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Die Zukunft und ihre FeindeWie Fortschrittspessimisten Von Dirk Maxeiner und Michael Miersch Eichborn Verlag, VorwortDer Mensch ist ein Tier, das Chancen jagt. Sagt zumindest der Zoologe Desmond Morris. Der Mensch war im Laufe seiner evolutionären Karriere immer wachsam, meist in Bewegung, stets auf der Hut. Er hat überlebt, weil er aus der jeweiligen Gelegenheit das beste machte. Unsere haarigen Vorfahren erhielten hie und da eine kleine Belohnung, eine andere dort, nie wussten sie genau, wo die nächste Überraschung lauert. Die Entdeckung und Erforschung seiner Umgebung ist beim Homo sapiens ein tief verwurzelter Lebensdrang. Es entwickelte sich daraus das unbändige Verlangen möglichst viele verschiedene Lösungen eines Problems zu erschließen. "Die Evolution hat uns mit einer unstillbaren Wissensbegierde ausgestattet, sodass wir nie aufhören, neue Möglichkeiten auszuloten, nie aufhören neue Lösungen zu finden", sagt Desmond Morris. Der ununterdrückbare Drang nach Neuem zu suchen und unsere Fähigkeit das Gefundene zu unserem Vorteil zu nutzen, ist es, was uns als Menschen ausmacht. So sind wir beispielsweise auf die Idee mit dem Feuer gekommen. Es gab dafür keinen Plan, keinen Zukunftsrat und wohl auch keine Genehmigung. Von unserem tierischen Erbe übrig geblieben ist uns ein angeborenes Verlangen nach Aktivität. Nichts ist schlimmer, als in einer kahlen Gefängniszelle eingesperrt zu sein. Gefangene sind unglücklich, obwohl sie hierzulande gut ernährt, warm untergebracht und vor der Außenwelt geschützt werden. Das sollten diejenige bedenken, die uns vor allen Widrigkeiten der Welt beschützen wollen. Staatliche Fürsorge begleitet uns mittlerweile von der Wiege bis zur Bahre. Stets nehmen kluge Menschen für sich in Anspruch nur das beste für uns zu wollen. Der amerikanische Autor P.J. O'Rourke lästerte einmal auf einer Lesung: "Ich weiß nicht, was gut für sie ist. Sie wissen nicht was gut für mich ist. Wir wissen nicht was gut für die Menschheit ist. Aber es scheint, dass wir hier im Raum die einzigen sind, die das wissen." Wir sollten uns nicht davon täuschen lassen, dass Einschränkungen der individuellen Freiheit stets als "Schutz vor " oder als "Recht auf " (was auch immer) daherkommen. Schutz reimt sich auf Verbot. Und das Recht auf staatliche Rundumversorgung beinhaltet das Unrecht staatlicher Rundumverteilung. Kein Tag vergeht ohne ein neues Gesetz, eine neue Verordnung oder Vorschrift, die unseren Handlungsrahmen heute und in Zukunft einengt. Immer mehr gesellschaftliche Gruppierungen wollen die Gegenwart konservieren. Motto: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Sie stemmen sich gegen Veränderung, weil sie von der Zukunft nur Schlechtes erwarten. Das Erfolgsprinzip des Menschen, die freie Entfaltung seiner Kreativität und Eigeninitiative wird dadurch im Kleinen wie im Großen unterminiert. Woher kommt bloß dieser abgrundtiefe Pessimismus gegenüber unserer eigenen Entwicklungsfähigkeit? Die Tatsache, dass heute sechs Milliarden Menschen auf dem Globus leben, ist doch kein Zeichen des Niedergangs, sondern Nachweis eines grandiosen Einfallsreichtums. Wenn man einen Strich unter das zieht, was der Mensch im Verlauf seiner Entwicklung zerstört hat, und das was er geschaffen hat, so ist die Gesamtbilanz überaus positiv. Kurzfristig mögen die Pessimisten durchaus mal recht haben, aber langfristig haben immer die Optimisten gesiegt. Die Unverdrossenheit mit der gerade die westlichen Gesellschaften immer wieder neue Wege beschritten und neue Lösungen gefunden haben, beruhen auf diesem ungestümem Optimismus und einem unerschütterlichem Lebensmut. Doch nur wer den Menschen Freiheit gibt, wird Zukunftsfähigkeit ernten. Alle zusammen werden aus vielen Milliarden individueller Gelegenheiten automatisch mehr machen als die besten Planungskomitees, Zukunftsräte und Staatsverwaltungen. Sicherlich brauchen wir auch Gesetze und Vorschriften - aber doch bitte nicht um der Zukunft Grenzen zu setzen. Mangel an Phantasie ist für die Bearbeitung unseres Lohnsteuerjahresausgleichs eine unabdingbare Voraussetzung, für die tastende Suche nach dem besten Weg in die Zukunft aber Gift. Wir möchten mit diesem Buch denjenigen Mut machen, die sich auf die Welt von morgen freuen, die den Fortschritt willkommen heißen und die Freiheit lieben. Wir glauben, dass die Zukunft aufregend wird, und die Erde ein immer besserer Platz für Menschen und andere Lebewesen. Erfindungsreichtum, Selbstverantwortung und Freiheit sind unsere Meinung nach die beste Ausstattung dafür.
Die Zukunft und ihre Feinde Inhalt
Copyright © 1996-2011 Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Impressum |
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