Denkweise ist der Wachstumsgedanke. Nichts auf der Welt wächst ewig, warum sollen eine Wirtschaft und das Bruttosozialprodukt ewig wachsen?“
(2009)
„Das Wort „Verzicht″ nimmt weder ein Politiker noch ein Manager in den Mund, und das Wort „Bescheidenheit” kennt niemand mehr.“
(2009)
„Mir wurde klar, dass unser Alltagsleben direkt dafür verantwortlich ist, dass der Eisbär demnächst ausstirbt“
(2009)
Wenn ich höre, dass Gletscher und Polarkappen schmelzen, was im Kongo und Tibet passiert, was täglich an verseuchtem Essen in Supermärkten angeboten wird, dann werde ich einfach wütend. Und da ich nun mal im mächtigsten Medium arbeite, das es gibt, habe ich mich entschieden, diese Wut per Fernsehdokumentation auszutoben.
(2010)
„Ich hab dann relativ schnell spitzgekriegt, was Greenpeace so treibt und bin dann bald als Teenager Fördermitglied geworden. (...) Dann kriegst du halt diesen Newsletter. Und wenn man den lange genug liest und nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, dann wird man langsam wütend und kapiert, dass was passieren muss.“
(2011)
„Es kamen mir dieselben Gedanken wie beim Unglück von Tschernobyl: Der Mensch ist dumm und vor allem vergesslich. Meine Meinung: Kein halbwegs intelligenter Mensch kann für Atomkraft sein.“
(2011 über den Atomunfall in Fukushima)

Walter Jens, ehem. Ordinarius für Rhetorik
„Eingedenken tut Not und kein geschichtsferner Traum von der Wiedervereinigung, die in Wahrheit, da es Auschwitz gab, undenkbar ist.“
(1990)

Wolfgang Joop, Modedesigner
„Der 11. September hat einen Lernprozess in Gang gesetzt. Dabei sind die Twin Towers als Symbol für die kapitalistische Arroganz gefallen. Ich bin aber natürlich gegen Gewalt, Mord und Terror.“
(2001)

Margot Käßmann, ehem. Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
„Mercedes geht gar nicht. Ich fahre ganz bewusst eine Ente. Ja, den Ansatz unterstütze ich, dass wir Autos kaufen und auch fahren sollten, deren Unternehmen nicht vom Waffenhandel profitieren.“
(2011)
„Wir brauchen mehr Phantasie für den Frieden, um ganz anders mit Konflikten umzugehen.“
(2011)

Vincent Klink, Fernsehkoch
„Gentechfirmen, die sich an Nahrungsmitteln vergehen, sind Feinde der Menschheit.“

Horst Köhler, ehem. Bundespräsident
„Wir müssen jetzt den Paradigmenwechsel hin zu einer Wirtschaftsweise einleiten, die unser Planet verkraftet und die letztlich auch mehr Sinn stiftet.“
(2010)

Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion ‚Die Grünen’
„Wir Grünen machen manchmal einen Test, schneiden einen Bioapfel und einen konventionellen auf und fragen die Leute, ob sie einen Unterschied merken. Die Bioäpfel schneiden dabei im Geschmack immer besser ab.“
(2004)
„Wir wollen Landwirten den Weg für den Einsatz von Biokraftstoffen ebnen und deren Markteinführung beschleunigen.“
(2005)
„Alles lohnt sich, was gut ist fürs Klima.“
(2007)
„Wir wollen anders leben, anders konsumieren, anders transportieren, anders produzieren.“
(2009)
„Als allererstes sollen die Bürgerinnen und Bürger, gerade die Jüngeren, von der Politik einfordern, mal an die nachfolgenden Generationen zu denken.“
(2009)
„Wir waren immer gegen E10.“
(2012)

Mojib Latif, Klimaforscher
„Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.“
(2000)
„In der Klimaforschung, da arbeitet man ja auch immer so'n bisschen mit Ungenauigkeiten.“
(2008)

Angela Merkel, Bundeskanzlerin
„Energie ist heute zu billig… Es müssen aus meiner Sicht gezielt die Steuern auf Energie angehoben werden, sei es über Mineralöl, Heizgas oder Strom.“
(1997)
„Ein Weiter so gibt es nicht. Der Klimaschutz ist die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts.“
(2007)
„Ich glaube nicht, dass unser Land viel weniger schön wird, nur weil wir Energie anders produzieren und den Strom auch durchleiten müssen.“
(2011)
„Wir brauchen einen Pfad, wie wir weltweit auf zwei Tonnen Treibhausgas pro Kopf und Jahr und Einwohner kommen.“
(2011)
„Wachstum muss bei den Menschen ankommen.“
(2012)

Reinhard Mey, Musiker
„Es gibt keine Maikäfer mehr.“
(1974)
„Glaubst du, in deinem gottverlass'nen Loch im Wüstensand
verteidigst du deine Kinder, dein Dorf oder dein Land?
Glaubst du, wenn du mit deinen großen High-Tech-Stiefeln kommst,
das Land aus hellem Himmel zurück in die Steinzeit bombst,
du könntest es befrei'n durch Blutvergießen,
Frieden in die Herzen der Menschen schießen?
Nein, wieder wirst du für eine schlechte Sache missbraucht:
Für Macht, für Öl, für Stahl, damit der Rüstungsmotor faucht,
für diese große Kumpanei, die dich, wie's ihr gefällt,
am Ende der Welt als lebende Zielscheibe hinstellt.“
(2004)

Jürgen Möllemann (1945-2003) ehem. Bundesminister für Bildung
„Wir müssen die Besetzerpolitik Israels gegenüber Palästina attackieren.“
(2001)

Martin Mosebach, Schriftsteller
„In diesem Zusammenhang will ich nicht verhehlen, dass ich unfähig bin, mich zu empören, wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern – wenn wir sie einmal so nennen wollen – einen gewaltigen Schrecken einjagen. Ich begrüße es, wenn es in unserer Welt wieder Menschen wie Jean Jacques Rousseau gibt, für die Gott anwesend ist. Es wird das soziale Klima fördern, wenn Blasphemie wieder gefährlich wird.“
(2011)

Nena, Sängerin
„Wenn Sie jeden Tag Gekochtes in Ihren Körper reinstopfen, dann ist irgendwann die Mülltonne voll. Das ist banal, aber ganz logisch.“
(2003)
„Wenn man einen Broccoli ins kochende Wasser schmeißt, dann verändern sich die Moleküle und gehen neue Verbindungen ein. Und diese neuen Verbindungen sind hoch toxisch.“
(2003)

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie
„Städte und Regionen zeigen, dass die Begrenzung der Folgen des Klimawandels eine der besten Strategien zur Konjunkturbelebung ist. Investitionen in die Senkung der CO2-Emissionen und in Energieeffizienz schaffen Arbeitsplätze, die naturgemäß nicht abwandern können.“
(2010)

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender ‚Die Grünen’
„Die Wissenschaft ist sich nach wie vor einig, dass der von Menschen verursachte Klimawandel eine Realität ist.“
(2010)
„Weg von der Petrochemie!“
(2011)

Gudrun Pausewang, Schriftstellerin
„Wir Schriftsteller sollten uns mit den Kindern verbünden. Wenn wir ihnen die brennenden Probleme unserer Zeit verständlich machen können, vielleicht wären sie dann imstande, diese Probleme später – bald! – zu lösen? Denn ihnen gehört die Zukunft, sofern wir ihnen überhaupt noch etwas überlassen können, was diesen Namen verdient. Deshalb schreibe ich für Kinder.“
„Ich halte das Szenario, das ich in meinem Buch beschreibe, für sehr realistisch. Ich schreibe ja nicht aus purer Phantasie, sondern habe ähnliche Zeiten noch ganz bewusst miterlebt.“
(2006, über ihr Buch „Die Wolke“)

Heribert Prantl, Journalist
„Anstatt den Hindukusch zu verteidigen, gilt jetzt auch in Deutschland: die Demokratie gegen die Gier der Märkte zu verteidigen.“
(2011)

Richard David Precht, Philosoph
„Die Wirtschaft basiert auf der allgemeinen Gier nach Dingen, die wir eigentlich nicht brauchen. Ohne Gier kein Wachstum. Ich bin überzeugt: Die Lösung liegt nicht im Wachstum. Wir brauchen nicht mehr von allem, sondern weniger.“
(2009)
„Ein Mehr an materiellem Wohlstand muss nicht sein und darf nicht sein.“
(2010)
„Noch nie war eine Gesellschaft so sehr auf Materielles fixiert, ohne dadurch glücklicher zu werden. Stattdessen wird der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft immer schlechter.“
(2010)
„(Wir brauchen) …die Rückkehr zu einer Kultur des Anstands, zu einem unausgesprochenen moralischen Betragen, wie es bis heute in Japan gilt und wie wir es bis in die Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland hatten.
(2010)
„Unser System steht auf der Kippe – Alphatiere und Ichlinge haben keine Zukunft mehr. Die Entwicklung der Fußballnationalmannschaft macht das doch deutlich: Weg vom autoritären Gehabe so genannter Führungsspieler hin zu flachen Hierarchien. Ein schönes Symbol für ein tolles Deutschland.“
(2010)
„Wir erleben schon jetzt erste Ansätze zu einem Systemschwenk: Weg vom Egoismus des Neoliberalismus der vergangenen 20 Jahre hin zu einem System, das auf Kooperation und sozialen Patriotismus setzt. Das fängt bei der Jugend an, die ihre Zukunft nicht mehr so über materielle Ziele definiert wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Die wollen heute nicht mehr Zeug, sondern mehr Zeit.
(2010)

Claus Peymann, Theaterregisseur
„Das Bush-System hat global ebenso wenig Zukunft wie das System der westeuropäischen Demokratien, wie wir es auch hier in Deutschland haben.“
(2007)
„(Die Bankenkrise) ist über uns gekommen wie ein Unwetter. Unsere Aufführung der ‚Heiligen Johanna der Schlachthöfe’ von Bertolt Brecht ist der direkte Kommentar zu dieser Globalisierungskrise, die wir gerade erleben. Das ist ja nichts anderes als das Weltmonopol, das in die Brüche geht. In meinem Buch können Sie die Prognose, dass auf den Zusammenbruch des Sozialismus der Zusammenbruch des Kapitalismus folgen muss, nachlesen. Die beiden Systeme haben sich durch ihre Rivalität stabilisiert. Es ist ja die herrlichste Paradoxie, dass jetzt der Westen unter Führung von Sarkozy die Verstaatlichung der Industrie fordert. Der blanke Hohn! Aber es wird so kommen. Lafontaine könnte Freudensprünge vollführen. Meine große Sorge ist, dass der Kapitalismus wieder in die alte Trickkiste greift und einen Krieg vom Zaun bricht. Das war in der Vergangenheit in Krisenzeiten immer so.“
(2008)
„Es kann ja nicht sein, dass dieses kapitalistische System von Korruption und Verantwortungslosigkeit der Weisheit letzter Schluss ist. Wer einen halbwegs klaren Kopf hat, weiß doch, dass es nur eine Chance für die Zukunft gibt, wenn wir das System ändern. Das heutige System ist bis ins Mark faul. Die Globalisierung ist die höchste Perfektion des Raubtierkapitalismus.“
(2011)

Franka Potente, Schauspielerin
„Ich war da, als die Amerikaner in Bagdad einmarschiert sind. Überall gingen die Fahnen hoch und Bekannte weigerten sich, beim Franzosen zu essen. Das hat mich eigentlich eher in einen Abgrund blicken lassen. Den hatte man zwar vorher schon vermutet, aber plötzlich tat er sich weit und gähnend auf. Mein Aufenthalt dort hat mich nicht nur zu mir selbst zurückgebracht, sondern auch zur deutschen Identität.“
(2004)

Peter Ramsauer, CSU, Bundesminister für Verkehr
„Unsere Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten sind nicht einfach eins zu eins auf Länder in anderen Weltregionen übertragbar. Das gilt auch für Syrien.“
(2011)

Hagen Rether, Kabarettist
„Ehrenmorde gibt es unter Deutschen doch auch, nennt sich nur anders. Das heißt dann Familiendrama.“
(2007)

Claudia Roth, Bundesvorsitzende ‚Die Grünen’
„Gewalt ist immer auch ein Hilferuf.“
(2004)
„Die Türken haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut.“
(2004)
„Mit Atomenergie kann man im Winter nicht heizen.“
(2009)
„Es ist doch klar, dass es in wenigen Jahren nur noch ganz wenige Orte geben wird, an denen man natürlich Ski fahren kann.“
(2008)
„Nachhaltig heißt aber auch, dass ich nicht nur nach morgen gucke, sondern ich erinnere in die Zukunft.“
(2011)
„Es geht um Verhandlungen mit dem pragmatischen Teil der Hamas.“
(2012)

Norbert Röttgen, ehem. Bundesumweltminister
„Es geht nicht weiter mit einer Industrie, die elementare Risiken unterschätzt, unter deren folgen im Ernstfall noch kommende Generationen zu leiden haben werden.“
(2011)
„Parteien wie auch Unternehmen, die sich außerhalb dieses Konsens stellen, werden das Schicksal der Dinosaurier teilen und aussterben.“
(2011)
„Wir können nicht endlos emittieren, weil sonst die Natur zurückschlägt.“
(2011)

Wolfgang Sachs, Leiter des Berliner Büros des Wuppertal Instituts
„Bei den aktuellen Klimaverhandlungen geht es um die Wahl zwischen Menschenrechten und Wohlstandsrechten.“

Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen
„Sosehr wir uns für die Beseitigung des Hungers überall in der Welt einsetzen müssen, sosehr sollten wir uns andererseits in unseren eigenen westlichen Ländern für eine Begrenzung des Wirtschaftswachstums einsetzen.“
(2011)

Helmut Schmidt, ehem. Bundeskanzler
„Das Verhältnis des Westens zum Islam insgesamt ist durch eine grundsätzliche
Animosität und Überheblichkeit des Westens gekennzeichnet.“
(2010)
„Die Tötung dieses Mannes (Osama bin Ladens) auf dem Boden des souveränen Staates Pakistan ist eine zweischneidige Sache … ganz eindeutig ein Verstoß gegen das geltende Völkerrecht.“
(2011)

Peter Scholl-Latour, Journalist
„Das ist doch alles gelogen, was dort gewesen ist.“
(2009 - über den 11. September)
„Eine glatte Verletzung der pakistanischen Souveränität.“
(2011 - über den Tod von Osama bin Laden)
„Netanjahu ist gefährlicher als Ahmadinedschad.“
(2012)

Jörg Schönenborn, Chefredakteur des WDR
„Was ist das für ein Land, das eine Hinrichtung derart bejubelt? Zivilisierte Nationen haben einst das Völkerrecht geschaffen. Sie verständigten sich darauf, dass Verbrecher vor Gericht gestellt und nicht einfach getötet werden.“
(2011 - über freudige Reaktionen auf den Tod von Osama bin Laden)

Gerhard Schröder, ehem. Bundeskanzler
„Nach vierzig Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht.“
(1989)
„Amerika (beherbergt) politisch betrachtet sowohl finsterste Reaktion als auch aufgeklärteste Demokratie. Also, um es mal so zu sagen: auf der einen Seite die Tea-Party-Bewegung um Sarah Palin, auf der anderen Seite die aufrechte Demokratin und leider viel zu früh gestorbene Susan Sontag."
(2010)

Martin Schulz (Präsident des Europäischen Parlaments)
„We agreed about the necessary condemnation of movies as we saw one blaspheming humiliating- I condemned strongly not only the content also the distribution of such a movie. which is realy humiliating the feelings of a lot of people all over in the world… Islam and western values are not excluding each other. We must learn from each other and we must combine our values and our views.“
(am 19.9.2012 auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern verschiedener Golfstaaten, über den umstrittenen Film „Die Unschuld der Muslime“)

Alice Schwarzer, Journalistin
„Respekt vor anderen ist unteilbar. Wer diesen Respekt nicht vor dem Tier hat – und zwar vor jedem Tier! auch vor Ratten und Kakerlaken! -, der hat ihn auch nicht vor den Menschen.“
(1994)
„Sie hat ihren Mann entwaffnet. Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“
(1994 - Gemeint ist Lorena Bobbit, die ihrem schlafenden Mann den Penis abgetrennt hatte)
„Mein Großvater hat vorwiegend die Arbeit gemacht mit der Kindererziehung und hiermit gezeigt, dass auch Männer Menschen sein können."
(1998)

Karl Ludwig Schweisfurth, Mäzen des Biolandbaus
„Biolandwirtschaft ist reine Natur.“
(2006)

Horst Seehofer, Ministerpräsident von Bayern
„In Bayern bin ich gegen Gentechnik.“
(2008)
„Markt pur ist Wirtschaft pervers. Markt pur ist der pure Wahnsinn.“
(2011)

Peter Sloterdijk, Philosoph
„Wir haben immer noch nicht verstanden, dass die westliche Demokratie jene Lebensform ist, in der man für seinen Feind verantwortlich ist - weil dieser die eigene Praxis widerspiegelt."
(2001)
„Wenn mir jemand versichert, dass er nach dem 11. September im Bereich der Philosophie anders denkt als vorher, streiche ich ihn aus der Liste der ernst zu nehmenden Personen. Ich glaube, die Katastrophenlandschaft der 20. Jahrhunderts einigermaßen zu überblicken. Der 11. September gehört da eher zu den schwer wahrnehmbaren Kleinzwischenfällen."
(2002)

„Der Spiegel“
„Der Storch wird nach Ansicht von Fachleuten in Deutschland die Jahrtausendwende nicht überleben.“
(1994)
„Wir stehen vor einem ökologischen Hiroshima.“
(1983 - über das „Waldsterben“)

„Süddeutsche Zeitung“
„Der deutsche Wald stirbt. Wissenschaftler zweifeln, ob auch nur fünf Jahre Zeit bleibt, dies zu verhindern.“
(1982)

Karlheinz Stockhausen (1928–2007), Komponist
„Also was da geschehen ist, ist natürlich - jetzt müssen Sie alle Ihr Gehirn umstellen - das größte Kunstwerk, was es je gegeben hat. Dass also Geister in einem Akt etwas vollbringen, was wir in der Musik nie träumen könnten, dass Leute zehn Jahre üben wie verrückt, total fanatisch, für ein Konzert. Und dann sterben. Und das ist das größte Kunstwerk, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Stellen Sie sich das doch vor, was da passiert ist. Das sind also Leute, die sind so konzentriert auf dieses eine, auf die eine Aufführung, und dann werden fünftausend Leute in die Auferstehung gejagt. In einem Moment. Das könnte ich nicht. Dagegen sind wir gar nichts, also als Komponisten.“
(2001 über den 11. September)

Klaus Theweleit, Schriftsteller
„Was dabei gerne übersehen wird, ist, dass ausgerechnet jemand wie Bush die Wahlen nur mit den Stimmen aus dem Bible Belt gewinnen konnte: den Stimmen von fundamentalistischen Amerikanern, von religiösen Fanatikern. Bush wundert sich dann, wenn aus anderen Teilen der Welt die religiös-bewaffneten Antworten zurückkommen.“
(2001)

Jürgen Todenhöfer, ehem. CDU-Politiker und Burda-Vorstand
„Was mich dorthin treibt, ist dieser Hass des Westens auf die muslimische Welt, dieser unberechtigte Hass."“
(2008 - Auf die Frage, warum er immer wieder in den Irak reist)
„Die Straßen von Damaskus und Teheran sind viel sicherer als die Straßen von New York oder Detroit. Nach einer UN-Statistik kamen in den USA im Jahr 2006 auf 100 000 Einwohner 5,9 Morde. Im Iran lag diese Quote bei 2,93 und in Syrien bei 1,4. Die meisten muslimischen Staaten sind sicherer als die USA, ja sogar sicherer als die Schweiz, die 2,94 Morde pro 100 000 Einwohner zu verzeichnen hat…“
(2008)
„Die Fanatiker sitzen im Westen. Nirgendwo bin ich so viel Nächstenliebe und Gastfreundschaft begegnet wie in der muslimischen Welt.“
(2008)
„Die USA haben von Anfang an keinen Respekt vor der afghanischen Kultur gezeigt. Bei Razzien werden bis heute fast täglich Frauengemächer durchwühlt, Frauen abgetastet, Männer vor ihren Familien bloßgestellt. Afghanen werden behandelt wie Indianer.“
(2010)
„In Deutschland muss der Innenminister Terroristen jagen, die der deutsche Verteidigungsminister durch das Töten afghanischer Zivilisten züchtet.“
(2010)
„Hauptursache des globalen Terrorismus ist die seit Beginn des westlichen Kolonialismus nie endende, entwürdigende Ungerechtigkeit des Westens gegenüber der muslimischen Welt.“
(2010)
„Die richtige Antiterrorstrategie heißt nicht Krieg, sondern Frieden. Gerechter Frieden in Afghanistan, im Irak und in Palästina.“
(2010)
„Die tabuisierte Wahrheit lautet: Osama bin Laden war ein Unglück für die Welt, George W. Bush auch. Er träumte davon, seinen Namen in den Geschichtsbüchern zu lesen. „9/11“ ließ er sich nicht entgehen. Wir sollten der Opfer beider gedenken.“
(2011)

Klaus Töpfer, ehem. Bundesumweltminister (CDU)
„Wer jetzt noch nicht wach ist, der muss sich fragen, was denn eigentlich passieren muss, damit man den Ernst der Lage erkennt.“
(2007 über den Klimawandel)

Jürgen Trittin
„Kraftstoff für unsere Zukunftsfähigkeit…Der Acker wird zum Bohrloch des 21. Jahrhunderts, der Landwirt wird zum Energiewirt."
(2005, über Biosprit)

Antje Vollmer, ehem. Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
„Das ist eine ganz bestimmte Rhetorik, die Angst schürt und Untergangsfantasien erzeugt. Und diese Art von Rhetorik haben Gesellschaften früher eigentlich immer nur in der Vorbereitung von Kriegen angewandt. Zu sagen, wir sind bedroht, wir müssen jetzt den Feind analysieren. Wir müssen ihn so analysieren, dass wir uns auch ermannen, ihn bekämpfen zu wollen, und dann geht irgendwann der Krieg los.“
(2010 über Thilo Sarrazins Buch ‚Deutschland schafft sich ab’)

Richard von Weizsäcker, ehem. Bundespräsident
„Marktwirtschaft, die nicht auf Ethik beruht, bereitet Heuschrecken den Weg, führt zum Raubtierkapitalismus.“
(2009)

Sahra Wagenknecht, stellv. Vorsitzende der Partei ‚Die Linke’
„Aber wirkliche Demokratie gibt es im Kapitalismus so wenig wie in der DDR.“
(2008)

Martin Walser, Schriftsteller
„Einfach toll, dass ein Krieg auch ohne uns stattfinden kann. Deutschland hat ein Recht, keinen Krieg mehr führen zu müssen.“
(2011)

Konstantin Wecker, Musiker
„Mein ganzes Mitgefühl gilt natürlich den Amerikanern…Aber ich denke, gerade in solchen tragischen Momenten, sollten wir auch der 80 000 Menschen gedenken, die täglich verhungern.“
(2001 – Über den 11. September)
„Anstatt jetzt nach Rache zu schreien und mit Hass zu reagieren, sollte uns diese Schreckenstat daran gemahnen, endlich etwas abzugeben von dem Zuviel, das wir besitzen.“
(2001 – Über den 11. September)
„Wir alle sind aufgefordert umzudenken, nicht nur die Amerikaner, unsere westliche Lebensweise des Überflusses, der Verschwendung, der Gedanken- und Geistlosigkeit zu überdenken.“
(2001 – Über den 11. September)
„Wir brauchen eine andere Zukunft. Eine menschliche, solidarische, eine Zukunft nicht gegen die Natur, sondern im Einklang mit der Natur, eine Zukunft, in der auch die Reichen einsehen, dass Schluss sein muss mit dieser unersättlichen Gier, eine weibliche Zukunft.“
(2010)
„Die einzige Möglichkeit, diesen Planeten zu retten, ist für mich die Sonnenenergie.“
(2011)
„Die indigene Bevölkerung dieses Kontinents jedenfalls wurde, nach neuesten Forschungen, von den Siedlern aus Europa zu 98 Prozent ausgerottet. Das ergibt dann vermutlich 98 Prozent moralische Überlegenheit des Westens.“
(2011 - Über Amerika)
„Ohne Unterlass werden Konflikte weltweit und gezielt angeheizt, um Waffen zu verkaufen - und hinterher heißt es dann: leider, leider müssen wir diese Waffen jetzt benutzen, um den Frieden wiederherzustellen...“
(2011)
„Atomkraft ist nicht notwendig und selbst wenn man in Deutschland alle AKWs auf einen Schlag abschalten würde, hätten wir genügend Strom.“
(2011)

Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings
„Das Sterben der Wälder wird unsere Länder stärker verändern als der Zweite Weltkrieg.“
(1987)

Ernst Ulrich von Weizsäcker, ehem. Mitglied des Bundestages und Präsident des Wuppertal Instituts
„Damals im 19. Jahrhundert gab es eine Milliarde Menschen, da hatten wir Platz für alle diese Dinosauriertechnologien. Heute haben wir den Platz nicht mehr. Der nächste Zyklus, die nächste Welle muss ökologisch sein, muss grün sein.“
(2011)

Harald Welzer, Sozialpsychologe
„Wachstum ist auf gar nichts eine Antwort, schon gar nicht auf die Frage, wie man leben möchte. Zukunftsfähigkeit besteht in der Herstellung von Bedingungen, mit denen es sich in einer offenen Zukunft erwartbar gut leben lässt. Aber die globalisierte Wachstumswirtschaft offeriert das gute Leben nicht. Sie zerstört es.“
(2011)

Martin Wenning-Morgenthaler, Sprecher der Neuen Richtervereinigung
„Der gewaltsame Tod eines Menschen ist immer ein Unglück. Statt den Tod eines Menschen ohne jegliche Skrupel zu begrüßen und damit die Barbarei auch bei uns einkehren zu lassen, sollten sich unsere Politiker daran erinnern, dass sich eine Zivilisation gerade dadurch auszeichnet, wie sie mit ihren Gegnern umgeht. Hier zeigt sich einmal mehr, dass der respektvolle Umgang mit dem Rechtsstaat in Zeiten des Anti-Terror-Krieges noch nicht einmal mehr ein Lippenbekenntnis ist.“
(2011, über den Tod von Osama bin Laden)

Wim Wenders, Regisseur
„Wir werden mehr und mehr von außen geleitet und gegängelt, meist ohne das zu merken. Unsere Gesellschaft spielt uns eine Freiheit vor, die es gar nicht mehr gibt. Die USA zum Beispiel kämpfen, um Demokratie zu exportieren, anderen Ländern die Freiheit zu bringen. Gleichzeitig werden den Bürgern daheim ihre bürgerlichen Freiheiten entzogen. Was für ein perverser Mechanismus. Bei uns ist das auch bald schon so.“
(2005)

Ulrich Wickert, Journalist
„Was haben George W. Bush und Osama Bin Laden gemeinsam? Bush ist kein Mörder und Terrorist. Aber die Denkstrukturen sind die gleichen.“
(2001)
„Die Schwächung traditioneller Gemeinschaften hat zu einem Verlust sozialer Kontrolle geführt, was das soziale Verhalten Heranwachsender negativ beeinflusst und sich in wachsender Kleinkriminalität und Gewalt in der Schule äußert.“
(2005)
„Da der Mensch schwach und faul ist, muss er manchmal geleitet werden, und da wird meines Erachtens viel zu wenig von der Politik gemacht.“
(2009)

Sarah Wiener, Fernsehköchin
„Ich brauche als Köchin keine genmanipulierten Speisen.“
(2007)

Roger Willemsen, Fernsehmoderator
„Und mit Blick auf die Tagespublizistik könnte man glauben, die Angst, sich des Antiamerikanismus verdächtig zu machen, schrecke die Massenmedien manchmal mehr als die Anmutung, dass sie Folter mit Konzilianz behandelten.“
(2009)
„Es handelte sich bei ihrer Gefangennahme fast ausschließlich um unbescholtene Bürger.“
(2010 - Über die Gefangenen von Guantanamo)
„Man beweist sich ja auch die Höherrangigkeit der eigenen Kultur, indem man Völkerrecht bricht, einen mutmaßlichen Terroristen in einem fremden Land erschießt, seine Leiche ins Meer wirft.“
(2011)
„Vor einiger Zeit rief eine Zeitung an und fragte, in welches Land ich nicht mehr reisen wolle. Ich nannte die USA, und da riefen sie noch einmal an und fragten, ob das wirklich mein Ernst sei. Und ich sagte: Ja, das ist mein Ernst. Jeder Impuls, der mich in solchen Ländern erreicht, ist letztlich einer, der auf Verkauf aus ist. Dieser Verkaufsimpuls organisiert ja sogar Freundlichkeit und Herzlichkeit, also Ausdrucksformen, die mir viel wert sind. Und ich darf sagen, dass die finstere Verschlossenheit eines Greises in Afghanistan, der irgendwann merkt, dass es ein kreatürliches inniges Verhältnis zwischen ihm und mir geben könnte, mir sehr viel kostbarer ist als manch spontan hervorgebrachte Herzlichkeit.“
(2011)

Christian Wulff, ehem. Bundespräsident
„Wir dürfen die Annehmlichkeiten der Gegenwart nicht mit unserer Zukunft und der Zukunft unserer Kinder bezahlen.“
(2011)

„Die Zeit“
„An der Diagnose gibt es nichts mehr zu deuteln. Fünfzig Prozent der bundesdeutschen Wälder sind geschädigt … Am Ausmaß des Waldsterbens … könnte heute nicht einmal der ungläubige Thomas zweifeln, allenfalls ein Ignorant.“
(1984)

Jean Ziegler, Soziologe und Politiker
„Und heute das schlimmste all dieser Systeme: die Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals. Die entfesselte Profitgier. Die totale Ausbeutung des Menschen. Die Zerstörung der Natur.“
(2011)

Jörg Zink, Pfarrer („Das Wort zum Sonntag“)
„Dazu ist ein normaler Amerikaner gar nicht fähig. Er müsste den Mut haben, den die jungen Selbstmordattentäter der Palästinenser haben, sich selbst in die Luft zu sprengen. Ich bewundere sie dafür, dass ihnen ihre Sache und die Sache ihres Volkes und ihrer Religion, oder was immer, so wichtig ist, dass sie dafür ihr Leben hingeben. Das sind keine Selbstmörder, das sind mutige junge Leute, die sich voll hingeben für ihre Sache.“
(2003, auf die Frage, ob möglicherweise ein Tyrannenmord an Saddam Hussein gerechtfertigt sei)

Enoch Freiherr zu Guttenberg, Dirigent
„Mit jedem Drücker auf den Lichtschalter, mit jedem Tritt aufs Gaspedal, mit jeder Überseereise im Flugzeug nehmen wir unseren Kindern und Enkelkindern Lebensqualität und möglicherweise sogar das Leben, wir fahren mit Vollgas in die Katastrophe.“
(2011)